SchuldenkriseLasst die Griechen in Ruhe!

Das EU-Spardiktat treibt Griechenland in den Untergang. Statt brutaler Kürzungen braucht das Land ein Aufbauprogramm – auch in deutschem Interesse.

Nachrichten aus einem geteilten Europa: Deutschland steigert die Ausfuhren erstmals auf eine Billion Euro. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen wachsen, die Arbeitslosigkeit sinkt, die IG Metall fordert wegen der guten Ertragslage der Unternehmen Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent. Deutschland: eine Insel der Seeligen.

Griechenland dagegen: ein Land am Abgrund und in Aufruhr. Die Übergangsregierung beschließt, unter dem Druck der Troika aus EU, EZB und IWF, ein neues drastisches Sparpaket. Die Löhne sollen um 20 bis 30 Prozent sinken. Im öffentlichen Dienst werden bis 2015 150.000 Menschen entlassen. Die Wirtschaft schrumpft, in diesem Jahr vielleicht sogar um mehr als acht Prozent. Das Land steht unverändert vor dem Bankrott.

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Das zweite Hilfspaket der EU mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro wird dennoch zurückgehalten. Die Euro-Finanzminister zweifeln daran, dass die Regierung Papademos und die sie tragenden Parteien die angekündigten Sparmaßnahmen tatsächlich umsetzen werden. Zu Recht. Denn die bereits beschlossenen Einschnitte gehen nicht auf. Weil sie die Probleme nur verschärfen. Und weil der Widerstand der Griechen gegen das Verarmungsprogramm und die Entmündigung ihres Landes verständlicherweise groß ist.

Ist das die Perspektive eines geeinten Europas? Ein Ursprungsland der abendländischen Kultur und Demokratie, das faktisch zum Brüsseler Protektorat wird – ohne Hoffnung auf Besserung. Ein Kontinent, der sich immer tiefer spaltet in einen wohlhabenden Norden und einen Not leidenden Süden, wo Menschen kaum mehr wissen, wie sie ihr tägliches Brot bezahlen sollen. Während in Deutschland die Regierungskoalition ernsthaft daran denkt, mitten in der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten die Steuern zu senken.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Doch was auf dem übrigen Kontinent um uns herum geschieht, kann uns nicht egal sein. Nicht allein deshalb, weil es eine gefährliche politische Radikalisierung und Renationalisierung schürt, wie sich schon bei der bevorstehenden Neuwahl in Griechenland zeigen wird.

Sorgen sollten wir uns auch, weil diese verhängnisvolle, von der deutschen Regierung wesentlich vorangetriebene Entwicklung unser eigenes Erfolgsmodell gefährdet: Deutschlands Wirtschaft boomt nur deshalb, weil unsere Unternehmen Geschäfte und Gewinne auf Kosten der schwächeren Länder machen. Weil dort die Löhne im Verhältnis zu der weit schwächeren Produktivität (noch) zu hoch sind, während gleichzeitig aufgrund des gewaltigen Spardrucks die Inlandsnachfrage schrumpft. Wohingegen hierzulande jahrelang maßvolle Tariferhöhungen und die rot-grünen Arbeitsmarktreformen die heimische Wirtschaft so wettbewerbsfähig gemacht haben, dass sie die anderer EU-Länder wie selbst Frankreichs zu erdrücken droht.

Wer aber soll dann in Zukunft noch die deutschen Waren kaufen? Brauchen wir die Krisenstaaten nicht mehr, weil sie nur unser gutes Geld kosten? 

Leserkommentare
  1. Wie im Artikel erwähnt, halte auch ich einen totalen Schuldenschnitt für unausweichlich, um Griechenland einen würdigen Neustart zu ermöglichen. Wer massiv hochprofitable Kredite vergibt, muss selbstverständlich auch das erhöhte Ausfallrisiko unternehmerisch tragen. Ich als Privatmensch muss bei Unternehmensbeteiligungen (Aktien, Genussscheinen u.ä.) im ungünstigsten Fall auch mit Totalinsolvenzen rechnen. Passiert just öfter im Bereich Erneuerbare Energien, eigentlich einer "Zukunftsbranche"! So ist das eben! Es zwingt einen ja keiner zu solchen Geschäften. Also lieber ein Ende mit Schrecken und die Griechen sollen einen selbstgesteuerten maßvollen Neuanfang mit möglichst Nullverschuldung und sehr restriktiver Steuereintreibungs-Gesetzgebung(!) bei hohen Einkommen machen können. Vielleicht können wir irgendwann davon lernen, wie so etwas geht.

    29 Leserempfehlungen
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    Guter Ansatz. Wir brauchen endlich einen Übergang von der schuldenbasierten Staatsfinanzierung zur rein steuerfinanzierten Staatsfinanzierung. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass die Steuern ausreichen, um die wichtigen Staatsausgaben zu decken. Der Weg über reines Sparen ist m.E. falsch, da der Staat wichtige Aufgaben übernehmen und insbesondere die Schwachen vor den Starken schützen muss.

    Durch eine steuerbasierte Staatsfinanzierung liesse sich außerdem das Problem der zunehmend ungleichen Vermögensverteilung abmildern. Dabei ist v.a. auf eine vernünftige - sprich höhere - Besteuerung von Kapitaleinkünften zu achten.

    Bei einem Vergleich mit Privatmenschen würde ich zunächst daran denken, dass mit einem einzelnen Privatschuldner auch niemand Mitleid hat, wenn er über seine Verhältnisse gelebt und alles verjuxt hat. Es zwingt auch niemand den Darlehensnehmer zu solchen Geschäften. So herum wird doch eher ein Schuh daraus. Zumal der greichische Staat die prekäre Situation lange verschleiert hat, um so weiter machen zu können.

    Verstehe nicht wie viele so bereitwillig akzeptieren, dass sich die Griechen quasi als unschuldige Opfer von Drogendealern darstellen, die nicht wussten, wie ihnen geschah.^^

    Die Schulden des Staates sind die Steuern von morgen...

    Es duerfte an der Zeit sein, den Zeitgenossen endlich klarzummachen, dass auch der Staat den Gesetzen der Oekonomie unterworfen ist -

    genauso der Mensch den Gesetzen der Natur....

    josefine

    Guter Ansatz. Wir brauchen endlich einen Übergang von der schuldenbasierten Staatsfinanzierung zur rein steuerfinanzierten Staatsfinanzierung. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass die Steuern ausreichen, um die wichtigen Staatsausgaben zu decken. Der Weg über reines Sparen ist m.E. falsch, da der Staat wichtige Aufgaben übernehmen und insbesondere die Schwachen vor den Starken schützen muss.

    Durch eine steuerbasierte Staatsfinanzierung liesse sich außerdem das Problem der zunehmend ungleichen Vermögensverteilung abmildern. Dabei ist v.a. auf eine vernünftige - sprich höhere - Besteuerung von Kapitaleinkünften zu achten.

    Bei einem Vergleich mit Privatmenschen würde ich zunächst daran denken, dass mit einem einzelnen Privatschuldner auch niemand Mitleid hat, wenn er über seine Verhältnisse gelebt und alles verjuxt hat. Es zwingt auch niemand den Darlehensnehmer zu solchen Geschäften. So herum wird doch eher ein Schuh daraus. Zumal der greichische Staat die prekäre Situation lange verschleiert hat, um so weiter machen zu können.

    Verstehe nicht wie viele so bereitwillig akzeptieren, dass sich die Griechen quasi als unschuldige Opfer von Drogendealern darstellen, die nicht wussten, wie ihnen geschah.^^

    Die Schulden des Staates sind die Steuern von morgen...

    Es duerfte an der Zeit sein, den Zeitgenossen endlich klarzummachen, dass auch der Staat den Gesetzen der Oekonomie unterworfen ist -

    genauso der Mensch den Gesetzen der Natur....

    josefine

  2. Ich bin wirklich hocherfreut, dass ENDLICH einmal dieses völlig irre Vorgehen der EU kritisiert wird.

    es MUSS endlich auch bei der spitzenpolitik ankommen:

    wir haben ein SYSTEMPROBLEM und jede wie auch immer geartete "Rettungsmaßnahme" kann dieses problem nicht lösen; sie kann bestenfalls ZEIT bringen, um sich zu überlegen, was man nach dem endgültigen zusammenbruch des währungssystems anders machen will.

    ich versuche es in aller kürze: das grundübel ist die GELDSCHÖPFUNG. es gibt in unserem finanzsystem genau ZWEI prozesse, bei denen all unser geld entsteht:

    1. die ezb gibt einer geschäftsbank einen KREDIT (es entsteht sog. zentralbankgeld)

    2. geschäftsbanken geben kunden (unternehmen, privatpersonen) einen KREDIT (es entsteht sog. giralgeld)

    die ZEIT hat diese prozesse HIER erklärt.

    für jeden kredit sind ZINSEN zu zahlen. diese allerdings hat niemand geschaffen. deshalb fehlen sie im system. in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden. dadurch kommt es zum exponentiellen wachstum der verschuldung, die aus rein mathematischen gründen im CRASH ENDEN MUSS.

    ausführlicher ist das ganze HIER erklärt.

    26 Leserempfehlungen
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    • ReVaaN
    • 10.02.2012 um 15:37 Uhr

    Danke für diese Erklärung über die Entstehung des Geldes. Ich kann sie zwar selbst nicht mehr lesen, weil ich persönlich mir über fast nichts anderes mehr Gedanken mache, aber anscheinend ist dieses perfide Geldsystem immer noch nicht bei der Masse an Bürgern angekommen. Sonst würden wir längst andere Verhältnisse auf den Strassen haben und die momentanen Ausschreitungen in Griechenland sind Sandkastenspiele dagegen.

    Das Problem ist einfach, das die Politiker Politik für die Banken machen. Sehr einfach und deutlich hat das damals Dirk Müller bei Anne Will erklärt und den FDP-Politiker Otto Fricke herrlich zur Sau gemacht. Grandiose Folge:
    http://www.youtube.com/wa...

    Langsam erwacht auch der deutsche Bundesbürger aus seinem finanziellen Winterschlaf und ich hoffe, dass diese Krise nicht in Chaos und Krieg endet, sondern auch die Politiker unter Druck der Bürger sich für ein neues System einsetzen und man diese Krise auch als CHANCE erkennt, alte Fehler (wie z.B. die komplette Derugulierung des Finanzsystems) behebt und ein faireres System, das dem VOLKE dienlich ist, aufbaut.

    Denn wie sagte schon Prof. Hankel: "Selbst wenn man das Omulett falsch zubereitet, heisst das nicht, dass man es nicht wegschmeissen kann und ein neues brät.

    Grüsse ReVaaN

    Heinsohn und Steiger - Professoren der Uni Bremen -

    haben genau beschrieben wie das System funktioniert.

    Es muss gearbeitet werden, um die Schulden und die Kosten der Vorfinanzierung (Zins) bezahlen zu koennen.

    Das Sytem funktioniert, sofern die Schulden beglichen werden und nicht nur durch neue Schulden abgedeckt werden (Staatsschulden).

    Das ist doch nicht schwer zu verstehen...!?

    josefine

    Meint Ludwig Greven etwa den meisten Deutschen macht es Spass zu sinkenden Löhne bei immer mehr Arbeitsdruck zu arbeiten ? Denkt er den Deutschen siwaren befristete Zeitverträge zu Dumpinglöhnen lieber als ein sicherer, ruhiger Job in einem griechischen Staatsbetrieb, bei dem es Ostergeld und Prämien fürs Pümktlichksein gab ?

    Deutschland exportiert nur so viel, weil es ständig Privatisierungen, Flexibilisierungen und Dumpinglöhne gibt. Davon profitieren einige dt. Konzerne, aber ich kann es nicht mehr hören, wenn immer behauptet wird, alle Arbeitnehmer in Deutschland hätten auf Kosten des Südens vom Exportboom profitiert.

    Warum wurden denn die Hartz IV Reformen in D durchgeführt ? Weil es Dank des Euro einen Abfluss von Milliarden an Kapital in den EU Süden gab. Weil Deutschland als kranker Mann Europas beschimpft wurde und wir sogar in der offiziellen Statisik 5 Millionmen Arbeitslose hatten. Hat damals irgendjemand den Griechen oder Spaniern die Schuld für die Hartz IV Reformen gegeben ? Nein !!

    Deutschland blieb treu und brav größter EU Nettozahler während es von Politikern der neoliberalen Boomstaaten Belehrungen gab, wie Wirtschaft richtigzu laufen hat. Aber aus Solidarität auf einige EU Millionen verzichten, um Deutschland in seiner Krise als Zahler zu entlasten, wollte dann doch niemand.

    Freunde die nur zu einem halten, wenn man ihre Rechnungen begleichtund die einen für ihre eigenen Probleme beschuldigen, sind nicht die besten Freunde...

    Simplistisch, lässt Grundlegendes außer Acht, wahrscheinlich aus Wissensmangel. Es gibt mehr Geld, als von einer Zentralbank gedruckt, geprägt.

    • RD1
    • 10.02.2012 um 16:51 Uhr

    "für jeden kredit sind ZINSEN zu zahlen. diese allerdings hat niemand geschaffen. deshalb fehlen sie im system. in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden. dadurch kommt es zum exponentiellen wachstum der verschuldung, die aus rein mathematischen gründen im CRASH ENDEN MUSS."

    Schon mal was davon gehört, dass das Geld zirkuliert ?

    http://netwebber.wordpres...

    Bitte bitte unbedingt an der nächsten Uni einen Grundkurs in VWL belegen! Ganz wichtig.

    Das mit dem bösen Zinssystem ist der mit weitem Abstand größte Unfug und am weitesten verbreitete Unwahrheit aller Zeiten.

    Ich bin echt tolerant und lass den Grünen ihren Atomausstieg und den Linken ihre Reichensteuer und den Schwarzen ihre Kirchen usw...

    Aber diese Lügen und Märchen über die Geldschöpfung sind so dermaßen (hier beliebiges wort einfügen), dass ich net an mich halten kann.

    Geld verleihen ist genau wie zum Friseur gehen eine Dienstleistung. Eine Dienstleistung kostet Geld. Bei einem Friseur nennt sich das Entlohnung und bei Geld verleihen nennt man das Zinsen. Das ist aber beides exakt das Gleiche und ja Geldschöpfung entsteht durch Kredite, denn wenn das net so wäre gäbe es immer nur den Betrag X und wir hätten keine Möglichkeit irgendwie uns zu entwickeln, weil einfach alles zusammen brechen würde.

    Und Zinsen gabs auch im Sozialismus, in der DDR und im Alten Rom und bei den Chinesen, Brasilien, Kuba, Norwegen. Sind die Menschen die letzten 2000 Jahre dümmer gewesen als Sie und haben was übersehen?

    Also kurzer Überblick

    Zinssystem -> nicht böse
    aktuelle Marktregulation -> nicht gut

    Warum moderiert die Redaktion eigentlich alles weg, aber nicht diese Verschwörungstheorien? Dauernd les ich "Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen!" Ja bitte da ist doch eine.

    Dannke

    Das ist ja schon beeindruckend wie es Ihnen gelungen ist, die Sache mißzuverstehen. Besonders Pseudomormo hat mir gefallen.

    Natürlich sind Zinsen der "Preis" des Verleis, aber das widerspricht doch garnicht der Aussage die der Poster getroffen hat. Er hat lediglich gesagt, dass dieser Zinsanteil real nicht existiert. Die eigentlich Kreditsumme ist durch das gedeckt, was der Kreditnehmer irgendwann zurückzahlt, und den Zins muss er noch obendrauf legen - der aber eben keinen reelen Gegenwert hat - was dazu führt dass:

    a) Dem Kreislauf immer mehr Geld entzogen wird und bei den Banken landet, was geschieht
    b) Sich Schulden anhäufen die niemals gezahlt werden können, auch das geschieht

    Sie haben recht, Zinsgeldsysteme gab es in fast allen Wirtschaften. Allerdings gab es auch schon immer Verschuldungskrisen. Schon die alten Babylonier hatten Systeme dem entgegenzuwirken, gebräuchlich waren zum Beispiel ein Systemweiter Schuldenschnitt zum Todeszeitpunkt des Herrschers. Dies diente auch dazu, den politischen Einfluss der Verleiher einzudämmen und die Macht des Königs/Staates zu sichern.

    Heutzutage machen Staaten Währungsreformen oder machen es wie Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg, man lößt künstlich eine Hyperinflation aus und schaut wie sich die Kriegsanleihen in Luft auflösen (und macht dann die Währungsrefom). Ob das dumm ist? Ja natürlich, aber wenn man eben zu feige, unwissend oder ideologisch verblendet ist sich was bessseres Auszudenken, muss man es wohl so machen.

    "in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden".

    Wenn das die griechische Ökonomie sein soll, darf kein einziger Cent mehr in diesen Schwachsinn fließen

    gerne höre ich mir andere meinungen an, ich diskutiere auch jederzeit und ich gehe keinem streit aus dem wege.

    wenn man die auffassung des gegenüber jedoch mit

    unsinn, lügen, märchen, verschwörungstheorie (mag ich ganz besonders!) und blödsinn brandmarkt, dann schweige ich. ich bekomme immer kopfschmerzen, wenn ich versuche, mich auf ein solches niveau herabzudenken.

    ich wünsche allen ein niveauvolles wochenende!

    Sehr geehrter RoyBlackRock,

    niemand hat die Absicht eine Diskussion unter gewissen gesellschaftlichen Normen der Debatte zu führen.

    Mein Kritikpunkt und der war, abgesehen von meiner ersten entnervten Reaktion, sachlich und nachvollziehbar, dass sie Thesen vertreten, die von der überwältigenden Mehrheit der Ökonomen nicht bestätigt wird. Es handelt sich hier nicht um neoliberale Kapitalisten, sondern alle Wirtschaftsordnungen dieser Welt beruhen auf dem gleichen System, die Ökonomen und sonstige "Experten" stammen aus diversen Gesellschaftsschichten und haben unterschiedliche Auffassungen über Politik und Eigentumsverteilung.

    Was mich an Ihrer These so enorm stört, ist dass nahezu alle Theorien die in diese Richtung gehen von so genannten Experten kreiert wurden, die Tendenz zum Links- oder Rechtsextremismus vorweisen und/oder antisemitisch sind. Genau wie bei der Leugnung des Holocausts, der nicht stattgefunden Mondlandung oder dem CIA-Mord an Kennedy, handelt es sich um dubiose Verschwörungstheorien, die vielfältig widerlegt wurden.

    Die Tatsache, dass sie nun alle anderen Teilnehmer als niveaulos diskreditieren und auch auf meinen Verweis zu dem von Ihnen genannten Autor nicht geantwortet haben bedeutet nach dem alten Sprichwort "ein getroffener Hund bellt", dass sie im Unrecht sind.

    Bilden Sie sich in dem Thema weiter (kann man nie genug) und hören Sie nicht auf Demagogen. Das Thema ist zu wichtig für populistische Hetze und Unsachlichkeit.

    Ein schönes Wochenende

    • ReVaaN
    • 10.02.2012 um 15:37 Uhr

    Danke für diese Erklärung über die Entstehung des Geldes. Ich kann sie zwar selbst nicht mehr lesen, weil ich persönlich mir über fast nichts anderes mehr Gedanken mache, aber anscheinend ist dieses perfide Geldsystem immer noch nicht bei der Masse an Bürgern angekommen. Sonst würden wir längst andere Verhältnisse auf den Strassen haben und die momentanen Ausschreitungen in Griechenland sind Sandkastenspiele dagegen.

    Das Problem ist einfach, das die Politiker Politik für die Banken machen. Sehr einfach und deutlich hat das damals Dirk Müller bei Anne Will erklärt und den FDP-Politiker Otto Fricke herrlich zur Sau gemacht. Grandiose Folge:
    http://www.youtube.com/wa...

    Langsam erwacht auch der deutsche Bundesbürger aus seinem finanziellen Winterschlaf und ich hoffe, dass diese Krise nicht in Chaos und Krieg endet, sondern auch die Politiker unter Druck der Bürger sich für ein neues System einsetzen und man diese Krise auch als CHANCE erkennt, alte Fehler (wie z.B. die komplette Derugulierung des Finanzsystems) behebt und ein faireres System, das dem VOLKE dienlich ist, aufbaut.

    Denn wie sagte schon Prof. Hankel: "Selbst wenn man das Omulett falsch zubereitet, heisst das nicht, dass man es nicht wegschmeissen kann und ein neues brät.

    Grüsse ReVaaN

    Heinsohn und Steiger - Professoren der Uni Bremen -

    haben genau beschrieben wie das System funktioniert.

    Es muss gearbeitet werden, um die Schulden und die Kosten der Vorfinanzierung (Zins) bezahlen zu koennen.

    Das Sytem funktioniert, sofern die Schulden beglichen werden und nicht nur durch neue Schulden abgedeckt werden (Staatsschulden).

    Das ist doch nicht schwer zu verstehen...!?

    josefine

    Meint Ludwig Greven etwa den meisten Deutschen macht es Spass zu sinkenden Löhne bei immer mehr Arbeitsdruck zu arbeiten ? Denkt er den Deutschen siwaren befristete Zeitverträge zu Dumpinglöhnen lieber als ein sicherer, ruhiger Job in einem griechischen Staatsbetrieb, bei dem es Ostergeld und Prämien fürs Pümktlichksein gab ?

    Deutschland exportiert nur so viel, weil es ständig Privatisierungen, Flexibilisierungen und Dumpinglöhne gibt. Davon profitieren einige dt. Konzerne, aber ich kann es nicht mehr hören, wenn immer behauptet wird, alle Arbeitnehmer in Deutschland hätten auf Kosten des Südens vom Exportboom profitiert.

    Warum wurden denn die Hartz IV Reformen in D durchgeführt ? Weil es Dank des Euro einen Abfluss von Milliarden an Kapital in den EU Süden gab. Weil Deutschland als kranker Mann Europas beschimpft wurde und wir sogar in der offiziellen Statisik 5 Millionmen Arbeitslose hatten. Hat damals irgendjemand den Griechen oder Spaniern die Schuld für die Hartz IV Reformen gegeben ? Nein !!

    Deutschland blieb treu und brav größter EU Nettozahler während es von Politikern der neoliberalen Boomstaaten Belehrungen gab, wie Wirtschaft richtigzu laufen hat. Aber aus Solidarität auf einige EU Millionen verzichten, um Deutschland in seiner Krise als Zahler zu entlasten, wollte dann doch niemand.

    Freunde die nur zu einem halten, wenn man ihre Rechnungen begleichtund die einen für ihre eigenen Probleme beschuldigen, sind nicht die besten Freunde...

    Simplistisch, lässt Grundlegendes außer Acht, wahrscheinlich aus Wissensmangel. Es gibt mehr Geld, als von einer Zentralbank gedruckt, geprägt.

    • RD1
    • 10.02.2012 um 16:51 Uhr

    "für jeden kredit sind ZINSEN zu zahlen. diese allerdings hat niemand geschaffen. deshalb fehlen sie im system. in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden. dadurch kommt es zum exponentiellen wachstum der verschuldung, die aus rein mathematischen gründen im CRASH ENDEN MUSS."

    Schon mal was davon gehört, dass das Geld zirkuliert ?

    http://netwebber.wordpres...

    Bitte bitte unbedingt an der nächsten Uni einen Grundkurs in VWL belegen! Ganz wichtig.

    Das mit dem bösen Zinssystem ist der mit weitem Abstand größte Unfug und am weitesten verbreitete Unwahrheit aller Zeiten.

    Ich bin echt tolerant und lass den Grünen ihren Atomausstieg und den Linken ihre Reichensteuer und den Schwarzen ihre Kirchen usw...

    Aber diese Lügen und Märchen über die Geldschöpfung sind so dermaßen (hier beliebiges wort einfügen), dass ich net an mich halten kann.

    Geld verleihen ist genau wie zum Friseur gehen eine Dienstleistung. Eine Dienstleistung kostet Geld. Bei einem Friseur nennt sich das Entlohnung und bei Geld verleihen nennt man das Zinsen. Das ist aber beides exakt das Gleiche und ja Geldschöpfung entsteht durch Kredite, denn wenn das net so wäre gäbe es immer nur den Betrag X und wir hätten keine Möglichkeit irgendwie uns zu entwickeln, weil einfach alles zusammen brechen würde.

    Und Zinsen gabs auch im Sozialismus, in der DDR und im Alten Rom und bei den Chinesen, Brasilien, Kuba, Norwegen. Sind die Menschen die letzten 2000 Jahre dümmer gewesen als Sie und haben was übersehen?

    Also kurzer Überblick

    Zinssystem -> nicht böse
    aktuelle Marktregulation -> nicht gut

    Warum moderiert die Redaktion eigentlich alles weg, aber nicht diese Verschwörungstheorien? Dauernd les ich "Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen!" Ja bitte da ist doch eine.

    Dannke

    Das ist ja schon beeindruckend wie es Ihnen gelungen ist, die Sache mißzuverstehen. Besonders Pseudomormo hat mir gefallen.

    Natürlich sind Zinsen der "Preis" des Verleis, aber das widerspricht doch garnicht der Aussage die der Poster getroffen hat. Er hat lediglich gesagt, dass dieser Zinsanteil real nicht existiert. Die eigentlich Kreditsumme ist durch das gedeckt, was der Kreditnehmer irgendwann zurückzahlt, und den Zins muss er noch obendrauf legen - der aber eben keinen reelen Gegenwert hat - was dazu führt dass:

    a) Dem Kreislauf immer mehr Geld entzogen wird und bei den Banken landet, was geschieht
    b) Sich Schulden anhäufen die niemals gezahlt werden können, auch das geschieht

    Sie haben recht, Zinsgeldsysteme gab es in fast allen Wirtschaften. Allerdings gab es auch schon immer Verschuldungskrisen. Schon die alten Babylonier hatten Systeme dem entgegenzuwirken, gebräuchlich waren zum Beispiel ein Systemweiter Schuldenschnitt zum Todeszeitpunkt des Herrschers. Dies diente auch dazu, den politischen Einfluss der Verleiher einzudämmen und die Macht des Königs/Staates zu sichern.

    Heutzutage machen Staaten Währungsreformen oder machen es wie Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg, man lößt künstlich eine Hyperinflation aus und schaut wie sich die Kriegsanleihen in Luft auflösen (und macht dann die Währungsrefom). Ob das dumm ist? Ja natürlich, aber wenn man eben zu feige, unwissend oder ideologisch verblendet ist sich was bessseres Auszudenken, muss man es wohl so machen.

    "in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden".

    Wenn das die griechische Ökonomie sein soll, darf kein einziger Cent mehr in diesen Schwachsinn fließen

    gerne höre ich mir andere meinungen an, ich diskutiere auch jederzeit und ich gehe keinem streit aus dem wege.

    wenn man die auffassung des gegenüber jedoch mit

    unsinn, lügen, märchen, verschwörungstheorie (mag ich ganz besonders!) und blödsinn brandmarkt, dann schweige ich. ich bekomme immer kopfschmerzen, wenn ich versuche, mich auf ein solches niveau herabzudenken.

    ich wünsche allen ein niveauvolles wochenende!

    Sehr geehrter RoyBlackRock,

    niemand hat die Absicht eine Diskussion unter gewissen gesellschaftlichen Normen der Debatte zu führen.

    Mein Kritikpunkt und der war, abgesehen von meiner ersten entnervten Reaktion, sachlich und nachvollziehbar, dass sie Thesen vertreten, die von der überwältigenden Mehrheit der Ökonomen nicht bestätigt wird. Es handelt sich hier nicht um neoliberale Kapitalisten, sondern alle Wirtschaftsordnungen dieser Welt beruhen auf dem gleichen System, die Ökonomen und sonstige "Experten" stammen aus diversen Gesellschaftsschichten und haben unterschiedliche Auffassungen über Politik und Eigentumsverteilung.

    Was mich an Ihrer These so enorm stört, ist dass nahezu alle Theorien die in diese Richtung gehen von so genannten Experten kreiert wurden, die Tendenz zum Links- oder Rechtsextremismus vorweisen und/oder antisemitisch sind. Genau wie bei der Leugnung des Holocausts, der nicht stattgefunden Mondlandung oder dem CIA-Mord an Kennedy, handelt es sich um dubiose Verschwörungstheorien, die vielfältig widerlegt wurden.

    Die Tatsache, dass sie nun alle anderen Teilnehmer als niveaulos diskreditieren und auch auf meinen Verweis zu dem von Ihnen genannten Autor nicht geantwortet haben bedeutet nach dem alten Sprichwort "ein getroffener Hund bellt", dass sie im Unrecht sind.

    Bilden Sie sich in dem Thema weiter (kann man nie genug) und hören Sie nicht auf Demagogen. Das Thema ist zu wichtig für populistische Hetze und Unsachlichkeit.

    Ein schönes Wochenende

    • H.D.
    • 10.02.2012 um 13:52 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Pauschalurteile. Danke, die Redaktion/lv

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ....allerdings bräuchten sie dazu zunächst mal ein Geschäftsmodell, zumindest im Kopf. Und da fehlt es, neben dem Gemeinsinn, gewaltig.
    In der jetzigen Situation würden die Gelder, wie die seit Jahrzehnten gezahlten Milliarden EU-Subventionen,verpulvert oder in dunklen Kanälen versickern und auf Schweizer Konten wieder auftauchen.
    Dort sollen ja angeblich bereits mehrere 100 MRD Griechengelder deponiert sein.
    Also selbst von der EU finanzierte Aufbaupramme sind keine gute Idee im Fall Griechenland.
    Die Unterstützung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, zum Beispiel durch den Marshall-Plan, ist leider kein Beispiel für die Griechen. Deutschland lag zwar in Trümmern, die Deutschen hatten aber den unbedingten Willen zum Wiederaufbau und nicht nur ein Geschäftsmodell zu wirtschaftlichem Erfolg in petto.

    ....allerdings bräuchten sie dazu zunächst mal ein Geschäftsmodell, zumindest im Kopf. Und da fehlt es, neben dem Gemeinsinn, gewaltig.
    In der jetzigen Situation würden die Gelder, wie die seit Jahrzehnten gezahlten Milliarden EU-Subventionen,verpulvert oder in dunklen Kanälen versickern und auf Schweizer Konten wieder auftauchen.
    Dort sollen ja angeblich bereits mehrere 100 MRD Griechengelder deponiert sein.
    Also selbst von der EU finanzierte Aufbaupramme sind keine gute Idee im Fall Griechenland.
    Die Unterstützung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, zum Beispiel durch den Marshall-Plan, ist leider kein Beispiel für die Griechen. Deutschland lag zwar in Trümmern, die Deutschen hatten aber den unbedingten Willen zum Wiederaufbau und nicht nur ein Geschäftsmodell zu wirtschaftlichem Erfolg in petto.

  3. Griechenland ist pleite. Wer anderes glaubt, macht sich etwas vor. Einen Schuldenschnitt wird es ohnehin geben, auch wenn manche meinen, wir könnten das Land "retten".

    Einem "Aufbauprogramm" fehlen die wichtigsten Voraussetzungen: eine wirtschaftliche Struktur, in die man investieren könnte und eine Bürokratie, die das Geld verteilt und seine Verwendung kontrolliert.

    Griechenland hat von der EU in den letzten zwei Jahrzehnten um die 100 Mrd. Euro erhalten. Was ist mit dem Geld passiert? Wie stellt man sicher, daß erneute Zahlungen nicht denselben Weg gehen? Hier liegt der größe Unterschied zum Marshall-Plan: er unterstützte vom Krieg zertrümmerte Länder, die eine wirtschaftliche und technologische Basis besaßen. Neue Industrien nur mit Geld zu schaffen, ging stets schief.

    Deshalb: Laßt die Griechen in Ruhe. Laßt sie pleite gehen und versucht ihnen dann beim Neustart zu helfen. Mit einer eigenen Währung, die das Land nicht überfordert und die es abwerten kann, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Denn die hat es durch eigene Mißwirtschaft verloren, verstärkt durch den Euro, der das Land gegenüber den starken Ökonomien schwächt.

    Wie lange soll Griechenland gestützt werden bzw. von "Aufbauprogrammen" leben? Anscheinend solange, bis die halbwegs gesunden Staaten selbst Probleme bekommen...

    31 Leserempfehlungen
  4. Entfernt. Verzichten Sie bitte auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/lv

    13 Leserempfehlungen
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    dabei sollten Sie sich schämen!

    Und äußerst erschreckend.

    • ludna
    • 10.02.2012 um 16:50 Uhr

    keine deutschen Produkte mehr kaufen, wird vielleicht auch Ihr Arbeitsplatz verloren gehen. Es sei denn, sie sind Beamter (wahrscheinlich).

    P.S. bitte keine Argumente dass Griechenland nicht so viel kauft, Portugal, Spanien, Italien (und Frankreich) sind als Nächstes dran.

    • xpeten
    • 10.02.2012 um 17:41 Uhr

    ich habe nicht davon gehört, dass sich Griechen und andere europäische Völker in solch einer dummdreistpeinlichen Weise über Deutschland geäußert hätten, als es Milliardenhilfen aus dem Ausland erhielt.

    Das kann ich Ihnen sagen. Weil es ein Teil Europas ist, und zwar nicht nur wegen seines kulturellen Erbes. Weil Europa eine Bedeutung über das Beschaffen von Geld für Banken und Hedgefonds und Spekulanten hinaus haben sollte. Weil Europa als eine Familie der Werte gesehen werden sollte und es auch im Interesse Deutschlands und vor allem der weniger privilegierten Schichten der deutschen Gesellschaft ist, wenn diese europäischen Werte nicht auf dem Altar des hemmungslosen Gewinns geopfert werden. Europa muss endlich zu sich selbst zurückfinden und auch Merkozy sollten nicht nur dafür Sorge tragen das sie wiedergewählt werden und das die Banken ihren Gewinn machen.

    dabei sollten Sie sich schämen!

    Und äußerst erschreckend.

    • ludna
    • 10.02.2012 um 16:50 Uhr

    keine deutschen Produkte mehr kaufen, wird vielleicht auch Ihr Arbeitsplatz verloren gehen. Es sei denn, sie sind Beamter (wahrscheinlich).

    P.S. bitte keine Argumente dass Griechenland nicht so viel kauft, Portugal, Spanien, Italien (und Frankreich) sind als Nächstes dran.

    • xpeten
    • 10.02.2012 um 17:41 Uhr

    ich habe nicht davon gehört, dass sich Griechen und andere europäische Völker in solch einer dummdreistpeinlichen Weise über Deutschland geäußert hätten, als es Milliardenhilfen aus dem Ausland erhielt.

    Das kann ich Ihnen sagen. Weil es ein Teil Europas ist, und zwar nicht nur wegen seines kulturellen Erbes. Weil Europa eine Bedeutung über das Beschaffen von Geld für Banken und Hedgefonds und Spekulanten hinaus haben sollte. Weil Europa als eine Familie der Werte gesehen werden sollte und es auch im Interesse Deutschlands und vor allem der weniger privilegierten Schichten der deutschen Gesellschaft ist, wenn diese europäischen Werte nicht auf dem Altar des hemmungslosen Gewinns geopfert werden. Europa muss endlich zu sich selbst zurückfinden und auch Merkozy sollten nicht nur dafür Sorge tragen das sie wiedergewählt werden und das die Banken ihren Gewinn machen.

  5. Das könnte den "Rettern" jetzt so passen! Das Land wurde solange künstlich zahlungsfähig gehalten und der letzte Groschen herausgepresst, bis die Banken und Versicherungen ihre Schäflein halbwegs im Trockenen hatten - jetzt soll es pleite gehen dürfen, nachdem es ruiniert worden ist. Tolle Strategie....und so menschenfreundlich!
    Man muss dem Autor des Artikels zwar zu Gute halten, dass er nicht ins neoliberale Horn des medialen Mainstream posaunt, aber das alleine macht keinen hungernden Griechen satt.
    Die seit 2010 dauernde Farce, der Verrat der griechischen Politiker am eigenen Volk, die Desinformation und Meinungsmache gegen Griechenland, all das darf nicht ungesühnt bleiben. Es sind dies gleich mehrere Menetekel des immer eklatanter hervortretenden Primats der wirtschaftlichen Interessen über die politischen Notwendigkeiten.
    Mit einem harten Reset ist es da nicht mehr getan. Die Menschen - gerade auch in Deutschland - müssen begreifen, dass sie in einem Rennen gegen sich selbst und ihre Mitmenschen stehen. Einem Rennen, welches nur die allerwenigsten gewinnen, einige nicht verlieren, die allermeisten aber schon von vorne herein verloren haben.

    So leicht dürfen die Verursacher dieser Misere nicht davonkommen: es muss nun endlich ein vernünftiges Geldsystem eingeführt werden, mehr direkte Demokratie und Medien, die analytisch informieren statt wirtschaftlichen Belangen verpflichtet zu sein etabliert werden.

    Noch hat der schnöde Mammon nicht triumphiert. Noch nicht!

    23 Leserempfehlungen
  6. ...des vollständigen Schuldenschnittes?
    Wer zahlt?
    Wie wird das finanziert?

    Oooops, schon ist die Luft raus aus dem schönen Ballon. Wenn es pathetisch wird, Vorsicht vor Stümpern!

    Grüße

    2 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Griechenland hat schon 100 Milliarden an Hilfskrediten von der EU erhalten, die EZB hält 55 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. Weitere 130 Mrd. Euro sollen nächste Woche fließen, wenn die EU-Finanzminister zustimmen und nicht vorher die Übergangsregierung in Athen zerbricht, also die Geschäftsgrundlage in Form des geplanten neuen Sparprogramms entfällt. Macht zusammen fast 300 Milliarden Euro. Und das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange.

    Die gesamte Staatsverschuldung Griechenlands beträgt aber "nur" 300 Milliarden Euro. Was also kommt billiger: Weitere Hilfspakete? Oder ein totaler Schuldenschnitt? Die deutschen Banken jedenfalls haben ihre GR-Anleihen schon großteils abgeschrieben. Auch die deutschen Steuerzahler müssten bei einem Schuldenverzicht daher also nicht mehr, sondern wahrscheinlich weit weniger zahlen.

    Ohne einen solchen Neuanfang wird Griechenland ohnehin keine Chance haben, jemals wieder auf die Beine zu kommen. Geschweige denn, Kredite zurück zu zahlen. Und neues Geld bekommt das Land auf den Finanzmärkten nicht mehr.

    Das Problem ist nur die befürchtete Ansteckungswirkung auf andere Krisenländer wie Portugal, die dann womöglich ebenfalls keine Kredite mehr bekämen. Aber das ist ja nicht das Problem der Griechen!

    Gerade in solchen Krisen sollte man halt einen kühlen Kopf bewahren.

    Redaktion

    Griechenland hat schon 100 Milliarden an Hilfskrediten von der EU erhalten, die EZB hält 55 Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. Weitere 130 Mrd. Euro sollen nächste Woche fließen, wenn die EU-Finanzminister zustimmen und nicht vorher die Übergangsregierung in Athen zerbricht, also die Geschäftsgrundlage in Form des geplanten neuen Sparprogramms entfällt. Macht zusammen fast 300 Milliarden Euro. Und das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange.

    Die gesamte Staatsverschuldung Griechenlands beträgt aber "nur" 300 Milliarden Euro. Was also kommt billiger: Weitere Hilfspakete? Oder ein totaler Schuldenschnitt? Die deutschen Banken jedenfalls haben ihre GR-Anleihen schon großteils abgeschrieben. Auch die deutschen Steuerzahler müssten bei einem Schuldenverzicht daher also nicht mehr, sondern wahrscheinlich weit weniger zahlen.

    Ohne einen solchen Neuanfang wird Griechenland ohnehin keine Chance haben, jemals wieder auf die Beine zu kommen. Geschweige denn, Kredite zurück zu zahlen. Und neues Geld bekommt das Land auf den Finanzmärkten nicht mehr.

    Das Problem ist nur die befürchtete Ansteckungswirkung auf andere Krisenländer wie Portugal, die dann womöglich ebenfalls keine Kredite mehr bekämen. Aber das ist ja nicht das Problem der Griechen!

    Gerade in solchen Krisen sollte man halt einen kühlen Kopf bewahren.

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