"Fair Trade ist immer noch eine Nische"
Frage: Die Verbraucher dürften kaum Verständnis für die höheren Preise im Supermarkt haben. Vergangenes Jahr kamen Preisabsprachen ans Licht, die Kraft Foods dem Kartellamt offenbart hatte.
Weber: Das sind Vorgänge aus den Jahren 2006 und 2007 gewesen. Die Absprachen sind ein Thema der Vergangenheit. Alle Mitarbeiter, vor allem unsere Vertriebs-Mitarbeiter, erhalten regelmäßige Compliance-Trainings.
Frage: Ist das Image von Kraft Foods nun durch die Preisabsprachen beschädigt?
Weber: Wir sind sicher, dass die damaligen Vorgänge heute keine Rolle mehr spielen.
Frage: Hat Kraft Foods die Kaffeepreise in der letzten Zeit erhöht?
Weber: Ja. Aber beim Kaffee ist die Nachfrage relativ unelastisch, die Kunden können nicht auf andere Produkte ausweichen. Daher spüren wir keine Veränderung im Umsatz.
Frage: Sie bieten auch Fair-Trade-Kaffee an. Sind die Kunden bereit, dafür mehr zu zahlen?
Weber: Wir bieten nachhaltigen Kaffee an, vom Anbau bis zur Röstung. Zwar ist er im Anbau etwas teurer, aber durch Maßnahmen in unserer Produktion sparen wir zugleich Wasser und Energie ein. Zwischen 2005 und 2010 konnten wir 30 Prozent unseres Wasserverbrauchs reduzieren. Wir stellen auch fast die Hälfte unseres Stroms, den wir in der Kaffeeproduktion brauchen, selbst her, weil wir Kaffeemehl verbrennen. So können wir den nachhaltigen Kaffee zum gleichen Preis anbieten wie den normalen. In Wahrheit sind aber nur wenige Verbraucher bereit, für Nachhaltigkeit mehr zu zahlen. Deshalb ist Fair Trade auch immer noch eine Nische.
Frage: Wie kontrolliert Kraft Foods die nachhaltige Produktion?
Weber: Wir haben unser eigenes Personal vor Ort in den wichtigsten Anbauländern Brasilien, Vietnam und Kolumbien. Sie kümmern sich dort um die Beschaffung des Kaffees. Außerdem arbeiten wir mit unterschiedlichen Organisationen zusammen, zum Beispiel der Rainforest Alliance oder Fairtrade. Sie überwachen die Standards und bieten Weiterbildung für die Bauern an. Schon heute stammen 20 Prozent des Kaffees, den wir in Europa verkaufen, aus nachhaltigem Anbau, 2015 sollen es 100 Prozent sein.
Frage: Ist das überhaupt möglich, solche großen Mengen nachhaltig zu produzieren?
Weber: Ja. Es braucht aber feste und langfristige Zusagen der Firmen, dass sie die Mengen auch abnehmen. Dann können die Bauern ihre Anbaufläche für nachhaltigen Kaffee ausweiten. Wir verhandeln gerade mit Landwirten in Brasilien und Vietnam.
Frage: In Berlin stellt Kraft Foods Jacobs Krönung und Tassimo her. Sind Sie zufrieden mit der Wirtschaftsförderung und den Bedingungen in der Stadt?
Weber: Berlin ist unser größter Produktionsstandort für Kaffee weltweit. Wir sind mit unseren Mitarbeitern und der Auswahl an Arbeitskräften in Berlin sehr zufrieden. Zudem haben wir immer sehr gute Unterstützung von den städtischen Behörden und auch von Herrn Wowereit erfahren, zum Beispiel beim Ausbau unseres Werkes und dem flexiblen Betrieb.
Frage: Der Anteil von Tassimo steigt aber immer mehr im Gegensatz zu losem Kaffee. Bedroht das den Standort?
Weber: Nein, im Gegenteil. Wir produzieren ja hier schon die Einzelportionen für Tassimo und können so innerhalb des Werkes je nach Nachfrage umschichten. Tassimo schafft zusätzliche Arbeitsplätze in Berlin, allein 2011 haben wir die Produktion der T-Discs um 25 Prozent erhöht und 15 neue Mitarbeiter eingestellt.
Frage: Wie viele Arbeitsplätze sollen in diesem Jahr in Berlin hinzukommen?
Weber: Wie auch in den vorherigen Jahren übernehmen wir unsere Auszubildenden und zurzeit haben wir zehn offene Stellen.
Frage: Wie viel Kaffee trinken Sie eigentlich selbst?
Weber: Ich trinke vier bis sechs Tassen Kaffee am Tag.






Man kann fast jedes Thema anschneiden und landet bei der Diskussion über Spekulanten. Nennen wir sie einfach Finanzassis.
Sie zocken im Grunde die Armen ab, die sich kaum gegen höhere Lebensmittelpreise wehren können. Darauf baut das ganze Spekulatentum.
Es wäre die Politik gefragt, doch ist sie ohnmächtig geworden. Finanzassis diktieren der Politik die Bedingungen, unter denen Staaten existieren dürfen (!).
Eine Steuer auf solchen Irrsinn (0,1 bis 0,3%)könnten Spekulanten wenigstens ein wenig bremsen.
Ansonsten bleibt nur der Verzicht auf Kaffee. Doch wer will das schon?
Es sollte sich doch langsam rumgesprochen haben, dass Spekulanten die Schwankungen am Markt verstaerken, wie auch im Artikel richtig angesprochen.
Aber fuer die Preissteigerung selbst sind sie nicht verantwortlich.
Ich habe mal gelesen (nein, keine Quelle zur Hand), dass in den USA seit den 40ern oder 50ern Zwiebel-Futures, also Spekulation auf Zwiebelpreise, verboten sind (seit einem Jahr mit besonderem Preisausschlag, dessen Ursache sich später als versuchter Versicherungsbetrug herausstellte), und dass seitdem von allen Gemüsesorten die Zwiebeln die höchsten Preisschwankungen haben.
Sie behaupten, der umgekehrte Fall sei die Regel. Gibt es dafür eine Quelle? Oder ein Modell? Der mir intuitiv erscheinende Mechanismus ist eher mit o.g. konsistent.
Die Spekulanten "verstaerken" die Schwankungen am Markt. Das heißt im Klartext: Die Spekulationen führen zu wesentlich größeren Preissteigerungen als sie der reale Markt hergibt. Im Ergebnis kommt es zu Überreaktionen/Fehlreaktionen der Marktteilnehmer, die ihrerseits dadurch die Grundlage für neue Spekulationen schaffen. Ein fehlgeleitetes, irres System.
Hier mal eine Grafik, wie sich der Kaffeepreis ergibt:
PDF: http://www.gepa.de/p/cms/...
S. 12: Kaffeepreis über die Jahre (bis 2007 auch da wird über die stark schwankenden Kaffeepreise gejammert, ganz ohne Biotreibstoff)
S. 14: Preisanteile (GEPA Kaffee ca. 1 Cent/Tasse. Da wundere ich mich nicht sehr, dass die Preise für fair gehandelten Kaffee gar nicht so unerträglich sind.)
Ich habe mal gelesen (nein, keine Quelle zur Hand), dass in den USA seit den 40ern oder 50ern Zwiebel-Futures, also Spekulation auf Zwiebelpreise, verboten sind (seit einem Jahr mit besonderem Preisausschlag, dessen Ursache sich später als versuchter Versicherungsbetrug herausstellte), und dass seitdem von allen Gemüsesorten die Zwiebeln die höchsten Preisschwankungen haben.
Sie behaupten, der umgekehrte Fall sei die Regel. Gibt es dafür eine Quelle? Oder ein Modell? Der mir intuitiv erscheinende Mechanismus ist eher mit o.g. konsistent.
Die Spekulanten "verstaerken" die Schwankungen am Markt. Das heißt im Klartext: Die Spekulationen führen zu wesentlich größeren Preissteigerungen als sie der reale Markt hergibt. Im Ergebnis kommt es zu Überreaktionen/Fehlreaktionen der Marktteilnehmer, die ihrerseits dadurch die Grundlage für neue Spekulationen schaffen. Ein fehlgeleitetes, irres System.
Hier mal eine Grafik, wie sich der Kaffeepreis ergibt:
PDF: http://www.gepa.de/p/cms/...
S. 12: Kaffeepreis über die Jahre (bis 2007 auch da wird über die stark schwankenden Kaffeepreise gejammert, ganz ohne Biotreibstoff)
S. 14: Preisanteile (GEPA Kaffee ca. 1 Cent/Tasse. Da wundere ich mich nicht sehr, dass die Preise für fair gehandelten Kaffee gar nicht so unerträglich sind.)
Nahrungsmittelspekulation
...wie mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, welche Gefahren es birgt und was deshalb geschehen muss.
http://goo.gl/gGugQ
fürs WACHSTUM.
Über das Thema Nahrungsmittelspekulation lässt sich schön aufregen. Vor allem wenn man bedenkt, dass zumeist auf Rohstoffe spekuliert wird, die nur als Zahlen, nicht aber real existieren, diese Spekulationen sich aber auf die Preise für real vorhandene Rohstoffe auswirken. Als Folge können sich viele in der dritten Welt nicht mal mehr den billigsten Fraß leisten.
Im Gegensatz dazu schaue ich in unsere Supermärkte und muss mich von Kunden anwidern lassen. Anwidern deshalb, weil sie trotz zum Bersten gefüllter Regale einen Veitstanz aufführen, weil ausgerechnet das, was sie wollen, gerade nicht da ist.
Die Ursache für Nahrungsmittelspekulationen ist klar, zuviel nutzlos gehortetes Geld. Wenn wir solche Spekulationen nicht wollen, dann müssen wir dieses Geld abschöpfen und vernichten, indem wir Schulden begleichen.
Aber wir selbst müssen uns auch Gedanken machen über unser Anspruchsdenken einer rundum Vollversorgung mit allem.
MfG
AoM
Spekulation mit Nahrungsmitteln gehören in der Tat verboten.
In der Generation der Großeltern hieß es immer: Mit Essen spielt man nicht. Vielleicht war diese Ansage gar nicht so falsch und ist auch heute nicht anachronistisch? Es mag Aussagen und Ansichten geben, die einfach zeitlos sind.
Wer Spekulanten ihr neu gefundenes Spielzeug wegnehmen möchte, kann hier mitzeichen:
http://openpetition.de/pe...
Je mehr mitzeichnen, desto eindrucksvoller die Aussage!
Sie wissen doch, wenn Sie etwas verbieten wird es umso interessanter. Ganz abgesehen davon, dass das Einhalten von Verboten kontrolliert werden muss. Wer soll das tun?
Wenn Sie eine Maschine nachhaltig stoppen wollen, müssen Sie die Treibstoffzufuhr kappen. Der Treibstoff für Spekulationen ist ein Überschuss an Geld, der nicht mehr in den realen Wirtschaftskreislauf geführt werden kann, ohne eine Inflation auszulösen.
Dieses überschüssige Geld muss abgeschöpft werden. Es kann umverteilt werden, aber ich bin für Vernichtung.
MfG
AoM
Sie wissen doch, wenn Sie etwas verbieten wird es umso interessanter. Ganz abgesehen davon, dass das Einhalten von Verboten kontrolliert werden muss. Wer soll das tun?
Wenn Sie eine Maschine nachhaltig stoppen wollen, müssen Sie die Treibstoffzufuhr kappen. Der Treibstoff für Spekulationen ist ein Überschuss an Geld, der nicht mehr in den realen Wirtschaftskreislauf geführt werden kann, ohne eine Inflation auszulösen.
Dieses überschüssige Geld muss abgeschöpft werden. Es kann umverteilt werden, aber ich bin für Vernichtung.
MfG
AoM
trägt auch der Biospritwahnsinn.
"Nicht unerhebliche Schuld trägt auch der Biospritwahnsinn."
###
Im Gegenteil!
1.: Deutschland betreibt eine Nahrungsmittel-ÜBERproduktion, die ein vernünftiges Erzeugerpreisniveau für die Produzenten nahezu verunmöglicht. Somit ist jeder Quadratmeter, auf dem als Alternative "Pflanzen für den Tank" angebaut werden, ein sehr gut genutzter Quadratmeter.
2.: E 10 ist im Schnitt 4 Cent pro Liter preiswerter als "normales Super". bei einer Tankfüllung von 50 l sind das ohne zusätzlichen Billig-Tankstellen-Suchverkehr 2 €. Zugegeben nicht viel, aber "Kleinvieh macht auch Mist".
"Nicht unerhebliche Schuld trägt auch der Biospritwahnsinn."
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Im Gegenteil!
1.: Deutschland betreibt eine Nahrungsmittel-ÜBERproduktion, die ein vernünftiges Erzeugerpreisniveau für die Produzenten nahezu verunmöglicht. Somit ist jeder Quadratmeter, auf dem als Alternative "Pflanzen für den Tank" angebaut werden, ein sehr gut genutzter Quadratmeter.
2.: E 10 ist im Schnitt 4 Cent pro Liter preiswerter als "normales Super". bei einer Tankfüllung von 50 l sind das ohne zusätzlichen Billig-Tankstellen-Suchverkehr 2 €. Zugegeben nicht viel, aber "Kleinvieh macht auch Mist".
Ich habe mal gelesen (nein, keine Quelle zur Hand), dass in den USA seit den 40ern oder 50ern Zwiebel-Futures, also Spekulation auf Zwiebelpreise, verboten sind (seit einem Jahr mit besonderem Preisausschlag, dessen Ursache sich später als versuchter Versicherungsbetrug herausstellte), und dass seitdem von allen Gemüsesorten die Zwiebeln die höchsten Preisschwankungen haben.
Sie behaupten, der umgekehrte Fall sei die Regel. Gibt es dafür eine Quelle? Oder ein Modell? Der mir intuitiv erscheinende Mechanismus ist eher mit o.g. konsistent.
Bei Arte gab's vor Längerem mal eine Doku über die starken Preissteigerungen bei Reis vor einigen Jahren (2008?).
Im Grunde hat es funktioniert, wie das Interview bereits andeutet. Durch irgendeine geplatzte Börsenblase, war viel geflohenes Kapital auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Ein großer Zwischenhändler erkannte seine Chance, behielt den Reis länger als üblich in seinen Depots und bot ihn erst zum Weiterverkauf an, als der sich der Preis stark erhöht hatte.
Am Ende zeigte sich, dass eigentlich immer genügend Reis da war, nur halt leider der Markt nicht optimal funktionierte wegen den gigantischen Gewinnmöglichkeiten.
Ich glaube, ich hab' die Doku bei Youtube gefunden:
http://www.youtube.com/wa...
Bei Arte gab's vor Längerem mal eine Doku über die starken Preissteigerungen bei Reis vor einigen Jahren (2008?).
Im Grunde hat es funktioniert, wie das Interview bereits andeutet. Durch irgendeine geplatzte Börsenblase, war viel geflohenes Kapital auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Ein großer Zwischenhändler erkannte seine Chance, behielt den Reis länger als üblich in seinen Depots und bot ihn erst zum Weiterverkauf an, als der sich der Preis stark erhöht hatte.
Am Ende zeigte sich, dass eigentlich immer genügend Reis da war, nur halt leider der Markt nicht optimal funktionierte wegen den gigantischen Gewinnmöglichkeiten.
Ich glaube, ich hab' die Doku bei Youtube gefunden:
http://www.youtube.com/wa...
für begrenzte Güter gelten marktwirtschaftliche Gesetze ganz
einfach nicht,
man kann sich heutzutage nur wundern warum Länder wie
Saudi Arabien ihr Öl so billig verschenken und nicht 10 Jahre
warten und dann das doppelte kassieren oder schon jetzt
einfach fordern,
manche Staaten wie Russland können vielleicht kaum auf
aktuelle Einnahmen verzichten, aber gerade in Nahost geht
viel Geld doch sowieso in Staatsfonds oder in teure Paläste
Grundnahrungsmittel, Wasser, Energie, Infrastruktur, ÖPNV, Medizin, Polizei,
die wichtigsten Grundlagen gehören in Staatshand und müssen fair verteilt werden,
alle Länder die nicht genug selber anbauen können,
müssen sich grundlegend neu aufstellen und auf feste
Verträge hoffen oder die Bevölkerung ziehen lassen..
wenn das geregelt ist, dürfen alle Luxusprodukte wie
auch Kaffee rein marktwirtschaftlich gehandelt werden,
und seien es mal mit 3 Jahren Mondpreisen,
dann gibts eben nur Wasser zu trinken
über Spekulationssteuern, Monopole usw. kann man dann
immer noch diskutieren, aber aus komfortabler Situation
der relativen Unwichtigkeit heraus
dass Länder wie Saudi-Arabien ihr Öl "verschenken", würden Sie nämlich eine bestimmte Preisgrenze überschreiten würden sie flux in die Achse des Bösen rutschen und wären auch schwupps ihr Öl und Land sowie Volk und Paläste los. Von freiem Handel kann da kaum eine Rede sein.
dass Länder wie Saudi-Arabien ihr Öl "verschenken", würden Sie nämlich eine bestimmte Preisgrenze überschreiten würden sie flux in die Achse des Bösen rutschen und wären auch schwupps ihr Öl und Land sowie Volk und Paläste los. Von freiem Handel kann da kaum eine Rede sein.
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