Logistik : UPS will mit TNT-Übernahme Weltmarktführer werden

Die Deutsche-Post-Tochter DHL bekommt große Konkurrenz in Europa: Der US-Paketdienst UPS will für 5,2 Milliarden Euro das niederländische Unternehmen TNT übernehmen.

Der weltgrößte Kurierdienst UPS aus den USA will den niederländischen Paketdienst TNT Express für etwa 5,2 Milliarden Euro übernehmen. Die Amerikaner wollen mit dem Zukauf in Europa expandieren und vor allem der Deutschen Post DHL bei dem Geschäft mit eiligen Sendungen Konkurrenz machen. TNT Express und DHL dominieren dieses Geschäft in Europa. Sollte die Übernahme gelingen, würden die Amerikaner im Paket- und Expressbereich zum Konkurrenten DHL aufschließen.

UPS will insgesamt 5,16 Milliarden Euro zahlen, das sind 9,50 Euro pro Aktie. "Die Transaktion wird einen Weltmarktführer für Logistik mit einem Umsatz von mehr als 45 Milliarden Euro jährlich und einem erweiterten, weltweiten Netzwerk schaffen", teilten UPS und TNT mit.

TNT hatte im Februar ein Übernahmeangebot in Höhe von 4,9 Milliarden Euro zurückgewiesen, seitdem verhandelten die beiden Konzerne. Nun unterstützt die TNT-Führung das verbesserte Angebot.

EU muss Übernahme zustimmen

UPS mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia beschäftigt weltweit 400.000 Menschen. TNT Express ist aus der Aufspaltung der niederländischen Post in einen Brief- und einen Paketdienst hervorgegangen. Das Unternehmen hat 82.000 Angestellte und ist in 200 Staaten weltweit aktiv. Der niederländische Briefzusteller PostNL, mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner von TNT Express, hat zugesagt, seine Anteile an UPS zu verkaufen.

Die Übernahme verhindern könnte noch ein Veto der EU-Kommission . UPS geht davon aus, dass die Brüsseler Wettbewerbshüter die Übernahme nach einer einfachen, einmonatigen Prüfung billigen. Die Deutsche Post rechnet dagegen damit, dass die EU die Übernahme umfassend untersucht. "Wir gehen davon aus, dass es eine vertiefte Prüfung durch die EU-Kommission geben wird", sagte ein Post-Sprecher. Mit der Übernahme stärke ein "wesentlicher Player" seine Marktmacht in einer Branche, in der es nur wenige große Teilnehmer gebe.
 

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Die Mindestlohn-Verhinderung bei der Konkurrrenz der DPAG,

ausdrücklich befürwortet von Schwarz-Gelb, schwächt natürlich die Deutsche Post. Wenn dies nicht wäre, könnte man ja auch dafür plädieren, dass ein deusches Unternehmen zum Weltmarktführer wird. Nun wird den tariffremden freiheitlichen Kräften das Feld überlassen und die Gewinne wandern nach Übersee. Nur gut, dass in unserer Regierung der Wirtschaftssachverstand so hoch angesiedelt ist. Ich werde zumindest nun keine Rücksicht mehr auf STVO-feindliches Verhalten von UPS-Fahrern nehmen. Im Übrigen bin ich bislang mit DHL wesentlich mehr zufrieden als mit UPS, bei denen kann es schon mal vorkommen, dass eine normale Zustellung eine Woche dauert.