Schuldenkrise: Warum Spanien die Märkte nicht überzeugen wird
Egal was Spanien tut: Es wird die Märkte nicht mehr für sich gewinnen, schreibt die Ökonomin Megan Greene im Gastbeitrag. Europa sollte sich auf eine Rettung einstellen.
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Spaniens Premier Mariano Rajoy (Mitte) mit Mitgliedern seines Kabinetts
Spanien ist zurück im Rampenlicht der Euro-Krise. Dort hat es immer hingehört, wenn man die fiskalischen, ökonomischen und finanziellen Fundamentaldaten betrachtet.
Während der gesamten Krise wurde die Zahlungsfähigkeit und Liquidität von Staaten zu einem großen Teil von dem Stimmungen an den Märkten bestimmt. Damit die Kreditkosten auf ein erträgliches Maß sinken können, muss Spanien das Vertrauen der Investoren wiedergewinnen. Dafür braucht es gute Nachrichten. Doch ein Blick auf die Ereignisse in Spanien und der Euro-Zone in den kommenden Monaten wirft die Frage auf, woher diese guten Nachrichten kommen sollen.
Seit die Zinsen für spanische Anleihen im April sprunghaft gestiegen sind (siehe Grafik), hat die spanische Regierung am 9. April ein neues Sparpaket in Höhe von zehn Milliarden Euro verkündet. Einen Tag zuvor hatte Premier Mariano Rajoy Sparmaßnahmen in Höhe von 27 Milliarden Euro und Steuererhöhungen für den Etat dieses Jahres angekündigt. Die Märkte reagierten nicht gerade beeindruckt. Stattdessen stiegen die Zinsen für die Staatspapiere weiter. Das ist ein Beleg dafür, dass sich Spanien in einer unheilvollen Spirale aus Sparmaßnahmen und Rezession befindet.
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In dieser Lage kann Spanien nicht gewinnen. Verkündet die Regierung keine weiteren Sparmaßnahmen, glauben die Märkte, dass Spanien es nicht ernst meint mit dem Erreichen der eigenen Haushaltsziele. Deshalb meiden sie spanische Staatsbonds. Kündigt die Regierung hingegen weitere Kürzungen an, sorgen sich die Investoren, dass diese das Land weiter in die Rezession treiben, weshalb sie ebenfalls spanischen Staatspapieren aus dem Weg gehen. Egal was die Regierung auch unternimmt: Die Anleger werden verschreckt sein. Das dürfte sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Zumindest nicht solange Spanien nicht auf einen Pfad nachhaltigen Wachstums zurückfindet.
Wie wahrscheinlich ist es, dass das Land auf einen solchen Weg zurückkehrt? Leider nicht sehr wahrscheinlich. Spaniens Arbeitslosenquote betrug im letzten Quartal des vergangenen Jahres fast 23 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit stieg im Januar erstmals über die Marke von 50 Prozent. Der jüngste Einkaufsmanagerindex (PMI) erbrachte im März das schlechteste Resultat seit elf Monaten: 44,5 Punkte. Liegt er unterhalb von 50 Punkten deutet das auf eine Schrumpfung gegenüber dem Vormonat hin. Beunruhigenderweise sind auch die Auftragseingänge der Firmen rückläufig, weshalb es wahrscheinlich ist, dass sich der Index weiter verschlechtern wird.
Auch der Absturz am spanischen Immobilienmarkt ist nicht zu Ende. Die Bilanzen der Privathaushalte und Banken werden dadurch weiter belastet. Die Regierung steuert mit aggressiven Sparmaßnahmen und Strukturreformen gegen – beides wird das Wachstum in der kurzen Frist dämpfen. Am 30. April wird Spaniens Regierung eine erste Schätzung für das Wachstum im ersten Quartal 2012 bekannt geben. Niemand sollte erwarten, dass das die Märkte beruhigen wird. Hinzu kommt, dass ein schwächeres Wirtschaftswachstum es für Spanien schwieriger machen wird, seine Defizitziele zu erreichen. Es gibt sehr geringe Chancen, dass das Land es schaffen wird, sein Defizit wie geplant auf 5,3 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr und drei Prozent im kommenden Jahr zu senken.
Die guten Nachrichten, die Spanien bräuchte, sind auch nicht vom Bankensektor zu erwarten. Selbst wenn Spaniens Banken es schaffen, die neuen Kernkapital-Regeln bis Mitte 2012 einzuhalten, bleibt das Bankensystem ein schwarzes Loch und eine Quell der Unsicherheit für Investoren. Weil die Immobilienpreise sinken und die Arbeitslosigkeit steigt, werden weitere ausfallende Hypothekenkredite sichtbar werden. Spaniens Banken werden ohne Zweifel eine weitere Rekapitalisierung benötigen, auch wenn es schwierig ist, die Höhe und den Zeitpunkt vorherzusehen.




passt wohl diesmal nicht?
schade eigentlich, da haette man noch ewig drauf rumreiten koennen...faule beamte, sozialschmarotzer...alles so schoene zielscheiben an denen man sich abarbeiten kann.
spaniens industrieller output ist heute kaum noch hoeher als mitte der neunziger. hat sicherlich nichts mit der waehrung zu tun, welche fuer spanien viel zu stark ist.
jetzt soll was nochmal genau helfen?
achso...genau, sparen und die spanier fit machen fuer investionen. klappt bestimmt.
was die Texte von Frau Greene hier bei der Zeit angehen. Sie schreibt oft einseitig und vertritt die Positionen des Marktes. Wobei der Markt nur die mächtigsten Player sind die diesen dominieren.
Warum haben denn die Staaten kaum noch Kreditwürdigkeit?
Weil Banken und Versicherer in der Krise gerettet wurden.
Mit Steuergeld. In den USA hat sich raugestellt, das die Fed nicht wie zuerst angenommen 700 Millarden Dollar ausgezahlt hat, sonder 11 weitere Billarden hinter verschlossenen Türen.
Private Unternehmen haben durch gierige Misswirtschaft eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst welche die Staaten weltweit durch Steuergeld aufgefangen haben, vor allem in Europa und Amerika. Anschließend wurde aus der selben Ecke mit dem Zinsfreien Geld über Umwege gegen die Retter spekuliert. Ob über Derivate oder andere Wetten auf dem unregulierten Sektor der Schattenbanken. Alleine Goldmann und Sachs verwaltet in seinen Bücher für sich und seine Kunden Derivate im Wert von über 40 TRILLARDEN Dollar( die Staatsschuld der USA liegt bei knapp 20 Trillarden).
Es hat keine weltweite Finanzmarktreform stattgefunden. Keine Transaktionsteuer, keine Zerschlagung der to big to fail Banken usw. .
Beim nächsten Crash wird es keine Ausreden mehr geben. Entweder der Aufstand wird blutig niedergeschlagen a la Occupy in den Usa oder die Schulden werden weltweit neu verhandelt und wir befreien uns aus der Umverteilungsspirale von UNTEN nach OBEN.
Noch mal ganz langsam zum mitschreiben:
- Wir als Gesellschaften sind also auf Gedeih und Verderb den "Märkten" ausgeliefert.
- In Spanien ist es nun so dass eine marktliberale Regierung, also eigentlich der Darling der Märkte, tun kann was sie will (nachdem sie schon kräftig Sozialabbau betrieben hat), es wird dennoch immer nur dazu führen dass die Märkte unzufrieden sind und somit die Krise verschärfen?!
Vielleicht sollte man nun mal darüber nachdenken wo der Fehler im System steckt, wer hier Mist baut. Oder soll man nur Kosmetik betreiben?
Die Märkte sind offenbar Kreaturen, permanent am Rande des Schwachsinns und des Pathologischen, manisch-depressiv sozusagen.
Und unsere weise Führung hat Spanien genau diese Therapie verschrieben, die offenbar nicht helfen kann.
Wird es nun nicht Zeit mal ein paar Leute zur Verantwortung zu ziehen, und auch grundsätzlich zu diskutieren wie wir leben wollen?
Millionen Menschen arbeiten fleißig, solidarisch, kreativ und hart, erarbeiten technischen Fortschritt, Güter und Dienste, und dennoch schliddert ständig alles am Abgrund dahin? Vor allem für die sozial Schwächeren natürlich. Das kann doch nicht Naturgesetz sein.
Die unsichtbare Hand, die Märkte und die Polit-Eliten sind offenbar keine guten Ratgeber.
was die Texte von Frau Greene hier bei der Zeit angehen. Sie schreibt oft einseitig und vertritt die Positionen des Marktes. Wobei der Markt nur die mächtigsten Player sind die diesen dominieren.
Warum haben denn die Staaten kaum noch Kreditwürdigkeit?
Weil Banken und Versicherer in der Krise gerettet wurden.
Mit Steuergeld. In den USA hat sich raugestellt, das die Fed nicht wie zuerst angenommen 700 Millarden Dollar ausgezahlt hat, sonder 11 weitere Billarden hinter verschlossenen Türen.
Private Unternehmen haben durch gierige Misswirtschaft eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst welche die Staaten weltweit durch Steuergeld aufgefangen haben, vor allem in Europa und Amerika. Anschließend wurde aus der selben Ecke mit dem Zinsfreien Geld über Umwege gegen die Retter spekuliert. Ob über Derivate oder andere Wetten auf dem unregulierten Sektor der Schattenbanken. Alleine Goldmann und Sachs verwaltet in seinen Bücher für sich und seine Kunden Derivate im Wert von über 40 TRILLARDEN Dollar( die Staatsschuld der USA liegt bei knapp 20 Trillarden).
Es hat keine weltweite Finanzmarktreform stattgefunden. Keine Transaktionsteuer, keine Zerschlagung der to big to fail Banken usw. .
Beim nächsten Crash wird es keine Ausreden mehr geben. Entweder der Aufstand wird blutig niedergeschlagen a la Occupy in den Usa oder die Schulden werden weltweit neu verhandelt und wir befreien uns aus der Umverteilungsspirale von UNTEN nach OBEN.
Nein, wir sind nicht auf Gedeih und Verderb den "Märkten" ausgeliefert. Sie haben nur dann ein Problem, wenn sie mehr Geld ausgeben als einnehmen. Dieses Geld muss man sich "leihen" (was für ein Euphemismus! Man hat ja gar nicht die Intention, es zurück zu geben). Wenn die Geldgeber arge Zweifel an der Rückzahlung haben, geben sie Kredite nur gehen höhere Zinsen.
Die Lösung ist konzeptionell so einfach, wie sie in der Praxis schwer umzusetzen ist: Einnahmen und Ausgaben in ein annäherndes Gleichgewicht zu bringen.
Kommentar 4: "Die unsichtbare Hand, die Märkte und die Polit-Eliten sind offenbar keine guten Ratgeber."
Zur Erinnerung: diese Krise verdanken wir der *Abschaffung* eines Marktes, nämlich dem Wechselkurs zwischen Spaniens Währung und dem übrigen Euroland durch Einführung des Euro. Einen weiteren Marktmechanismus, nämlich die Pleite eines weiteren Eurolandes, versucht die Politik zu verhindern. Jetzt haben wir den Salat.
Märkte sind ganz gute Ratgeber, jedenfalls meistens. Aber man muss sie auch lassen.
was die Texte von Frau Greene hier bei der Zeit angehen. Sie schreibt oft einseitig und vertritt die Positionen des Marktes. Wobei der Markt nur die mächtigsten Player sind die diesen dominieren.
Warum haben denn die Staaten kaum noch Kreditwürdigkeit?
Weil Banken und Versicherer in der Krise gerettet wurden.
Mit Steuergeld. In den USA hat sich raugestellt, das die Fed nicht wie zuerst angenommen 700 Millarden Dollar ausgezahlt hat, sonder 11 weitere Billarden hinter verschlossenen Türen.
Private Unternehmen haben durch gierige Misswirtschaft eine weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst welche die Staaten weltweit durch Steuergeld aufgefangen haben, vor allem in Europa und Amerika. Anschließend wurde aus der selben Ecke mit dem Zinsfreien Geld über Umwege gegen die Retter spekuliert. Ob über Derivate oder andere Wetten auf dem unregulierten Sektor der Schattenbanken. Alleine Goldmann und Sachs verwaltet in seinen Bücher für sich und seine Kunden Derivate im Wert von über 40 TRILLARDEN Dollar( die Staatsschuld der USA liegt bei knapp 20 Trillarden).
Es hat keine weltweite Finanzmarktreform stattgefunden. Keine Transaktionsteuer, keine Zerschlagung der to big to fail Banken usw. .
Beim nächsten Crash wird es keine Ausreden mehr geben. Entweder der Aufstand wird blutig niedergeschlagen a la Occupy in den Usa oder die Schulden werden weltweit neu verhandelt und wir befreien uns aus der Umverteilungsspirale von UNTEN nach OBEN.
Nein, wir sind nicht auf Gedeih und Verderb den "Märkten" ausgeliefert. Sie haben nur dann ein Problem, wenn sie mehr Geld ausgeben als einnehmen. Dieses Geld muss man sich "leihen" (was für ein Euphemismus! Man hat ja gar nicht die Intention, es zurück zu geben). Wenn die Geldgeber arge Zweifel an der Rückzahlung haben, geben sie Kredite nur gehen höhere Zinsen.
Die Lösung ist konzeptionell so einfach, wie sie in der Praxis schwer umzusetzen ist: Einnahmen und Ausgaben in ein annäherndes Gleichgewicht zu bringen.
Kommentar 4: "Die unsichtbare Hand, die Märkte und die Polit-Eliten sind offenbar keine guten Ratgeber."
Zur Erinnerung: diese Krise verdanken wir der *Abschaffung* eines Marktes, nämlich dem Wechselkurs zwischen Spaniens Währung und dem übrigen Euroland durch Einführung des Euro. Einen weiteren Marktmechanismus, nämlich die Pleite eines weiteren Eurolandes, versucht die Politik zu verhindern. Jetzt haben wir den Salat.
Märkte sind ganz gute Ratgeber, jedenfalls meistens. Aber man muss sie auch lassen.
es doch schon präzise vorgerechnet > http://vimeo.com/39616245
"Man kann zwar aus Äpfeln und Birnen Most machen, wenn man sie zusammenwirft, aber [...blabla, Anm. d. Verf]"
Dieses Schäuble-Zitat läßt sich wohl gut auf die EU anwenden - da haben wir nun den ganzen Most!
Hier gegen ESM unterzeichnen!
http://www.stop-esm.org/home
"Man kann zwar aus Äpfeln und Birnen Most machen, wenn man sie zusammenwirft, aber [...blabla, Anm. d. Verf]"
Dieses Schäuble-Zitat läßt sich wohl gut auf die EU anwenden - da haben wir nun den ganzen Most!
Hier gegen ESM unterzeichnen!
http://www.stop-esm.org/home
... da retten wir halt auch noch Spanien.
Wir haben's ja.
"Europa sollte sich auf eine Rettung einstellen."
Der Begriff "Rettung" bezeichnet im Euro-Jargon den Versuch, bankrotte Volkswirtschaften mit den Mitteln halbbankrotter Volkswirtschaften solange zu finanzieren, bis durch ein Wirtschaftswunder oder schlichte göttliche Intervention die desaströse Lage in die sich Europa manövriert hat, sich schlagartig in Wohlgefallen auflöst, oder die Verantwortlichen für diese Situation das Pensionsalter erreichen, und sich um den Trümmerhaufen, den sie hinterlassen, keine Gedanken mehr machen müssen.
Die Verwendung des Begriffs "Rettung" im Zusammenhang mit der Euro-Krise vermag ich nur mehr als obszön zu betrachten. An debiler Fragwürdigkeit kann sich dieser Begriff mittlerweile mit dem "Reichtum für alle"-Unsinn der Linkspartei messen.
Na denn: Rettung für alle.
Sprechen wir doch mal Klartext: Die spanische Wirtschaft wird in diesem Jahr nicht stagnieren, sondern in Wahrheit um 4 bis 5 Prozent schrumpfen und damit klar Kurs auf die griechische Tragödie nehmen. Spaniens Tourismus ist angeschlagen, die wichtige Landwirtschaft leidet unter einer Rekorddürre - viele Landarbeiter werden dieses Jahr ohne Job bleiben. Ca. 1,5 Mio Häuser stehen in Spanien zum Verkauf. Pro Kopf sind das mehr als 5 Mal so viel wie in der immobilienkrisengeschüttelten USA - ein Desaster für die Anleger, aber noch mehr für die spanischen Banken, die derzeit noch nicht einmal einen Bruchteil dieser kommenden gigantischen Ausfälle eingepreist haben. Die Arbeitslosigkeit wird in diesem Jahr fast 30 Prozent erreichen, die Jugendarbeitslosigkeit ca. 60 Prozent! Die Regierung plant drastische Demonstrationsbeschränkungen, weil sie Aufstände erwartet. Bereits jetzt sollen Barzahlungen über 2500 Euro verboten werden. Die Kapitalflucht betrug allein im Febr. 30 Mrd. Euro!!! Im Angesicht dieser Faktenlage sollte man schnellstmöglich zu Plan B greifen und den Euro endlich abwickeln. Wir enden sonst alle im Elend!
„Europa sollte sich auf eine Rettung einstellen.“
Was für eine Rettung? Sind hier alle nur noch GaGaaa???
Dieses Land kann nicht gerettet werden, genauso wenig wie der Euro oder unser derzeitiges Finanzsystem. Der Kollaps ist immanent.
Mir ist unbegreiflich, wie man etwas so mathematisch Offensichtliches, wie ein exponentielles Zinseszinssytem und die sich daraus ergebenden Folgen, nicht begreifen und hier von „Rettungen“ schwafeln kann.
Aus, Schluss, Finito. Der Zyklus ist am Ende angelangt. Ist das so schwer?
Resett und Neustart mit 40 NDM ist alles was wir retten werden. Und wir können froh sein, wenn wir diesmal nicht wieder das ganze Land aufbauen müssen.
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