ArbeitskampfWarnstreik am Flughafen Berlin-Tegel beendet

Am viertgrößten deutschen Flughafen das Bodenpersonal die Arbeit wieder aufgenommen. Fluggäste müssen allerdings auch im weiteren Tagesverlauf mit Problemen rechnen. von dpa

Der Berliner Flughafen Tegel

Der Berliner Flughafen Tegel

Die Gewerkschaft Verdi hat ihren Warnstreik am Flughafen Berlin-Tegel beendet. Die Beschäftigten des Dienstleisters Globeground hatten um 6.00 Uhr für dreieinhalb Stunden die Arbeit niederlegt. Es kam zu Flugausfällen und Verspätungen. Fluggäste müssen daher auch im weiteren Tagesverlauf mit Problemen rechnen. Der zweite Berliner Flughafen Schönefeld war nicht betroffen.

Vor allem hoch frequentierte Strecken etwa nach Frankfurt waren gezielt ausgedünnt worden, um den übrigen Verkehr möglichst reibungslos ablaufen zu lassen, erklärte ein Flughafensprecher.

Anzeige

Mit dem Ausstand am viertgrößten deutschen Flughafen wollte die Gewerkschaft Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für die 1.500 Globeground-Beschäftigten machen. Sie kümmern sich in Berlin um die Passagier- und Gepäckabfertigung, kontrollieren das Vorfeld und betanken die Maschinen.

Nach Angaben von Verdi-Streikleiter Jens Gröger waren in den Morgenstunden in Tegel zwischen 200 und 300 Globeground-Angestellte zur Schicht eingeteilt. "Ich bin hoch zufrieden mit der Beteiligung", sagte Gröger.

"Wir gehen davon aus, dass der Arbeitgeber auch Streikbrecher eingesetzt hat." Deswegen habe der Warnstreik sehr kurzfristig angesetzt werden müssen. "Das ist für die Fluggäste nicht besonders günstig, aber aus taktischen Gründen ließ sich das nicht anders regeln", erklärte Gröger.

Die Arbeitgeber wollten für die meisten Beschäftigten eine deutliche Absenkung des Einkommensniveaus durchsetzen, hieß es in einer Verdi-Erklärung. Da die Arbeitgeberseite ihr Angebot als alternativlos bezeichnet habe, "haben wir für heute zu einem ersten Warnstreik aufgerufen", sagte Gröger. Das Angebot sei "jenseits alles Guten".

Verdi fordert für die Globeground-Beschäftigten 4 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Gröger erläuterte, der Gehaltszuschlag solle den unteren Einkommensgruppen relativ stärker zugute kommen. Die meisten Beschäftigten seien Geringverdiener mit Einstiegsgehältern von monatlich knapp 1.500 Euro.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Man braucht sich nicht mehr wundern über Streiks , aber seit
    2 Jahren steigen ständig in allen Bereichen die Preise in unserem Land und das auch bei den Lebensmitteln.
    Die Lebensmittelpreise waren eigentlich im vorigen Jahrzehnt noch stabil.Vielleicht sollten die Regierungen
    der Eurozone etwas für die Stabilisierung
    der Lebensmittelpreise tun damit unser Geld wieder viel wert ist.

  2. Toll dass die Streikenden auch Einschnitte der höheren Einkommensgruppen verlangen.
    Hoffentlich streiken bald auch die Bankangestellten und fordern das gleiche.
    Endlich mal Umverteilung von oben nach unten.

    • Chali
    • 02. März 2012 8:41 Uhr

    Dass so etwas erlaubt ist!

    Wo soll das nur enden!

    Vielleicht streiken dann ja die Krankenschwestern in den Rhön-Kliniken!

  3. Vielleicht geht irgendwann mal der Gesellschaft ein Licht auf, wessen Arbeit wirklich wertvoller ist: die der Flughafenarbeiter, Krankenschwestern usw., oder beispielsweise die von Sebastian Schweinsteiger. Wenn Schweinsteiger streikt, haben wohl nur sehr wenige Menschen wirkliche Nachteile.

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Arbeitskampf | Ver.di | Arbeitgeber | Verkehr | Warnstreik | Arbeit
Service