Erneuerbare Energien Bundesregierung kürzt Solarförderung früher als geplant

Umweltminister Röttgen und Wirtschaftsminister Rösler wollen die Fördersätze schon ab März senken. Die Kürzungen waren erwartet worden, doch die Branche reagiert empört.

Die Bundesregierung will die Solarförderung schon früher und stärker kürzen als bisher geplant. Schon ab dem 9. März soll es für Strom aus neu installierte Anlagen – je nach Größe – bis zu 29 Prozent weniger Subventionen geben als bisher. Danach sollen die Fördersätze weiter sinken. Zudem sollen die Besitzer der Anlagen künftig einen Teil des von ihnen erzeugten Stroms selbst verbrauchen oder vermarkten. 

Die Kürzungen sind Teil des neuen Solar-Konzepts, auf das sich Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philip Rösler (FDP) nach monatelangem Streit geeinigt haben. In der kommenden Woche soll das Kabinett die Pläne beschließen. Letztlich müssen aber Bundestag und Bundesrat den Plänen zustimmen, damit die Gesetzesnovelle in Kraft treten kann.

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Bisher erhalten Betreiber einer Solaranlage für ihren Strom über 20 Jahre eine garantierte Einspeisevergütung. Finanziert wird dies über eine Umlage auf alle Stromverbraucher. Die Förderung sinkt automatisch ein- bis zweimal pro Jahr und wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zusätzlich gekürzt.

Nun sollen die Fördersätze für ab dem 9. März neu installierte Kleinanlagen um 20,2 Prozent sinken; Besitzer von größeren und Freiflächenanlagen sollen gar 29 Prozent weniger Geld erhalten. Zudem soll die Förderung ab 1. Mai jeden Monat weiter um 0,15 Cent pro Kilowattstunde gekürzt werden. Neue Anlagen mit mehr als zehn Megawatt Leistung werden gar nicht mehr gefördert. Durch die Kürzungen soll der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland gebremst werden. Werden mehr neue Anlagen gebaut als von der Regierung vorgesehen, können die Fördersätze weiter gekürzt werden.

Preisgarantie nur noch für begrenzte Strommengen

Zudem soll künftig nur noch ein bestimmter Teil des durch die neuen Anlagen erzeugten Solarstroms zu den garantierten Preisen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes abgenommen werden. Besitzer von kleinen Dachanlagen sollen künftig 15 Prozent der von ihnen erzeugten Elektrizität selbst verbrauchen, während die Eigentümer von Solarparks 10 Prozent ihres Stroms am freien Markt verkaufen sollen. Besitzer von Altanlagen sollen zudem verpflichtet werden, durch staatlich geförderte Umrüstungen zu mehr Netzstabilität beizutragen.

Beide Minister sagten, ihre Vorschläge dienten der beschleunigten Umsetzung der Energiewende. Rösler sprach von einem Systemwechsel und lobte dies als ersten Schritt zu einer Marktintegration der Photovoltaik. Röttgen zufolge würden die Zubaumenge und Kosten der Solarstrom-Förderung mit dem gemeinsamen Vorschlag "wirksam begrenzt" werden. Insgesamt würden die Vergütungssätze Röttgen zufolge im Vergleich zu 2009 halbiert.

Der Naturschutzbund Nabu warf der Regierung eine "Vollbremsung" bei der Energiewende vor. Auch Greenpeace kritisierte die Kürzungen stark. Sie seien ein herber Rückschlag für die Energiewende und gefährde die Führungsrolle der deutschen Solarindustrie. Detlef Wetzel, zweiter Vorsitzender der IG Metall, kritisierte, das neue Konzept schaffe vor allem Verunsicherung, aber keine echte Kostenentlastung. "Damit setzt die Bundesregierung die Arbeitsplätze in der Solarindustrie leichtfertig aufs Spiel." Die thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bezeichnete die Pläne als nicht hinnehmbar und kündigte Widerstand im Bundesrat an. In Thüringen ist die Solarindustrie besonders stark.

Widerstand gegen Brüsseler Energiesparpläne

Rösler und Röttgen einigten sich zudem auf eine gemeinsame Haltung zum Entwurf der EU-Kommission zu einer Energie-Effizienz-Richtlinie: Die Bundesregierung wird die Brüsseler Vorschläge ablehnen. Die EU-Kommission strebt ein verpflichtendes Einsparziel für Versorger an. Demnach sollen sie die Menge des von ihnen verkauften Stroms jährlich um 1,5 Prozent senken.

Rösler kritisierte, dass die Entscheidung, ob Staaten mehr Strom einsparen oder die Energie-Effizienz gesteigert wird, den Staaten überlassen werden sollte. Daher schlägt Deutschland vor, dass die Mitgliedsstaaten wählen können, ob sie binnen drei Jahren ihre Energieeffizienz um 6,3 Prozent steigern oder den Energieverbrauch binnen drei Jahren um 4,5 Prozent senken.

Mehr Energiesparen ist wichtig, um die von Schwarz-Gelb mit dem Atomausstieg verbundene Energiewende zu schaffen. Röttgen wollte ursprünglich ein verbindliches Einsparziel, wie die Kommission es vorgeschlagen hatte.

 
Leser-Kommentare
  1. ...sollte man das nicht auch noch als "Konzept" verkaufen. Die Politik agiert wie immer aufgescheucht und ohne Plan, und wenn der Rösler seine Finger im Spiel hat endet es meist im Chaos. Anstatt nach Wirkungsgrad zu fördern und so die deutschen Hersteller zumindest im Spiel zu halten wird mit dem Rasenmäher die komplette deutsche Industrie zersenst. Infineon lässt grüßen.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemsiche Äußerungen. Danke. Die Redaktion/sc

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemsiche Äußerungen. Danke. Die Redaktion/sc

  2. alles tun, was die Gewinne seiner mächtigen Freunde bei den Stromkonzernen sichert !

    Deshalb ist das Rasenmäherprinzip und das zersensen der deutschen Solarindustrie gewollt.

    Ca. 20 % Anteil der ereuerbaren Energien am Stromanteil in 2011 ! von ca. 17 % im Jahr 2010 !
    http://www.erneuerbare-en...

    Da gegen in den Konzeretagen der Stromkonzerne sämtliche Alarmlampen an, denn bisher hatten die Herrschaften fast ausschließlich auf weiter so gesetzt mit Braun- Steinkohle und Atomkraft, erneuerbarer Energien wurden nur als Feigenblatt betrieben bis heute...

    Das heißt die 20 % gehen fast 1 zu 1 vom Gewinn von RWE & Co. verloren, tendenz rasant steigend.

    Man stelle sich nur aml vor, der gezielt verschleppte Netzausbau hätte nicht stattgeunden dann wär der Anteil schon jetzt deutlich höher. Aber so werden bei zu viel Strom im Netz z.B. imn windreichen Herbst die Windkraftanlagen einfach abgeschaltet.

    Herr Rösler bedient im typischer fdp Manier die Stromlobby.

    Zum Glüch sind seine Tage am Schalthebel der Macht gezählt und der Bundesrat kann diese Überfallartige Zusatzsenkung um zum Teil satte 30 % blockieren.Die cdu Ministerpräsidentin von Thüringen hat bereits Widerstand angekündigt.

    Das die Förderung sinken soll ist grundsätzlich richtig und auch in der Solarbranche akzeptiert, das jetzt geplante Hau Ruck Gesetz ist aber ein gezielter Kahlschlag.

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    Rösler sollte also lieber die Solar-Lobby stützen? Ist ja ein sehr intelligenter Einwand...

    Rösler macht das schon ganz richtig so. Photovoltaik ist zu ineffizient, als dass diese massive Subventionierung gerechtfertigt wäre.

    Rösler sollte also lieber die Solar-Lobby stützen? Ist ja ein sehr intelligenter Einwand...

    Rösler macht das schon ganz richtig so. Photovoltaik ist zu ineffizient, als dass diese massive Subventionierung gerechtfertigt wäre.

  3. Rösler sollte also lieber die Solar-Lobby stützen? Ist ja ein sehr intelligenter Einwand...

    Rösler macht das schon ganz richtig so. Photovoltaik ist zu ineffizient, als dass diese massive Subventionierung gerechtfertigt wäre.

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    heute ?

    Steinkohle, Braunkohle, Atomkraft z.b. direkt ihn den Bergbau und indirekt über geschenkte co2 Zertifikate oder das abkoppeln der Entsorgungskosen bei Atomstrom. Stattdessen muss die teure Entsorgung der Steuerzahler übernehmen.

    Ihr Statement ist also alles andere als intelligent.

    Schaun mer mal, wie der Bundesrat abstimmt, so einfach kommt Rösler mit seinem "Amoklauf" gegen ereuerbare Energien hoffentlich nicht duch.

    Abschließend Solarlobby. Wer beherrscht denn bis heute die Strommärkte ? Doch wohl die vier großen Stromkonzerne in Deutschland und genau das will Rösler zementieren.

    heute ?

    Steinkohle, Braunkohle, Atomkraft z.b. direkt ihn den Bergbau und indirekt über geschenkte co2 Zertifikate oder das abkoppeln der Entsorgungskosen bei Atomstrom. Stattdessen muss die teure Entsorgung der Steuerzahler übernehmen.

    Ihr Statement ist also alles andere als intelligent.

    Schaun mer mal, wie der Bundesrat abstimmt, so einfach kommt Rösler mit seinem "Amoklauf" gegen ereuerbare Energien hoffentlich nicht duch.

    Abschließend Solarlobby. Wer beherrscht denn bis heute die Strommärkte ? Doch wohl die vier großen Stromkonzerne in Deutschland und genau das will Rösler zementieren.

  4. heute ?

    Steinkohle, Braunkohle, Atomkraft z.b. direkt ihn den Bergbau und indirekt über geschenkte co2 Zertifikate oder das abkoppeln der Entsorgungskosen bei Atomstrom. Stattdessen muss die teure Entsorgung der Steuerzahler übernehmen.

    Ihr Statement ist also alles andere als intelligent.

    Schaun mer mal, wie der Bundesrat abstimmt, so einfach kommt Rösler mit seinem "Amoklauf" gegen ereuerbare Energien hoffentlich nicht duch.

    Abschließend Solarlobby. Wer beherrscht denn bis heute die Strommärkte ? Doch wohl die vier großen Stromkonzerne in Deutschland und genau das will Rösler zementieren.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Stammtischgeplänkel"
  5. Durch die Konkurrenz der Chinesen die auch ihre Solarbranche subventionieren und zu dem noch günstigere Personalkosten haben steht der Standort Deutschland stark unter druck. Es sind schon Solarfirman Pleite gegangen und es werden noch welche Folgen. Die Branche verkauft ihre Module gerade unter ihren herstellungskosten nur um zu überleben. Wenn diese Kürzung durch kommt dürfte made in Germany Geschichte sein.

    Der Energielobby wirds nichts nützen, gekauft werden die Module trotzdem, und dann leider ausschließlich aus dem Ausland.

    Die deutschen kaufen derzeit 50% des gesamten Solarmakrtes. Also sollte ein Interesse daran liegen, dass die Produktion, das Geld und auch die Arbeitsplätze verdammt nochmal hier in Deutschland bleiben.

  6. Solarenergie in Deutschland ist so überflüssig wie ein Kühlschrank in der Arktis. Viele scheinen den Fehler zu begehen, die Solarbranche für eine Art Nonprofit-Organisation zu halten. Natürlich werden hier eben so knallhart Geschäfte gemacht wie in der Ölindustrie - der Unterschied ist gleich Null. Niemand weiß z.B. welchen Schaden die Entsorgung alter Panele verursachen wird. Das irgendiene Lobbyorganisation rumnervt ist so absehbar, dass es eigentlich keinen Kommentar wert ist.ch

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    • ASasse
    • 23.02.2012 um 20:27 Uhr

    Mit Kühlschränken in der Arktis können Sie keine 4% des Stromes für ein Industrieland im Jahr 2012 herstellen. Mit Solarenergie in Deutschland erhalten Sie 4% des Stromes in 2012, auch wenn der weitere Zubau jetzt gestoppt wird.

    Wenn Sie mit Sonnenenergie Geschäfte machen, dann ist danach der Golf von Mexiko genauso sauber wie zuvor, ein Vergleich mit der Ölindustrie sollte also unbedingt fair betrachtet werden.

    Alte Solarmodule können Sie zum Wertstoff-Verwerter bringen. Der verwertet die Wertstoffe (Alu, Silber, Kupfer Glas, Lötzinn) und nimmt daher Ihr altes Panel gerne kostenlos entgegen. Problematisch sind lediglich die weniger als 10% Panels auf der Welt, die aus Cadmium Tellurid bestehen. Ein exotisches Produkt. Die werden zwar auch wiederverwertet, solange Tellur so wertvoll ist wie heute, aber es wäre auch überhaupt kein Problem für den Solarmarkt, wenn dieses Nieschenprodukt schlicht verboten würde (wofür sich Teile der Solarbranche natürlich schon heute einsetzen, weil sie der Imageschaden nervt, dieser Panel Typ überflüssig ist, und für viele einfach nur der ungeliebte Wettbewerber ist).

    • ASasse
    • 23.02.2012 um 20:27 Uhr

    Mit Kühlschränken in der Arktis können Sie keine 4% des Stromes für ein Industrieland im Jahr 2012 herstellen. Mit Solarenergie in Deutschland erhalten Sie 4% des Stromes in 2012, auch wenn der weitere Zubau jetzt gestoppt wird.

    Wenn Sie mit Sonnenenergie Geschäfte machen, dann ist danach der Golf von Mexiko genauso sauber wie zuvor, ein Vergleich mit der Ölindustrie sollte also unbedingt fair betrachtet werden.

    Alte Solarmodule können Sie zum Wertstoff-Verwerter bringen. Der verwertet die Wertstoffe (Alu, Silber, Kupfer Glas, Lötzinn) und nimmt daher Ihr altes Panel gerne kostenlos entgegen. Problematisch sind lediglich die weniger als 10% Panels auf der Welt, die aus Cadmium Tellurid bestehen. Ein exotisches Produkt. Die werden zwar auch wiederverwertet, solange Tellur so wertvoll ist wie heute, aber es wäre auch überhaupt kein Problem für den Solarmarkt, wenn dieses Nieschenprodukt schlicht verboten würde (wofür sich Teile der Solarbranche natürlich schon heute einsetzen, weil sie der Imageschaden nervt, dieser Panel Typ überflüssig ist, und für viele einfach nur der ungeliebte Wettbewerber ist).

  7. Ein großer Fehler! So überlässt man China und Südkorea den Solar-Weltmarkt und vernichtet in Deutschland wichtige Arbeitsplätze!

    Das wird in der Solarbranche erkannt und diesbezüglich auch geahndet. So mancher Arbeiter wird seinen Arbeitsplatz räumen müssen, und die regierenden Parteien bei der Bundestagswahl 2013 abstrafen!

    Dabei wird das fragwürdige Image der FDP zunehmend befleckt!

    Am Ende wird sich nicht mehr die Frage stellen, ob die FDP in den Bundestag kommt, sondern ob sie mit ihren marginalen Wählerstimmen ihre Wahlkosten überhaupt noch zurückbekommen!

    FDP, eine Partei schafft sich ab!

    • ASasse
    • 23.02.2012 um 20:07 Uhr

    Von der Energiewende reden sie bei jeder Sonntagsrede, aber in einer Situation wo nahezu jeder Hersteller weitweit Verluste schreibt, will diese Regierung den Ausbau der Sonnenenergie stoppen. Dabei sinkt die Vergütung für Anlagenleistung bis 30 kWp um 32%, nicht um 29% wie oben im Artikel (noch) steht.

    Die Verluste, die im 4. Quartal 2011 nahezu jeder Solarhersteller weltweit geschrieben hat (bei börsennotierten Unternehmen leicht nachzuvollziehen) sind Folge einer zu schnellen Kürzungen der Vergütung in diversen Solarmärkten. Auch in Deutschland sank die Vergütuung zum 1.1.12 um 15%, was die Verluste weiter vergrößert. Und nun sollen weitere 32% & Nadelstiche draufgesattelt werden?

    Nadelstiche sind beispielsweise die Verpflichtung für kleine Anlagenbetreiber 15% des erzeugten Stromes zu verbrauchen. Wer also eine Solaranlage hat muss im Zweifelsfall bei Sonnenschein Strom verschwenden, während nebenan ein AKW läuft?

    Das ist ein Solarverhinderungsgesetz. Ich hoffe, dass das Parlament diesem Regierungsvorschlag nicht zustimmt.

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