Leserartikel

SolarstromKürzungen gefährden die Energiewende

Die Argumente für die Kürzungen bei der Solarstrom-Förderung sind fragwürdig. Die Regierung will nur Politik für die großen Stromkonzerne machen, meint Leser F. Schäfer.

Das Bundeskabinett hat Kürzungen bei der Einspeisevergütung für Solaranlagen um zwanzig bis dreißig Prozent beschlossen. Der Vorschlag kam von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Die Neuregelung soll ab dem 9. März gelten. Zudem sollen je nach Anlagengröße nur noch zwischen 85 und 90 Prozent des erzeugten Ökostroms vergütet werden.

Diese Politik spielt ausschließlich den großen Energiekonzernen in die Hände, die zentrale Großprojekte realisieren können und durch den dezentralen Ausbau der Photovoltaik bares Geld verlieren.

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Die überwiegend privaten Betreiber von Solaranlagen nehmen den Konzernen Marktanteile ab. Durch den Vorrang erneuerbarer Energien im Netz, wie ihn das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorsieht, müssen die großen Energiekonzerne ihre konventionellen Kraftwerke immer häufiger abschalten.

Und noch ein Problem haben die großen Versorger: Der Solarstrom, der zu Spitzenverbrauchszeiten eingespeist wird, führt dazu, dass teure Gaskraftwerke nicht hochgefahren werden müssen. Hierdurch kommt es zeitweise sogar zu einer Senkung des Strompreises an der Börse. Der sogenannte Merit-Order-Effekt mindert die Margen der Stromkonzerne.

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Begründet werden die Einschnitte vor allem mit der Absicht, den Ausbau der Photovoltaik und die damit verbundenen Kosten zu begrenzen. Gerne verweisen die Energieversorger im Falle von Kostensteigerungen auf die Erneuerbaren Energien.

Dabei hat sich das EEG in den vergangenen Jahren als effektives Instrument zum Ausbau regenerativer Energien profiliert. Vor allem im Bereich der Photovoltaik hat das EEG zu einem wahren Boom geführt. Die mehr als 1,1 Millionen Anlagen mit einer theoretischen Maximalleistung von etwa 15 großen Atomkraftwerken betreiben überwiegend Privatpersonen.

Sicher: Die Zahlung der gesetzlich garantierten Vergütung für Solarstrom über einen Zeitraum von 20 Jahren erhöht den Strompreis. Die EEG-Umlage von derzeit 3,59 Cent je Kilowattstunde wird auf die Endverbraucher umgelegt.

Anpassungen

Einschnitte bei der Solarförderung: Angesichts der massiv fallenden Modulpreise und zur Vermeidung von Schlusskäufen vor Kürzungsstichtagen wird es ab Mai monatliche Kürzungen von 0,15 Cent je Kilowattstunde geben.

Kürzungen

Strom aus kleinen Dachanlagen bis 10 Kilowatt erhält statt 24,43 nur noch 19,5 Cent je Kilowattstunde an Förderung. Anlagen bis 1.000 Kilowatt bekommen 16,5 Cent. Große Freiflächenanlagen bis 10 Megawatt erhalten 13,5 Cent. Darüber hinaus soll es keine Förderung geben. Dachanlagen auf neu errichteten Nichtwohngebäuden erhalten den Tarif wie bei Freiflächen, um hier eine Fehlsteuerung zu vermeiden, etwa das Errichten von Scheunen, nur um sie mit Modulen zu bestücken und so die hohe Hausdach-Vergütung zu bekommen. Für alle Anlagen, die vor dem 9. März ans Netz gegangen sind, gibt es einen Bestandsschutz: Sie erhalten auf 20 Jahre garantiert die zum Zeitpunkt der Installation gültigen Vergütungssätze.

Beschränkungen

Bei kleinen Dachanlagen wird ab Januar 2013 nur noch 85 Prozent des erzeugten Stroms vergütet; der Rest kann zum Eigenverbrauch genutzt werden. Der bisherige Eigenverbrauchsbonus entfällt. Solarparks bekommen nur 90 Prozent des Stroms vergütet, den Rest müssen sie am Markt verkaufen. Damit soll der Solarstrom stärker an den Markt heran und vom Subventionsmodell weggeführt werden.

Ausbauziele

Es gibt zwar keine feste Deckelung der jährlichen Ausbaumenge, aber die Regierung will den Ausbau durch die Kürzungen auf 2500 bis 3500 Megawatt in diesem und im kommenden Jahr begrenzen. Ab 2014 soll der Ausbaukorridor um jährlich 400 Megawatt gesenkt werden, also auf 2100 bis 3100 Megawatt. Bis 2017 liegt er bei 900 bis 1900 Megawatt. Werden mehr Anlagen gebaut, als im Zielkorridor festgelegt, kann bei der Förderung per Verordnung kurzfristig weiter gekürzt werden.

Doch es gibt auch einen entgegengesetzten Effekt. Die Kosten der Solaranlagen haben sich seit 2006 um mehr als sechzig Prozent reduziert. Dies hat dazu geführt, dass bei einem gleichbleibenden Zubau im Jahr 2012 die EEG-Umlage nach Prognosen nur um etwa 0,26 Cent Kilowattstunde ansteigen wird.

Und nicht zuletzt hat die Politik erst vor einigen Monaten einen großen Teil der produzierenden Unternehmen von der Zahlung der EEG-Umlage weitestgehend befreit. Das hat die finanzielle Belastung der Endverbraucher weiter künstlich in die Höhe getrieben.

Die Kosten der Photovoltaik-Förderung sind also weitaus weniger dramatisch als oft dargestellt. Dennoch setzt die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept lieber auf große Offshore-Windparks und hat deren Vergütung auf bis zu 19 Cent je Kilowattstunde für Neuanlagen angehoben.

Keine Frage: Die Absenkung der Vergütung für Photovoltaikanlagen ist das richtige Modell, um Anreize für Kostensenkungen zu schaffen und die Technologie an den Markt heranzuführen. Aber kurzfristige, dramatische Einschnitte torpedieren die Planungssicherheit. Sie führen zum zeitweiligen Zusammenbruch des Marktes und gefährden die mehr als 100.000 Arbeitsplätze der Solarbranche im Land.

Das EEG sollte weiterentwickelt werden. Es darf nicht der Willkür einzelner Minister unterliegen. Eine verantwortungsvolle Regierung muss einen gesetzlichen Rahmen für den gerechten Wettbewerb innovativer Technologien schaffen. Sie darf die profitgesteuerten Strategien einzelner Konzerne nicht mit den volkswirtschaftlich sinnvollen Lösungen gleichsetzen – schon gar nicht in einer so zukunftsbestimmenden Frage wie der Energiewende.

 
Leserkommentare
    • wd
    • 29.02.2012 um 19:00 Uhr

    Wenn wir eine Gefängnisstrafe für Lästerei gegen die Regierung einführen und die Leute weiter lästern, dann schaffen wir viele Arbeitsplätze.
    Neue Gefängnisse werden gebaut und die Wächter müssen bezahlt werden!
    Was bringt uns das insgesamt? Nichts! Nur Kosten!
    Genauso ist es mit der Solarenergie!

    13 Leserempfehlungen
    • Mica11
    • 29.02.2012 um 19:05 Uhr

    kann sich jeder herauspicken...
    Leider sieht nicht alles so rosig aus wie Sie das hier schildern. Die Kosten für Solaranlagen sind zwar vielleicht um 60% gesunken, nötig wären aber über 90% und die sind weit und breit nicht in Sicht.
    Die Großen Energiekonzerne verlieren Profite, auch das ist richtig, aber diese Profite werden sie sich wiederholen, an windstillen Winterabenden, denn da haben sie keine Konkurenz.
    Zudem ist die mit PV produzierte Energiemenge einfach zu gering um einen ernsthaften Beitrag zur Energiewende zu leisten und was Speichertechnologien betrifft (ohne die die Energiewende nicht klappen kann) gibt es weit und breit keine Lösung.

    Nein, es ist richtig jetzt zu bremsen um den kleinen Mann nicht über die Maßen zu belasten, zumal die Arbeitsplätze durch die chinesische Konkurrenz ohnehin schon auf der Kippe stehen. Allein die Art und Weiße und die Konzeptlosigkeit, mit der die Politik diese Kürzungen jetzt durchdrückt, da gebe ich ihnen Recht, kann so nicht sein!

    12 Leserempfehlungen
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    gilt für alle Arten der Stromerzeugung. Klingt komisch, ist aber so.

    Man könnte bei dem, was hier vielfach geschrieben wird, den Eindruck bekommen, die Nicht-Speicherbarkeit sei allein ein Problem der Erneuerbaren. Ist aber nicht so.

    gilt für alle Arten der Stromerzeugung. Klingt komisch, ist aber so.

    Man könnte bei dem, was hier vielfach geschrieben wird, den Eindruck bekommen, die Nicht-Speicherbarkeit sei allein ein Problem der Erneuerbaren. Ist aber nicht so.

    • jlock
    • 29.02.2012 um 19:13 Uhr

    Ich finde die Reduzierung der Einspeisevergütung sehr positiv.
    Sie beklagen sich, dass die Regierung nur große Konzerne fördert. Bis jetzt hat sie nur reiche gefördert.
    Wir bezahlten letztes Jahr ~14,5 Mrd. Euro an Stromsteuern für die Einspeisevergütung (ohne Industrie natürlich).
    Es können sich wahrscheinlich 80% der Leute die die EEG- Abgabe beim Strompreis, wie jeder andere, bezahlt sich keine Investition in erneuerbare Energieanlagen leisten. Im Jahr 2016 wären es nach alter Rechnung 24 Mrd. gewesen. Ein Großteil der einbezahlten Summe stemmen Leute, die von den Erneuerbaren finanziell nicht profitieren und so werden in den nächsten 10 Jahren so etwa 150 bis 200 Mrd. Euro von den ärmeren an die Reichen bezahlt, die dann auch noch ein schön grünes Gewissen haben und sagen, sie täten etwas für die Umwelt. So ein Schwachsinn! Solarpanele sind zu einer Geldanlage verkommen und das galt es zu stoppen. Übrigens, von der EEG- Abgabe hätte die Regierung anstelle der Vergütung auch alle Bruttoarbeitsplätze (367.000) der gesamten Branche, inklusive Windkraft bezahlen können und so Anlagen bauen können. Dann würden wir alle mal von den technischen Möglichkeiten heutzutage profitieren!

    19 Leserempfehlungen
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    und das währen?
    moment
    wo anfangen
    maurer
    nee
    die brauch man für fundamente und zum dächer verstärken
    zimmerleute
    die brauch man erst recht dafür
    guuut
    lassen wir also handwerk und bau raus
    bäcker!
    na ja wenn die handwerker morgens nen kafee und nen brötchen
    ok ok einzelhandel also auch nicht
    transportarbeiter!!!
    naja aus der luft kondensieren tut das zeug nu nicht gerade und die versorgung des einzelhandels....
    tagelöhner!
    ahm
    die werden schon landesweit zur montage verschickt
    ich habs!!!
    angestellte des öffentlichen dienstes.
    die werden doch von steuern bezahlt
    ja und
    und wer zahlt die steuern?
    na wir alle!!
    und kommen da mehr steuern rein wenn die handwerker und ....geld verdienen oder wenn ein neues grosskraftwerk von der selbigen abgeschrieben wird und das großbaugewerbe es ebenfalls gegen investitionen gegenrechen kann?
    dis is jetzt aber spitzfindig
    und was ist mit den stromkunden?
    welchen
    na den kleinen
    kunden welcher firma?
    wie welcher firma?
    na einer firma die 400% des aufschlages, aber nichts von den gesenkten preisen weitergiebt oder einer die wiederum mit ansage in weitere von den dingern investiert?
    kommt doch aufs selbe hinaus ausserdem bauen die anderen ja auch
    und womit?
    wie womit?
    mit ihren steuergeldern man

    • GDH
    • 01.03.2012 um 12:24 Uhr

    Wenn Sie gegen Investitionen sind, weil nicht Jeder etwas zum Investieren hat, dann schaffen wir Kraftwerke Stromnetze doch gleich ganz ab.

    Den Frust über die Einkommensverteilung kann ich ja nachvollziehen, aber dann bitte über das Steuer-/Sozialversicherungssystem. Energiepolitik ist da einfach die falsche Baustelle!

    und das währen?
    moment
    wo anfangen
    maurer
    nee
    die brauch man für fundamente und zum dächer verstärken
    zimmerleute
    die brauch man erst recht dafür
    guuut
    lassen wir also handwerk und bau raus
    bäcker!
    na ja wenn die handwerker morgens nen kafee und nen brötchen
    ok ok einzelhandel also auch nicht
    transportarbeiter!!!
    naja aus der luft kondensieren tut das zeug nu nicht gerade und die versorgung des einzelhandels....
    tagelöhner!
    ahm
    die werden schon landesweit zur montage verschickt
    ich habs!!!
    angestellte des öffentlichen dienstes.
    die werden doch von steuern bezahlt
    ja und
    und wer zahlt die steuern?
    na wir alle!!
    und kommen da mehr steuern rein wenn die handwerker und ....geld verdienen oder wenn ein neues grosskraftwerk von der selbigen abgeschrieben wird und das großbaugewerbe es ebenfalls gegen investitionen gegenrechen kann?
    dis is jetzt aber spitzfindig
    und was ist mit den stromkunden?
    welchen
    na den kleinen
    kunden welcher firma?
    wie welcher firma?
    na einer firma die 400% des aufschlages, aber nichts von den gesenkten preisen weitergiebt oder einer die wiederum mit ansage in weitere von den dingern investiert?
    kommt doch aufs selbe hinaus ausserdem bauen die anderen ja auch
    und womit?
    wie womit?
    mit ihren steuergeldern man

    • GDH
    • 01.03.2012 um 12:24 Uhr

    Wenn Sie gegen Investitionen sind, weil nicht Jeder etwas zum Investieren hat, dann schaffen wir Kraftwerke Stromnetze doch gleich ganz ab.

    Den Frust über die Einkommensverteilung kann ich ja nachvollziehen, aber dann bitte über das Steuer-/Sozialversicherungssystem. Energiepolitik ist da einfach die falsche Baustelle!

  1. Von grundsätzlichen Problemen mit der PV-Technik mal ganz zu schweigen....eine PV-Anlage amortisiert sich trotz aller bisherigen Kürzungen bis dato selbst fremd finanziert nach 8-9 Jahren.
    Danach sahnen die Betreiber fette Gewinne ab..bei einer 30kw anlage beispielsweise gute 10.000 ,- € pro Jahr. Die ersten Anlagenbetreiber denen auf 20,5 Jahre sogar kanppe 50 cent pro Kilowatt zugesichert wurden werden sich solangsam die Fäustchen reiben. Wer damals 100 KW installiert hat darf sich bald schon über 60.000-70.000 € jährlich freuen.

    Wer darf das bezahlen? Ein jeder einzelne von uns, ganz speziell natürlich kleine und mittlere Betriebe. Was die EEG-Umlage für einen Betrieb mit einem Verbrauch von 100.000 KW jährlich bedeutet, darf sich jeder selbst ausrechnen.

    Die Idee der dezentralen Stromversorgung ist gut, grundsätzlich geht es hier aber nicht um staatlich massiv geförderte Arbeitsplätze in der Solarbranche (Die Module werden sowieso ausnahmslos in Asien gefertigt) sondern um günstigen und BEZAHLBAREN Strom für die Energiewende.

    Von daher ist es absolut richtig diese massive Überförderung drastisch zu kürzen um die PV-Anlagen endlich zur Marktreife zu zwingen.

    Beim Preis der MOdulle ist noch sehr viel Luft nach unten, eine geringere Förderung wird letztlich zu einem gegenteiligen Effekt führen wie Ihn der Autor hier an die Wand malt. Denn geringere Anschaffungskosten erlauben auch einfachen Leuten sich eine Anlage zu installieren.

    12 Leserempfehlungen
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    • SenHel
    • 29.02.2012 um 20:12 Uhr

    Bei der ganzen Diskussion um die PV werden etliche Punkte durcheinandergewirbelt.
    Den Merit Order Effekt gibt es immer wenn ein subventioniertes Produkt auf den Markt gedrückt wird. Er ist nur umso größer je mehr auf den Markt geworfen wird. Bei Werten von bis zu 15% der Nachfrage (bei Schönwetter mittags) ist dieser Effekt ziemlich erheblich und führt zu einer Senkung für die restlichen 85%.
    Unter anderem aus diesem Grund ist die Zahlungsverpflichtung aus dem EEG einfach zu ermitteln, die Bestimmung der Höhe der Subvention ist allerdings eine Kunst für sich. Für diese müssen neben a) der Einspeisevergütung, b) der konventionelle Strompreis, c) die Größenordnung des Merit-Order-Effekts, d) die Inflationsrate bei den Energiepreisen (ohne Einsatz der subventionierten Energieträger) noch e) die allgemeine Inflationsrate bestimmt werden. Aus a)-b)-c) ergeben sich die Subventionen pro kwh (für's Ausgangsjahr); unter Berücksichtigung von d) die Summe der Subventionen über die Zeit und mit Hilfe von e) lässt sich nun der Barwert der Investition berechnen. Dies ist die entscheidende Größe.
    Den kostensenkenden Effekt des EEG auf den Strompreis kann sich jeder vor Augen führen, der die Entwicklung der Strompreise auf der EEX für Deutschland und Frankreich vergleicht.
    Ein weiteres Problem der Einspeisevergütung besteht darin, dass die Anlagenlebensdauer >> der Länge der EEG-Vergütung ist. Aus diesem Grund muss die Anlage ihre Kosten während der EEG-Laufzeit erwirtschaften.

    • GDH
    • 01.03.2012 um 12:45 Uhr

    Sie schreiben, dass sich PV-Anlagen fremdfinanziert nach ca. 10 Jahren abbezahlen. Wenn das für Ihren Geschmack zu viel Rendite ist, wünschen Sie sich zu Recht Korrekturen.
    Die kann man auf zwei verschiedene Arten durchführen:

    1. planbare Absenkung:
    Man beschließt z.B. jetzt, dass zusätzlich zur schon geplanten Vergütungsabsenkung noch weitere Kürzungen eintreten. Z.B. zusätzlich 1%/Monat ab Juni.

    In diesem Fall sind die Renditen geringer, weil die Vergütung geringer ist. Auf diese Weise sinken tatsächlich nicht nur die absoluten Subventionen sondern vor allem die Subventionen je Watt.

    2. Verringern der Planungssicherheit:
    Man führt Kürzungen durch, die auch Anlagen betreffen, die jetzt schon im Bau sind aber deren Inbetriebnahme bis zum Kürzungstermin nicht mehr möglich ist. Außerdem ermächtigt man zwei Ministerien, ohne Gesetz kurzfristig weitere Veränderungen vorzunehmen.

    Auf diese Weise sinkt die Rendite bei Fremdfinanzierung schon deswegen, weil die Unsicherheit dazu führt, dass Kredite teurer werden.

    Schauen Sie sich z.B. mal die Solarstromvergütungen in Griechenland[1] an (zumindest bis vor kurzem). Dann sehen Sie, dass in diesem recht sonnigen Land eine höhere Vergütung als in Deutschland (bei gleicher Laufzeit von 20 Jahren) gezahlt wird. Trotzdem ist der Zubau recht gering. Unsicherheit lassen sich Investoren eben teuer bezahlen.

    daher bin ich für Variante 1!

    [1] dargestellt z.B. hier:
    http://www.ariston-group....

    • SenHel
    • 29.02.2012 um 20:12 Uhr

    Bei der ganzen Diskussion um die PV werden etliche Punkte durcheinandergewirbelt.
    Den Merit Order Effekt gibt es immer wenn ein subventioniertes Produkt auf den Markt gedrückt wird. Er ist nur umso größer je mehr auf den Markt geworfen wird. Bei Werten von bis zu 15% der Nachfrage (bei Schönwetter mittags) ist dieser Effekt ziemlich erheblich und führt zu einer Senkung für die restlichen 85%.
    Unter anderem aus diesem Grund ist die Zahlungsverpflichtung aus dem EEG einfach zu ermitteln, die Bestimmung der Höhe der Subvention ist allerdings eine Kunst für sich. Für diese müssen neben a) der Einspeisevergütung, b) der konventionelle Strompreis, c) die Größenordnung des Merit-Order-Effekts, d) die Inflationsrate bei den Energiepreisen (ohne Einsatz der subventionierten Energieträger) noch e) die allgemeine Inflationsrate bestimmt werden. Aus a)-b)-c) ergeben sich die Subventionen pro kwh (für's Ausgangsjahr); unter Berücksichtigung von d) die Summe der Subventionen über die Zeit und mit Hilfe von e) lässt sich nun der Barwert der Investition berechnen. Dies ist die entscheidende Größe.
    Den kostensenkenden Effekt des EEG auf den Strompreis kann sich jeder vor Augen führen, der die Entwicklung der Strompreise auf der EEX für Deutschland und Frankreich vergleicht.
    Ein weiteres Problem der Einspeisevergütung besteht darin, dass die Anlagenlebensdauer >> der Länge der EEG-Vergütung ist. Aus diesem Grund muss die Anlage ihre Kosten während der EEG-Laufzeit erwirtschaften.

    • GDH
    • 01.03.2012 um 12:45 Uhr

    Sie schreiben, dass sich PV-Anlagen fremdfinanziert nach ca. 10 Jahren abbezahlen. Wenn das für Ihren Geschmack zu viel Rendite ist, wünschen Sie sich zu Recht Korrekturen.
    Die kann man auf zwei verschiedene Arten durchführen:

    1. planbare Absenkung:
    Man beschließt z.B. jetzt, dass zusätzlich zur schon geplanten Vergütungsabsenkung noch weitere Kürzungen eintreten. Z.B. zusätzlich 1%/Monat ab Juni.

    In diesem Fall sind die Renditen geringer, weil die Vergütung geringer ist. Auf diese Weise sinken tatsächlich nicht nur die absoluten Subventionen sondern vor allem die Subventionen je Watt.

    2. Verringern der Planungssicherheit:
    Man führt Kürzungen durch, die auch Anlagen betreffen, die jetzt schon im Bau sind aber deren Inbetriebnahme bis zum Kürzungstermin nicht mehr möglich ist. Außerdem ermächtigt man zwei Ministerien, ohne Gesetz kurzfristig weitere Veränderungen vorzunehmen.

    Auf diese Weise sinkt die Rendite bei Fremdfinanzierung schon deswegen, weil die Unsicherheit dazu führt, dass Kredite teurer werden.

    Schauen Sie sich z.B. mal die Solarstromvergütungen in Griechenland[1] an (zumindest bis vor kurzem). Dann sehen Sie, dass in diesem recht sonnigen Land eine höhere Vergütung als in Deutschland (bei gleicher Laufzeit von 20 Jahren) gezahlt wird. Trotzdem ist der Zubau recht gering. Unsicherheit lassen sich Investoren eben teuer bezahlen.

    daher bin ich für Variante 1!

    [1] dargestellt z.B. hier:
    http://www.ariston-group....

  2. Ich finde diesen Artikel sehr einseitig, da er nur von der "Sonnenseite" berichtet, deswegen möchte ich mal ein Paar Zahlen ins Spiel bringen.

    Ende 2010 waren in Deutschland folgende Leistungen installiert (Quelle https://www.entsoe.eu/res... ):
    17GW Sonne,
    27GW Wind.
    macht 44GW (GW=Gigawatt -> 1 Millionen Kilowatt) sehr wechselhafter Energien.

    In Deutschland brauchten wir im selben Jahr
    38GW in lauen Sommernächten
    77GW in kalten Wintertagen

    Richtig ist also, dass Wind und Sonne bereits vor 2 Jahren theoretisch in der Lage waren unseren Strombedarf zu bestimmten Jahreszeiten ausschließlich erneuerbar zu decken.

    Was ist wenn an kalten Tagen die Sonne/Wind nichts einspeisen? Dann werden die Kohle und Kernkraftwerke immernoch gebraucht (Die übrigens auch Geld kosten wenn sie stehen: Personal... etc.). Da noch keine Speicher verfügbar sind die an Solaranlagen/Windparks geklemmt werden können, wird sich das auch nicht schnell ändern.

    Wir müssen viel jetzt hart auf die Bremse treten und die Politik endlich ein ganzheitliches Konzept ausarbeiten!

    Warum Bremse? Weil, wenn die Förderung so weiter geht wird sich die öffentliche Meinung GEGEN die Energiewende stellen. Sobald die Leute sich nicht mehr auf die Energieversorgung verlassen können, weil der Strom öfter ausfällt, werden sie sauer! Das wird immer wahrscheinlicher, je größer die Menge an Strom ist, die ersetzt werden muss, wenn Sonne und Wind nichts einspeisen können.

    7 Leserempfehlungen
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    die Sonne/Wind nichts einspeisen?

    Dann wird aus Deutschland noch immer sehr viel Strom exportiert, beispielsweise nach Südfrankreich. So wie gerade erst geschehen.

    die Sonne/Wind nichts einspeisen?

    Dann wird aus Deutschland noch immer sehr viel Strom exportiert, beispielsweise nach Südfrankreich. So wie gerade erst geschehen.

    • Halapp
    • 29.02.2012 um 20:08 Uhr

    bald kapieren. Das Geschäft der Ökos wird anstrengender.
    Sie müssen liefern. Bisher leben sie von Subventionen
    der Bürger, die wie man weiß, wenn man sie zulange an
    der Nase herumführt zu Wutbürgern werden können.
    Volksabstimmung zum Thema sollen die privaten Strom-
    verbraucher jedes Jahr 8 Milliarden Euro mehr bezalen,
    damit sie Sonnenstrom bekommen, wenn das Wetter es zuläßt?
    Die Ökos müssen viel erklären in den nächsten Monaten.
    Kein Wunder krebsen die Grünen bundesweit wieder bei
    14 % in der Wählergunst.
    Die Sonne schickt keine Rechnung. Die Kohle auch nicht
    solange man sie im Boden läßt.
    In USA haben sich die Gaspreise halbiert nach der Förderung
    von Schiefergas. Wir haben auch Schiefergas, aber die Ökos
    wollen keine sinkenden Energiepreise, weil sich sonst die
    alternativen noch weiter vom Markt entfernen und die
    Subvertionen weiter wachsen.
    Der weltweite Wettbewerb wird hart. Es wird schwierig unseren Lebensstandard gegen China zu verteidigen.
    Zu hohe Energiepreise sind dabei nicht zuverkraften.
    Es geht nicht mehr um die Rettung des Weltklimas.
    Es geht um die Rettung der Zukunft Deutschlands.

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dem Weltklima ist Deutschland egal.
    Andersherum ist es nicht ganz so einfach.

    dafür in ganzen Landstrichen das Grundwasser vergiftet, aus dem Wasserhahn kommt leicht entzündliches Wasser weil es Methan enthält, das Vieh stirbt auf den Weiden weil es aus vergifteten Brunnen säuft und durch die Risse in tiefen Gesteinsschichten kommt es vermehrt zu Erdbeben. Das ist die Erfolgsgeschichte von 10 Jahren Fracking in den USA.
    In Frankreich wurde Fracking übrigens letztes Jahr verboten, in Deutschland sind wir leider noch lange nicht so weit.

    • Halapp
    • 01.03.2012 um 20:35 Uhr

    Das sind die Horrormeldungen der ÖKOgemeinde. Bei den unzähligen Bohrungen in USA gab es wenige Störfälle, die in
    keiner Weise geeignet sind zu negativen Einschätzungen zu kommen. In Polen, das möglichweise über große Lagerstätten
    verfügt, schreiten die Untersuchungen zügig voran. Polen
    will sich vom russischen Erdgas unabhängig werden und wenn
    möglich zum Gasexporteur werden. Es gibt auch eine Welt
    außerhalb der deutschen Ökogemeinde. Am deutschen Wesen....

    Zur Weltklimarettung, ich wiederhole Deutschland wird von
    einer Klimaerwärmung nur Vorteile haben.
    Warme Winter, weniger Heizkosten und übrigens weniger CO2.
    Wir müssen die Häuser nicht teuer isolieren wir müssen nur
    warten, bis es wärmer wird. Die Ökos haben das mehrfach
    versprochen, daß es wärmer wird.
    Auf keinen Fall müssen wir Vorreiter sein, warum denn?

    Die paar Millionen für Solarstrom- gegenüber den paar Milliarden für Atomstrom, der nicht mal 20% unserer Strombedarfs deckt: das ist wahrlich kein Argument das man anführen könnte. (Geschweige denn den ganzen Rettungsschirmen, die werden schließlich auch von Steuergeldern bezahlt und das ist ja so ungefähr das 100%-fache der Summe über die sie sich aufregen).

    Lösungsvorschlag für die Energiewende: Subventionen komplett einstellen. Mal sehen ob sich der Bürger für die sichere und billigere Variante EE entscheidet oder die teuren konventionellen Energieträger, die eh bald zu Ende gehen. (Uran wird neben der Kohle auch langsam knapp liebe Leute!)

    Dem Weltklima ist Deutschland egal.
    Andersherum ist es nicht ganz so einfach.

    dafür in ganzen Landstrichen das Grundwasser vergiftet, aus dem Wasserhahn kommt leicht entzündliches Wasser weil es Methan enthält, das Vieh stirbt auf den Weiden weil es aus vergifteten Brunnen säuft und durch die Risse in tiefen Gesteinsschichten kommt es vermehrt zu Erdbeben. Das ist die Erfolgsgeschichte von 10 Jahren Fracking in den USA.
    In Frankreich wurde Fracking übrigens letztes Jahr verboten, in Deutschland sind wir leider noch lange nicht so weit.

    • Halapp
    • 01.03.2012 um 20:35 Uhr

    Das sind die Horrormeldungen der ÖKOgemeinde. Bei den unzähligen Bohrungen in USA gab es wenige Störfälle, die in
    keiner Weise geeignet sind zu negativen Einschätzungen zu kommen. In Polen, das möglichweise über große Lagerstätten
    verfügt, schreiten die Untersuchungen zügig voran. Polen
    will sich vom russischen Erdgas unabhängig werden und wenn
    möglich zum Gasexporteur werden. Es gibt auch eine Welt
    außerhalb der deutschen Ökogemeinde. Am deutschen Wesen....

    Zur Weltklimarettung, ich wiederhole Deutschland wird von
    einer Klimaerwärmung nur Vorteile haben.
    Warme Winter, weniger Heizkosten und übrigens weniger CO2.
    Wir müssen die Häuser nicht teuer isolieren wir müssen nur
    warten, bis es wärmer wird. Die Ökos haben das mehrfach
    versprochen, daß es wärmer wird.
    Auf keinen Fall müssen wir Vorreiter sein, warum denn?

    Die paar Millionen für Solarstrom- gegenüber den paar Milliarden für Atomstrom, der nicht mal 20% unserer Strombedarfs deckt: das ist wahrlich kein Argument das man anführen könnte. (Geschweige denn den ganzen Rettungsschirmen, die werden schließlich auch von Steuergeldern bezahlt und das ist ja so ungefähr das 100%-fache der Summe über die sie sich aufregen).

    Lösungsvorschlag für die Energiewende: Subventionen komplett einstellen. Mal sehen ob sich der Bürger für die sichere und billigere Variante EE entscheidet oder die teuren konventionellen Energieträger, die eh bald zu Ende gehen. (Uran wird neben der Kohle auch langsam knapp liebe Leute!)

  3. Das EEG war bisher ein Erfolg, der international Beachtung gefunden hat. Das Prinzip, die Energiewende zu unterstützen, indem dezentral und durch viele Privathaushalte Solarstrom erzeugt wird, funktioniert durch die Planungssicherheit, die das EEG mit seiner Einspeisungsvergütung gewährleistet. Diese Planungssicherheit, die großen Unternehmen für ihre Investitionen selbstverständlich zugestanden wird, wird nun von Röttgen und Rösler einseitig aufgekündigt. Und auch noch rückwirkend. Das trifft vor allem investitionsbereite Privathaushalte und die vielen mittelständischen Betriebe und das heimische Handwerk. (Das sind die, die vor Ort Lehrstellen anbieten und dem Stadtkämmerer Steuern bezahlen)
    Das ist ein Skandal, der die Photovoltaik in Deutschland zum Erliegen bringen kann.

    kassandra

    4 Leserempfehlungen
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    du hast die vorkommentare nicht gelesen?
    da stehen genug fakten.
    und die fakten besagen, dass solarenergie ein ganz teurer flopp ist.
    zum mitdenken noch ein paar ergänzungen.
    siebzig prozent aller in deutschland isntallierten solarmodule sind aus china. deutschland hat weder beim modul noch bei der herstellung irgendwelche wettbewerbsvorteile aus know how.

    deshalb lebt die branche von subventionen.
    mit den 14,5 milliarden euro zuschuss 2011 kannst du 600.000 arbeiter das ganze jahr mit monatlich zweitausend euro unter flagge halten.
    solar ist eine ganz große mogelpackung ...

    du hast die vorkommentare nicht gelesen?
    da stehen genug fakten.
    und die fakten besagen, dass solarenergie ein ganz teurer flopp ist.
    zum mitdenken noch ein paar ergänzungen.
    siebzig prozent aller in deutschland isntallierten solarmodule sind aus china. deutschland hat weder beim modul noch bei der herstellung irgendwelche wettbewerbsvorteile aus know how.

    deshalb lebt die branche von subventionen.
    mit den 14,5 milliarden euro zuschuss 2011 kannst du 600.000 arbeiter das ganze jahr mit monatlich zweitausend euro unter flagge halten.
    solar ist eine ganz große mogelpackung ...

    • SenHel
    • 29.02.2012 um 20:12 Uhr

    Bei der ganzen Diskussion um die PV werden etliche Punkte durcheinandergewirbelt.
    Den Merit Order Effekt gibt es immer wenn ein subventioniertes Produkt auf den Markt gedrückt wird. Er ist nur umso größer je mehr auf den Markt geworfen wird. Bei Werten von bis zu 15% der Nachfrage (bei Schönwetter mittags) ist dieser Effekt ziemlich erheblich und führt zu einer Senkung für die restlichen 85%.
    Unter anderem aus diesem Grund ist die Zahlungsverpflichtung aus dem EEG einfach zu ermitteln, die Bestimmung der Höhe der Subvention ist allerdings eine Kunst für sich. Für diese müssen neben a) der Einspeisevergütung, b) der konventionelle Strompreis, c) die Größenordnung des Merit-Order-Effekts, d) die Inflationsrate bei den Energiepreisen (ohne Einsatz der subventionierten Energieträger) noch e) die allgemeine Inflationsrate bestimmt werden. Aus a)-b)-c) ergeben sich die Subventionen pro kwh (für's Ausgangsjahr); unter Berücksichtigung von d) die Summe der Subventionen über die Zeit und mit Hilfe von e) lässt sich nun der Barwert der Investition berechnen. Dies ist die entscheidende Größe.
    Den kostensenkenden Effekt des EEG auf den Strompreis kann sich jeder vor Augen führen, der die Entwicklung der Strompreise auf der EEX für Deutschland und Frankreich vergleicht.
    Ein weiteres Problem der Einspeisevergütung besteht darin, dass die Anlagenlebensdauer >> der Länge der EEG-Vergütung ist. Aus diesem Grund muss die Anlage ihre Kosten während der EEG-Laufzeit erwirtschaften.

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