Energiepolitik Schleppend zur Energiewende
Vor knapp einem Jahr verkündete die Bundesregierung die Energiewende. Doch viele Probleme wurden noch nicht angegangen. Eine Bestandsaufnahme
© John Macdougall/AFP/Getty Images

Atomkraftgegner demonstrieren in Berlin gegen das Endlager Gorleben.
Für den SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ist die Energiewende "ein einziges Gewürge". Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) kontert mit dem Hinweis, derzeit werde "unheimlich viel Unsinn geredet". Und für Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sind die Grünen an allem schuld: "Sie zeigen höchstens Energie beim Dagegensein." Wie ist der Zustand der Energiewende ein knappes Jahr nach der Atomkatastrophe? In einem Wort: durchwachsen.
Endlagersuche
Ein Neustart hätte es werden sollen. 35 Jahre nachdem der Salzstock in Gorleben als Endlager für hochradioaktive Abfälle ausgewählt worden ist, sollte die Suche noch einmal beginnen. Norbert Röttgen versprach im November 2011 eine "weiße Landkarte". Ganz so weiß sieht sie allerdings in dem am Donnerstag zwischen Bund und Ländern verhandelten Gesetzentwurf des Umweltministeriums nicht mehr aus. Nach Einschätzung von Wolfgang Renneberg, bis 2009 Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, wird darin Gorleben als "Referenzstandort privilegiert".
In seinem Gutachten für die SPD-Bundestagsfraktion kommt Renneberg zu dem Schluss, dass Gorleben, wenn der Salzstock "überhaupt in das Verfahren einbezogen werden soll", nach den gleichen Verfahrensanforderungen bewertet werden müsse wie die anderen Standorte. So versteht das offenbar auch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die am Donnerstagnachmittag erneut getagt hat. Gorleben könne wie jeder andere Standort in jeder Phase des Verfahrens ausscheiden, falls die dann gültigen Sicherheitskriterien nicht erreicht würden, hieß es nach dem Treffen. Die SPD-Obfrau im Gorleben-Untersuchungsausschuss, Ute Vogt, hatte den Gesetzentwurf vor der Sitzung dagegen als "Gorleben-Findungsgesetz" bezeichnet.
Die SPD hält im Übrigen auch die Schaffung einer Ethikkommission und insbesondere die Gründung eines neuen "Bundesinstituts für Endlagerung" für überflüssig. Der SPD-Umweltpolitiker Michael Mirsch sieht darin den Versuch, das Bundesamt für Strahlenschutz zu entmachten. Der größte Mangel des Gesetzes ist aber nach Einschätzung von Renneberg, dass es die Standortsuche aus dem Atomgesetz herauslöst und daraus eine "Gesetzesvorbereitung" macht. Das bedeute, "dass die Kosten vom Steuerzahler aufgebracht werden müssen, weil eine Gesetzesvorbereitung den Verursachern nicht angelastet werden kann".
Bei einigen Ländern gibt es ebenfalls noch Bedenken gegen das neue Bundesinstitut und seine "demokratische Legitimation", sagte Evelyne Lemke (Grüne), Wirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz. Röttgen sagte: "Die Behördenstruktur wurde erörtert." Entschieden sei aber noch nichts.
Erneuerbare Energien
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seiner neuesten Form ist gerade mal einen guten Monat in Kraft. Doch schon seit Anfang Januar tobt eine neue Debatte um die Solarenergie. Der Grund: In den Jahren 2010 und 2011 sind jeweils rund 7.000 Megawatt Solarstromleistung in Deutschland installiert worden. Gleichzeitig sind die Preise für Solarpanele dramatisch gefallen. Deshalb gab es in den Jahren 2009 bis 2011 eine Überförderung von Solarstrom. Viele Investoren verdienen gut daran.
Daran wird sich jedoch durch nachträgliche Korrekturen nichts mehr ändern. Seit diesem Jahr gilt eine Regelung, dass nach Erreichen einer bestimmten Ausbaumenge die Vergütung für die danach installierten Anlagen automatisch sinkt. Dennoch hat Wirtschaftsminister Rösler das Thema als Profilierungschance erkannt und einen Gesetzentwurf zur dramatischen Begrenzung des Solarstromausbaus vorgelegt. Nach seinen Vorstellungen soll die Solarförderung lediglich einen jährlichen Zubau von 1.000 Megawatt Leistung unterstützen.
Allerdings hat der Solarstrom in diesem Winter die Stromnetze spürbar stabilisiert. Die kalte und sonnige Wetterlage hat zu hohen Solarstromanteilen am Gesamtangebot geführt. Und da der Ausbau der von der Regierung als besonders wichtig angesehenen Offshore-Windenergie, also Windräder im Meer, trotz KfW-Förderprogramm und hohen Einspeisevergütungen für Offshore-Windstrom nach wie vor nicht recht in Gang kommt, ist Deutschland mit seinem geplanten Ausbaupfad für erneuerbare Energien nur deshalb noch auf Kurs, weil mehr Solaranlagen gebaut worden sind als geplant.
Im Juli sinkt die Vergütung planmäßig auf rund 20 Cent. Damit wird Netzparität erreicht. Das heißt: Die Einspeisevergütung liegt niedriger als der Preis pro Kilowattstunde Strom für Privathaushalte. Für Anlagenbetreiber wird es damit interessant, den Strom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn zu verkaufen.
- Datum 10.02.2012 - 12:20 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Vielen Dank an die "Zeit" für diesen sehr schönen und sachlichen Artikel! Einen Punkt möchte ich noch ergänzen: Wir brauchen eine verbesserte Verbrauchssteuerung. Ein Signal im Stromnetz, dass den diversen kleinen und großen Verbrauchern sagt: "Strom ist gerade reichlich", oder eben: "Strom ist gerade knapp".
Viele Verbraucher können den Stromeinsatz ein paar Minuten oder gar Stunden hin- oder herschieben, ohne, dass der Nutzer einen Nachteil davon hat. Beispiel Tiefkühltruhe: Diese kann bei Strom-Überangebot ein paar Grad kälter kühlen, so dass sie die nächsten paar Stunden dann ohne Strom auskommt, weil es im Inneren ausreichend kalt ist. In engeren Grenzen geht das auch bei Kühlschränken. Waschmaschinen können bei Strommangel langsamer aufheizen oder gar den Programmbeginn auf später verschieben, wenn der Nutzer das Sparprogramm wählt.
Die Erfahrung in Frankreich der letzten Tage zeigt, dass die Stromknappheit dort auf jeweils wenige Stunden morgens und abends ist. Wenn es mit intelligenten Verbrauchern gelingt, einige Gigawatt aus den Spitzen herauszuschieben, ist bereits viel geholfen, und wir bräuchten weniger von den im Artikel genannten Reservekraftwerken.
Technische Möglichkeiten, das Netzlastsignal zu verteilen, gibt es viele. Die Politik sollte eine davon als Standard vorgeben, möglichst auf europäischer Ebene einheitlich, damit die Hersteller die vorgenannten Funktionen in die Geräte integrieren können.
Jag
ein Witzbold. Stellen Sie mehrmals täglich den Thermostaten
Ihes TK-Schranks rauf und runter?
mit sich ändernder Spannung und Netzfrequenz an, nur die Verbrauchsgeräte können damit noch nichts anfangen.
40W Glühlampe besser als 12W Energiesparlampe?
(https://docs.google.com/v...)
Die Verbraussteuerung wurde schon vor dreißig Jahren vorbereitet. Damals musste ich beim Hausneubau entsprechende Steuerleitungen einbauen. Das war 1983 eine zwingende Auflage der Städtischen Werke meines damaligen Wohnorts Kassel. Inzwischen ist das technisch wesentlich einfacher, wird aber immer noch nicht eingesetzt.
Es gibt einfach zu viel Spitzenlastkraftwerke, mit denen ordentlich Geld verdient wird.
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Die Verbraussteuerung wurde schon vor dreißig Jahren vorbereitet. Damals musste ich beim Hausneubau entsprechende Steuerleitungen einbauen. Das war 1983 eine zwingende Auflage der Städtischen Werke meines damaligen Wohnorts Kassel. Inzwischen ist das technisch wesentlich einfacher, wird aber immer noch nicht eingesetzt.
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Da muss nichts am Thermostaten gedreht werden, der moderne TK-Schrank begreift das selbst. Ein Chip von Siemens wird es möglich machen. Entwickelt sind Komponenten bereits!
Da muss nichts am Thermostaten gedreht werden, der moderne TK-Schrank begreift das selbst. Ein Chip von Siemens wird es möglich machen. Entwickelt sind Komponenten bereits!
da ich mal nicht annehme das die minister und berater wirklich keine ahnung von planungszeiträumen und haben ist meine überschrifft die einzige erklährung die bleibt.
ob bei der wärmedämmung oder bei solar
wenn ich heute etwas plane ist es in 2 jahren fertig
klar gehts auch schneller - aber nicht legal
wärmedeckung kann man, dank kürzung, nurnoch mit einer zielmiete >9€ planen - ob man dabei noch genug verdient das sich die abschreibung lohnt kann mann erst ab einer gewissen betriebsgröße bejahen - und an wenigen orten dtls. bei solar das gleiche
da haben leute vor jahren verträge mit den panellieferanten gemacht werden aber nach tageskurs gefördert?
erklähren sie mal ihrem heitzmittellieferanten das das öl an der börse gerade niedrig steht und sie jetzt sofort die jahresabrechnung nach tageskurs haben wollen - das gespräch bitte aufzeichnen und veröffentliche - sie werden zum internetstar.
Es wäre so einfach: Kompletter Stopp der sinnentleerten Solarverschandelungsförderung. Alles Geld in den Aufbau von Stromtrassen (zur Not unter der Erde), moderne und dezentrale Blockheizkraftwerke, den Aufbau von flexiblen Gaskraftwerken unter Führung von Stadtwerken (zur Not subventioniert) und eine Prämie für die Heizungsmodernisierung in Form von 1000 Euro bar auf die Hand. Dazu ein Förderprogramm zur energetischen Sanierung besonders von städtischen Bauten. Aufbau von Speicherkraftwerken (z.B. hydropneumatische Berghebespeicher), Zwischenlagerung von Nordstrom in Skandinavien. Es gibt so viel Machbares...
Die Politik vereinnahmte vor 35 Jahren die Endlagersuche. Bis dahin wurde nach einer komparativen Methodik vorgegangen, die wissenschaftlichen Kriterien entsprach. Sie wurde aus landespolitischen Gründen abgebrochen. Siehe http://endlagerdialog.de/...
Es wird Zeit, wieder wissenschaftlich vorzugehen. Deshalb ist Röttgens Statement „Es kann keinen politischen Ausschluss Gorlebens geben, sondern Gorleben muss gleich behandelt werden wie andere mögliche Standorte.“ besser als man denkt. Konsequent weitergedacht ist das unter http://endlagerdialog.de/...
mit sich ändernder Spannung und Netzfrequenz an, nur die Verbrauchsgeräte können damit noch nichts anfangen.
40W Glühlampe besser als 12W Energiesparlampe?
(https://docs.google.com/v...)
Da muss nichts am Thermostaten gedreht werden, der moderne TK-Schrank begreift das selbst. Ein Chip von Siemens wird es möglich machen. Entwickelt sind Komponenten bereits!
ganze Republik erst einmal umrüsten ...
Schwachsinn.
ganze Republik erst einmal umrüsten ...
Schwachsinn.
Die Verbraussteuerung wurde schon vor dreißig Jahren vorbereitet. Damals musste ich beim Hausneubau entsprechende Steuerleitungen einbauen. Das war 1983 eine zwingende Auflage der Städtischen Werke meines damaligen Wohnorts Kassel. Inzwischen ist das technisch wesentlich einfacher, wird aber immer noch nicht eingesetzt.
Es gibt einfach zu viel Spitzenlastkraftwerke, mit denen ordentlich Geld verdient wird.
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