UrheberrechtsverletzungenKlicken statt kaufen

Wer Musik und Filme illegal herunterlädt, schadet der Unterhaltungsindustrie. Doch wie groß die Einbußen wirklich sind, ist höchst umstritten. von 

Er ist wieder auf freiem Fuß: Gegen Kaution und strenge Auflagen durfte Kim Schmitz , alias Kim Dotcom, am Mittwoch in Auckland das Gefängnis nach einem Monat Haft wieder verlassen. Der Vorwurf gegen den 38-Jährigen: Als Betreiber der Filesharing-Plattform Megaupload soll Schmitz Rechteinhabern von Filmen und Songs einen Schaden von nicht weniger als einer halben Milliarde Dollar zugefügt haben.

Wie das US-Justizministerium auf 500 Millionen Dollar kommt, verrät die Behörde in ihrer Mitteilung nicht, die es zum Fall Schmitz herausgegeben hat. Und so ist es wie sooft, wenn es um Urheberrechtsverletzungen im Internet geht: Es geistern immense Summen durch den Raum, deren genaue Herkunft und Grundlage unklar ist.

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Fest steht: Im Kampf um die Deutungshoheit zitieren Unterhaltungsindustrie und Netzaktivisten mit Vorliebe lediglich die Zahlen, die ihnen am besten in den Kram passen. Die deutsche Musikindustrie zum Beispiel. Sie führt ins Feld, dass der heimischen Kreativwirtschaft im Jahr 2008 durch Internetpiraterie 1,2 Milliarden Euro verlorengegangen sind. Tendenz stark steigend. Doch schaut man genauer hin, wird schnell deutlich: Diese oft zitierten Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie stammen aus Studien, die im Auftrag der Initiative Business Action to Stop Counterfeiting and Piracy entstanden, die 2005 von der International Handelskammer ICC ins Leben gerufen wurde.

Gestritten wird über die Höhe des Schadens

Die Gegenseite konzentriert sich dagegen gerne auf eine Studie der amerikanischen Ökonomen Felix Oberholzer-Gee und Koleman Strumpf . Diese Forscher gelten zwar als unabhängig, doch die von Netzaktivisten häufig zitierte Studie, die belegen soll, dass Filesharing keinen negativen Effekt auf CD-Verkäufe hat, stammt aus dem Jahr 2004 und verwendet Daten, die bereits ein Jahrzehnt alt sind – bei der rasanten Entwicklung des Netzes ist das keine valide Datenbasis mehr.

Dass sich beide Interessengruppen auf die jeweils passenden Daten beziehen, mag verständlich sein – zielführend für eine weiterführende Debatte ist es nicht. Dabei gibt es heute eine ganze Reihe einschlägiger Studien unabhängiger Forscher, die, wenn auch kein einheitliches Bild, so doch gewisse Schlüsse zulassen.

Dass das illegale Herunterladen von Musik spurlos an der Musikindustrie vorbeigeht, glaubt heute niemand mehr. Auch nicht Felix Oberholzer‐Gee ( Harvard University ) und Koleman Strumpf (University of Kansas), die Kronzeugen der Internet-Piraten. In einer 2010 erschienenen Studie schreiben sie, dass empirische Arbeiten heute darauf hinweisen, dass (höchstens) zwanzig Prozent des Umsatzrückgangs in der Musikindustrie auf File-Sharing zurückzuführen sei.

Mit dieser Einschätzung liegen die US-Forscher eher am unteren Rand der Schätzungen: Auf deutlich höhere Einbußen lässt eine neuere Studie des schwedischen Ökonomen-Duos Adrian Adermon and Che-Yuan Liang schließen, die sich ein natürliches Experiment zunutze machten, um den Effekt illegaler Downloads zu messen: Während in den Nachbarländern alles beim Alten blieb, verschärfte die schwedische Regierung am 1. April 2009 seine Internetgesetze. 

Leserkommentare
    • raabbel
    • 24. Februar 2012 15:47 Uhr

    trotzdem drücken die Lobbyisten ihre Gesetzeswünsche durch.

    Da wird viel Panik um nichts gemacht. Anstatt mit der Entwicklung schritt zuhalten.

    Erst Acta, nun IPRED, was kommt als nächstes?

    Ach nebenbei, viele sogenannte "Hacker-Crews" fordern dazu auf sich die Spiele zu kaufen, welche einem Gefallen. Ihr Hauptargument sind die mittlerweile oft zu kurzen, oder ganz ausbleibenden, Demos zu Spieler/Trailer zu Filmen etc.

    Aber schön dass unsere Politikerkaste mitspielt :) wenigstens einer

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    Ich denke auch, dass das ein entscheidender Punkt darstellt, ob der illegal heruntergeladene Content überhaupt gefällt und weiter genutzt wird, wenn gewisse Testvorgänge wegfallen.

    Die Frage nach dem: Würde es überhaupt legal konsumiert oder überhaupt in dem Maße konsumiert, sodass der Geldbeutel mitspielt? - spielt eigentlich eine noch größere Rolle meiner Meinung.

  1. ... auf nahezu jeden Datenspeicher eine Abgabe, die Kopien von Werken legalisiert. Diese gehört abgeschafft und endlich eine Flatrate eingeführt, damit der Großteil der Bürger nicht mehr kriminalisiert wird.
    Es ist das selbe Wundermittel wie bei den Drogen. Entkriminalsieren und vom verkauf profitieren.

    Aber leider ist die Politik von heute nicht interessiert am durchsetzen der Interessen des Volkes.

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    Eine Entkriminalisierung würde dazu führen, das Urheber keinen montären Anreiz mehr hätten, diese zu schaffen. Schließlich könnte der Schöpfer eines solchen Gutes sein Produkt nur noch an genau einen Agenten verkaufen. Jeder weitere würde dieses Gut von dem einen Käufer kopieren.

    Eine Flatrate, um Urheber zu kompensieren, ist ein miserabler Mechanismus zur Ressourcenallokation, der kaum anreizkompatibel ist und leicht manipuliebar. Letztlich ist dem ein Preismechanismus immer vorzuziehen.

    Man sollte vielmehr den Zeitraum begrenzen, für den Urheber immatrieller Güter ein Exklusivrecht auf die Kopie haben, wie dies auch bei Pharma-Patenten der Fall ist. Dadurch werden die Produktionskosten gedeckt und es gäbe weiterhin einen monetären Anreiz immaterielle Güter zu schaffen. Außerdem sollten Urheber kein exklusives Vertriebsrecht haben. Ich muss mir einen Film doch kopieren, wenn ich ihn aus dem Netz laden möchte. An wen soll ich denn eine Gebühr entrichten?

  2. Ich denke auch, dass das ein entscheidender Punkt darstellt, ob der illegal heruntergeladene Content überhaupt gefällt und weiter genutzt wird, wenn gewisse Testvorgänge wegfallen.

    Die Frage nach dem: Würde es überhaupt legal konsumiert oder überhaupt in dem Maße konsumiert, sodass der Geldbeutel mitspielt? - spielt eigentlich eine noch größere Rolle meiner Meinung.

    Antwort auf "schön zu wissen, aber"
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    Klar doch das 14-jährige kids sich normalerweise 20 CDs im Monat für 350 Euro kaufen würden. Bei 40 Euro Taschengeld! Ist doch klar.

    Wenn man Brot kopieren könnte würde die GEMA kommen und es verbieten.

  3. Ich bin in einem Alter, in dem man nur selten in dem Plattenladen geht. Seit den 70-er Jahren war ich bei jedem Hype dabei. Ersetzte meine Schallplatten gegen CDs, kopierte die auf Festplatten und mp3-Player und schlug mich auch mit DRM rum.
    Was heute so in der Heavy-Hit-Rotation gespielt wird gefällt mir nicht - doch das ist nicht der Grund warum mir die Musikbrache und die Filmbranche gleich mit absolut zuwider sind. Ich verachte sie, weil für dieses bisschen Profit die Bürgerrechte geschleift werden. Was nicht alles verschärft oder neu geschrieben werden soll. ACTA, IMPES2, der 2. und 3. Korb der Urheberrechtsreform die doch immer nur 'Repression' brachte.
    Dieses in den Datenverkehr schauen, Seiten sperren, Rechnungen per 'Abmahnung', gegen die man sich nichtmal wehren kann wenn bewisen ist dass der Verklagte gar keinen Computer besitzt. Wofür haben wir Bürgerrechte und das Postgeheimnis im Grundgesetz stehen? 'Ja ja', sagt die Musikindustrie, 'damit der Faschismus keine Chance hat'. Aber wo es um Profite geht hört die Demokratie auf. Ich weigere mich mit meinem Geld deren Anwälte zu finanzieren. Und ich weigere mich mit meinem Geld die Drogenexzesse von 'Künstlern' wie Britney Spears, Amy Winehouse, Kate Moss, Whitney Houston, Falco, Rex Gildo, Harald Juhnke, Udo Lindenberg zu finanzieren. Ich höre byte.fm! Und wähle Piraten! Wegen der Demokratie!

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    • js.b
    • 24. Februar 2012 16:35 Uhr

    Ihr Kommentar ist symptomatisch für das Durcheinander, das dieser Diskussion oft innewohnt, und dem wilden Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Themen. Der Tenor ist meistens: Mir gefällt die heutige Musik ohnehin nicht, dafür würde ich nie Geld bezahlen. Runterladen tut man es dann doch, so schlecht scheint es also nicht zu sein. Dann wird üblicherweise, wie z. B. in Nr. 5, die vermeintliche Profitgier der Labels gegeißelt - als ob andere Firmen auf der Welt nicht versuchen würden, Geld zu verdienen. Wann fängt man an, Volkswagen dafür zu kritisieren, dass sie ihren Golf nicht verschenken? Schließlich hat er die Entwicklungskosten längst "eingespielt".

    Und zur Not wird dann noch der Drogenkonsum von Britney Spears & Co. herangezogen, wenn man eine Rechtfertigung dafür sucht, dass man für seinen Musikkonsum nicht bezahlt, sondern ihn kostenlos aus dem Netz zieht.

    Die Industrie hat sich mit manchen Aktionen zurecht unbeliebt gemacht, insbesondere das Thema DRM und irgendwelche abenteuerlichen Kopierschutz-Experimente (siehe Sony seinerzeit) hätte man lieber bleiben lassen sollen. Trotzdem: Ein Großteil der Diskussion auf Konsumenten-Seite ist unehrlich und ziemlich scheinheilig.

    Solange wir in Deutschland nicht kapieren, dass nicht alles im Leben kostenlos ist, und solange eine ansonsten weitgehend konzeptlose Anti-Partei zweistellige Stimmenanteile erhält, die die Abschaffung des Urheberrechts fordert und das ernst meint, liegt das Problem vorwiegend woanders.

    • Mejan
    • 24. Februar 2012 16:37 Uhr

    Sie Reden einem aus der Seele. Es ist schon erstaunlich für was alles wir unsere Bürgerechte aufgeben sollen.

  4. 5. ......

    Hmmm...

    Ein Kinofilm wird eigentlich produziert, um im Kino zu erscheinen. Wenn ein heutiger Film sagen wir einmal 200 Mio in der Produktion kostet und 350 Mio einspielt, so sind alle Gehälter bezahlt, vom Beleuchter bis zum Produzenten und immerhin 150 Mio Gewinn eingefahren.

    Alle DVDs, BlueRays, die auf den Markt kommen, steigern nur noch den Gewinn der Content-Industrie (der Beleuchter sieht davon natürlich nichts). Es geht hier also nicht um den Tod der Kreativ-Wirtschaft (wie so oft dargestellt), sondern um reine Gewinnmaximierung eines Industriezweiges. Aus diesem Grunde kommen nach ein Paar Jahren noch mal eine Extended-Version, ein Director's Cut oder was-auch-immer-Version zusätzlich auf den Markt, ausschließlich, um noch mal mit einem Film, der bereits zigfach abgeschrieben wurde, noch einmal Kasse zu machen.
    Dies sollte man einfach mal miteinbeziehen!

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    Natürlich gibt es auf der Schaffensseite einen kleinen Teil, der von dem System profitiert. Aber es gibt einen großen Teil, der von ihm nicht profiziert. Schaut man nur mal auf Deutschland und hört gerade den kleinen Künstlern zu was die pro Konzert so an die GEMA bezahlen und wieviel sie dann am Ende des Jahres davon ausgeschüttet werden, so sieht man: Die werden da von den Verwertern von vorne bis hinten ausgebeutet. Was die Musikindustrie betrifft gehen da "Hausnummern wie 50 Cent pro verkaufte CD gehen an mich, den Künstler" auf den Tisch. Für mich als Kunde ist das alles nicht nachprüfbar, dafür arbeitet dieser Bereich zu intransparent. Ich muss mir also die Frage stellen: Glaube ich den Künstlern? Oder glaube ich denen, die nur profitieren, sowohl von unseren Umsätzen als auch von den Produktionen der Künstler?

    Stellt sich die Frage nach der CC-Musik. Auch in Deutschland gibt es einige Bands, die aus diesem Markt ausbrechen, ihre Musik kurzerhand kostenlos ins Internet stellen und dafür lediglich bitten, dass man ein bisschen was spendet oder zu den Konzerten geht und dort Eintritt bezahlt. Schaut man auf Jamendo oder ähnliche Plattformen findet man sie dort zuhauf. Doch was ist hierzulande ihr Problem? Sie müssen vor der GEMA z.B. immer wieder den Nachweis erbringen, dass sie NICHT GEMA-gemeldet sind und deshalb gebührenfrei tätig werden können.

    Spätestens hier ist mir als Kunde klar, wer hier von wem profitiert und wer die wirklich leidtragende Partei ist.

    da es vermutlich mehrheitlich Filme gibt, die nicht via Kinoerlös die Kosten decken.
    Auch online- oder stream-Angebote sollten zur Kostendeckung beitragen, aber mit fairen Angeboten.
    Das betrifft sowohl Verfügbarkeit (inkl. DRM) und Preis.
    Es ist jedoch nicht einzusehen, warum die Menschen verschiedener Länder dabei (wie zur Zeit) verschieden behandelt werden, nur weil die Rechteinhaber und Anbieter keine globale Einigung auf die Reihe bekommen.

    Nachtrag:
    Hatte noch was zur Musikindustrie vergessen. Auch von youtube kann man sich (wenn man weiß wie) jedes Video als mp3 runterladen - also "für umsonst" saugen. Wer jetzt behauptet, dass dies Schäden anrichten würde sollte in aller Ruhe und mit Verstand sich folgendes klarmachen: Sony beklagt ausdrücklich, dass durch die Gema-Sperren auf youtube in Deutschland (die man übrigens auch leicht umgehen kann, wenn man weiß wie) Millionenverluste macht!

    http://www.golem.de/news/...

    Die haben nämlich kapiert: Wer einen Song cool findet, holt sich oftmals gleich die ganze CD!
    So viel zu den ganzen angeblichen Argumenten von Diebstahl (wobei man sich fragt, wie intelligent es ist von Diebstahl zu reden, wenn nichts entwendet wurde.... nun ja, jedem wie es gefällt). Vielleicht verstehen es ja auch mal die, die offensichtlich etwas langsamer im denken sind....

  5. "Zum Beispiel weiß niemand so genau, wie viele Nutzer bereit wären, zu zahlen, wenn sie dieselben Inhalte genauso einfach auf legalem Weg konsumieren könnten."

    Hat Kim Schmitz nicht genau das probiert? Hatte er nicht angefangen Verträge direkt mit Künstlern zu schließen um sie legal vermarkten zu können? An den großen Musiklabels vorbei? Manche sagen ja, dass sei der eigentliche Grund warum man ihn hat hochgehen lassen.

    Wenn man z.B. bei Amazon Downloads kauft, dann sind die Preise pro CD immer noch fast 1:1 auf die Dateien umgesetzt.
    Das ist wohl noch zu teuer um die Leute wirklich vom illegalen Download abzuhalten.

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    • kimiko
    • 24. Februar 2012 16:41 Uhr

    “Wenn man z.B. bei Amazon Downloads kauft, dann sind die Preise pro CD immer noch fast 1:1 auf die Dateien umgesetzt.
    Das ist wohl noch zu teuer um die Leute wirklich vom illegalen Download abzuhalten.“
    Es stimmt, das ist zu teuer, aber es gibt wenigstens ein legales Download – Angebot.
    Ich ärgere mich zwar manchmal über die Preise für Musik oder EBooks, kaufe sie dann aber doch bei Amazon.
    Bei Serien im Original sieht die Sache anders aus. Hier gibt es leider nur legale Streaming-Angebote, wenn man z.B. eine IP-Adresse in den USA hat. Hier müsste meines Erachtens legale Angebote geschaffen werden. Ich wäre, wie viele Andere auch, bereit dafür zu zahlen.

    Gibt es da eine Quelle für, dass er mit Künstlern verhandelt hat?

    Würde mich interessieren!

    • TDU
    • 24. Februar 2012 16:07 Uhr

    Ohne kostenlose Downloads würde die Handyindustrie einbrechen. Und so reich sidn die Kunden nicht, dass sie alles kaufen könnten, was sie so runter laden.

    Der Ökonom, Oberholzer Gee, der auf Eitelkeit setzt, hat aber vom Künstler Sein und Urheberrecht "wenig Ahnung". Ohne Geld verhungert der Künstler auch. Und warum kann man nicht differenzieren?.

    Kostenloses Runterladen ist das Eine, selbst Geld verdienen mit den Ideen anderer ist das Andere. Und Neid und Missgunst sowie die Einstellung "böses Kommerzialisieren, die sich ja meist auf andere bezieht" sollte in der Debatte "Nichts" zu sagen haben.

  6. Eine Entkriminalisierung würde dazu führen, das Urheber keinen montären Anreiz mehr hätten, diese zu schaffen. Schließlich könnte der Schöpfer eines solchen Gutes sein Produkt nur noch an genau einen Agenten verkaufen. Jeder weitere würde dieses Gut von dem einen Käufer kopieren.

    Eine Flatrate, um Urheber zu kompensieren, ist ein miserabler Mechanismus zur Ressourcenallokation, der kaum anreizkompatibel ist und leicht manipuliebar. Letztlich ist dem ein Preismechanismus immer vorzuziehen.

    Man sollte vielmehr den Zeitraum begrenzen, für den Urheber immatrieller Güter ein Exklusivrecht auf die Kopie haben, wie dies auch bei Pharma-Patenten der Fall ist. Dadurch werden die Produktionskosten gedeckt und es gäbe weiterhin einen monetären Anreiz immaterielle Güter zu schaffen. Außerdem sollten Urheber kein exklusives Vertriebsrecht haben. Ich muss mir einen Film doch kopieren, wenn ich ihn aus dem Netz laden möchte. An wen soll ich denn eine Gebühr entrichten?

    Antwort auf "Man zahlt bereits ..."
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    "Man sollte vielmehr den Zeitraum begrenzen, für den Urheber immatrieller Güter ein Exklusivrecht auf die Kopie haben, wie dies auch bei Pharma-Patenten der Fall ist."

    Die Dauer für Patentschutz im Pharmaberich liegt bei 20 Jahren + einer möglichen Sonderzeit wegen der Dauer klinischer Tests. Das Urheberschutz endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Wie das bei verkauften Verwertungsrechten ist weiß ich nicht.

    Dagegen steht aber der Fakt, dass Kinofilme in der Regel in den ersten 4 Wochen die Produktionskosten einspielen (müssen). Ansonsten gelten sie als Flop und teilsweise wird eine Vermarktung "Foreign" gar nicht erst erwogen.
    Ähnliche Zeitverläufe bzgl des Umsatz findet man auch bei Computerspielen.

    Der US-Copyright-Act von 1790 sah 14 Jahre mit möglicher Verlängerung vor. Den Urheberschutz von 70 Jahre nach dem Tod auf eine oder zwei Dekade zu verkürzen, wird kaum den Anreiz senken, derartige Güter herzustellen. Bei Filmen und Spielen könnte es demzufolge ja sogar noch schneller gehen. Vielleicht sollte man das Gut abhängig machen. Bei Patenten funktioniert das ja auch...

    "Man sollte vielmehr den Zeitraum begrenzen, für den Urheber immatrieller Güter ein Exklusivrecht auf die Kopie haben":

    Stimme zu und bin für "Lebenslänglich"

    Liebe Grüße (auch wenn Sie eine andere Frist meinen - Divergenzen erhalten den Diskurs)...

    • snm81
    • 24. Februar 2012 17:52 Uhr

    der monetäre anreiz für den künstler vor der zeit der industriellen reproduzierbarkeit der künste? was trieb mozart, beethoven etc? das geld?

    Es wird eine Plattform geschaffen, zu der der User kostenpflichtig Zugang erhält(Flatrate). User, die Content hochladen, werden nach der Anzahl der Downloads entlohnt.

    Die hochladenden User sind nun eben die Künstler, die auf eine für jeden leicht erreichbare Downloadplattform Songs/Filme etc einstellen. Aus dem durch die kostenpflichtigen Zugänge generierten Umsatz werden diese wiederum entlohnt.

    Das System ist einfach wie genial, der User nutzt es, weil er dort nicht mehr als Krimineller gilt, die Downloadgeschwindigkeit ebenso hervorragend ist wie die Qualität der Musikstücke und im besten Fall, weil er den Künstler so direkt unterstützt. Nur wird er eben nicht mehr 1.99 pro Song zahlen(was einer gigantischen Abzocke nachkommt) sondern einen Festbetrag(der Durchaus bei 200€ pro Jahr liegen kann) mit dem er so viel Kunst konsumieren darf, wie er möchte.

    Der Einwand "dann lädt eben ein Fremder ein Werk hoch und verdient sich so dumm und dämlich" zieht übrigens nicht. Dieser macht sich weiterhin der Urheberrechtsverletzung schuldig, während all den Downloadern durch den Künstler das Recht zum Download eingeräumt wurde.

    Dies sind Konzepte der Zukunft, nicht das sinnlose Ausbauen der Überwachung zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen, nicht die völlig überteuerten Angebote wie Itunes oder DRM.

    Ich wundere mich immer wieder über die Art der Diskussion. Wenn ich ein Brot brauche, kann ich nicht einfach damit an der Kasse vorbeilaufen. Dafür werde ich von der Polizei verfolgt. Wo ist da der Unterschied zum unautorisierten Downloaden? In beiden Fällen wird jemand um sein Eigentum gebracht.
    Ob das Urheberrecht nur 3 Monate oder 1000 Jahre dauert, ist meines Erachtens dafür unerheblich. Gewinn ist der Zweck eines Unternehmens, das Streben danach kann man (inbesondere als Mitglied einer kapitalistischen Gesellschaft) wohl kaum kritisieren. Die Methoden sind allerdings diskussionswürdig, und die ACTA-Gesetzgebung will ich sicher nicht akzeptieren.
    In unserer Gesellschaft ist es normalerweise so, dass man Luxus, den man nicht bezahlen kann, auch nicht bekommt. Und wenn man sich den Luxus einfach so aneignet, ohne dafür zu zahlen, muss man mit polizeilicher Verfolgung rechnen. Dabei ist es für mich unerheblich, ob man die Miete zu einer Altbauwohnung nicht zahlt, deren Baukosten längst wieder eingespielt wurden, ein Auto stiehlt oder "illegal downloaded".

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