NachtflugverbotDie Lufthansa wird es überleben

Allen ökonomischen Argumenten zum Trotz – das Nachtflugverbot in Frankfurt ist richtig. Die Politik muss einmal gegebene Versprechen einhalten.

Nun ist also Ruhe am Frankfurter Flughafen. Zwischen 23 und 5 Uhr sind Starts und Landungen künftig verboten. Ein kluges Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, weil es die Betroffenen ernst nimmt. Wer die Aufregung der Bürger verstehen will, muss sich erinnern, dass die hessische Landesregierung zuvor ein Versprechen gebrochen hatte. Das Ergebnis eines Mediationsverfahrens um die Ausbaupläne in Frankfurt lautete schließlich: keine Nachtflüge. Dieses Ergebnis wurde später kassiert.

Kein Wunder, dass sich die Anwohner so etwas nicht gefallen lassen. Es ging eben nicht um die St.Florian-Frage, wonach viele Frankfurter heute in den Osterurlaub fliegen und morgen zur Fluglärmdemo rennen, nach dem Motto: Sollen die anderen doch ab Düsseldorf fliegen. Es ging darum, dass die Politik berechenbar bleiben muss. Gerade wenn es um Projekte geht, die mehr als eine Wählergeneration betreffen.

Wohl jeder in der Luftfahrtbranche schimpft in diesen Stunden über das Verbot. Das Urteil sei "ein weiterer Schritt, der die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Fluggesellschaften und Flughäfen gegenüber der ausländischen Konkurrenz einschränkt", sagt etwa Klaus-Peter Siegloch vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. In der Haut eines Richters wollte er aber wohl auch nicht stecken.

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Es waren Juristen, die in Leipzig entschieden haben, was in Deutschland am Ende mehr zählt – die Gesundheit einiger Bürger oder der wirtschaftliche Profit einiger Unternehmen. Künftig werden die Anwohner der neuen Landebahn Nordwest wieder ruhiger schlafen können, Lufthansa-Chef Christoph Franz eher unruhiger. Ein lukratives Geschäft muss sich neu justieren. 40 Nachtflüge wollte das Unternehmen einst haben, nun hat es null. Für die Lufthansa – da hat Siegloch Recht – ist das eine Gefahr. Sie steht in Konkurrenz zu Turkish Airlines oder Emirates – Fluggesellschaften, die ein Nachtflugverbot nicht kennen.

Für die Cargo-Flieger des Konzerns wird es künftig schwieriger so schnell wie bisher – etwa in die USA – zu liefern. Autoteile von Bosch oder Mercedes konnten bisher bis zum späten Abend nach Frankfurt geliefert werden und waren am nächsten Morgen dank Zeitumstellung im mittleren Westen. Die Lufthansa wird das von Frankfurt aus künftig nicht ohne weiteres garantieren können.

Aber wird sich damit die Fracht aus Frankfurt zum Beispiel ganz nach Köln/Bonn, wo – noch – nachts geflogen wird, verabschieden? Wohl kaum. Denn das dichte Netz der Maschinen, die ihren Bauch mit zeitkritischer Waren gefüllt haben und ihn in Frankfurt in den Cargo-Frachtern bündeln, ist der größte Standortvorteil für die Frachtabteilung der Lufthansa. An Frankfurt führt damit auch künftig kein Flug vorbei. Aber eben nur zwischen 5 und 23 Uhr. 

Die gesamte Logistikkette muss nun überdacht werden. Von Postdienstleistungen bis hin zur Lieferung von Zierfischen. Ja, und manchen Auftrag wird die Lufthansa an Rivalen im mittleren Osten verlieren. Das wird die Rendite drücken, aber nicht die Existenz gefährden. Es ist der Preis, den ein globaler Konzern in Deutschland zahlen muss, wenn er seinen Anwohnern zu nahe kommt. Vor allem nachts.

 
Leserkommentare
    • joG
    • 04.04.2012 um 14:13 Uhr

    ....wäre ein gutes Prinzip. Es ist aber in Deutschland kein Prinzip außer im Prinzip. Warum denn plötzlich in diesem Fall es genau nehmen?

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    das gebrochene Versprechen ...

    das gebrochene Versprechen ...

  1. Ohne Bundesverfassungsgericht, Bundesverwaltungsgericht, usw. - was hätten die Lobbyisten aus unserer Demokratie gemacht?

    Ohne dieses Korrektiv, hätten Typen wie Roland Koch ihre Ämter noch schlimmer missbraucht.

    Als Ministerpräsident Bilfinger Berger den Auftrag zugeschanzt.

    Die Bürger mit dem Versprechen des Nachtflug Verbots hinters Licht geführt.

    Dann einfach gesagt: Ich habe keine Lust mehr auf Politik und die Brocken hingeschmissen.

    Kurze zeit später ist er dann Vorstandsvorsitzender von Bilfinger Berger.

    So ein Verhalten gehört unter Strafe gestellt!

    17 Leserempfehlungen
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    und auch betonen, dass, vorab, erst ein mal wieder der Sinn dafür wachsen muss, dass Geschichten wie um Herrn Koch keine Ausnahme darstellen, sondern die Regel.

    Aus meiner Sicht ist der investigative Teil der großen Presse bei solchen Dingen schon nicht mehr existent, während die Verwertungskette Ministeramt - vorteilhaftes Entscheiden - Ausscheiden aus dem Amt und Eintritt in besagten Konzern zur Normalität verkommt, denn "legal ist ja egal".

    Moralische Fragen stellt dort niemand und unbequeme auf Konferenzen eben auch keiner. Dass dieser Wechsel legal bleibt, dafür wird man schon sorgen.

    Nicht nur Lobbycontrol listet immer wieder warnend auf, was Entscheider A im Sinne von Firma X veranlasst hat, um dann später (nach dem Ende der Politlaufbahn) sicher versorgt in den Fängen zu verweilen.

    Die EU-Ebene gibt da viele (oft unbeachtete) Beispiele.
    Doch auch der Blick auf z. B. das deutsche Mautsystem oder Dinge wie den Staatstrojaner offenbaren Interessantes.
    Finanzkrise und HRE-Aufsichtsrat? Cui bono?

    Und das Nachtfliegen? Die Artikelüberschrift gefällt mir, denn genau so wird es sein. Auch wenn der Konzern nun sicher ins laute Gegentrommeln und vor allem Drohen ("Arbeitsplätze") übergehen wird. Schema F.

    Der Bürger hat gewonnen, weil man ihm versprach, sich an die Abmachung zu halten. Die zusätzliche Bahn allein erweitert den Flughafen zuallererst einmal erheblich, das blendet man oft aus. LH profitiert also schon seit Okt. 2011 und trauert nun medienwirksam.

    ...dass es viele Nachwuchspolitiker geben wird, die es Roland Koch, Matthias Wissmann, Walter Riester, Bert Rürup, Wolfgang Clement, Gerhard Schröder, Joschka Fischer etc. nachmachen wollen... Auch sie möchten an die ganz großen Fleischtöpfe, an die diese "feinen Herren" durften - als Dank für artige Politik im Sinne einiger Interessensträger.

    Und ist es nicht seltsam? Beim jüngsten Korruptionsskandal um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff zeigen SPD, CDU/CSU, FDP und GRÜNE eine auffallende Unlust bei der Aufklärung und Trockenlegung des Sumpfes von Hannover. CDU-Ministerpräsident Wulff hatte seine Gönner und Freunde von der SPD geerbt...

    Im Falle des Frankfurter Flughafens hat sich zumindest für Roland Koch (Ehrenwort!) alles so richtig gelohnt.

    in schlechter Gesellschaft mit GAZ-Gerd.

    und auch betonen, dass, vorab, erst ein mal wieder der Sinn dafür wachsen muss, dass Geschichten wie um Herrn Koch keine Ausnahme darstellen, sondern die Regel.

    Aus meiner Sicht ist der investigative Teil der großen Presse bei solchen Dingen schon nicht mehr existent, während die Verwertungskette Ministeramt - vorteilhaftes Entscheiden - Ausscheiden aus dem Amt und Eintritt in besagten Konzern zur Normalität verkommt, denn "legal ist ja egal".

    Moralische Fragen stellt dort niemand und unbequeme auf Konferenzen eben auch keiner. Dass dieser Wechsel legal bleibt, dafür wird man schon sorgen.

    Nicht nur Lobbycontrol listet immer wieder warnend auf, was Entscheider A im Sinne von Firma X veranlasst hat, um dann später (nach dem Ende der Politlaufbahn) sicher versorgt in den Fängen zu verweilen.

    Die EU-Ebene gibt da viele (oft unbeachtete) Beispiele.
    Doch auch der Blick auf z. B. das deutsche Mautsystem oder Dinge wie den Staatstrojaner offenbaren Interessantes.
    Finanzkrise und HRE-Aufsichtsrat? Cui bono?

    Und das Nachtfliegen? Die Artikelüberschrift gefällt mir, denn genau so wird es sein. Auch wenn der Konzern nun sicher ins laute Gegentrommeln und vor allem Drohen ("Arbeitsplätze") übergehen wird. Schema F.

    Der Bürger hat gewonnen, weil man ihm versprach, sich an die Abmachung zu halten. Die zusätzliche Bahn allein erweitert den Flughafen zuallererst einmal erheblich, das blendet man oft aus. LH profitiert also schon seit Okt. 2011 und trauert nun medienwirksam.

    ...dass es viele Nachwuchspolitiker geben wird, die es Roland Koch, Matthias Wissmann, Walter Riester, Bert Rürup, Wolfgang Clement, Gerhard Schröder, Joschka Fischer etc. nachmachen wollen... Auch sie möchten an die ganz großen Fleischtöpfe, an die diese "feinen Herren" durften - als Dank für artige Politik im Sinne einiger Interessensträger.

    Und ist es nicht seltsam? Beim jüngsten Korruptionsskandal um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff zeigen SPD, CDU/CSU, FDP und GRÜNE eine auffallende Unlust bei der Aufklärung und Trockenlegung des Sumpfes von Hannover. CDU-Ministerpräsident Wulff hatte seine Gönner und Freunde von der SPD geerbt...

    Im Falle des Frankfurter Flughafens hat sich zumindest für Roland Koch (Ehrenwort!) alles so richtig gelohnt.

    in schlechter Gesellschaft mit GAZ-Gerd.

  2. Zutreffender Artikel.

    Eine Leserempfehlung
    • JE-DUS
    • 04.04.2012 um 14:42 Uhr

    Was der Autor des Artikels übersehen hat, in Frankfurt sind nunmehr alle Nachtflüge verboten, nicht nur die der Deutschen Lufthansa. Das schwächt den Logistikstandort Frankfurt, und damit auch die Lufthansa.

    UPS hat in Köln, DHL hat in Leipzig ihre europäischen Drehkreuze. Sie könnten dadurch profitieren - noch! Wenn dieses Beispiel Schule macht, kann es dort über kurz oder lang auch zu Nachtflugverboten kommen.

    Doch das interkontinentale Luftfrachtgeschäft wird nachts abgewickelt. Brüssel und Lüttich werden sich freuen.

    Aber ich lenke auf ein anderes Thema, das für die betroffenen Anwohner weit brisanter ist. Es ist der Eisenbahnlärm an der Rheinschiene, wo Tag und Nacht alle fünf Minuten ein Güterzug die Häuser erschüttern läßt. Haben diese Menschen kein Recht auf Nachtruhe? Ist dieser Lärm weniger gesundheitsgefährdend, als Fluglärm? Und geht es dabei nicht auch um wirtschaftliche Interessen?

    Wann schreitet hier das Gericht ein?

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    • Bus-x
    • 04.04.2012 um 17:51 Uhr

    Aber die arme DB müsste sich doch moderne Waggons zulegen und andere Schalldämmungen installieren. Was sollen den Vorstand und Aktionäre noch verdienen? Also bitte schön .....

    • Bus-x
    • 04.04.2012 um 17:51 Uhr

    Aber die arme DB müsste sich doch moderne Waggons zulegen und andere Schalldämmungen installieren. Was sollen den Vorstand und Aktionäre noch verdienen? Also bitte schön .....

    • CM
    • 04.04.2012 um 14:42 Uhr

    Es geht nicht nur um Versprechen, sondern um weit mehr:

    - Soll das umweltschädlichste aller Verkehrsmittel gegen jede Moral weiter massiv gefördert werden?

    - Ist es ethisch vertretbar, den Bürgern eine menschenwürdige Ruhe nur für wenige Stunden zu gönnen?

    - Ist es überhaupt verantwortbar, ganze Landstriche durch abertausende Flüge weiterhin tagsüber zu einer unerträglichen Lärmhölle zu machen?

    - Darf man den Menschen in diesen Gebieten weiterhin eine unglaubliche Luftverschmutzung zumuten und dann, wie die hessische Landesregierung es tut, die Studie mit den Folgen für die Gesundheit unter Verschluß halten?

    Ich sage:

    Fliegen im heutigen Umfang und in der heutigen Art und Weise ist absolut unethisch, da es weder mit dem Schutz der Menschen noch der Umwelt vereinbar ist. Der Nutzen, der dem gegenübersteht, spielt bei einem solchen Verstoß gegen die Ethik überhaupt keine Rolle.

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    • bugme
    • 04.04.2012 um 14:57 Uhr

    "Soll das umweltschädlichste aller Verkehrsmittel gegen jede Moral weiter massiv gefördert werden?"

    Es gibt viele Studien die Zeigen, dass moderne Flugzeuge pro Person deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen wie moderne Züge

    "Ist es ethisch vertretbar, den Bürgern eine menschenwürdige Ruhe nur für wenige Stunden zu gönnen?"

    Personen, die hier schon länger wie der Flughafen leben sollten entschädigt werden (Kompensationsgrundstück und -Haus" Aber, wenn jemand billiges Bauland an der Autobahn oder am Flughafen kauft sollte er danach nicht jammern und so tun als ob er betrogen worden sei.

    "Ist es überhaupt verantwortbar, ganze Landstriche durch abertausende Flüge weiterhin tagsüber zu einer unerträglichen Lärmhölle zu machen?"

    Von welchen Landstrichen sprechen Sie? Direkt neben der Start-Landebahn? und wie ist da die Lärmbelastung nach DIN?
    -> also handelt es sich bei diesen Landstrichen um große Teile Deutschlands oder um weniger als 1 promill der Deutschen Fläche?

    Ich sage: Mobilität hat sicherlich ihren Preis und die Last dafür ist im Einzelfall sicherlich nicht gerecht verteilt. Aber wir sollten den Menschen die Freiheit geben selbst zu entscheiden, wo sie leben und wie viel sie reisen wollen. Und bitte richten Sie ihre Apelle an die Verursacher - nämlich die Kunden.
    Ich persönlich halte den Deutschen Massentourismus sicherlich für eine ethisch bedenkliche Fehlentwicklung.

    • bugme
    • 04.04.2012 um 14:57 Uhr

    "Soll das umweltschädlichste aller Verkehrsmittel gegen jede Moral weiter massiv gefördert werden?"

    Es gibt viele Studien die Zeigen, dass moderne Flugzeuge pro Person deutlich weniger Kraftstoff verbrauchen wie moderne Züge

    "Ist es ethisch vertretbar, den Bürgern eine menschenwürdige Ruhe nur für wenige Stunden zu gönnen?"

    Personen, die hier schon länger wie der Flughafen leben sollten entschädigt werden (Kompensationsgrundstück und -Haus" Aber, wenn jemand billiges Bauland an der Autobahn oder am Flughafen kauft sollte er danach nicht jammern und so tun als ob er betrogen worden sei.

    "Ist es überhaupt verantwortbar, ganze Landstriche durch abertausende Flüge weiterhin tagsüber zu einer unerträglichen Lärmhölle zu machen?"

    Von welchen Landstrichen sprechen Sie? Direkt neben der Start-Landebahn? und wie ist da die Lärmbelastung nach DIN?
    -> also handelt es sich bei diesen Landstrichen um große Teile Deutschlands oder um weniger als 1 promill der Deutschen Fläche?

    Ich sage: Mobilität hat sicherlich ihren Preis und die Last dafür ist im Einzelfall sicherlich nicht gerecht verteilt. Aber wir sollten den Menschen die Freiheit geben selbst zu entscheiden, wo sie leben und wie viel sie reisen wollen. Und bitte richten Sie ihre Apelle an die Verursacher - nämlich die Kunden.
    Ich persönlich halte den Deutschen Massentourismus sicherlich für eine ethisch bedenkliche Fehlentwicklung.

  3. und auch betonen, dass, vorab, erst ein mal wieder der Sinn dafür wachsen muss, dass Geschichten wie um Herrn Koch keine Ausnahme darstellen, sondern die Regel.

    Aus meiner Sicht ist der investigative Teil der großen Presse bei solchen Dingen schon nicht mehr existent, während die Verwertungskette Ministeramt - vorteilhaftes Entscheiden - Ausscheiden aus dem Amt und Eintritt in besagten Konzern zur Normalität verkommt, denn "legal ist ja egal".

    Moralische Fragen stellt dort niemand und unbequeme auf Konferenzen eben auch keiner. Dass dieser Wechsel legal bleibt, dafür wird man schon sorgen.

    Nicht nur Lobbycontrol listet immer wieder warnend auf, was Entscheider A im Sinne von Firma X veranlasst hat, um dann später (nach dem Ende der Politlaufbahn) sicher versorgt in den Fängen zu verweilen.

    Die EU-Ebene gibt da viele (oft unbeachtete) Beispiele.
    Doch auch der Blick auf z. B. das deutsche Mautsystem oder Dinge wie den Staatstrojaner offenbaren Interessantes.
    Finanzkrise und HRE-Aufsichtsrat? Cui bono?

    Und das Nachtfliegen? Die Artikelüberschrift gefällt mir, denn genau so wird es sein. Auch wenn der Konzern nun sicher ins laute Gegentrommeln und vor allem Drohen ("Arbeitsplätze") übergehen wird. Schema F.

    Der Bürger hat gewonnen, weil man ihm versprach, sich an die Abmachung zu halten. Die zusätzliche Bahn allein erweitert den Flughafen zuallererst einmal erheblich, das blendet man oft aus. LH profitiert also schon seit Okt. 2011 und trauert nun medienwirksam.

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  4. Wer um Frankfurt/Main wohnt, muss mit Fluglärm rechnen. Der Flughafen steht ja nicht erst seit gestern da.

    Dass die hessische Landesregierung offenbar ein Versprechen gebrochen hat, ist nicht richtig, ändert aber nichts an der Problematik eines strikten Nachtflugverbots ausgerechnet in Frankfurt/Main.

    Für den wirtschaftlichen Wohlstand der Allgemeinheit ist ein reibungslos funktionierendes Transportwesen unabdingbar, überdurchschnittlicher Lärm im Umkreis von Flughäfen ist daher in Kauf zu nehmen.

    Ich selbst wohne in einem Gebiet, das mehrmals pro Woche als Einflugschneise verwendet wird - großartig finde ich das auch nicht, aber ich akzeptiere eben, dass meine persönlichen Interessen nicht die einzigen auf der Welt sind.

    "Es ging eben nicht um die St.Florian-Frage, wonach viele Frankfurter heute in den Osterurlaub fliegen und morgen zur Fluglärmdemo rennen, nach dem Motto: Sollen die anderen doch ab Düsseldorf fliegen."

    Doch - auch darum geht es. Wenn ich mir ein Recht herausnehme, das ich anderen verwehren will, so ist das weit unter der moralischen Gürtellinie. Und nun sage mir keiner, dass von den Demonstranten noch niemand in den Urlaub geflogen ist!

    Auch ein Egoismus, der sich mit Lärm- und Naturschutzargumenten maskiert, untergräbt auf Dauer den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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    • CM
    • 04.04.2012 um 14:53 Uhr

    Sie machen sich zwei Argumente zu eigen, die nachweislich falsch sind:

    1. Diejenigen, die auf Demos rennen, fliegen nicht, egal, wie oft es ihnen nachgesagt wird.

    2. Diejenigen, die empört sind, sind nicht etwa im vollen Bewußtsein in eine Fluglärmzone gezogen, sondern wurden durch die Umlegung von Flugrouten kalt erwischt.

    Mir kommen die Tränen.
    Hier ist es mehrmals pro Stunde. 60 Mal, um genau zu sein.

    Der ganze Ausbau eines Stadtflughafens als Rekord-Umsteige- und Frachtflughafen ist eine Fehlplanung. Wir brauchen keine Fluggäste, die von Asien nach USA umsteigen, dabei Frischwasser auftanken und Abfälle hinterlassen und keinen Fuß in die Region setzen, allenfalls ein Airportshop aufsuchen.
    Und was den Frachtverkehr anbetrifft: Seit dem Mauerfall war viel Zeit, diesen in strukturschwachen, dünn besiedelten Gegenden anzusiedeln. Das Rhein-Main Gebiet ist dafür nicht geeignet. Sollen wir alle wegziehen aus Städten, die z.T. über 1000 Jahre alt sind? Und wo sollen unsere Winzer hinziehen?
    Die berühmten "Arbeitsplätze" sind zum großen Teil billigst (weil zigfach outgesourct) oder werden hierher verlagert. Wenn die ersten Firmen und krank verlärmten Menschen wegziehen, wird der Verlust ungleich größer sein. Den Reibach mit Erdbeeren im Winter und Pangasius aus Asien machen nicht diejenigen, die hier leben müssen. Einheimische Bauern werden ebenfalls durch solche Importe ruiniert. Hier ist generelles Umdenken erforderlich.

    • CM
    • 04.04.2012 um 14:53 Uhr

    Sie machen sich zwei Argumente zu eigen, die nachweislich falsch sind:

    1. Diejenigen, die auf Demos rennen, fliegen nicht, egal, wie oft es ihnen nachgesagt wird.

    2. Diejenigen, die empört sind, sind nicht etwa im vollen Bewußtsein in eine Fluglärmzone gezogen, sondern wurden durch die Umlegung von Flugrouten kalt erwischt.

    Mir kommen die Tränen.
    Hier ist es mehrmals pro Stunde. 60 Mal, um genau zu sein.

    Der ganze Ausbau eines Stadtflughafens als Rekord-Umsteige- und Frachtflughafen ist eine Fehlplanung. Wir brauchen keine Fluggäste, die von Asien nach USA umsteigen, dabei Frischwasser auftanken und Abfälle hinterlassen und keinen Fuß in die Region setzen, allenfalls ein Airportshop aufsuchen.
    Und was den Frachtverkehr anbetrifft: Seit dem Mauerfall war viel Zeit, diesen in strukturschwachen, dünn besiedelten Gegenden anzusiedeln. Das Rhein-Main Gebiet ist dafür nicht geeignet. Sollen wir alle wegziehen aus Städten, die z.T. über 1000 Jahre alt sind? Und wo sollen unsere Winzer hinziehen?
    Die berühmten "Arbeitsplätze" sind zum großen Teil billigst (weil zigfach outgesourct) oder werden hierher verlagert. Wenn die ersten Firmen und krank verlärmten Menschen wegziehen, wird der Verlust ungleich größer sein. Den Reibach mit Erdbeeren im Winter und Pangasius aus Asien machen nicht diejenigen, die hier leben müssen. Einheimische Bauern werden ebenfalls durch solche Importe ruiniert. Hier ist generelles Umdenken erforderlich.

  5. beide kennen keine Grenzen und schlagen so lange über die Stränge, bis ihnen jemand die Grenzen unmissverständlich aufzeigt und darüber wacht, dass diese anschließend auch eingehalten werden.

    Bei den ersteren sind dafür Eltern zuständig, bei den letzteren die Politik.

    Und beide Gruppen versagen seit Jahren immer häufiger bei dieser Aufgabe.

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