Nach Schuldenschnitt : Finanzminister geben weitere Griechenland-Hilfe frei

Die nächsten Hilfsmilliarden können fließen: Nach dem wichtigen Schuldenschnitt vom Donnerstag gaben die Euro-Staaten einen Teil des zweiten Hilfspakets frei.
Berichte über den Schuldenschnitt waren Titelthema griechischer Zeitungen © Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

Die Euro-Finanzminister haben das zweite Hilfspaket für das pleitebedrohte Griechenland zum Teil freigegeben. Bei einer Telefonkonferenz einigten sie sich darauf, dass 30 Milliarden Euro zur Unterstützung des Schuldenschnitts plus 5,5 Milliarden Euro für die Begleichung aufgelaufener Zinsen nun bereit stehen. Weitere Entscheidungen dazu sollen in der kommenden Woche in Brüssel fallen.

Das Rettungspaket der Euro-Staaten umfasst insgesamt 130 Milliarden Euro. Ohne die Hilfskredite der Euro-Länder wäre Griechenland noch im März pleite, weil es seine Schulden nicht mehr begleichen könnte.

Die Freigabe folgt auf den Schuldenerlass wichtiger Kreditgeber Griechenlands . Mehr als drei Viertel der Gläubiger hatten am Donnerstag dem Land einen bedeutenden Teil seiner Schulden erlassen, indem sie Staatsanleihen von 172 Milliarden Euro in kürzer laufende Darlehen umtauschen, die weniger Zinsen einbringen.

Die privaten Investoren verzichten auf etwa 53 Prozent des ursprünglichen Nominalwerts.

Die Regierung in Athen hatte für den Schuldenschnitt ursprünglich eine freiwillige Beteiligung von mindestens 90 Prozent angestrebt. Die Gläubiger mit Anleihen nach griechischem Recht, die ihre Zustimmung bislang verweigerten, sollen nun zum Anleihentausch gezwungen werden. Die Frist für den Umtausch von nach internationalem recht geschlossenen Anleihen wurde bis zum 23. März verlängert.

Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker sagte, die Staaten seien über die hohe Beteiligung bei dem als freiwillig bezeichneten Schuldenschnitt in Griechenland "ermutigt". Sie hofften auf den Verzicht weiterer Gläubiger und darauf, das der Internationale Währungsfonds auch zum zweiten Hilfsmaßnahmenpaket einen "bedeutenden Beitrag" leiste.

Dass der Fonds mitmacht, ist klar. Bezüglich der Größenordnung hielt sich Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde bisher bedeckt. Sie begrüßte am Freitag lediglich die Beteiligung der Gläubiger an der Entschuldung Griechenlands als "bedeutenden Schritt", der den mittelfristigen Hilfsbedarf des Landes deutlich reduziere.

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Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ja, was denn nun?

"Ohne die Hilfskredite der Euro-Länder wäre Griechenland noch im März pleite, weil es seine Schulden nicht mehr begleichen könnte." Begleichen oder bedienen, was ist denn jetzt gemeint? Begleichen heisst für mich zurückzahlen, und dazu ist Griechenland doch auch mit den Hilfspaketen nicht in der Lage. Bedienen heisst für mich, Zinsen (und vielleicht etwas von der Schuld) bezahlen. Kann mich jemand aufklären? Dank im Voraus!
Weiter in Text: "...indem sie Staatsanleihen von 172 Milliarden Euro in kürzer laufende Darlehen umtauschen, die weniger Zinsen einbringen.", dazu weiter unten dann, wo in einem Extrafenster der Schuldenschnitt erklärt wird: "Die griechische Regierung bietet den Gläubigern nun an, die bisherigen Papiere in Anleihen mit längerer Laufzeit und niedrigerer Verzinsung zu tauschen." Ja was denn nun? Längere oder kürzere Laufzeit?
Bei so viel Kompetenz und gewissenhafter Recherche reicht es wirklich, die Bild zu lesen!

Fragen über Fragen

Es muss wohl Anleihen mit längerer Laufzeit lauten, meiner Meinung nach sind es Anleihen mit 30 Jahren Laufzeit.

Die Antwort auf Ihre erste Frage lautet hingegen "sowohl als auch". Griechenland hat sich Geld zu unterschiedlichen Laufzeiten (in der Regel über Anleihen) geliehen, die während der Laufzeit üblicherweise nicht getilgt werden sodern lediglich der Zins an die Gläubiger gezahlt wird. Diese Anleihen müssen bei Fälligkeit durch neu aufgenommene Schulden getilgt werden. So geht es dann immer munter weiter und so machen es alle Staaten, die ihre Verschuldung nicht reduzieren. Da Griechenland kein Geld mehr am Kapitalmarkt bekommt, kann es die Anleihen bei Fälligkeit nicht zurückzahlen (in diesem Fall meint begleichen=bedienen) und ist somit auf die Geldspritze von Merkel & Co. angewiesen.

Zu Nummer 3: es wird wohl Gläubiger nach Kapital und nicht nach Köpfen gemeint sein. Nach Köpfen sieht die Zustimmung sicherlich deutlich niedriger aus.

Versteh ich nicht

Griechenland hat doch einen schuldenschnitt gebraucht da sie ihre kredite nicht mehr bedienen können.

jetzt kommen wir und leihen griechenland 130 milliarden euro.

das nenn ich ja mal grob fahrlässig.

wenn das mein banker machen würde könnte der sich wohl nen neuen job suchen.

aber sind ja eh nur steuergelder