Schuldenkrise: Ihr selbstgerechten Deutschen!
Die deutsche Regierung pocht auf strengere Regeln in Europa. Damit verkennt sie das Wesen der Euro-Krise, schreibt der britische Ökonom Simon Tilford im Gastbeitrag.
Wenn es um die Krise in der Euro-Zone geht, lautet die herrschende Erzählung in Deutschland wie folgt: Es gibt keine Krise des Euro, denn dieser war ein Erfolg. Wenn einige Staaten im Moment in Schwierigkeiten stecken, dann nur deshalb, weil sie an Wettbewerbsfähigkeit verloren und die Maastricht-Kriterien verletzt haben. Die logische Folge dieser Erzählung: Es gibt nur eine Möglichkeit, um wieder Vertrauen in der Europäischen Währungsunion zu schaffen – die Sünder unter den Mitgliedsstaaten müssen endlich ihre Volkswirtschaften reformieren und ihre Staatsfinanzen in Ordnung bringen. Der Weg zur Erlösung führt dabei über die Wiederentdeckung von Disziplin, Sparsamkeit und harter Arbeit.
Diese Sichtweise ist selbstgerecht und verquer. Und die Botschaft, die dahinter liegt, ist möglicherweise mit einem Überleben der Währungsunion nicht vereinbar.
Die Deutschen haben zwar Recht, wenn sie anmerken, dass die Exzesse vor allem in der Peripherie der Euro-Zone stattgefunden haben. Natürlich brauchen die südeuropäischen Staaten Reformen. Aber die deutsche Erzählung ist allein schon deshalb unlogisch, weil es unmöglich ist, dass jedes Land "innerhalb seiner Verhältnisse lebt". Wenn einige Staaten als Schuldner auftreten, muss es auch Gläubiger geben. Verquer ist die deutsche Sicht, weil die Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts bislang kaum Einfluss darauf gehabt hat, ob ein Staat zwischenzeitlich von den Anleihemärkten abgeschnitten war. Zuletzt ist die deutsche Sicht egoistisch, weil über die heimischen Sünden einfach hinweg gegangen wird: Es waren deutsche Banken mit schwacher Kapitalbasis, die den Schuldenstaaten sorglos große Summen geliehen haben.
Die deutsche Obsession, immer mehr Regeln und Disziplin zu wollen, hat eine perverse Politik hervorgebracht. Spanien wird beschimpft, weil es seine Haushaltsziele nicht einhalten kann – obwohl dafür eher der schwächere Verlauf der Konjunktur verantwortlich ist als ein fehlender Sparwille. Alle Länder der Währungsunion versuchen im Moment ihre Tugend zu beweisen, indem sie ihre öffentlichen Ausgaben kappen. Die Folge ist eine brutale kontraktive Politik in der gesamten Region. Auch der jüngste Vorstoß der Europäischen Zentralbank, den Bankensektor europaweit zu stützen, stieß in Deutschland auf scharfe Kritik. Dabei wäre das eine notwendige Strategie, um einen Kollaps der Euro-Zone zu verhindern.
Die Deutschen erwecken den Anschein, dass es ausreiche, Regeln um jeden Preis einzuhalten. Aber Regeln, egal wie strikt oder flexibel sie eingeführt werden, werden das Vertrauen in die Euro-Zone nicht zurückbringen. So richtig es auch ist, dass die strauchelnden Mitgliedsstaaten Strukturreformen und Haushaltsdisziplin brauchen: Die Euro-Zone wird das nicht stabiler machen – selbst wenn die deutschen Eliten noch so sehr davon überzeugt sind.

Simon Tilford ist Chefökonom der britischen Denkfabrik Centre for European Reform.
Es wird Zeit, den springenden Punkt zu erkennen. Wenn mehrere Mitgliedsstaaten mit eigenständiger Fiskalpoltiik eine Währung teilen, kann es zu gefährlichen Rückkopplungen zwischen Banken und Staaten kommen. Das Erbe der Finanzkrise des Jahres 2008 waren eine Schuldenkrise der Staaten in Teilen der Euro-Zone und eine Bankenkrise in der Region als Ganzes. Beide Krisen haben sich seither stetig genährt: Schwache Staaten haben das Vertrauen in die Banken untergraben – und umgekehrt.
Wie lässt sich dieser Teufelskreis stoppen? Eine Antwort lautet: Die Schulden müssen vergemeinschaftet werden. Die Zinsen für Staatspapiere der krisengeschüttelten Länder sind unerträglich hoch, für deutsche Papiere sind sie unnormal niedrig, weil die Anleger risikoscheu sind wie schon lange nicht mehr. Eine Vergemeinschaftung der Schulden würde diese Schere bei den Finanzierungskosten schließen. Eine andere Möglichkeit wäre ein europäischer Schutzmechanismus für alle Bankeinlagen. Das würde die Banken stabilisieren, die ihren Sitz in Krisenstaaten haben – und es würde sie weniger verwundbar im Falle eines Sturms auf die Bankkonten machen.
Die deutsche Regierung wehrt sich jedoch mit aller Macht gegen solche institutionellen Reformen. Dafür bekommt sie die Rückendeckung des deutschen akademischen Establishments und der Medien. Die deutsche Sicht beschert der Euro-Zone bestenfalls eine immer wiederkehrende Vertrauenskrise und Staatspleiten. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Zusammenbruch der Währungsunion, mit unkontrollierbaren und möglicherweise katastrophalen Folgen.
Aus dem Englischen von Philip Faigle






Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Die Redaktion/ds
"Ihr selbstgerechten Deutschen!"
Ich lege Wert darauf, als Individuum betrachtet zu werdenm und ich mächte nicht für jede Dummschwätzerei mvon Leuten verantwortlich gemacht zu werden, mit denen mich nichts verbindet als die tzraurige Tatsache, dass deren Pass dieselbe Farbe hat wie der meine!
Auch ich wäre sehr erfreut wenn der Verfasser bitte nicht "Ihr Deutschen" in der Überschrift schreibt, ich fühle mich von der Überschrift angesprochen obwohl ich eigentlich nicht angesprochen bin.
Danke.
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Pässe aller EU-Staaten die gleiche Farbe haben, nachgdem man sich vor Jahren monatelang darum gestritten hat.
als ich die Überschrift las.
Die Presse ergeht sich reißerisch im:
„Ihr Deutschen, Ihr Briten, Ihr Griechen…“
…und in London, Frankfurt und New York sitzen unbehelligt die Finanzhaie, Steuerhinterzieher, Konzern-Erben und Banken-Aufsichtsräte, Krisengewinnler und Globalisierungsprofiteure und stopfen sich panisch die Taschen voll mit dem Geld der ehrlich-treudoofen Arbeitnehmer-Steuerzahler aller Länder, um sich möglichst schnell noch möglichst viel unter den Nagel zu reißen, bevor das Finanzsystem endgültig kollabiert.
Statt Ross und Reiter zu nennen und zu erläutern, wo die Fronten wirklich liegen, macht die ZEIT leider mit beim populistischen Nationen-Aufeinanderhetzen.
Dabei fühle ich mich den griechischen und irischen Steuerzahlern viel mehr verbunden als den Ackermännern dieser Republik, die ich für keinen Deut moralischer halte als die griechischen Multimilliardäre, die Ihr Geld ins Ausland schaffen, anstatt das Land zu retten, das sie so obszön reich gemacht hat.
Bei dieser Krise die nationalistische Karte auszuspielen ist gänzlich fehl am Platze.
All dieses Mit-dem-Finger-Zeigen auf irgendwelche Völker sind Nebelkerzen und Ablenkungsmanöver!
auch leid!
Ja, unsere selbstgerechte Politiker- und Medienkaste!
Machen wir es unseren Führern klar: wir sind das Volk und wir sind systemrelevant!
Bis zur nächsten genehmigten "Wahlveranstaltung" ist es noch lang hin - zu lang.
Also tun wir JETZT unsere Meinung kund, laut und bunt!
Am besten auf der Straße, aber auch per eMails und Telefonanrufe an unsere Abgeordneten und Regierungsmitglieder.
Sonst wissen die Briten, Franzosen, Spanier, Griechen usw. nichts von uns!
Politiker und Lobbyisten aller Länder,
erinnert euch:
eure Macht ist nur geliehen!
Machen wir uns bereit, der nächste Occupy-Tag kommt bestimmt!
gruß efka
.
Auch ich wäre sehr erfreut wenn der Verfasser bitte nicht "Ihr Deutschen" in der Überschrift schreibt, ich fühle mich von der Überschrift angesprochen obwohl ich eigentlich nicht angesprochen bin.
Danke.
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die Pässe aller EU-Staaten die gleiche Farbe haben, nachgdem man sich vor Jahren monatelang darum gestritten hat.
als ich die Überschrift las.
Die Presse ergeht sich reißerisch im:
„Ihr Deutschen, Ihr Briten, Ihr Griechen…“
…und in London, Frankfurt und New York sitzen unbehelligt die Finanzhaie, Steuerhinterzieher, Konzern-Erben und Banken-Aufsichtsräte, Krisengewinnler und Globalisierungsprofiteure und stopfen sich panisch die Taschen voll mit dem Geld der ehrlich-treudoofen Arbeitnehmer-Steuerzahler aller Länder, um sich möglichst schnell noch möglichst viel unter den Nagel zu reißen, bevor das Finanzsystem endgültig kollabiert.
Statt Ross und Reiter zu nennen und zu erläutern, wo die Fronten wirklich liegen, macht die ZEIT leider mit beim populistischen Nationen-Aufeinanderhetzen.
Dabei fühle ich mich den griechischen und irischen Steuerzahlern viel mehr verbunden als den Ackermännern dieser Republik, die ich für keinen Deut moralischer halte als die griechischen Multimilliardäre, die Ihr Geld ins Ausland schaffen, anstatt das Land zu retten, das sie so obszön reich gemacht hat.
Bei dieser Krise die nationalistische Karte auszuspielen ist gänzlich fehl am Platze.
All dieses Mit-dem-Finger-Zeigen auf irgendwelche Völker sind Nebelkerzen und Ablenkungsmanöver!
auch leid!
Ja, unsere selbstgerechte Politiker- und Medienkaste!
Machen wir es unseren Führern klar: wir sind das Volk und wir sind systemrelevant!
Bis zur nächsten genehmigten "Wahlveranstaltung" ist es noch lang hin - zu lang.
Also tun wir JETZT unsere Meinung kund, laut und bunt!
Am besten auf der Straße, aber auch per eMails und Telefonanrufe an unsere Abgeordneten und Regierungsmitglieder.
Sonst wissen die Briten, Franzosen, Spanier, Griechen usw. nichts von uns!
Politiker und Lobbyisten aller Länder,
erinnert euch:
eure Macht ist nur geliehen!
Machen wir uns bereit, der nächste Occupy-Tag kommt bestimmt!
gruß efka
.
Danke für dieses informativen Artikel. Ich begrüße die keimende Bereitschaft, den Fehler im System anzuerkennen.
Zu diesem "informativen Artikel" läßt sich doch einiges bemerken.
Zitat 1: "Wenn einige Staaten als Schuldner auftreten, muss es auch Gläubiger geben."
Wehrter Simon Tilford, sind das etwa die neusten Erkenntnisse ihres Think Tanks?
Zitat 2: "Es waren deutsche Banken mit schwacher Kapitalbasis, die den Schuldenstaaten sorglos große Summen geliehen haben."
Entschuldigung, aber waren es nicht die Politiker der betreffenden Staaten, die durch immer höhere, ungerechtfertigte Ausgaben dieses Kapital verlangten? Und bitte, es waren bei Gott nicht nur deutsche Banken die das Kapital bereitstellten - auch englische Banken gehörten beispielsweise dazu. Die deutschen haben den größten Teil dieser Papiere mittlerweile abgeschrieben - was werfen sie denen also vor, was die britischen Institute nicht genau so machen?
Regeln, wenn sie als sinnvoll anerkennt sind, dienen übrigens dazu, die "Dinge" nicht ausufern zu lassen! Was haben Sie dagegen?
Wenn Strukturreformen und Haushaltsdisziplin Ihrer Meinung nach die Eurozone nicht stabiler machen - dann können wir gleich das Handtuch werfen. Aber vermutlich wollen Sie genau das.
Ihren Wunsch, die Schulden aller Staaten der Eurozone zu vergemeinschaften kann ich sehr gut nachempfinden: Dann ginge auch Deutschland vollends in die Knie.
Es gäbe noch mehr zu sagen, aber geben Sie mir doch bitte, besser noch Cameron, einen Tip, wie sich Great Britain mit ihrer Dienstleistungsgesellschaft aus der Krise stehlen will...
Meinen dank im Voraus!
Zu diesem "informativen Artikel" läßt sich doch einiges bemerken.
Zitat 1: "Wenn einige Staaten als Schuldner auftreten, muss es auch Gläubiger geben."
Wehrter Simon Tilford, sind das etwa die neusten Erkenntnisse ihres Think Tanks?
Zitat 2: "Es waren deutsche Banken mit schwacher Kapitalbasis, die den Schuldenstaaten sorglos große Summen geliehen haben."
Entschuldigung, aber waren es nicht die Politiker der betreffenden Staaten, die durch immer höhere, ungerechtfertigte Ausgaben dieses Kapital verlangten? Und bitte, es waren bei Gott nicht nur deutsche Banken die das Kapital bereitstellten - auch englische Banken gehörten beispielsweise dazu. Die deutschen haben den größten Teil dieser Papiere mittlerweile abgeschrieben - was werfen sie denen also vor, was die britischen Institute nicht genau so machen?
Regeln, wenn sie als sinnvoll anerkennt sind, dienen übrigens dazu, die "Dinge" nicht ausufern zu lassen! Was haben Sie dagegen?
Wenn Strukturreformen und Haushaltsdisziplin Ihrer Meinung nach die Eurozone nicht stabiler machen - dann können wir gleich das Handtuch werfen. Aber vermutlich wollen Sie genau das.
Ihren Wunsch, die Schulden aller Staaten der Eurozone zu vergemeinschaften kann ich sehr gut nachempfinden: Dann ginge auch Deutschland vollends in die Knie.
Es gäbe noch mehr zu sagen, aber geben Sie mir doch bitte, besser noch Cameron, einen Tip, wie sich Great Britain mit ihrer Dienstleistungsgesellschaft aus der Krise stehlen will...
Meinen dank im Voraus!
Welches Land wird noch schmerzhafte Reformen durchführen, wenn es auf Eurobonds zurückgreifen kann?
Keins.
Deswegen ist es mit Eurobonds alleine nicht getan. Die Deutsche Politik hat Recht, dass Eurobonds am Ende eines umfassenderen Änderungsprozesses stehen können. Nicht am Anfang.
Wer hätte das auch behauptet?
Das eigentliche Problem liegt darin, dass Deutschland das Ungleichgewicht seiner Handelsbilanz quasi festgeschrieben hat.
Und solange es da nicht zu einem Ausgleich kommt, werden wir von Krise zu Lrise eilen.
Wenn selbst die Reichen der Krisenländer lieber deutsche Staatsanleihen kaufen und der deutsche Staat inzwischen bei Staatsanleihen verdient statt draufzahlt, ist die Zeit für ausgleichende Strukturreformen endgültig da.
Wenn die europäische Politik darauf nicht reagiert, hat Europa den Schaden verdient, der daraus erwächst.
Mit jedem Tag, den die Südländer unnötig viel Zinsen zahlen müssen, vergrößert sich der Abstand zu den Euro-Musterländern. Irgendwann erreichen die Länder unabwendbar den helenischen Punkt, an dem es heißt: entweder einen Schuldenschnitt und ein weiteres Jahrzehnt in Armut und gebremstem Wachstum oder eine eigene Währung.
Das würde heißen, dass immer mehr taube Länder den Euroraum belasten, oder dass der Euroraum merklich schrumpft.
Noch haben wir die Möglichkeit zu Alternativen.
Keins.
Wer hätte das auch behauptet?
Das eigentliche Problem liegt darin, dass Deutschland das Ungleichgewicht seiner Handelsbilanz quasi festgeschrieben hat.
Und solange es da nicht zu einem Ausgleich kommt, werden wir von Krise zu Lrise eilen.
Wenn selbst die Reichen der Krisenländer lieber deutsche Staatsanleihen kaufen und der deutsche Staat inzwischen bei Staatsanleihen verdient statt draufzahlt, ist die Zeit für ausgleichende Strukturreformen endgültig da.
Wenn die europäische Politik darauf nicht reagiert, hat Europa den Schaden verdient, der daraus erwächst.
Mit jedem Tag, den die Südländer unnötig viel Zinsen zahlen müssen, vergrößert sich der Abstand zu den Euro-Musterländern. Irgendwann erreichen die Länder unabwendbar den helenischen Punkt, an dem es heißt: entweder einen Schuldenschnitt und ein weiteres Jahrzehnt in Armut und gebremstem Wachstum oder eine eigene Währung.
Das würde heißen, dass immer mehr taube Länder den Euroraum belasten, oder dass der Euroraum merklich schrumpft.
Noch haben wir die Möglichkeit zu Alternativen.
Keins.
"Wie lässt sich dieser Teufelskreis stoppen? Eine Antwort lautet: Die Schulden müssen vergemeinschaftet werden. [...] Eine Vergemeinschaftung der Schulden würde diese Schere bei den Finanzierungskosten schließen. Eine andere Möglichkeit wäre ein europäischer Schutzmechanismus für alle Bankeinlagen. Das würde die Banken stabilisieren, die ihren Sitz in Krisenstaaten haben – und es würde sie weniger verwundbar im Falle eines Sturms auf die Bankkonten machen."
Simon Tilford ist nicht im entferntesten bereit, das Abzocken bestimmter Schichten, denen er selbst von seinem beruflichen Hintergrund entstammt, zu benennen. Vor der Krise wurde hemmungslos profitiert von der Verschuldung, während der Krise - wird immer noch hemmungslos profitiert.
Schamlos nationalisiert T. das Problem: Auf eine Propagandalüge des deutschen Establishments ("Deutsche Tugenden" hätten das Desaster verhindert - Anknüpfen an Südländerfeindlichkeit) antwortet er mit einer bei sich zu Hause wirkungsvollen Propagandalüge: Unbeweglich-steife, bürokratischen- machtbessesen letztlich hochgefährliche Deutsche - sind die eigentlich Schuldigen. Das wirkt, wenn man wie viele Engländ. über D nur Nazifilme kennt.
Beide seiner Lösungen "Vergemeinschaften" natürlich die Schulden! Die Unter- und Mittelschichten aller europ. Länder bezahlen mit enormer A.losigkeit, Rentenverlusten, hochüberschuldeten, d.h. nicht mehr bezahlbaren Sozialsystemen, die sparenden Mittelschichten mit Vermögensverlust etc.
Zu Ihrem sehr berechtigten Vorwurf, dieser Brite nationalisiere "schamlos" das Problem auf Kosten "der Deutschen" fällt mir wieder ein, wie vor über einem Jahr (?)
in einer Talkshow des Ertsen oder des Zweiten über die Finanz- und Schuldenkrise Susanne Schmidt, Tochter des Albundeskanzlers, über eine gewisse Sorte von Briten redete.
Susanne Schmidt ist (lt. Wikipedia) "für den Wirtschaftsfernsehsender Bloomberg TV in London" tätig und kennt sich in dem Milieu der City-Bankster gut aus.
Sinngemäß wiedergegeben, antwortete sie auf die Frage nach Moral und Verantwortung in den Kreisen der britischen Finanzindustrie mit einem amüsiert-mitleidigen Lachen und meinte, diese Frage sein bei einem Netzwerk, das schon vom Herkommen weitgehend moralfrei vernetzt sei (old boys' networks) absolut naiv. Nur der Profit zäkle.
Ich lege Wert auf die Feststellung, dass natürlich auch in Deutschland die Ursachen der Krise und die großen Profiteure des bisherigen Finananzsystems durch Nationalisierungen plattester Art verschwiegen wird. Übrigens tragen auch große Teile der Mittelschicht Verantwortung, die die Wachstumsideologie blind verbreitet und von der Renditejagd natürlich ebenfalls lange profitiert haben. Die Kosten werden m.E. überall gerne nach unten "durchgereicht" - und verschwiegen
Ohne Ihnen widersprechen zu wollen, aber finden Sie es wirklich sinnvoll, bei solchen Differenzen eine Fiskalunion vorantreiben zu wollen?
Ich sehe mehr Probleme als Lösungen.
Eine Lösung vorzuschlagen will ich mir nicht anmaßen. Vermutlich kommen aber auch die Südländer insgesamt schneller auf die Beine und besser weg, wenn sie abwerten können, also raus aus dem Euro gehen. Ob damit die Machtverhältnisse im und über den Finanzsektor so geändert würden, dass Bevölkerungen und nicht wenige Prozent davon profitieren - bezweifle ich. Landeseigene Abzocker müssen auch südländer selbst kontrollieren bzw. abschaffen.
Im Moment kann man wohl nur die Probleme und ihre Ursachen benennen.
Auf den vermeintlichen "nationalen Charakter" oder sonstige Plattitüden zurückzugreifen, ist praktisch immer ein Zeichen dafür, dass Mogelpackungen übelster Art verkauft werden.
Nationalisierung im Sinne von Zuschreibung von vermeintlich nationalen Eigenschaften durch Meinungsmacher - das zeigt ist wie dünn die argumentative Luft von T. und Seinesgleichen geworden ist: Man sollte nicht vergessen, dass die gleichen Leute bis gestern "Liberalisierung" als das Allheilmittel verkauft haben - um sich nun auf wechselseitige Vorwürfe nationalen Charakters stützen - die amerikanische Bankelite z.B. hat sich auch einen eigenen bösen Deutschen gebastelt, die griechische Machtgruppenpresse ebenfalls etc. - und was die deutsche Bild über "die" Griechen und Spanier verbreitet, spricht doch Bände.
Nationalisisierung war schon immer die billigste Methode, von Machtverhältnissen abzulenken und den Leuten jemand ganz umsonst zum Fraß vorzuwerfen...
Superidee mit der Sicherung aller Sparguthaben, aber mir ist absolut nicht klar, wer diese Sicherung denn bezahlen soll. Und soll der Schutz dann fuer alle Guthaben gelten oder nur fuer einen Anteil? Wer bietet denn so eine Vollkaskoversicherung an? Und die Banken koennten dann erst recht voellig ungesicherte Kredite vergeben? Wenn die Banken das selbst absichern sollen, dann wird die Kreditvergabe dramatisch eingeschraenkt werden muessen, was aber auch nicht gerade erfreulich fuer die Konjunktur ist.
Bezeichnenderweise benutzt Tilford als Angelpunkt seiner Kritik einen "Charakterfehler", einen Makel im deutschen Nationalcharakter, der dann in seiner Interpretation die ökonomische Schieflage verursacht und verschlimmert. Von einem Ökonomen darf man aber eine sachliche Analyse erwarten, keine Invektiven.
Zu Ihrem sehr berechtigten Vorwurf, dieser Brite nationalisiere "schamlos" das Problem auf Kosten "der Deutschen" fällt mir wieder ein, wie vor über einem Jahr (?)
in einer Talkshow des Ertsen oder des Zweiten über die Finanz- und Schuldenkrise Susanne Schmidt, Tochter des Albundeskanzlers, über eine gewisse Sorte von Briten redete.
Susanne Schmidt ist (lt. Wikipedia) "für den Wirtschaftsfernsehsender Bloomberg TV in London" tätig und kennt sich in dem Milieu der City-Bankster gut aus.
Sinngemäß wiedergegeben, antwortete sie auf die Frage nach Moral und Verantwortung in den Kreisen der britischen Finanzindustrie mit einem amüsiert-mitleidigen Lachen und meinte, diese Frage sein bei einem Netzwerk, das schon vom Herkommen weitgehend moralfrei vernetzt sei (old boys' networks) absolut naiv. Nur der Profit zäkle.
Ich lege Wert auf die Feststellung, dass natürlich auch in Deutschland die Ursachen der Krise und die großen Profiteure des bisherigen Finananzsystems durch Nationalisierungen plattester Art verschwiegen wird. Übrigens tragen auch große Teile der Mittelschicht Verantwortung, die die Wachstumsideologie blind verbreitet und von der Renditejagd natürlich ebenfalls lange profitiert haben. Die Kosten werden m.E. überall gerne nach unten "durchgereicht" - und verschwiegen
Ohne Ihnen widersprechen zu wollen, aber finden Sie es wirklich sinnvoll, bei solchen Differenzen eine Fiskalunion vorantreiben zu wollen?
Ich sehe mehr Probleme als Lösungen.
Eine Lösung vorzuschlagen will ich mir nicht anmaßen. Vermutlich kommen aber auch die Südländer insgesamt schneller auf die Beine und besser weg, wenn sie abwerten können, also raus aus dem Euro gehen. Ob damit die Machtverhältnisse im und über den Finanzsektor so geändert würden, dass Bevölkerungen und nicht wenige Prozent davon profitieren - bezweifle ich. Landeseigene Abzocker müssen auch südländer selbst kontrollieren bzw. abschaffen.
Im Moment kann man wohl nur die Probleme und ihre Ursachen benennen.
Auf den vermeintlichen "nationalen Charakter" oder sonstige Plattitüden zurückzugreifen, ist praktisch immer ein Zeichen dafür, dass Mogelpackungen übelster Art verkauft werden.
Nationalisierung im Sinne von Zuschreibung von vermeintlich nationalen Eigenschaften durch Meinungsmacher - das zeigt ist wie dünn die argumentative Luft von T. und Seinesgleichen geworden ist: Man sollte nicht vergessen, dass die gleichen Leute bis gestern "Liberalisierung" als das Allheilmittel verkauft haben - um sich nun auf wechselseitige Vorwürfe nationalen Charakters stützen - die amerikanische Bankelite z.B. hat sich auch einen eigenen bösen Deutschen gebastelt, die griechische Machtgruppenpresse ebenfalls etc. - und was die deutsche Bild über "die" Griechen und Spanier verbreitet, spricht doch Bände.
Nationalisisierung war schon immer die billigste Methode, von Machtverhältnissen abzulenken und den Leuten jemand ganz umsonst zum Fraß vorzuwerfen...
Superidee mit der Sicherung aller Sparguthaben, aber mir ist absolut nicht klar, wer diese Sicherung denn bezahlen soll. Und soll der Schutz dann fuer alle Guthaben gelten oder nur fuer einen Anteil? Wer bietet denn so eine Vollkaskoversicherung an? Und die Banken koennten dann erst recht voellig ungesicherte Kredite vergeben? Wenn die Banken das selbst absichern sollen, dann wird die Kreditvergabe dramatisch eingeschraenkt werden muessen, was aber auch nicht gerade erfreulich fuer die Konjunktur ist.
Bezeichnenderweise benutzt Tilford als Angelpunkt seiner Kritik einen "Charakterfehler", einen Makel im deutschen Nationalcharakter, der dann in seiner Interpretation die ökonomische Schieflage verursacht und verschlimmert. Von einem Ökonomen darf man aber eine sachliche Analyse erwarten, keine Invektiven.
...gibt es schon, wenn auch nur bis 100,000.-, was aber 99% der EU Bürger schützt.
Und wir wissen doch schon seit Jahren worum es wirklich geht - um die Banken und die 1%.
Und Schulden verallgemeinern ohne Garantien?
Ich liebe meine Brüder, aber ich werde deren Schulden nicht bezahlen wenn ich nicht sicher bin das sie hinter meinem Rücken nicht noch mehr Schulden machen.
Die good old Maragaret wurde in UK ja auch ordentlich beschimpft als sie das eigene verkommene (Gewerkschafts-) Land auf Kurs brachte. Das ist also nur ganz usual. Angela macht das jetzt ähnlich mit der EU - eben nur weil sie als einzige will und kann. Ein Inselbewohner may find that disgusting, aber ich antworte: so what ! Wo ist eigentlich eure Nase ihr Engländer ? Wenn gefunden, dann mal hinfassen.
die Frau Thatcher hat GB richtig gegen die Wand gefahren, von es sich in den nächsten hundert Jahren nicht erholen wird, genauso wie Frau Merkel D gegen die Wand gefahren hat, warten sie mal noch 5-10 Jahre ab, da wird es aufgrund der von einem anderen Chefökonom der FTD dargelegten Lohnexzesse in D, wobei man sich fragt in welchem Paralleluniversum der Herr lebt, es zu Massenverlendung und Armut kommen. Etwas das sich in GB langsam manifestiert, denn die z.B. in Massen vorhandenen energy poor kommen jetzt auch in D langsam zum Vorschein und das ist erst der Anfang.
@Artikel
Bin immer wieder über die Chuzpe von VWLer aka Ökonomen erstaunt , die haben von nichts eine Ahnung, denn keiner der Clowns inklusive des Merkelschen Schosshundes Weidmann haben irgend etwas vorausgesehen, da hat meine Oma mehr wirtschaftlichen Sachverstand.
Und die erzählen wo Fehler liegen.
die Frau Thatcher hat GB richtig gegen die Wand gefahren, von es sich in den nächsten hundert Jahren nicht erholen wird, genauso wie Frau Merkel D gegen die Wand gefahren hat, warten sie mal noch 5-10 Jahre ab, da wird es aufgrund der von einem anderen Chefökonom der FTD dargelegten Lohnexzesse in D, wobei man sich fragt in welchem Paralleluniversum der Herr lebt, es zu Massenverlendung und Armut kommen. Etwas das sich in GB langsam manifestiert, denn die z.B. in Massen vorhandenen energy poor kommen jetzt auch in D langsam zum Vorschein und das ist erst der Anfang.
@Artikel
Bin immer wieder über die Chuzpe von VWLer aka Ökonomen erstaunt , die haben von nichts eine Ahnung, denn keiner der Clowns inklusive des Merkelschen Schosshundes Weidmann haben irgend etwas vorausgesehen, da hat meine Oma mehr wirtschaftlichen Sachverstand.
Und die erzählen wo Fehler liegen.
"Die Schulden müssen vergemeinschaftet werden."
Sind sie doch schon.
Wo ist Problem, Alta?
Einihe haben noch nicht begriffenm dass es bei einer Währungsunion gar nicht so dehr darauf ankommt, ob man nominall Schulden oder Guthaben hat - wenn der Schuldner seine Schulden nie erwirtschaften kann, ist das Geld in beiden Fällen weg.
Einihe haben noch nicht begriffenm dass es bei einer Währungsunion gar nicht so dehr darauf ankommt, ob man nominall Schulden oder Guthaben hat - wenn der Schuldner seine Schulden nie erwirtschaften kann, ist das Geld in beiden Fällen weg.
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