Rohstoffe: Ist Wassersparen wirklich Unsinn?
Haben wir Wasser im Überfluss? Von wegen! Statt Appelle zum schamfreien Verbrauch brauchen wir kluge Regeln, die unsere Ressourcen schützen. Eine Replik von Erik Gawel
"Schluss mit dem Wassersparen", lautet die pointierte Botschaft eines Beitrages von Pierre-Christian Fink in der jüngsten ZEIT. Ein Streit um den Nutzen des Wassersparens ist seit Langem entbrannt: Vor allem die kommunalen Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger argumentieren, ein geringerer Wasserverbrauch führe nur zu Problemen – etwa zu verkeimten Leitungen. Ist Wassersparen hierzulande also Unsinn, ja sogar schädlich? Muss endlich Schluss sein mit einem liebenswürdigen, aber in der Sache verfehlten Öko-Hirngespinst?
Dem ist mitnichten so. Die Argumente der Kritiker des Wassersparens erscheinen doch arg verkürzt.
Eines ihrer Hauptargumente lautet, es gebe in Deutschland mehr als genug Wasser. Dabei beziehen sich die Kritiker auf das angeblich üppige globale "Wasserdargebot" in Deutschland, also die Gesamtmenge des sich jährlich erneuernden Wassers. Tatsächlich werden nur rund 20 Prozent hiervon genutzt. Die übrigen 80 Prozent des Wassers scheinen demnach ungenutzt nur auf ihre Entnahme zu warten.

Erik Gawel ist Professor für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Infrastruktur und Ressourcenmanagement an der Universität Leipzig und arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
Das klingt nach Wasser im Überfluss, ist aber ein Trugschluss. Denn zunächst einmal sind die Gesamtmenge und die regionale Verfügbarkeit zwei verschiedene Paar Schuhe. Brandenburg oder Sachsen-Anhalt sind keineswegs "wasserreich". Beide Länder haben zum Teil schon heute eine negative klimatische Wasserbilanz. Zudem erweckt das Argument den Eindruck, die Menge des Wassers könne problemlos zu 100 Prozent ausgeschöpft werden – was so nicht stimmt. Die Vertreter der Überflussthese übersehen regelmäßig, dass Wasserressourcen in erster Linie Teil des natürlichen Wasserhaushaltes sind und dort viele, vor allem ökologische Funktionen übernehmen.
Das ist auch die Perspektive des neuen Wasserhaushaltsgesetzes. Danach müssen unsere Wasserressourcen "als Bestandteil des Naturhaushaltes, als Lebensgrundlage des Menschen, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als nutzbares Gut" geschützt werden. Würden wir dem Wasserhaushalt 100 Prozent des verfügbaren Dargebotes entziehen, wäre eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gewässer in all ihren Funktionen nicht mehr möglich. Nicht ohne Grund entspricht es einer internationalen Konvention, von "Wasserstress" zu sprechen, sobald 20 Prozent der verfügbaren Wassermenge entnommen werden. Dieser Wert wird in Deutschland insgesamt sowie in einigen Regionen immer noch erreicht oder gar überschritten.
Ja, Deutschland ist kein Mangelgebiet. Dennoch sind Wasserressourcen ökonomisch und ökologisch knapp – in dem Sinne, dass ihre Nutzung Verzichte an anderer Stelle erforderlich machen. Jeder Liter steht nur einmal zur Verfügung. Minderwertigeres Trinkwasser aus Uferfiltrat und Fernwasserversorgung kündet seit Langem von Knappheiten bei der Wasserbereitstellung. Durch den regional differenzierten Klimawandel werden außerdem regionale und saisonale Wasserklemmen künftig wahrscheinlicher.
Daneben geht es auch um die Qualität des Wassers: Was nützt die schönste Grundwasserneubildungsrate, wenn lokale Vorkommen durch agrarische Pestizid- oder Nitrateinträge zur Trinkwasserversorgung zunehmend ungeeignet werden? Natürlich könnte man diese Knappheitskonflikte durch scharfe Auflagen oder Verbote gegen die Landwirtschaft lösen. Aber ist das realistisch? Eine Entschärfung von Knappheitskonflikten gelingt auch dadurch, dass sich die Ansprüche an qualitativ hochwertige Wasserentnahmen insgesamt zurückhaltend entwickeln.




Unsere Gemeinde, die das Wasserwerk betreibt, erhöht den Preis des Wassers, wenn wir zu wenig davon benutzen.
Wir sparen also das ganze Jahr über an Wasser um am ende draufzuzahlen.
Die Bgründung der Gemeinde: Die Netze würden durch uns nicht ausreicehnd ausgelastet wodurch einerseits Wasser ungenztz bliebe und andereseits erhöhte Wartungskosten entstüdnen.
Wenn also die politik im Sinne des Umweltschutzes den Wassererbrauch senken will, und damit auch Kosten sren will, muss sie hier anfangen. es liegt nämlich nicht am Wasserverbraucher.
Ich hab schon genug Dinge, auf die ich achten muss.
Außerdem könnte man wohl sagen: "Wer im Monat einen Liter weniger Sprit verbraucht, als nötig braucht nicht aufs Wasser zu achten." :P
der wahre Wasser-faktor ist Fleisch. Für ein Kilo Rindfleisch gehen 15000 Liter Trinkwasser drauf. Ein Steak von 700 Gramm hat also etwa 10500 auf dem Kerpholz. Zum Vergleich: Für das tägliche Duschen werden bis zu 40 Liter Wasser aufgewandt.
Demnach ist es viel effektiver auf Fleisch zu verzichten, als weniger Wasser beim Zähneputzen zu nutzen. Zumal beim/für den Fleischvezehr noch vieles weitere Übel angerichtet wird.
der wahre Wasser-faktor ist Fleisch. Für ein Kilo Rindfleisch gehen 15000 Liter Trinkwasser drauf. Ein Steak von 700 Gramm hat also etwa 10500 auf dem Kerpholz. Zum Vergleich: Für das tägliche Duschen werden bis zu 40 Liter Wasser aufgewandt.
Demnach ist es viel effektiver auf Fleisch zu verzichten, als weniger Wasser beim Zähneputzen zu nutzen. Zumal beim/für den Fleischvezehr noch vieles weitere Übel angerichtet wird.
Im Großteil unseres Landes gibt es genug Wasser. Und das Wasser was wir verbrauchen ist auch nicht "weg". Es geht ja geklärt zurück in den Kreislauf. Und das Schmutzproblem hängt ausschließlich an den anderen Dingen die
Nebenbei war nicht die Forderung Schamlos mit dem Wasser umzugehen. Nur so, wie wir es in den 50ern taten. Und das tun wir nicht mehr. Deshalb müssen jetzt die Wasserwerke sprichwörtlich spülen, weil wir das nicht mehr machen wollen.
Die Forderung die Wasserinfrastruktur anzupassen ist ein Reflex. Die Infrastruktur stellt einen Großteil der Kosten dar. Das vorzeitig auszuwechseln wäre Vermögensvernichtung, und würde die Wasserpreise ansteigen lassen - ohne Nutzen.
Die Aussage das Brandenburg ein Wassermangelgebiet ist, trägt auch nicht weit, weil
1) Das Wasser nicht Verbraucht wird. Zumindest das was wieder ins Abwasser fließt. Beim Garten kann es evtl. Verdunsten
2a) In Brandenburg -fast so groß wie NRW- nur 2,48 Millionen Menschen leben. Daher ist der Wasserverbrauch der Menschen (Nicht der Landwirte) pro qm2 gering. Gleiches gilt für ST.
2b) In Berlin wegen dem Geringeren Wasserverbrauch Pumpwerke abgestellt wurden, das zulaufen der Keller war die Folge, und gleichzeitig punktuell die Leitungen gespült werden.
FAZIT
Die Umweltschützer wollen einfach nicht einsehen das es von einer Ressource auch mal genug gibt.
... ist die Wahrscheinlichkeit von regionalen "Wasserklemmen" durchaus denkbar. Die unverantwortliche Verbringung von Atom- und Giftmüll, damals kontrolliert durch die Helmholtz Gesellschaft, wird hier wohl zu Bereitstellungproblemen von Trinkwasser aus tieferen Brunnen führen. Von daher wäre es interessant zu erfahren, welche Gedanken man sich beim Arbeitgeber des Autors zu diesem Thema macht.
... ist die Wahrscheinlichkeit von regionalen "Wasserklemmen" durchaus denkbar. Die unverantwortliche Verbringung von Atom- und Giftmüll, damals kontrolliert durch die Helmholtz Gesellschaft, wird hier wohl zu Bereitstellungproblemen von Trinkwasser aus tieferen Brunnen führen. Von daher wäre es interessant zu erfahren, welche Gedanken man sich beim Arbeitgeber des Autors zu diesem Thema macht.
...für eine lesenswerte Replik auf einen Artikel der meinen Blutdruck aufgrund seiner Einseitigkeit und inhaltlichen Lücken doch deutlich nach oben getrieben hatte.
Ich frage mich allerdings, warum die ZEIT (online) solche Artikel mit mehr inhaltlichem Tiefgang nicht selber hinbekommt.
Und Kommentar 2 zeigt überdeutlich, warum wir hohe, verbrauchsabhängige Wasserpreise geradezu dringend benötigen.
hier meine Ansicht, dass dieser Artikel nur Wischi-waschi darstellt. Offensichtlich ist in Deutschland genug Wasser vorhanden - sollte es in sehr heissen Sommern einmal knapp werden, genügte es, in unseren Regenzeiten gewisse Vorräte anzulegen, wie das in heißeren Ländern seit Jahrhunderten üblich ist. Vielleicht könnte man auch irgendwann vom Trinkwasserkreislauf getrennte Brauchwasserkreisläufe einrichten ...
Fazit: Im Haushalt "Wasser sparen" hat in Deutschland nun wirklich nicht die höchste Dringlichkeit - der größte Teil des "von uns" "verbrauchten" Wassers geht sowie auf Kosten der Produktion von Waren und Lebensmitteln, und da hilft keine Spartaste bei der Klospülung ...
hier meine Ansicht, dass dieser Artikel nur Wischi-waschi darstellt. Offensichtlich ist in Deutschland genug Wasser vorhanden - sollte es in sehr heissen Sommern einmal knapp werden, genügte es, in unseren Regenzeiten gewisse Vorräte anzulegen, wie das in heißeren Ländern seit Jahrhunderten üblich ist. Vielleicht könnte man auch irgendwann vom Trinkwasserkreislauf getrennte Brauchwasserkreisläufe einrichten ...
Fazit: Im Haushalt "Wasser sparen" hat in Deutschland nun wirklich nicht die höchste Dringlichkeit - der größte Teil des "von uns" "verbrauchten" Wassers geht sowie auf Kosten der Produktion von Waren und Lebensmitteln, und da hilft keine Spartaste bei der Klospülung ...
Die ganze Diskussion ist Unsinn, oder bekommt irgend jemand sein Wasser geschenkt?
Ich jedenfalls zahle dafür gut 50 Euro pro Monat,nach Verbrauch!
Sie könnten auch für 50 Euro so viel Wasser verbrauchen wie Sie wollen. Oder sagen wir für 40 Euro Fixgebür und 10 Euro für ihren gegenwärtigen Wasserverbrauch. Damit keiner mit dem Wasserdruck einen Generator betreibt :-)
Sie könnten auch für 50 Euro so viel Wasser verbrauchen wie Sie wollen. Oder sagen wir für 40 Euro Fixgebür und 10 Euro für ihren gegenwärtigen Wasserverbrauch. Damit keiner mit dem Wasserdruck einen Generator betreibt :-)
Wassersparen wäre m.E eine sinnvolle Sache. Allerdings sollte man dann auch darüber nachdenken, dieses Sparen zu honorieren. Und genau das geschieht nicht, sondern geringerer Verbrauch führt zu einer Erhöhung der Preise. Erstaunlich war für mich die Rückschau auf die Verhältnisse in der DDR. Dort wurde Wasser den Haushalten nicht in Rechnung gestellt, zum Sparen wurde aber trotzdem immer aufgefordert. Und man hat sich auch darum bemüht.
Ein ausgezeichneter Artikel, fundiert geschrieben, so das es auch der Letzte verstehen sollte. Dachte ich. Einige Kommentare zeugen vom Gegenteil, schade.
> Die Forderung die Wasserinfrastruktur anzupassen
> ist ein Reflex. Die Infrastruktur stellt einen Großteil
> der Kosten dar. Das vorzeitig auszuwechseln wäre
> Vermögensvernichtung, und würde die Wasserpreise
> ansteigen lassen - ohne Nutzen.
Was für eine verquere Logik. Eine Infrastruktur die nicht mehr ihren Aufgaben gewachsen ist, hat nur noch wenig Wert. Egal, ob sie nun über- oder unterdimensioniert ist. Von daher kann man wohl kaum von einer 'Vermögensvernichtung' sprechen. Sondern eher von einer längst fälligen Modernisierung.
> 1) Das Wasser nicht Verbraucht wird. Zumindest
> das was wieder ins Abwasser fließt. Beim Garten
> kann es evtl. Verdunsten
Wasser kann (sehr global gesehen) natūrlich nicht verbraucht werden. Aber lokal gesehen schon: liegt die Wasserentnahme über dem Nachschub durch Grundwasserneubildung etc., kommt es sehr wohl zu lokalen Wasserknappheiten.
"Was für eine verquere Logik. Eine Infrastruktur die nicht mehr ihren Aufgaben gewachsen ist, hat nur noch wenig Wert."
Die Infrastruktur kann Ihre Aufgabe wahrnehmen. Die Versorgung mit Wasser und die Entsorgung von Schmutzwasser.
WAS DIE INFRASTRUKTUR NICHT LEISTEN KANN
ist es die unsinnige Sparneurose eines (im Verhältnis zum gegenwärtigen Verbrauch) im Überfluss vorkommenden ERNEUERBAREN Rohstoffs, welche einige Mitbürger gerne zelebrieren wollen. Und eines Rohstoffes dessen Förderung in der Regel übrigends unglaublich preiswert und mit sehr wenig Energie geschieht. Und um davon weniger zu verbrauchen wollen Sie den teuren Teil (das Wassernetz) einmal wegschmeißen und neubauen? Am Klärwerk hilft das Sparen auch nichts, der Schmutz bleibt gleich, die Konzentration steigt, wenn man weniger Wasser verwendet.
"Wasser kann (sehr global gesehen) natūrlich nicht verbraucht werden. Aber lokal gesehen schon: liegt die Wasserentnahme über dem Nachschub durch Grundwasserneubildung etc., kommt es sehr wohl zu lokalen Wasserknappheiten."
Die lokalen Wasserknappheiten sind eine Sache die nicht wirklich vorkommt. Vorkommen tun vollgelaufene Keller, wo man Wasserwerke schließen tut. Vielleicht wünschen sich ja einige schon Wasserknappheiten, um ihrer Sparneurose Legitimation zu geben.
"Was für eine verquere Logik. Eine Infrastruktur die nicht mehr ihren Aufgaben gewachsen ist, hat nur noch wenig Wert."
Die Infrastruktur kann Ihre Aufgabe wahrnehmen. Die Versorgung mit Wasser und die Entsorgung von Schmutzwasser.
WAS DIE INFRASTRUKTUR NICHT LEISTEN KANN
ist es die unsinnige Sparneurose eines (im Verhältnis zum gegenwärtigen Verbrauch) im Überfluss vorkommenden ERNEUERBAREN Rohstoffs, welche einige Mitbürger gerne zelebrieren wollen. Und eines Rohstoffes dessen Förderung in der Regel übrigends unglaublich preiswert und mit sehr wenig Energie geschieht. Und um davon weniger zu verbrauchen wollen Sie den teuren Teil (das Wassernetz) einmal wegschmeißen und neubauen? Am Klärwerk hilft das Sparen auch nichts, der Schmutz bleibt gleich, die Konzentration steigt, wenn man weniger Wasser verwendet.
"Wasser kann (sehr global gesehen) natūrlich nicht verbraucht werden. Aber lokal gesehen schon: liegt die Wasserentnahme über dem Nachschub durch Grundwasserneubildung etc., kommt es sehr wohl zu lokalen Wasserknappheiten."
Die lokalen Wasserknappheiten sind eine Sache die nicht wirklich vorkommt. Vorkommen tun vollgelaufene Keller, wo man Wasserwerke schließen tut. Vielleicht wünschen sich ja einige schon Wasserknappheiten, um ihrer Sparneurose Legitimation zu geben.
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