Tarifstreit Öffentlicher Dienst: Tausende Angestellte legen Nahverkehr und Kitas lahm
Bahnen, Kliniken, Kitas: Nach Streiks in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland ruht am Dienstag auch in Baden-Württemberg und im Nordosten vielerorts die Arbeit.
Mehr als 10.000 Beschäftigte haben in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nicht gearbeitet. In Frankfurt standen Straßen- und U-Bahnen still, in Mainz und Ludwigshafen blieben Kindertagesstätten geschlossen.
Mit einer Reihe von Warnstreiks macht ver.di in der laufenden Tarifrunde für die zwei Millionen Beschäftigten von Kommunen und Bund Druck. Für Dienstag hat die Dienstleistungsgewerkschaft Angestellte in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, am Mittwoch soll dann Nordrhein-Westfalen folgen – die restlichen Bundesländer im Laufe der Woche.
Die kommunalen Arbeitgeber verurteilten die Warnstreiks als "Stimmungsmache". Der Protest sei eine "in keiner Weise gerechtfertigte" Eskalation, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Manfred Hoffmann.
Warnstreiks als Reaktion auf fehlendes Angebot
Die Arbeitgeber hatten beim Auftakt der Gespräche in der vergangenen Woche kein Angebot vorgelegt. Die Beschäftigten ihrerseits wollen mit den Streiks nach eigenen Angaben nun deutlich machen, dass sie von den Arbeitgebern ein Angebot erwarten. "Die Streiks sind eine Reaktion auf die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, die von den Beschäftigten als gezielte Provokation empfunden wird", sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. Er hoffe, "dass die Arbeitgeber das Signal verstehen" und in der zweiten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.
Ver.di und die Tarifunion des Beamtenbundes fordern Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent für die zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. In der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche hatten die Arbeitgeber diese Forderung lediglich als unrealistisch zurückgewiesen. Die von Verdi geforderte Gehaltssteigerung führe zu Leistungskürzungen für die Bürger, Personalabbau und den Abbau von Ausbildungsplätzen. Die Verhandlungen sollen am 12. März fortgesetzt werden.





Ich will ja nicht sagen, dass die streikenden Berufsgruppen eine Lohnerhöhung nicht nötig hätten. Dazu habe ich zu wenig Ahnung von deren Löhne.
Aber bei der derzeitigen Streikstimmung hätte Verdi auch gestreikt wenn ein Angebot vorgelegen hätte. Dann wäre die Begründung halt, dass dieses unverschämt niedrig sei.
Das öffentliche Leben lahmzulegen obwohl für den 12.03 bereits ein neuer Verhandlungstermin vorliegt finde ich schon ein wenig motzig und erpresserisch. Mal sehen wo das noch endet wenn sich jetzt jede Gewerkschaft an "Erpressung" versucht.
Aber wie gesagt ich kritisiere nur die Gewerkschaft. Kindergärtner haben bestimmt 200 Euro mehr nötig und auch verdient. Ich würde den Job nervlich nicht durchstehen.
Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag
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Im Bundesbesoldungsgesetz § 14 Anpassung der Besoldung
steht:
"Die Besoldung wird entsprechend der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse und unter Berücksichtigung der mit den Dienstaufgaben verbundenen Verantwortung durch Gesetz regelmäßig angepasst."
Und genau das hat man in den letzten Jahren nicht getan! Durch den Wegfall von Urlaubsgeld, dem zeitweisen Absenken des Weihnachtsgeldes und der geringen Gehalts- / Besoldungserhöhungen der letzen Jahre haben die Angehörigen des öffentlichen Dienstes effektiv eine negative Gehaltentwicklung. Gleichzeitig wurde das Aufgabenspektrum für jeden einzelnen (insbesondere bei Soldaten) ausgeweitet. Der Passus "unter Berücksichtigung der mit den Dienstaufgaben verbundenen Verantwortung" wurde bisher so gut wie gar nicht berücksichtigt. So klafft die Schere zwischen ziviler Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst immer weiter auseinander.
Um diesem Missstand ein wenig entgegen zu wirken sind die geforderten 6.5% eigentlich das absolute Minimum. Es ist schwer vermittelbar, dass ein Arbeitnehmer bei z.B. Audi eine stattliche Gewinnbeteiligung erhält (das soll er auch!) aber der öffentliche Sektor nur dann am Wachstum beteiligt wird, wenn es negativ ausfällt.
Wenn also die Forderung nach 6,5% nicht erfüllt wird, bitte ich diejenigen die es dürfen in Vertretung für alle anderen, Streiken, Streiken und nochmals Streiken!!!
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aber ich sehe das als unfair an. bei den einen schreien alle ("vorfeldlotsen") und schwaffeln irgend was von erpressung, aber auf der anderen seite is das ok - wohl nur solange es genug tun...
Ihre "Untergebenen" fordern nicht mal soviel wie Sie sich in den letzten Jahren gegönnt haben...
http://www.focus.de/polit...
Wird im öffentlichen Dienst gestreikt, ist das sehr problematisch, denn es trifft hauptsächlich Unbeteiligte, die an der Situation nichts ändern und auch nichts beeinflussen können. Deshalb muss bevor ein Streik ausgerufen wird dies gut überlegt sein. Im aktuellen Fall habe ich den Eindruck, dass sich keine Gedanken über die Wirkung des Streiks gemacht wurden und wen man eigentlich treffen will. Eine alleinerziehende Mutter kann ihrer Arbeit nicht nachgehen, da sie das Kind nicht unterbringt und der Nutzer Öffentlicher Verkehrsmittel hat auch seine liebe Not.
Die alleinerziehende Mutter sollte nicht die Streikenden für ihre Missere verantwortlich machen, sondern die Arbeitgeber, die einer gerechten Lohnerhöhung trotz steigender Unternehmensgewinne und Inflation nicht zustimmen wollen.
Die alleinerziehende Mutter sollte nicht die Streikenden für ihre Missere verantwortlich machen, sondern die Arbeitgeber, die einer gerechten Lohnerhöhung trotz steigender Unternehmensgewinne und Inflation nicht zustimmen wollen.
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