Der Versandhändler Neckermann.de will knapp 1.400 Mitarbeiter entlassen und damit mehr als die Hälfte aller Stellen streichen. Die Frankfurter Traditionsfirma will ihre Artikel künftig nur noch über das Internet verkaufen, teilte Neckermann.de mit. Schon heute würden 80 Prozent der Umsätze online erwirtschaftet.

"Die Zukunft des Versandhandels liegt im Internet. Dieser Entwicklung können wir uns nicht verschließen", sagte Vorstandschef Henning Koopmann. Ziel sei es, nachhaltig profitabel zu bleiben. Daher werde das schrumpfende Katalog-Geschäft aufgegeben.

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di will das Unternehmen in der kommenden Woche Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Ver.di fordert, dass der Stellenabbau sozial abgefedert wird. 

Online-Handel soll wachsen

Das Unternehmen machte im vergangenen Jahr laut Medienberichten erneut Verluste, nachdem im Jahr zuvor eine ausgeglichene Bilanz vorgelegt wurde. Grund war das schwache Kataloggeschäft. Der Versandhändler hatte daher angekündigt, den Online-Handel zu verstärken und das Kataloggeschäft schrittweise zu schrumpfen.

Neckermann gehörte einst zu dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Nach der Arcandor-Insolvenz im Jahr 2010 wurde das Unternehmen vom US-Investor Sun Capital übernommen.