MinistertreffenDeutschland und Frankreich beraten über Griechenland-Krise

Die Regierungen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verhandeln in Paris über die internationalen Krisen: Neben Griechenland stehen Syrien und der Iran auf der Agenda.

Der drohende Staatsbankrott Griechenlands ist das beherrschende Thema des deutsch-französischen Gipfeltreffens in Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist mit zahlreichen Ministern zu Gesprächen mit Präsident Nicolas Sarkozy und französischen Regierungsvertretern.

Um Griechenland zu retten, wird eine stärkere Beteiligung der Europäische Zentralbank (EZB) und der nationalen Notenbanken am Rettungspaket für das Land in Betracht gezogen. Zuletzt hatten Deutschland und Frankreich den Fiskalpakt mit Schuldenbremsen in 25 EU-Ländern durchgesetzt.

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Dieser Erfolg würde geschmälert, wenn in Griechenland die Lage eskalieren und der gefährliche Präzedenzfall eintreten würde, dass ein Euro-Mitglied nicht mehr zu retten ist. Derzeit verhandelt die sogenannte Troika, also die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), mit der griechischen Regierung über weitere Hilfszahlungen.

Auch die Beratungen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt dauern an. Zudem verhandelt heute die griechische Regierung mit den Chefs der Parteien über die geplanten Maßnahmen zur Abwendung des Staatsbankrotts.

Aus Protest gegen Sparmaßnahmen und Reformen riefen Gewerkschaften in Griechenland zu einem 24-stündigen Streik am Dienstag auf. Die beiden großen Gewerkschaften des Landes, ADEDY und GSEE, hatten in den vergangenen Monaten wiederholt gegen die Auflagen für die Hilfen von EU und IWF protestiert. Die Griechen fürchten, dass die radikalen Sparmaßnahmen die Wirtschaftskrise verschärfen.

Beratung über ESM-Aufstockung

Ein weiteres Thema bei den deutsch-französischen Regierungskonsultationen ist die mögliche Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM. Die Positionen beider Staaten liegen aber nicht weit auseinander. Im März soll entschieden werden, ob die 500 Milliarden Euro ausreichen. Aus dem aktuellen EFSF-Fonds wurden 230 Milliarden Euro bisher nicht abgerufen. Dieses Geld könnte möglicherweise mit dem ESM kombiniert werden.

Die Regierungen von Frankreich und Deutschland werden zudem über eine engere Zusammenarbeit in Finanz- und Wirtschaftspolitik beraten. Bereits 2013 soll es in Deutschland und Frankreich eine einheitliche Körperschaftsteuer geben.

In der Außenpolitik stehen nach Angaben aus Regierungskreisen die Verschärfung der Lage in Syrien und eine gemeinsame Reaktion darauf im Mittelpunkt. Der Atomstreit mit dem Iran soll ebenfalls zur Sprache kommen.

Im Anschluss an das Treffen werden Sarkozy und Merkel dem ZDF und dem französischen Sender France 2 ein gemeinsames Interview geben. Merkel wird unter anderem begleitet von Außenminister Guido Westerwelle, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

 
Leserkommentare
    • Psy03
    • 06.02.2012 um 8:10 Uhr

    Griechenland um Griechenland kümmern?
    Der war gut, ich weiß...

    [...]

    Gekürzt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

    4 Leserempfehlungen
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    ...kümmern sich ja auch nicht um Griechenland sondern um die Bedienung der Bankdemokraten.

    Da die Verhandlungen mit den Privatbanken andauern will Merkozy den Banken signalisieren, dass die auf ihre Forderungen bestehen können, da Griechenland zur Not eben die Rettungstöpfe abgreift.

    ...kümmern sich ja auch nicht um Griechenland sondern um die Bedienung der Bankdemokraten.

    Da die Verhandlungen mit den Privatbanken andauern will Merkozy den Banken signalisieren, dass die auf ihre Forderungen bestehen können, da Griechenland zur Not eben die Rettungstöpfe abgreift.

  1. Griechenland kann rechnen und weiss, dass eine neue Kredittranche zu 80% an Gläubigerbanken zurückfliessen wird. Das ist für Griechenland faktisch keine Lösung. Eine Lösung wäre einzig ein Schuldenschnitt oder der Ausstieg aus dem Euro. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM http://www.eurokrise.ch ist weder für Deutschland als grösstes Geberland noch für Griechenland ein gangbarer Weg - es würde auf Dauer zu Unruhen in der Bevölkerung kommen.

    2 Leserempfehlungen
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    [...]

    Ehrlich gesagt: ich sehe ausser dem Komplett-Ausschluß Griechenlands aus dem EURO und der EU keinen anderen Weg... Alleine können es die Griechen nicht - und wollen es auch nicht. Griechenland braucht einen grundsätzlichen Mentalitätswechsel [...].

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    [...]

    Ehrlich gesagt: ich sehe ausser dem Komplett-Ausschluß Griechenlands aus dem EURO und der EU keinen anderen Weg... Alleine können es die Griechen nicht - und wollen es auch nicht. Griechenland braucht einen grundsätzlichen Mentalitätswechsel [...].

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  2. Genau mit dieser Jovialität hat sie Herrn Sarkozy eingelullt , bis es zur Vereinigung kam und letztlich ein Merkozy heraus sprang. Sarkozy fühlte sich überaus wichtig in diesem Europa und als Kriegsherr durfte er sich auch schon seine Sporen verdienen.
    Wie aber stehen seine Chancen bei der kommenden Wahl in Frankreich ?
    Frau Merkel wird in die Posaunen blasen, damit auch der letzte Franzose sein Kreuzchen für Sarkozy her gibt.

    Bis es aber soweit ist werden beide nach Merkels Art Griechenland weiter dominieren. Nur weiß immer noch keiner wo Griechenland letztlich ufern wird.

    • Repec
    • 06.02.2012 um 8:22 Uhr

    Frankreich fürchtet den Bankencrash, nicht ganz zu unrecht, da französische Institute noch immer eine beträchtliche Anzahl griechischer Bonds halten. Es ist ein Spiel mit der Zeit und es bleibt abzuwarten, ob der ESM noch rechtzeitig installiert werden kann, um eben diese Papiere zu erwerben.

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  3. ...kümmern sich ja auch nicht um Griechenland sondern um die Bedienung der Bankdemokraten.

    Da die Verhandlungen mit den Privatbanken andauern will Merkozy den Banken signalisieren, dass die auf ihre Forderungen bestehen können, da Griechenland zur Not eben die Rettungstöpfe abgreift.

  4. der Austritt aus der Eurozone ! Dann haetten wir unsere DM wieder und den Deutschen Bürgern ginge es besser, aber für die ward ja keine Politik gemacht!
    Das Griecuhenland pleite ist steht seit Jahren fest und es ist schade um das gute Geld das dem schlechten hiterhergeworfen wurde!
    Wenn man dafür nur unsere 'Volksvertreter2 persönlich haftbar machen könnte!

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    ...dann die Mauer wieder aufbauen, den Kalten Krieg wieder angefacht und schnell wieder die Monarchie mit 3-Klassen-Wahlrecht eingeführt: dann mal wieder zurück in die Zukunft!
    Entwicklungen kann man nicht zurückdrehen, sondern es müssen echte Lösungen für die Zukunft gefunden werden und die liegen bestimmt nicht in der Wierdereinführung der D-Mark- fragen Sie mal unsere Export-Wirtschaft.

    ...dann die Mauer wieder aufbauen, den Kalten Krieg wieder angefacht und schnell wieder die Monarchie mit 3-Klassen-Wahlrecht eingeführt: dann mal wieder zurück in die Zukunft!
    Entwicklungen kann man nicht zurückdrehen, sondern es müssen echte Lösungen für die Zukunft gefunden werden und die liegen bestimmt nicht in der Wierdereinführung der D-Mark- fragen Sie mal unsere Export-Wirtschaft.

  5. [...]

    Ehrlich gesagt: ich sehe ausser dem Komplett-Ausschluß Griechenlands aus dem EURO und der EU keinen anderen Weg... Alleine können es die Griechen nicht - und wollen es auch nicht. Griechenland braucht einen grundsätzlichen Mentalitätswechsel [...].

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

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  6. erfüllen, die Ihre bisherige Struktur umkrempeln würden.

    Ein steuerlicher Schlendrian der seines gleichen sucht einhergehend mit einer politischen Vetternwirtschaft mit einem völlig aufgeblähten öffentlichen Dienst, der dabei siehe Steuern noch völlig ineffektiv ist lässt sich nicht mal in 2 Jahren umkrempeln. Und erst Recht nicht die griechische Mentalität.

    Sie haben sich an die bisher für Sie billigen Fleischtöüpfe der EU gewöhnt. Die erwachte Realität ist bretthart die Erkenntnis das man nicht nur nehmen kann erst Recht.

    Und natürlich die TATSACHE, das die reichen Griechen weitgehend ungeschoren davon kommen, während das normale Volk nun übermäßig bluten soll.

    Ein Austritt der Griechen aus der € Zone ist also mehr als überfällig. Aber die Politikerkaste Griechenlanfs setzt insgeheim darauf, das die Eu es sich nicht leisten kann, Griechenland abstürzen zu lassen, selbst wenn die Auflagen nicht erfüllt werden.

    Ein billiger Machtpoker nimmt seinen Lauf, Gewinner wird letztlich niemand sein, wenn so weitergewurschtelt wird.

    Ich bin weiter für einen sauberen Schnitt als für einen Schrecken ohne Ende.

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