Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) wird seinen Betrieb anders als geplant erst im nächsten Jahr beginnen. Der Eröffnungstermin soll der 17. März sein, also ein Dreivierteljahr später als geplant. Der Regierende Bürgermeister von Berlin , Klaus Wowereit ( SPD ), nannte als Grund die bereits bekannten Probleme mit der Brandschutzanlage.

Die zuständige Behörde werde die zuletzt angestrebte teilautomatische Lösung nicht genehmigen, was zusätzliche Arbeiten erforderlich mache, sagte Wowereit während einer Pressekonferenz in Schönefeld . Zudem eigne sich ein Termin im Winter wegen Wetterrisiken nicht für Umzug und Inbetriebnahme. "Wir werden alles tun, um den Flughafen zum Erfolg zu führen", versprach Wowereit.

Ursprünglich sollte das erste Flugzeug am 3. Juni abheben. Dann war der bisherige Eröffnungstermin in der vergangenen Woche ohne Nennung eines neuen Datums verschoben worden. Wowereit sagte zu, dass keine der von dort in nächster Zeit geplanten Flüge gestrichen werden.

Flugverkehr - Flughafen Berlin-Brandenburg: Hinter den Kulissen des Probebetriebs

Die Fluggesellschaften Lufthansa , Air Berlin und Easyjet wollen demnach die für den neuen Airport aufgestellten Flugpläne über die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld abwickeln. Air Berlin hatte deshalb bereits verlangt, das Nachtflugverbot in Tegel einzuschränken.

Flughafen-Chef wird entlassen

Die verzögerte Eröffnung kostet Flughafen-Geschäftsführer Manfred Körtgen zum 1. Juni seinen Posten . Der Aufsichtsrat beschloss seine Entlassung, wie Wowereit sagte. Der 59-jährige Körtgen war als Technik-Geschäftsführer Chefplaner des Flughafens. Er habe "Probleme gehabt, die Dinge rechtzeitig zu erkennen", sagte Wowereit.

Rainer Schwarz als Sprecher der Geschäftsführung bleibt demnach im Amt. Beendet wird aber auch die Zusammenarbeit mit dem Generalplanungskonsortium PGBBI, zu der auch das renommierte Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan gehört.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf die Betreiber von zuletzt chaotischen Zuständen auf der Baustelle: Viele Prozesse liefen gleichzeitig, das Terminal stand noch voller Gerüste, während der Probebetrieb mit freiwilligen Test-Passagieren begann. Ganze Check-in-Bereiche fielen aus, weil Bauarbeiter Strom an den Abfertigungsschaltern abzapften. Da sich Pläne häufig änderten, musste gerade Errichtetes bald wieder eingerissen werden. Die Datentechnik lief bis zuletzt nicht stabil, sei es das interne Computernetz, die Brandmeldeanlage oder die Türsteuerung. Am Schluss heuerten die Betreiber mehrere hundert Aushilfskräfte an, die Türen im Ernstfall per Hand öffnen sollten.