Die Euro-Finanzminister haben das zweite Hilfspaket für das pleitebedrohte Griechenland zum Teil freigegeben. Bei einer Telefonkonferenz einigten sie sich darauf, dass 30 Milliarden Euro zur Unterstützung des Schuldenschnitts plus 5,5 Milliarden Euro für die Begleichung aufgelaufener Zinsen nun bereit stehen. Weitere Entscheidungen dazu sollen in der kommenden Woche in Brüssel fallen.

Das Rettungspaket der Euro-Staaten umfasst insgesamt 130 Milliarden Euro. Ohne die Hilfskredite der Euro-Länder wäre Griechenland noch im März pleite, weil es seine Schulden nicht mehr begleichen könnte.

Die Freigabe folgt auf den Schuldenerlass wichtiger Kreditgeber Griechenlands . Mehr als drei Viertel der Gläubiger hatten am Donnerstag dem Land einen bedeutenden Teil seiner Schulden erlassen, indem sie Staatsanleihen von 172 Milliarden Euro in kürzer laufende Darlehen umtauschen, die weniger Zinsen einbringen.

Die privaten Investoren verzichten auf etwa 53 Prozent des ursprünglichen Nominalwerts.

Die Regierung in Athen hatte für den Schuldenschnitt ursprünglich eine freiwillige Beteiligung von mindestens 90 Prozent angestrebt. Die Gläubiger mit Anleihen nach griechischem Recht, die ihre Zustimmung bislang verweigerten, sollen nun zum Anleihentausch gezwungen werden. Die Frist für den Umtausch von nach internationalem recht geschlossenen Anleihen wurde bis zum 23. März verlängert.

Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker sagte, die Staaten seien über die hohe Beteiligung bei dem als freiwillig bezeichneten Schuldenschnitt in Griechenland "ermutigt". Sie hofften auf den Verzicht weiterer Gläubiger und darauf, das der Internationale Währungsfonds auch zum zweiten Hilfsmaßnahmenpaket einen "bedeutenden Beitrag" leiste.

Dass der Fonds mitmacht, ist klar. Bezüglich der Größenordnung hielt sich Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde bisher bedeckt. Sie begrüßte am Freitag lediglich die Beteiligung der Gläubiger an der Entschuldung Griechenlands als "bedeutenden Schritt", der den mittelfristigen Hilfsbedarf des Landes deutlich reduziere.