Schuldenkrise: Lasst die Griechen in Ruhe!
Das EU-Spardiktat treibt Griechenland in den Untergang. Statt brutaler Kürzungen braucht das Land ein Aufbauprogramm – auch in deutschem Interesse.
Nachrichten aus einem geteilten Europa: Deutschland steigert die Ausfuhren erstmals auf eine Billion Euro. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen wachsen, die Arbeitslosigkeit sinkt, die IG Metall fordert wegen der guten Ertragslage der Unternehmen Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent. Deutschland: eine Insel der Seeligen.
Griechenland dagegen: ein Land am Abgrund und in Aufruhr. Die Übergangsregierung beschließt, unter dem Druck der Troika aus EU, EZB und IWF, ein neues drastisches Sparpaket. Die Löhne sollen um 20 bis 30 Prozent sinken. Im öffentlichen Dienst werden bis 2015 150.000 Menschen entlassen. Die Wirtschaft schrumpft, in diesem Jahr vielleicht sogar um mehr als acht Prozent. Das Land steht unverändert vor dem Bankrott.
Das zweite Hilfspaket der EU mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro wird dennoch zurückgehalten. Die Euro-Finanzminister zweifeln daran, dass die Regierung Papademos und die sie tragenden Parteien die angekündigten Sparmaßnahmen tatsächlich umsetzen werden. Zu Recht. Denn die bereits beschlossenen Einschnitte gehen nicht auf. Weil sie die Probleme nur verschärfen. Und weil der Widerstand der Griechen gegen das Verarmungsprogramm und die Entmündigung ihres Landes verständlicherweise groß ist.
Ist das die Perspektive eines geeinten Europas? Ein Ursprungsland der abendländischen Kultur und Demokratie, das faktisch zum Brüsseler Protektorat wird – ohne Hoffnung auf Besserung. Ein Kontinent, der sich immer tiefer spaltet in einen wohlhabenden Norden und einen Not leidenden Süden, wo Menschen kaum mehr wissen, wie sie ihr tägliches Brot bezahlen sollen. Während in Deutschland die Regierungskoalition ernsthaft daran denkt, mitten in der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten die Steuern zu senken.
- Mai 2013
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© Aris Messinis/AFP/Getty ImagesEuropa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.
- 28. April 2013
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© John Kolesidis/ReutersUm sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.
- April 2013
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© Jessica Rinaldi/ReutersDie wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.
- 14. April 2013
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© Carsten Koall/Getty ImagesDer konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.
- März 2013
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© Andreas Manolis/ReutersZypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.
- Januar 2013
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© Oli Scarff/Getty ImagesIn Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.
- November 2012
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© Yves Herman/ReutersDie Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.
- Oktober 2012
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© Nicolas Armer/dpaDer Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.
- September 2012
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© Johannes Eisele/AFP/Getty ImagesEZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.
- 29. Juni 2012
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© Thierry Charlier/AFP/Getty ImagesIn Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.
- 25. Mai 2012
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bankia
© Getty ImagesEine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.
- 6. Mai 2012
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hollande
© Getty ImagesFrankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.
- 6. Mai 2012
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griechenland opposition
© Getty ImagesDie Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.
- 8. März 2012
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Griechenland
© Oli Scarff/Getty ImagesDie griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.
- 21. Februar 2012
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Venizelos und Juncker
© Yves Herman/ReutersDie EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.
- 31. Januar 2012
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Evangelos Venizelos
© Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.
- 13. Januar 2012
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fillon-frankreich-rating
© Getty ImagesDie Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.
- Mitte November 2011
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Mario Monti
© Filippo Monteforte/AFP/Getty ImagesNach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.
- Anfang November 2011
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Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou
© Orestis Panagiotou/EPA/dpaAm 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
- Oktober 2011
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© Odd Andersen/AFP/Getty ImagesAm 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.
- 29. September 2011
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© Sean Gallup/AFP/Getty ImagesDer Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.
- 7. September 2011
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Bundesverfassungsgericht
© Ralph Orlowski/Getty ImagesErneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.
- August/September 2011
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Banken Frankfurt
© Alex Grimm/Getty ImagesDie europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.
- 31. August 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDas Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.
- August 2011
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© David Ramos/Getty ImagesDie Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.
- 8. August 2011
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© Daniel Roland/AFPDie Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.
- 21. Juli 2011
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© Ralph Orlowski/Getty ImagesDie Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.
- Juli 2011
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© Vincenzo Pinto/AFPDie Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."
- 7. April 2011
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© Patrick Pleul/dpaAuch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.
- April 2011
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© Wolfgang Kumm/dpaInnerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."
- 11. März 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.
- 16. Dezember 2010 /25. Januar 2011
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.
- 28. November 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.
- 21. November 2010
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© David Cannon/Getty ImagesIrland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
- 30. September 2010
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© Bernd Thissen/dpaDie Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.
- 7. Juni 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.
- 10. Mai 2010
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.
- 2. Mai 2010
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© Jean-Christophe Verhaegen/AFPDie EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).
- 11. Februar 2010
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© John Thys/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.
- 16. Dezember 2009
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© Justin Lane/dpaAls erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.
- Oktober 2009
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© Vladimir Rys/Getty ImagesDie griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
Doch was auf dem übrigen Kontinent um uns herum geschieht, kann uns nicht egal sein. Nicht allein deshalb, weil es eine gefährliche politische Radikalisierung und Renationalisierung schürt, wie sich schon bei der bevorstehenden Neuwahl in Griechenland zeigen wird.
Sorgen sollten wir uns auch, weil diese verhängnisvolle, von der deutschen Regierung wesentlich vorangetriebene Entwicklung unser eigenes Erfolgsmodell gefährdet: Deutschlands Wirtschaft boomt nur deshalb, weil unsere Unternehmen Geschäfte und Gewinne auf Kosten der schwächeren Länder machen. Weil dort die Löhne im Verhältnis zu der weit schwächeren Produktivität (noch) zu hoch sind, während gleichzeitig aufgrund des gewaltigen Spardrucks die Inlandsnachfrage schrumpft. Wohingegen hierzulande jahrelang maßvolle Tariferhöhungen und die rot-grünen Arbeitsmarktreformen die heimische Wirtschaft so wettbewerbsfähig gemacht haben, dass sie die anderer EU-Länder wie selbst Frankreichs zu erdrücken droht.
Wer aber soll dann in Zukunft noch die deutschen Waren kaufen? Brauchen wir die Krisenstaaten nicht mehr, weil sie nur unser gutes Geld kosten?




Artikel schreiben.
Zitat: "Deutschlands Wirtschaft boomt nur deshalb, weil unsere Unternehmen Geschäfte und Gewinne auf Kosten der schwächeren Länder machen."
Man merkt, das der Autor eine recht seltsame Vorstellung von Wirtschaft hat. Der Kauf eines Produktes ist glücklicherweise meist eine freie Auswahl des Käufers unter mehreren Anbietern. Kommt es zum Abschluss, haben i.a. Käufer und Verkäufer etwas davon: eine Win-Win Situation. Das Problem in Griechenland ist doch nicht die deutsche Wettbewerbsfähigkeit. Ein griechischer Autokäufer hat die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern und entscheidet sich je nach Geschmack und Geldbeutel zwischen A wie Audi und S wie Suzuki.
Allerdings sind da keine griechischen Anbieter dabei, womit wir uns langsam dem Kern des Problems nähern. Im globalen Warenaustausch hat Griechenland leider nicht so viel anzubieten. Trotzdem war der Geldbeutel durch billige Kredite (seien es Staatsanleihen oder Target2 Defizite) lange gefüllt. Nun stößt dieses System an seine Grenzen.
... hat man überhaupt die EU so stark aufgebläht? Ich begreife bis heute nicht, wie man auf die Idee einer Währungsunion mit wirtschaftlich und fiskalpolitisch völlig ungleichen Ländern kommen konnte und kann.
... hat man überhaupt die EU so stark aufgebläht? Ich begreife bis heute nicht, wie man auf die Idee einer Währungsunion mit wirtschaftlich und fiskalpolitisch völlig ungleichen Ländern kommen konnte und kann.
Bitte verzichten Sie auf haltlose Theorien und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/fk.
von der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
Bedenkt man, dass Deutschland den Krieg begonnen hat (mit den merkwürdigen Bundesgenossen UdSSR und Italien), und in Europa eine nie zuvor dagewesene Katastrophe angerichtet hat, war bereits die Gewährung eines Kredits zur Unterstützung des Wiederaufbaus ein bemerkenswerter Akt der Großzügigkeit.
Die anderen Länder (außer dem Sonderfall Italien ...) bekamen die Hilfe ja als Opfer der deutschen Aggression - das war naturgemäß etwas völlig anderes.
Mir geht es nur darum, dass Westdeutschland keineswegs von den Nachbarländern etwas geschenkt bekommen hat, sondern dass die Nachbarn noch mehr vom Marshalplan profitiert haben. So dass ein scheeler, vorwurfsvoller Hinweis auf das "Wirtschaftswunder" einfach unberechtigt ist.
Natürlich war die amerikanische Finanzhilfe angesichts des Kalten Krieges keineswegs uninteressiert. Geholfen hat sie trotzdem, und dafür können wir ruhig dankbar sein.
von der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
Bedenkt man, dass Deutschland den Krieg begonnen hat (mit den merkwürdigen Bundesgenossen UdSSR und Italien), und in Europa eine nie zuvor dagewesene Katastrophe angerichtet hat, war bereits die Gewährung eines Kredits zur Unterstützung des Wiederaufbaus ein bemerkenswerter Akt der Großzügigkeit.
Die anderen Länder (außer dem Sonderfall Italien ...) bekamen die Hilfe ja als Opfer der deutschen Aggression - das war naturgemäß etwas völlig anderes.
Mir geht es nur darum, dass Westdeutschland keineswegs von den Nachbarländern etwas geschenkt bekommen hat, sondern dass die Nachbarn noch mehr vom Marshalplan profitiert haben. So dass ein scheeler, vorwurfsvoller Hinweis auf das "Wirtschaftswunder" einfach unberechtigt ist.
Natürlich war die amerikanische Finanzhilfe angesichts des Kalten Krieges keineswegs uninteressiert. Geholfen hat sie trotzdem, und dafür können wir ruhig dankbar sein.
stattdessen beziehen Sie sich auf jetzt und verallgemeinern dies zu einem generellen Verhältnis.
Die ersten bösen Töne sind übrigens von hier aus in Richtung Athen gegangen, oder havben Sie die Nummer mit den "faulen Griechen" usw. vergessen?
Das, was Sie da anführen, sind RE-Aktionen, dumpf und peinlich, unsachlich und voller Verzweiflung ob der eigenen Lage. Von der Sie offenbar keine Notiz nehmen wollen.
Im Gegenteil - jetzt kommt die leere Gutmensch-Keule herbei geeilt... und man merkt, aus welcher Ecke da derart (!) flach sinniert wird.
Gerade in solchen Krisen sollte man halt einen kühlen Kopf bewahren.
Sorry, aber warum soll man Griechenland in Ruhe lassen?
Ist es nicht vilemehr so, dass sich in GR erst aufgrund des massiven Drucks von aussen(!) überhaupt irgendwas bewegt hat?
Wie schon ein Vorkommentator geschrieben hat, lies man in GR in den letzten Jahrzehnten die Industrie systematisch verrotten. Damit hat GR einen Kamikazekurs eingeschlagen, mit dem es sich - wie man nun sieht - in die vollständige Abhägigkeit der Gläubiger begeben hat.
Nein, GR wird nicht von aussen durch überzogene Forderungen ruiniert. GR hat sich durch seine überzogenen Erwartungen an die europäischen Geldgeber ruiniert.
Und ja, es herrschte eine unselige Haltung bei vielen Griechen: Brüssel wird's schon zahlen. Die EU wurde als riesiger Selstbedienungsladen betrachtet, von wo aus regelmässig Geld kam (600E pro Kopf lt. griechischer Statistik, selber googeln).
Und es wurde verlebt anstatt es in Infrastruktur zu investieren (bis auf ein paar Bauprojekte).
Und zu allem Überfluss wurde ich dort auch noch ausgelacht, weil "die Deutschen" ja immer nur arbeiten und sparen im Kopf hatten anstatt zu leben.
Nein, der Zorn in GR beruht mMn einfach auf der Erkenntnis, dass die ausgelachten Deutschen wohl doch Recht hatten mit ihrem materiellen Pramatismus.
Dass jetzt bittere Krokodilstränen vergossen werden und die Gläubiger für die Schulden verantwortlich gemacht werden ist bigott aber ein Trend, den man ja auch hierzulande beobachten kann.
So liebe Griechen, ihr wollt Kohle? Dann mal kleinlaut!
von der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
Bedenkt man, dass Deutschland den Krieg begonnen hat (mit den merkwürdigen Bundesgenossen UdSSR und Italien), und in Europa eine nie zuvor dagewesene Katastrophe angerichtet hat, war bereits die Gewährung eines Kredits zur Unterstützung des Wiederaufbaus ein bemerkenswerter Akt der Großzügigkeit.
Die anderen Länder (außer dem Sonderfall Italien ...) bekamen die Hilfe ja als Opfer der deutschen Aggression - das war naturgemäß etwas völlig anderes.
Mir geht es nur darum, dass Westdeutschland keineswegs von den Nachbarländern etwas geschenkt bekommen hat, sondern dass die Nachbarn noch mehr vom Marshalplan profitiert haben. So dass ein scheeler, vorwurfsvoller Hinweis auf das "Wirtschaftswunder" einfach unberechtigt ist.
Natürlich war die amerikanische Finanzhilfe angesichts des Kalten Krieges keineswegs uninteressiert. Geholfen hat sie trotzdem, und dafür können wir ruhig dankbar sein.
"in der gesamtheit können die zinsen daher nur über NEUE KREDITE beglichen werden".
Wenn das die griechische Ökonomie sein soll, darf kein einziger Cent mehr in diesen Schwachsinn fließen
Noch so ein paar "sozialistische" Einfälle in der EU, und ganz Europa geht kaputt.
Natürlich sind es nicht die Mindestlöhne allein, überzogene Staatsgehälter, Pensionen usw. kommen hinzu. Aber wenn man mit Mindestlöhnen die mittelständische Wirtschaft ruiniert (Griechenland hat kaum mehr), dann kann die Wirtschaft allenfalls nur noch mit Steuergeldern, überwiegend aus Deutschland, aufrechterhalten werden.
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