Euro-Krise Merkel führt Europa in die Katastrophe
Europa leidet nicht unter einer Schulden-, sondern einer Bankenkrise. Deutschland muss diesen Denkfehler endlich erkennen, schreibt Stefan Collignon im Gastbeitrag.
© Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel
Griechenland kommt nicht zur Ruhe. Immer neue Schulden. Immer neue Sparpakete. Die Wirtschaft schrumpft, die Löhne fallen, Arbeitslosigkeit steigt. Zwar sind, Dank der verantwortungsvollen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen für Staatsanleihen aus Spanien, Italien und Frankreich in letzter Zeit leicht gefallen, aber die Wirtschaftsaussichten für die Euro-Zone sind weiterhin düster. Nachdem Europa noch nicht einmal die Folgen der letzten Rezession überwunden hat, befürchten die meisten Beobachter einen erneuten Rückfall. Aber diese neuerliche Krise ist nicht hausgemacht; sie ist deutschgemacht.
Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich gerne feiern: Sie habe Führung gezeigt, die lotternden Südstaaten an die Kandare genommen und in Brüssel einen neuen Fiskalpakt durchgesetzt. Nun lässt sich nichts daran kritisieren, wenn eine Regierungschefin Führung zeigt; das Problem ist wie und wohin sie führt. Und Merkels Europapolitik ist eine Autobahn in die Katastrophe, wirtschaftlich ebenso wie politisch.
Stefan Colignon ist seit Oktober 2007 Professor für Wirtschaftspolitik an der Sant' Anna School of Advanced Studies in Pisa. Von 2001 bis 2005 lehrte Collignon als Professor für europäische politische Ökonomie an der London School of Economics.
Deutschlands ordo-liberales Establishment flüstert der Kanzlerin ein, Europa stecke in einer Schuldenkrise. Jahrelang hätten verantwortungslose Regierungen im Süden Schulden gemacht, statt die Zinsgewinne aus dem Eurobeitritt zum Schuldenabbau zu nutzen. Leider ist das falsch. Im ersten Jahrzehnt der Währungsunion ist die Schuldenquote der Eurozone um 7,4 Prozent gefallen, in Italien um neun Prozent und in Spanien und Irland um 42 Prozent.
Nur in Deutschland (+6,6), Frankreich (+8,5), Griechenland (+11,7) und Portugal (+26,4) ist der öffentliche Schuldenberg angewachsen. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der folgenden Finanzkrise hat sich das Bild geändert: Von 2007 bis 2012 stieg die Schuldenquote in Deutschland um 16 Prozent, in Portugal und Griechenland um fast 50 Prozent und in Spanien und Irland um über 100 Prozent, beziehungsweise sogar 560 Prozent, weil dort die Regierungen einen Bankenzusammenbruch verhindern mussten.
Nun ist diese Schuldenexplosion nicht Folge zuchtloser Politik, sondern die unvermeidliche Konsequenz des dramatischen Einkommenseinbruchs: Im Euro-Raum liegt das Bruttoinlandsprodukt noch immer unter dem Niveau von 2007. In Griechenland ist der Schrumpfungsprozess mit minus 14,3 Prozent am größten. Verglichen damit sind Deutschlands Konsolidierungserfolge bei einer Wachstumsrate von zwei Prozent zwar wacker, aber nicht gerade spektakulär. Ökonometrische Schätzungen zeigen, dass das öffentliche Einkommen etwa genauso stark einbricht wie das Wachstum. Wenn die Ausgaben konstant geblieben wären, würden Europas Haushaltsdefizite heute um drei bis sechs Prozent höher liegen als 2007, und Deutschlands Defizit wäre um zwei Prozent gesunken.
- Datum 17.02.2012 - 14:43 Uhr
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"weil dort die Regierungen einen Bankenzusammenbruch verhindern mussten."
Erklären sie bitte, warum MUTTEN das die Politier verhindern?
des Kartenhauses genannt "Turbokapitalismus" verhindern.
Und das war -oder schien jedenfalls - nur noch dadurch möglich, dass die Bankster-Spekulanten mit Multi-Milliarden der Regierungen gestützt wurden.
Am Ende könnte sich herausstellen, dass nur die Bankster gerettet, mehrere Staaten, nicht bloss Griechenland, total überschuldet sind, der EURO aber endgültig zur Strecke gebracht ist!
Dieses Scenario scheint mir das wahrscheinlichste!
Das Diktat des Finanzkapitals bestimmt, was Regierungen tu oder nicht tun! Merkel hofiert doch den Ackermann und nicht umgekehrt!
des Kartenhauses genannt "Turbokapitalismus" verhindern.
Und das war -oder schien jedenfalls - nur noch dadurch möglich, dass die Bankster-Spekulanten mit Multi-Milliarden der Regierungen gestützt wurden.
Am Ende könnte sich herausstellen, dass nur die Bankster gerettet, mehrere Staaten, nicht bloss Griechenland, total überschuldet sind, der EURO aber endgültig zur Strecke gebracht ist!
Dieses Scenario scheint mir das wahrscheinlichste!
Das Diktat des Finanzkapitals bestimmt, was Regierungen tu oder nicht tun! Merkel hofiert doch den Ackermann und nicht umgekehrt!
Ihre Argumente sind nicht nachvollziehbar.
Bitte verzichten Sie auf pauschale Kritik und äußern Sie sich argumentativ. Danke, die Redaktion/fk.
dann müssen sie zu einem Zauberer oder Hellseher !
warum ist dieser Artikel nicht nachvollziehbar ?
Sie scheinen entweder die Italiener oder aber seine Wahrheiten nicht zu mögen!
dann müssen sie zu einem Zauberer oder Hellseher !
warum ist dieser Artikel nicht nachvollziehbar ?
Sie scheinen entweder die Italiener oder aber seine Wahrheiten nicht zu mögen!
Der Autor redet der Verharmlosung der Schuldensituation (nur eine Bankenkrise) und der fortgesetzten Schuldenmacherei (Euro-Bonds) das Wort. Gebe Gott, dass die verantwortlichen Politiker nicht auf solche Stimmen hören.
Googeln Sie mal den Autor + SPD.
Dann wird schnell eine Nähe Collignons zur SPD deutlich.
Da glaube ich nicht mehr an einen parteipolitisch unabhängigen Artikel.
Googeln Sie mal den Autor + SPD.
Dann wird schnell eine Nähe Collignons zur SPD deutlich.
Da glaube ich nicht mehr an einen parteipolitisch unabhängigen Artikel.
dann müssen sie zu einem Zauberer oder Hellseher !
warum ist dieser Artikel nicht nachvollziehbar ?
...dazu Kaffeesatzleserei und Pendelschwingen sind die Hauptinstrumente der "modernen" Ökonomie.
...dazu Kaffeesatzleserei und Pendelschwingen sind die Hauptinstrumente der "modernen" Ökonomie.
Hier liegt Autor Collignon richtig: (1) Die Konzentration auf die Staatsschuldenkrise und die Spardiktate führen die Krisenländer in eine andauernde Depression. (2) Die deutsche gute Konjunktur ist ein Erfolg, der teilweise *zu Lasten* der Krisenländer geht.
Hier liegt der Autor falsch: (1) Es handelt sich nicht vornehmlich um eine Krise der Bankensolvenz, sondern um eine Zahlungsbilanzkrise innerhalb der Euro-Staaten, die aus tiefgreifenden Strukturproblemen resultiert. (2) Die Begründung für Eurobonds ist unsinnig: wir haben in Europa schon einen gemeinsamen Kapitalmarkt, dazu braucht man keine Eurobonds.
Deshalb ist ein weiteres Fluten mit Geld, wie es der Autor vorschlägt, nicht sinnvoll. Es müssen Maßnahmen her, die die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer wieder herstellt. Das kann der Austritt aus dem Euro mit Abwertung sein oder eine "innere Abwertung", hoffentlich flankiert mit Produktivitätserhöhungen. Da die innere Abwertung lange dauert und mit großen Härten verbunden ist, ist es dafür für Griechenland und Portugal wohl zu spät. Nur wenn diese Strukturprobleme angegangen werden, können Liquiditätshilfen an die Banken sinnvoll sein.
Nebenbei: Deutschland profitiert von der Krise zwar dadurch, dass seine Beschäftigung hoch ist. Es ist aber sehr zweifelhaft, dass damit eine Einkommenserhöhung für Deutschland verbunden ist: denn (a) Deutschland verkauft seine Wahren zu billig, (b) wird es aus der Krise hohe Verluste erleiden.
Deshalb ist ein weiteres Fluten mit Geld, wie es der Autor vorschlägt, nicht sinnvoll. Es müssen Maßnahmen her, die die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer wieder herstellt.
Das bedeutet im Klartext (zumindest wenn wir den Freihandel beibehalten), dass wir mit Ländern wie China und Indien um die niedrigsten Löhne kämpfen. Das soll die Lösung sein?
Warum wird die Nachfrageseite nie betrachtet? Europa ist mit Amerika der größte Markt der Welt. Jedes Produkt, was hergestellt wird muss auch von jemand gekauft werden. Ein Lohndumpingwettbewerb wie er in den letzten 10 Jahren stattgefunden hat, schadet Europa massiv. Irgentwann haben die Schwellenländer nichtmehr dieses Wachstum. Wer kauft dann unser Zeug?
Und Schuld an dieser Entwicklung ist vorallem Deutschland. Politiker wie Schröder und Merkel, die die alten Traditionen der sozialen Marktwirtschaft mit Füßen treten und angelsächsischen Modellen hinterherlaufen.
Ich prophezeie:
Wenn Politiker wie Frau Merkel sich durchsetzen mit dieser Politik der aufgezwungen Austerität, dem Abbau von Demokratie und dem Buttern der Finanzwirtschaft - dann wird der Staatenverbund sich in dieser Form auflösen.
Die Menschen werden diese Politik, die lediglich den Interessen der Kapital- und Produktionseigner dient, nichtmehr lange hinnehmen.
Frau Merkel muss gehen. Umso schnell umso besser.
Wer zu fett ist muss weniger essen - also sparen, dann wird alles gut.
Wer so Volkswirtschaft nach den Ratschlägen bunter Hefte an die füllige Dame betreibt, ist ein Unglück für Europa!
Schulden kann ein Land auf verschiedenen Wegen abbauen. Einige seien hier genannt:
1. Mehr und bessere Produkte müssen produziert werden. Das erfordert (jedenfalls im Falle Gr.) einen andere Struktur der Volkswirtschaft, die Schaffung eines effizienten öffentlichen Dienstes einschließlich wirksamer Bekämpfung von Korruption usw.
2. Mehr Steuern einnehmen von denen, die viel haben.
3. Einsparungen dort vornehmen, wo es nicht die Gesundheit, die Bildung, und die grundlegenden Bedürfnisse der meisten Menschen betrifft.
Im Falle Gr. wären z. B. beim Militär damit Milliarden einsparbar.
Das jetzige Vorgehen der deutschen und der anderen EU-Regierungen löst keines der strukturellen Probleme. Sie wollen nur die negativen Auswirkungen begrenzen.
Geht nicht! Die heutigen Probleme sind Folgen einer falschen Konstruktion der Währungsunion.
Wenn Merkel und Co. so weiter machen, brechen immer neue Krisen aus. Am Ende ist D. dran. Unausweichlich!
Könnten Sie uns bitte erklären, warum "die...Konjunktur.....
teilweise zu Lasten der Krisenländer geht"
Deshalb ist ein weiteres Fluten mit Geld, wie es der Autor vorschlägt, nicht sinnvoll. Es müssen Maßnahmen her, die die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer wieder herstellt.
Das bedeutet im Klartext (zumindest wenn wir den Freihandel beibehalten), dass wir mit Ländern wie China und Indien um die niedrigsten Löhne kämpfen. Das soll die Lösung sein?
Warum wird die Nachfrageseite nie betrachtet? Europa ist mit Amerika der größte Markt der Welt. Jedes Produkt, was hergestellt wird muss auch von jemand gekauft werden. Ein Lohndumpingwettbewerb wie er in den letzten 10 Jahren stattgefunden hat, schadet Europa massiv. Irgentwann haben die Schwellenländer nichtmehr dieses Wachstum. Wer kauft dann unser Zeug?
Und Schuld an dieser Entwicklung ist vorallem Deutschland. Politiker wie Schröder und Merkel, die die alten Traditionen der sozialen Marktwirtschaft mit Füßen treten und angelsächsischen Modellen hinterherlaufen.
Ich prophezeie:
Wenn Politiker wie Frau Merkel sich durchsetzen mit dieser Politik der aufgezwungen Austerität, dem Abbau von Demokratie und dem Buttern der Finanzwirtschaft - dann wird der Staatenverbund sich in dieser Form auflösen.
Die Menschen werden diese Politik, die lediglich den Interessen der Kapital- und Produktionseigner dient, nichtmehr lange hinnehmen.
Frau Merkel muss gehen. Umso schnell umso besser.
Wer zu fett ist muss weniger essen - also sparen, dann wird alles gut.
Wer so Volkswirtschaft nach den Ratschlägen bunter Hefte an die füllige Dame betreibt, ist ein Unglück für Europa!
Schulden kann ein Land auf verschiedenen Wegen abbauen. Einige seien hier genannt:
1. Mehr und bessere Produkte müssen produziert werden. Das erfordert (jedenfalls im Falle Gr.) einen andere Struktur der Volkswirtschaft, die Schaffung eines effizienten öffentlichen Dienstes einschließlich wirksamer Bekämpfung von Korruption usw.
2. Mehr Steuern einnehmen von denen, die viel haben.
3. Einsparungen dort vornehmen, wo es nicht die Gesundheit, die Bildung, und die grundlegenden Bedürfnisse der meisten Menschen betrifft.
Im Falle Gr. wären z. B. beim Militär damit Milliarden einsparbar.
Das jetzige Vorgehen der deutschen und der anderen EU-Regierungen löst keines der strukturellen Probleme. Sie wollen nur die negativen Auswirkungen begrenzen.
Geht nicht! Die heutigen Probleme sind Folgen einer falschen Konstruktion der Währungsunion.
Wenn Merkel und Co. so weiter machen, brechen immer neue Krisen aus. Am Ende ist D. dran. Unausweichlich!
Könnten Sie uns bitte erklären, warum "die...Konjunktur.....
teilweise zu Lasten der Krisenländer geht"
Einen Professor der ELITE Buisness unis der USA zu zitieren ist in diesem Zusammenhang in etwa so aussagefähig wie als wenn ich Christian Wulf als Refernez in einem Aufsatz zu einem politischen Moral Kodex anführen würde.
Gerade diese Truppe von Ökonomen sind es die sich aus der privaten Wirtschaft bezahlen lassen um Gutachten zu produzieren deren Ergebnis bereits mit der Auftragserteilung fessteht (siehe "Inside Job").
Ich höre immer nur Schulden Schulden Schulden Wachstum Wachstum Wachstum. Mir will bis heute nicht in den Kopf wieso es ok ist über seine Verhältnisse zu leben.....irgendwer muss dafür Bluten....
Statt zu sparen und damit den Leute auch den letzten Euro aus der Tasche zu ziehen, muss investiert werden.
Es gibt kein Land oder Reich ind der Geschichte das mit sparen zu einer starken Wirtschaft geworden ist.
Wenn in den USA das Gelddrucken aufhört und sie das "sparen" anfangen, ist die Wirtschaft komplett in Eimer und man sieht ähnliche Zustände wie in Athen.
und etliche Denkfehlern im Artikel.
Nur als Beispiel: Die Exportquote sei um 6% gesunken.
Nun ist gerade in Griechenland die Exportquote stark abhängig von den Importen, sprich: GR importiert sehr viel und exportiert nur hiervon einen sehr kleinen Teil (etwas veredelt) und verkonsumiert den Rest. In Zahlen ca. 60 Milliarden Import, ca. 20 Milliarden Export/Jahr. 6% weniger Export ist da überhaupt nicht bedeutsam, im Gegenteil ist eher erstaunlich, dass es nur so wenig ist!
Nun behauptet Jemand, den ultimativen Ausweg zu kennen, das erinnert stark an die Serie von Schulreformen: immer neue Ansätze und im Endeffekt nur noch mehr Schaden, noch weniger Leistung.
Einem Kandidaten, der so krass fehlwirtschaftet, wie Griechenland, ist eigentlich überhaupt nicht mehr zu helfen.
Stimmt! Vollmundig behauptet der Autor, wenn nur seine Empfehlungen beachtet würden, dann: "Die Krise wäre bald überwunden. "
Wer's glaubt, kriegt'n Bildchen.
.
Mich stört auch so eine Unterstellung: Die Haltung der Bundesregierung zu Eurobonds & Co sei "chauvinistische Prinzipienreiterei".
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Kein Überblick, nur Germany-Bashing.
Stimmt! Vollmundig behauptet der Autor, wenn nur seine Empfehlungen beachtet würden, dann: "Die Krise wäre bald überwunden. "
Wer's glaubt, kriegt'n Bildchen.
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Mich stört auch so eine Unterstellung: Die Haltung der Bundesregierung zu Eurobonds & Co sei "chauvinistische Prinzipienreiterei".
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Kein Überblick, nur Germany-Bashing.
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