Der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke , hat angesichts der schwachen Konjunktur in den USA angekündigt, eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Erwägung zu ziehen. "Wir sind weiterhin bereit, mehr zu tun, um sicher zu gehen, dass sich die Erholung fortsetzt", sagte Bernanke . Noch gebe es dafür aber keine ausreichende Grundlage. Das Wirtschaftswachstum in den USA sei moderat, die kurzfristigen Konjunkturaussichten könnten sogar leicht nach oben korrigiert werden. Insgesamt gebe es aber "signifikante Abwärtsrisiken".

Kurz vor Bernankes vierteljährlicher Pressekonferenz hatte die Fed bekräftigt, die lahmende US-Konjunktur bis Ende 2014 weiter mit ihrer faktischen Nullzins-Politik stützen zu wollen. Der Offenmarktausschuss beließ den Satz für Tagesgeld auf dem "außerordentlich niedrigen" Niveau zwischen null und 0,25 Prozent.

Für dieses Jahr hob die Fed ihre Wachstumsprognose für die USA leicht auf 2,4 bis 2,9 Prozent an. Für 2013 und 2014 hingegen korrigierte sie ihre Aussichten ein wenig nach unten. Es sei enttäuschend, wie langsam die Erholung nach der Rezession von 2008 und 2009 verlaufe, sagte Bernanke. Auf dem Arbeitsmarkt gehe es nur graduell aufwärts. Die Arbeitslosenquote sei mit derzeit rund acht Prozent zu hoch und sinke ungewöhnlich langsam.

Möglichkeiten der Zinspolitik sind ausgeschöpft

Experten vermuten schon seit Längerem, dass die Fed in diesem Jahr erneut die Notenpresse anwerfen und ein Anleihekaufprogramm starten könnte. Seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 hatten die Währungshüter um Bernanke bereits zwei Runden dieser quantitativen Lockerung gefahren, weil die Möglichkeiten der Zinspolitik ausgeschöpft sind. Ökonomen zeigen sich allerdings unschlüssig, ob eine dritte Runde noch große Wirkung entfalten kann .

Die Inflation steht einer weiteren geldpolitischen Lockerung laut der Fed derzeit nicht entgegen. Zuletzt habe die Teuerungsrate zwar leicht zugelegt, das sei aber vor allem steigenden Energiepreisen geschuldet. Die Fed erwartet laut Bernanke, dass der Zielwert von zwei Prozent nicht überschritten wird.