USA führten ein Limit für Spekulanten ein
Viele Ökonomen haben bislang infrage gestellt, dass Warentermingeschäfte die Preise für den Sofortkauf, den sogenannten Spot-Markt, bewegen können. "Um Rohstoffkurse zu beeinflussen, müssten die Spekulanten die Ware wirklich entgegennehmen und dem Markt vorenthalten", argumentierten etwa die Ökonomen Scott Irwin und Dwight Sanders in einer Studie für die OECD. Da dies nicht so sei, würde das Angebot nicht verknappt und der Spotmarktpreis könne nicht steigen.
Dem widerspricht jetzt ein interdisziplinäres Team des Instituts zur Erforschung komplexer Systeme in New England (NECSI): Zwischenhändler würden das Angebot auf dem Spotmarkt tatsächlich verknappen, wenn die Future-Preise spekulationsbedingt gestiegen sind. Dann würde es sich lohnen, einen Teil des Getreides vorerst nicht zu verkaufen, sondern im Silo zu lagern. Die Folge seien steigende Spotpreise. "Das Geschehen auf den Future-Märkten ist also direkt verbunden mit den Möglichkeiten der Menschen in den armen Ländern, Nahrungsmittel zu kaufen."
Genau diesen Zusammenhang hatten Volkswirte wie der Nobelpreisträger Paul Krugman lange in Abrede gestellt. Es gebe in den Statistiken keine Anzeichen dafür, dass während der Hungerkrise wirklich mehr gehortet worden sei, argumentierte Krugman in seinem Blog. Die Lagerbestände seien niedrig gewesen und sogar gefallen.
Doch das Forscherteam um den NECSI-Präsidenten Yaneer Bar-Yam wirft ihm einen Denkfehler vor: Termingeschäfte würden immer einige Monate im Voraus abgeschlossen. Daher erhöhe sich die absichtlich eingelagerte Menge erst mit Verzögerung, während die Spotmarktpreise sofort stiegen. Genau dieses Phänomen konnten die Wissenschaftler in den Daten nachweisen: "Die Vorräte sind angestiegen, während Menschen, die den normalen Preis durchaus hätten zahlen können, hungern mussten."
In den USA hat die Aufsichtsbehörde für den Future-Handel inzwischen reagiert und ein Limit eingeführt: Die Menge an Termingeschäften, die ein Spekulant besitzen darf, soll begrenzt werden. Ob die Regel in Kraft tritt, ist aber noch unklar. Zwei Interessenverbände der Finanzindustrie klagen dagegen.
In der Europäischen Union wollen Kommission und Parlament in diesem Jahr über ähnliche Regeln entscheiden. Der Münsteraner Ökonom Patrick Stephan hat dafür Sympathien. "Wenn andere Forscher unsere Ergebnisse bestätigen, sollten die Regulierer solch überbordende Spekulationen nicht mehr zulassen. Das ist dann keine rein ökonomische Frage mehr, sondern auch eine ethische."
Erschienen im Handelsblatt






...für den Artikel. Also stimmt es doch was so plausibel war und ohnehin viele vermuteten. Unglaublich wie lange es dauert so einfache Zusammenhänge aufzudecken (und vorher
wird natürlich kein Politiker aktiv).
Viele Diskussionen habe ich zu diesem Thema geführt und doch fehlt es uns Laien an Einblick in die genauen Mechanismen der Finanzmärkte und man bleibt auf Vermutungen angewiesen, da sich dazu auch im Internet nur wenige Interna dazu auftreiben lassen.
Auch vielen Dank an die drei Volkswirte. Es gibt sie also doch, Volkswirte mit Verantwortungsgefühl, die sich nicht nur als neoliberale Einflüsterer bei der Politik verdingen.
Die im Artikel erwähnte Aktion gegen Nahrungsmittelspekulation ist übrigens:
http://www.haende-weg-vom...
...die so ihr Geld verdienen?
Wie schlafen die in der Nacht?
Wie kann soetwas überhaupt/immer noch legal sein?
"Gewinnsucht und Eitelkeit
sind die Werbeoffiziere der Schlechtigkeit"
Franz Grillparzer
vermutlich auf einem Designer-Bett in einer Yacht die sie in den USA von der Steuer absetzen konnten.
Solange man Ergebnis nicht direkt sieht, fühlt man sich nicht verantwortlich und der einzelne Käufer beeinflusst ja nur "indirekt" den Preis.
Vergleiche Milgram-Experiment.
Auch gut sieht man bei Pelzmode, wo viele geschockt sind wenn sie zum ersten mal ein Video sehn wie Haut abgezogen wird beim lebendigen Leib.
vermutlich auf einem Designer-Bett in einer Yacht die sie in den USA von der Steuer absetzen konnten.
Solange man Ergebnis nicht direkt sieht, fühlt man sich nicht verantwortlich und der einzelne Käufer beeinflusst ja nur "indirekt" den Preis.
Vergleiche Milgram-Experiment.
Auch gut sieht man bei Pelzmode, wo viele geschockt sind wenn sie zum ersten mal ein Video sehn wie Haut abgezogen wird beim lebendigen Leib.
Ich hoffe doch, dass im Zuge dieser Forschungen auch ein paar Namen von Zockern ans Licht kommen, damit man sich da mal revanchieren kann.
vermutlich auf einem Designer-Bett in einer Yacht die sie in den USA von der Steuer absetzen konnten.
"Um Rohstoffkurse zu beeinflussen, müssten die Spekulanten die Ware wirklich entgegennehmen und dem Markt vorenthalten", argumentierten etwa die Ökonomen Scott Irwin und Dwight Sanders in einer Studie für die OECD. Da dies nicht so sei, würde das Angebot nicht verknappt und der Spotmarktpreis könne nicht steigen."
"Zwischenhändler würden das Angebot auf dem Spotmarkt tatsächlich verknappen, wenn die Future-Preise spekulationsbedingt gestiegen sind."
Nicht nur der Zwischenhändler, auch der Produzent. Schließlich könnten Produzenten genötigt sein, in der nächsten Fruchtfolge anderes Anzubauen.
Von den Kosten, verursacht von Zwischen- und Großhändlern, ganz zu Schweigen.
An Warenterminbörsen sollten nur Marktteilnehmer teilnehmen können, welch Rohstoffe / Produkte veredeln! In Höhe eines Maximalen abgelaufenem Geschäftsverlaufes! In der Zukunft beschränkt auf drei Jahre.
Spekulation lässt sich nie ganz ausschließen, aber auf das alte Maß verringern.
Da wollen Investoren/Spekulanten auch noch einen Teil des Rohstoffgewinnkuchens - und dieses Geld wird von anderen Leuten woanders tatsächlich bezahlt?
Faszinierende Erkenntnisse! VWL vor, noch ein Tor!
... eigentlich ist das alles schon seit langem bekannt, auch wenn jetzt eine Studie die Machenschaften offen legen sollte.
Vor allem nach dem Börsencrash haben Investoren nach "neuen" Anlageformen gesucht, die mehr und dauerhaftere Gewinne versprechen als Unternehmensaktien. Fündig wurden sie in der Dritten Welt. Ackerland ist dort (noch) billig. Also werden Landwirte dort (zuweilen mithilfe von paramilitärischen Gruppen) vertrieben, und Lebensmittel und Biotreibstoffe vor allem für den Export angebaut.
Die Weltbevölkerung nimmt zu, der Energiehunger auch, Ackerfläche nimmt dagegen aus verschiedenen Gründen wie Erosion und Klimawandel ab: Steigende Nachfrage bei sinkendem Angebot - Anleger jauchzen und frohlocken. Googlen sie mal Jarch Capital. Und das ist nur eine Gruppe von vielen.
und dieser Handel sollte z.B. auf einem Marktplatz oder Viehmarkt stattfinden und nicht in den Börsen der Reichen. Nach dem Krieg wurde Butter und Milch gegen Brot getauscht und wir haben diese Zeit tapfer überstanden, weil auf unser Schicksal keine Wetten abgeschlossen wurden. In Afrika sind die Verhältnisse teilweise noch schlimmer als in den Nachkriegsjahren in Deutschland. Hoffentlich finden sie einen Weg eigene Felder zu bestellen oder für gerechte Preise/für einen gerechten Warenaustausch Nahrungsmittel zu erlangen.
All diese Menschen, welche auf der Lebensgrundlage wirklich armer Menschen Geschäfte machen, gehören eingesperrt oder lebenslang in ein tibetisches Kloster im Himalaja verbannt und das meine ich ernst. Sie sollten lernen Schwachen Beistand zu leisten, Villen und Yachten braucht ein gesunder Mensch nicht.
Ich bedanke mich bei der Redaktion für diesen vollkommen gerechtfertigten Artikel!
Nur ein Kapitel höher ist ein Artikel über die schweitzer Zockerfirmen zu finden.
verteidigen, welches diesen Spekulanten Rechtssicherheit garantiert.
Nur ein Kapitel höher ist ein Artikel über die schweitzer Zockerfirmen zu finden.
verteidigen, welches diesen Spekulanten Rechtssicherheit garantiert.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren