Die neuen Einwanderer: Gekommen, um zu forschen
Über ein Stipendium kam die Medizintechnikerin Virginia Ayala nach Deutschland. Jetzt ist ihre Begeisterung für das Land so groß, dass sie bleiben will.
Es sind besonders die Sonntagnachmittage, an denen sich Virginia Carolina Ayala in ihre argentinische Heimat zurückwünscht. "Da versammelt sich die ganze Verwandtschaft, oft über 20 Leute, und dann wird stundenlang nur gegessen und geredet", erzählt die Medizintechnikerin. Seit über fünf Jahren lebt die 31-Jährige nun in Deutschland – und außer an Sonntagen gefällt es ihr ausgezeichnet. Je länger ihre Auswanderung her ist, desto sympathischer sind ihr die Deutschen. Fremd fühlt sie sich eher, wenn sie im Urlaub länger als einen Sonntag mit ihren alten Landsleuten zusammen ist: "Die reden so oft durcheinander", sagt Ayala. "Jeder schreit noch lauter, das fällt mit immer mehr auf."
Ayala schloss im Sommer 2011 ihre Doktorarbeit an der Uni Freiburg ab und will nun unbedingt bei einem deutschen Unternehmen arbeiten. Vor allem, weil es hierzulande in der Medizin- und Pharmabranche so viel Geld für Forschung und Entwicklung gebe. Aber auch weil sie sich als strukturierter, ordentlicher Mensch hier wohl fühle; teutonische Eigenheiten wie die penible Mülltrennung findet sie sogar angenehm.
- Serie: Die neuen Einwanderer
Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik waren Einwanderer so gut ausgebildet wie den vergangenen zwei Jahren. Wenn in Deutschland von Migration die Rede ist, denken viele noch immer an den Arbeiter aus Anatolien – nicht an den Ingenieur aus Spanien oder den Architekten aus Polen. Dabei ist die letzte Gruppe mittlerweile fast in der Mehrheit – rund 44 Prozent der Zuwanderer hatten zuletzt einen Hochschulabschluss. ZEIT ONLINE stellt die neuen Einwanderer in einer Serie vor. Bereits erschienen ist das Porträt des Iraners Maziar Khosravi der über Kanada nach Deutschland kam – um heute für Ford in Köln zu arbeiten. Danach porträtierte Stephan Degenhardt die Ungarin Viktoria Szabo, die bei der Telekom in Bonn eine Stelle fand. Konrad Daubek beschrieb, wie der Spanier Diego Ruiz del Arbol nach Deutschland kam. Katharina Heckendorf traf eine Biochemikerin, die sich in Polen langweilte. Vergangene Woche porträtierte Wendelin Sandkühler die Argentinierin Virginia Ayala. Mit der Geschichte über die Amerikanerin Lisa Tauszig endet unsere Serie.
Dass die junge Ingenieurin nach Deutschland gekommen ist, war Zufall. Ihr Deutschlehrer an der Universität im argentinischen Oro Verde brachte sie auf die Idee, er legte ihr nach einer mündlichen Prüfung nahe, sich für ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zu bewerben. Der Gedanke gefiel Ayala. Der Ruf deutscher Ingenieurskunst lockte.
Dank des Stipendiums machte Ayala 2006 ihr Diplom in Medizintechnik an der TU Braunschweig. Deutschland gefiel ihr da schon so gut, dass sie nach wenigen Monaten in Argentinien wieder zurückkam, um auch noch ihre Doktorarbeit hier zu schreiben. Ayala untersuchte, ob sich Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson mithilfe akustischer Sensoren nachweisen lassen. Es wäre eine kleine Revolution, denn heute brauchen Ärzte dafür schrankgroße Geräte, die es nicht einmal in jedem Krankenhaus gibt – geschweige denn in einer Arztpraxis.




Und Alles Gute!
Sollen wir jetzt jede Einwanderin und jeden Einwanderer einzeln begrüßen?
Ok, da habe ich kein Problem damit (Herzlich willkommen, Virginia!), aber ...
... wäre es dann nicht auch angemessen, jede und jeden der jährlich ca. 170.000 (einhundertsiebzigtausend) Auswanderinnen und Auswanderer einzeln zu verabschieden?
Auch sollten wir nicht vergessen, alle diese nach ihren Gründen für die Emigration zu fragen, denn erst dann würde ein rundes Bild über die Vorzüge und Nachteile von D herauskommen.
Die Ahnungslosigkeit scheint groß zu sein, bei den meisten die hier schreiben, wenn es um die hohen Rechtshürden für Migranten in Deutschland geht. Anders kann ich mir Ihren Kommentar nicht erklären.
Sie finden also, dass die deutschen Auswanderer nicht ausreichend fokusiert werden? Sie sehen wohl kaum fern. Es gibt unzählige TV Formate, die sich diesem Thema annehmen. Die Defizite in der Berichterstattung liegen eher auf Seite der Einwanderer, die nach Deutschland kommen.
Die Ahnungslosigkeit scheint groß zu sein, bei den meisten die hier schreiben, wenn es um die hohen Rechtshürden für Migranten in Deutschland geht. Anders kann ich mir Ihren Kommentar nicht erklären.
Sie finden also, dass die deutschen Auswanderer nicht ausreichend fokusiert werden? Sie sehen wohl kaum fern. Es gibt unzählige TV Formate, die sich diesem Thema annehmen. Die Defizite in der Berichterstattung liegen eher auf Seite der Einwanderer, die nach Deutschland kommen.
als ich. Wahrscheinlich auf einer eigens vom Arbeitgeber gebauten Insel der Glückseligkeit wo man nicht mit Einheimischen in Berührung kommt.
Immer dieses Miesreden von Deutschland in den Kommentaren. Klar ist hier nicht alles Super, aber wer von den Kommentarschreibern hat denn schon einmal für längere Zeit im Ausland gelebt? Ich kenne Argentinien, und deshalb ist der Artikel sehr glaubwürdig. "Insel der Glückseligen ohne Kontakt zu Einheimischen"; glaubt Ihr denn, dass die Menschen in irgendeinem Land der Erde im Alltag netter oder besser sind als die Leute hier?
Immer dieses Miesreden von Deutschland in den Kommentaren. Klar ist hier nicht alles Super, aber wer von den Kommentarschreibern hat denn schon einmal für längere Zeit im Ausland gelebt? Ich kenne Argentinien, und deshalb ist der Artikel sehr glaubwürdig. "Insel der Glückseligen ohne Kontakt zu Einheimischen"; glaubt Ihr denn, dass die Menschen in irgendeinem Land der Erde im Alltag netter oder besser sind als die Leute hier?
der Auslaender wird geschimpft, gemobbt. Lieber allein als zusammen mit denen. Wenigstens hat man Ruhe.
Der DAAD ist der "Deutsche Akademische Austauschdienst" und hat nix mit dem "Auslandsdienst", dem BND, zu tun ;-)
Lieber Lightbringer,
unangenehmer Fehler. Danke für den Hinweis.
Herzlichen Gruß aus der Redaktion,
Marcus Gatzke
Lieber Lightbringer,
unangenehmer Fehler. Danke für den Hinweis.
Herzlichen Gruß aus der Redaktion,
Marcus Gatzke
Vorweg: Ich schätze es sehr, mit Leuten aus der ganzen Welt zusammenarbeiten zu können. Aber die überschwängliche Motivation für ausländische MINT-Fachkräfte, in Deutschland zu arbeiten, nehme ich niemandem ernsthaft ab. In der Realität werden Doktoranden mit halben Verträgen abgespeist, um anschließend für einen Hungerlohn von der Uni als PD oder einem Privatunternehmen für einen Hungerlohn ausgebeutet zu werden. Wobei Wissenschaftler an einigen Universitäten wenigstens halbwegs fair für patentierte Erfindungen entlohnt werden.
Ich würde mich mal über einen Artikel freuen, der nicht nur Immigranten vorstellt, der nicht nur Karrieristen mit getunten Lebensläufen vorstellt, die es "geschafft" haben, damit dann doch eine eher gewöhnliche Anstellung zu finden, oder solche, die nach der Diss offensichtlich alles glauben, was der Chef ihnen bezüglich beruflicher Aussichten erzählt hat. Peinlich, dass hier die Arbeits- und Innovationskraft aus anderen Ländern ausgebeutet wird und die Leute dann, wenn es um echte Jobs geht, fallengelassen werden (habe ich selber oft bei vielen Kollegen aus anderen Ländern hier erlebt).
Wie wäre es denn mit Immigranten, die sich mit einer innovativen Idee in Deutschland selbstständig gemacht haben? Viel Spaß beim Suchen, für diese Leute gibt es wesentlich attraktivere Zielländer.
Ich verstehe immer noch nicht, weshalb der DAAD Stipendien an Ausländer vergibt. Machen das auch andere Länder? Als ich die kanadische Botschaft über die Studienmöglichkeiten in Kanada angeschrieben hatte, kam als Antwort, daß man für Krankenversicherung und Studiengebühren schon so um die 10.000 Euro für ein Jahr rechnen müßte. Von Stipendium kein Wort.
Es wäre ja an sich erstmal ein schöner Gedanke, daß intelligente junge Menschen nach Deutschland kommen. Leider tun das viele auch nur, um später wieder in ihr Heimatland (z.B. China) zu gehen und dann dort zu arbeiten. Viele bekommen z.B. auch keine Aufenthaltserlaubnis, um nach ihrem Studium in Deutschland zu arbeiten.
Aber nun, in einem Artikel kann man ja nicht alle Seiten eines solchen Stipendiums beleuchten.
Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass auch andere Länder Stipendien an Ausländer vergeben werden. (Aus öffentlicher Hand) Teilweise extra nur an Ausländer und dass teilweise ganze Studiengänge (Master/PhD) mit einem Stipendium pro Student gefördert werden unabhängig seiner Nationalität. Der DAAD fördert vor allem auch deutsche Studenten die im Ausland studieren oder ein Praktikum machen wollen, teilweise mit Kollaborationen von ähnlichen Diensten im Ausland. Viele UNiversitäten im Ausland haben auch Stipendiumsangebote die sich extra an ausländische Studenten richten. Das finde ich in Deutschland eher weniger ausgeprägt. Auch ist es mit Sicherheit nicht leicht ein DAAD-Stipendium als Argentinier zu bekommen, da es bestimmt relativ viel Konkurrenz um die wenigen Plätze gibt. Ansonsten fallen mir noch die ERASMUS-Mundus Programme der europäischen Union ein, die sowohl internationale als auch europäische Studenten fordern.
Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass auch andere Länder Stipendien an Ausländer vergeben werden. (Aus öffentlicher Hand) Teilweise extra nur an Ausländer und dass teilweise ganze Studiengänge (Master/PhD) mit einem Stipendium pro Student gefördert werden unabhängig seiner Nationalität. Der DAAD fördert vor allem auch deutsche Studenten die im Ausland studieren oder ein Praktikum machen wollen, teilweise mit Kollaborationen von ähnlichen Diensten im Ausland. Viele UNiversitäten im Ausland haben auch Stipendiumsangebote die sich extra an ausländische Studenten richten. Das finde ich in Deutschland eher weniger ausgeprägt. Auch ist es mit Sicherheit nicht leicht ein DAAD-Stipendium als Argentinier zu bekommen, da es bestimmt relativ viel Konkurrenz um die wenigen Plätze gibt. Ansonsten fallen mir noch die ERASMUS-Mundus Programme der europäischen Union ein, die sowohl internationale als auch europäische Studenten fordern.
Die Ahnungslosigkeit scheint groß zu sein, bei den meisten die hier schreiben, wenn es um die hohen Rechtshürden für Migranten in Deutschland geht. Anders kann ich mir Ihren Kommentar nicht erklären.
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