Ein Ende der tiefen Rezession in Griechenland rückt in weite Ferne. Die Wirtschaftsleistung des hoch verschuldeten Euro-Landes sank im letzten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal um sieben Prozent, teilte die Statistikbehörde mit. Damit lassen sich die bisherigen Prognosen für das gesamte Jahr kaum aufrecht erhalten.

Die griechische Zentralbank war bis vor Kurzem davon ausgegangen, dass die Wirtschaft 2011 um knapp vier Prozent schrumpfen werde. Die Regierung erwartet sogar ein Minus von 5,5 Prozent. Wegen der massiven Lohnkürzungen und der Steuererhöhungen in der Schuldenkrise gehen Experten aber von einem stärkeren Rückgang aus.

Die Aussichten fürs laufende Jahr sind ebenfalls negativ. Die Regierung erwartet derzeit einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 2,8 Prozent. Griechenland würde sich damit im fünften Jahr in Folge in der Rezession befinden.

Arbeitslosenquote im November bei 20,9 Prozent

Vergangene Woche hatte das Statistische Amt mitgeteilt, dass auch die Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt. Die Quote betrug im November 20,9 Prozent und übertraf damit erstmals in der jüngeren Geschichte des Landes die psychologisch wichtige Grenze von einer Million Erwerbslosen. Zwei Jahre zuvor lag die Quote im gleichen Monat bei 13,9 Prozent.

Griechenland droht wegen der Schuldenkrise ohne erneute internationale Hilfen im kommenden Monat der Staatsbankrott . Das Parlament hatte deshalb in der Nacht zum Montag einem umfangreichen Sparpaket zugestimmt, das Voraussetzung für ein neues Hilfspaket von EU , Europäischer Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds ( IWF ) ist. Die Finanzminister der Euro-Zone wollen am Mittwoch über das Hilfsprogramm im Umfang von 130 Milliarden Euro beraten.

Auch Portugal rutscht im Zuge des rigiden Sparkurses der Regierung tiefer in die Rezession . Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Schlussquartal 2011 um weitere 1,3 Prozent im Vergleich zum dritten Jahresviertel, teilte das nationale Statistikamt mit. Experten hatten im Durchschnitt sogar mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal lag der BIP-Rückgang noch bei 0,6 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung sogar um 2,7 Prozent. Das hoch verschuldete Land strich im Gegenzug für 78 Milliarden Euro internationale Finanzhilfen die Ausgaben drastisch zusammen und erhöhte die Steuern. Viele Maßnahmen werden sich erst im Laufe des Jahres bei den Verbrauchern bemerkbar machen.

Für 2012 rechnet die Regierung daher mit einem Sinken der Wirtschaftsleistung von drei Prozent. Zuletzt waren Spekulationen aufgekommen, wonach das südeuropäische Land nach dem Vorbild Griechenlands sogar einen Schuldenschnitt benötigen könnte. Am Wochenende hatten in Lissabon mehr als 100.000 Portugiesen gegen den Sparkurs der Regierung demonstriert.