Die Finanzkrise in Spanien bereitet der Europäischen Union nach Worten des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti "große Sorgen". "Die Regierung in Madrid hat zwar eine weitreichende Reform des Arbeitsmarkts vorgenommen, aber die Staatsfinanzen außer Acht gelassen", sagte Monti auf einer Tagung in Cernobbio in Norditalien .  Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen stiegen wieder an. Es bestehe die Gefahr, dass diese Tendenz auf andere Länder wie Italien übergreifen könne. "Es wäre äußerst bedauerlich, wenn wir dadurch um Monate zurückgeworfen würden."

Die spanische Regierung protestierte in Rom und bezeichnete die Äußerungen Montis als "nicht angebracht". Madrid verlangte nach Medienberichten eine Richtigstellung von der italienischen Regierung. Daraufhin sagte die italienische Regierungssprecherin Elisabetta Olivi, man habe "volles Vertrauen" in die Entschlossenheit Madrids, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen.

Spanien muss mehr sparen

Spanien war in letzter Zeit auf den Finanzmärkten wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Madrid hatte 2011 sein Defizitziel weit verfehlt und wird auch die ursprünglich für dieses Jahr geplante Marke nicht erreichen. Seitdem haben sich zahlreiche Anleger von spanischen Staatsanleihen getrennt, deren Renditen in der Folge deutlich stiegen. Mittlerweile verlangen Anleger von Spanien höhere Zinsen als von Italien. Das Land muss mehr sparen , der konservative spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat sein Sparprogramm aber noch nicht vorgelegt. Dies soll am kommenden Freitag mit der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2012 geschehen.