Berlin-BrandenburgBerliner Flughafenpanne wirkt sich weltweit aus

Der verzögerte Start des Großflughafens Berlin stellt die Airlines vor erhebliche logistische Probleme. Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck ist "stocksauer". von afp und dpa

Der Wartebereich vor Check-in-Schaltern in der Haupthalle des neuen Flughafens "Willy Brandt"

Der Wartebereich vor Check-in-Schaltern in der Haupthalle des neuen Flughafens "Willy Brandt"  |  © Bernd Settnik/dpa

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ( CSU ) hat die Verschiebung der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) bedauert, hält die Entscheidung aber für alternativlos. "Berlin kann sich keinen Pannenflughafen leisten", sagte Ramsauer. Bevor die ersten Maschinen abheben, müssten alle bautechnischen Anforderungen erfüllt und ein reibungsloser und absolut sicherer Betrieb gewährleistet sein. Das sei für Fluggäste und Mitarbeiter ebenso wichtig wie für den Ruf des neuen Airports.

Die verschobene Eröffnung wird nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) weltweite Auswirkungen auf den Luftverkehr haben. "Wir müssen alle betroffenen Fluggesellschaften weltweit darüber informieren, dass sie ihre Abläufe ändern müssen", sagte DFS-Geschäftsführer Ralph Riedle der Financial Times Deutschland . Das sei für alle Beteiligten ein erheblicher Aufwand. Der Fall sei wegen der kurzfristigen Informationspolitik der Flughafen-Betreibergesellschaft sehr ungewöhnlich.

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Die Betreibergesellschaft hatte am Dienstag die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg informiert, dass die für den 3. Juni geplante Eröffnung des neuen Großflughafens Willy Brandt kurzfristig verschoben werden muss. Grund dafür sind Probleme beim Brandschutz – die neuen Anlagen konnten noch nicht vom TÜV abgenommen werden. Bis auf Weiteres sollen die Flüge über die bestehenden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld abgewickelt werden.

Platzeck "stocksauer"

"Das ist kein guter Tag für den Flughafen Berlin-Brandenburg", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ( SPD ). Die nötigen Arbeiten sollten so schnell wie möglich abgeschlossen werden, der Zeitraum der Verzögerung solle so kurz wie möglich sein. Wowereit äußerte die Erwartung, dass der Flughafen nach den Sommerferien im August eröffnen wird.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte, die Verschiebung sei "mehr als eine böse Überraschung". "Ich verhehle nicht, dass ich stocksauer bin, so eine Überraschung darf nicht kurz vorher passieren." Platzeck sagte, niemand müsse Bedenken haben, seinen Urlaubsflug nicht antreten zu können. "Da wird es wohl keine Einschränkungen geben."

Fluglinien

Informationen über Flugausfälle und Verspätungen: 

Lufthansa 01805 805 805 www.lufthansa.de

Air Berlin 01805 737 800 www.airberlin.com

Easy Jet 01805 029292, 01805 666 000 www.easyjet.com

Website mit den Telefonnummern aller größerer Fluglinien www.telefonnummer-airlines.de

Flughäfen

Auf den folgenden Internetseiten und unter folgenden Telefonnummern können Sie sich über Sperrungen, Verspätungen und Flugausfälle informieren:

Berlin Schönefeld 0180 5 00 01 86 www.berlin-airport.de

Berlin Tegel 0180 5 00 01 86 www.berlin-airport.de

Bremen +49 (0) 421 55950 www.airport-bremen.de

Dresden +49 (0) 351 8810 www.dresden-airport.de

Düsseldorf +49 (0) 211 4210 www.duesseldorf-international.de

Erfurt-Weimar 0180 5 410 970www.flughafen-erfurt-weimar.de

Frankfurt/Main 0180 5 372 4636 www.frankfurt-airport.de

Hamburg +49 (0) 40 50 750 www.ham.airport.de

Hannover +49 (0) 511 9770 www.hannover-airport.de

Köln/Bonn +49 (0) 22 03 – 40 40 01 / 40 40 02 www.koeln-bonn-airport.de

Leipzig/Halle +49 (0) 341 224 1155 www.leipzig-halle-airport.de

München  +49 (0)89 9752 13 13 www.munich-airport.de

Münster/Osnabrück +49 (0) 25 71 940www.flughafen-fmo.de

Nürnberg +49 (0) 911 937 00 www.airport-nuernberg.de

Saarbrücken +49 (0) 6893 83272 www.flughafen-saarbruecken.de

Stuttgart 0180 5 948444www.flughafen-stuttgart.de

Internationale Flughäfen findet man auf www.flightradar24.com

Linienbusse

Eurolines www.eurolines.com, Telefonnummern der einzelnen Länder: http://www.eurolines.com/about-us/

Deutsche Touring GmbH Servicehotline +49 (0) 69 7903 501 www.touring.de

Berlin Linienbuswww.berlinlinienbus.de

Gullivers Servicehotline: +49 (0) 30 311 0 211 www.gullivers.de

Orland Servicehotline +49 (0) 9721 47 59 00, Notfallnummer +49 (151) 141 823 08 www.orland.de

Andere Transportwege

Das Buchungsportal der Deutschen Bahn: www.bahn.de

Ocean24 ist ein Buchungsportal für Fährverbindungen. Servicehotline: +49 (0) 180 4 999 203 www.ocean24.com

Auf Facebook gibt es einen Zusammenschluss von Nutzern, die Car-Pools bilden: http://www.facebook.com/carpooleurope

Nationale Mitfahrzentralen:

Mitfahrzentrale 01805 03 11 99 11 www.mitfahrzentrale.de

Mitfahrgelegenheit 01805 03 11 99 40 www.mitfahrgelegenheit.de

Internationale Mitfahrzentralen:

Roadsharing.comwww.roadsharing.com und Ride4cents.org www.ride4cents.org

Autovermieter: 

Avis Servicehotline: 0180 5 21 77 02 www.avis.de

Europcar Servicehotline: 0180 5 8000 www.europcar.de

Hertz Servicehotline: 0180 5 33 3535 www.hertz.de

Sixt  Servicehotline: 0180 5 25 25 25 www.sixt.de


Der verzögerte Start des Großflughafens hat vor allem für die Fluggesellschaften Konsequenzen, die nun neu planen müssen. Dies stelle "alle Beteiligten vor gewaltige logistische Probleme, die außerdem erhebliche, noch nicht kalkulierbare Mehrkosten verursachen werden", sagte Airberlin-Chef Hartmut Mehdorn . Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will auf dem neuen Großflughafen ein Drehkreuz aufbauen.

Die Lufthansa kündigte an, ihre Flüge weiter über den Flughafen Tegel abzuwickeln. Die für den neuen Flughafen zusätzlich geplanten Flüge sollten in jedem Falle starten. Die Fluggesellschaft befinde sich in Gesprächen mit dem Flughafenbetreiber über entsprechende Zeitfenster für Starts und Landungen, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Welche Folgen die Verschiebung für Passagiere hat, ist noch nicht abzusehen. Die Fluggesellschaften wollen sie möglichst gering halten. Betroffen sind alle Flüge deutscher und ausländischer Fluggesellschaften, die ab dem 3. Juni von und nach Berlin Brandenburg geplant waren. Täglich starten und landen an Berlins Flughäfen Tegel und Schönefeld bislang mehr als 700 Flugzeuge. Mit dem neuen Hauptstadtflughafen wollten viele Airlines ihr Angebot ausbauen.

Wie Lufthansa und airberlin bemühen sich die Unternehmen nun, die geplanten Flüge über die beiden anderen Flughäfen in Berlin abzuwickeln. So will die Lufthansa-Tochter Germanwings wie bisher nach Schönefeld fliegen und an ihrem Flugplan festhalten. EasyJet teilte mit, dass sie ebenfalls wie bislang Schönefeld als Flughafen nutzen wird und der Flugplan unverändert bleibe. Im Zweifel sollten sich Flugpassagiere über die Internetseiten der Gesellschaften oder telefonisch informieren.

Über etwaige Schadenersatzansprüche müsse mit den Fluggesellschaften gesprochen werden. Die Verzögerung wird laut Tagesspiegel pro Monat Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro verursachen.

Die Fertigstellung des seit etwa 20 Jahren geplanten und 2,5 Milliarden Euro teuren Hauptstadtflughafens hatte sich schon mehrfach verzögert, ursprünglich war der 30. Oktober 2011 als Eröffnungstermin vorgesehen. Der neue Flughafen soll eine Startkapazität von 27 Millionen Passagieren haben.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 08. Mai 2012 19:07 Uhr

    Wat rejen se sich uff. Der Bund hats doch. Wie üblich im größten Armenhaus der Republik. Und die je nach Couler geliebten Politiker warens eh nicht. Unten wird sich schon jemand finden.

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  1. Die Dilettanten in Berlin bekommen einfach nicht etwas "just in time" hin. Wahrscheinlich fehlen nur ein paar Feuerlöscher oder die Rolltreppen sind noch nicht abgenommen oder oder. So bläst man alles ab. Man liebt die Absperrung, die Verzögerung, das Problem an sich.

    Berlin ist leider nicht mehr das wirtschaftliche Zentrum Deutschlands und das merkt man an vielen Entwicklungen in der Stadt.

    2 Leserempfehlungen
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    Wie #11 schrieb:

    Berlin - ich erlebe das seit über einem Jahrzehnt - hat eine (darf man es so nennen?) perverse Freude am Verzögern, Nixfertigkriegen, Erst-mal-absperren-und-nach-Hause-gehen. Projekt zu 96 % fertig? Egal, machen wir dicht und gehen was trinken - das kann noch einen Monat warten; sollen die Wichtigtuer sich nicht so haben!

    Das war hier wohl schon immer so, oder zumindest schon seit sehr langer Zeit. Löcher werden aufgerissen, Straßen gesperrt, große Pläne gemacht, die Backen aufgeblasen. Dann passiert ... nichts. Dann wird ein Schuldiger gesucht. Dann noch mehr abgesperrt.

    Vor der Fußballweltmeisterschaft in 2006 zum Beispiel gab es wohl eine Order, in der Stadt Ordnung zu schaffen, damit das Bild für die Gäste nicht *zu* peinlich werde. Das waren ein paar glückselige Wochen - glatt war der Asphalt, angenehm das Straßenbild. Fast unwirklich; fast wie in einer echten Metropole. Dafür rächte sich das Bauwesen dann aber schrecklich, indem es kurz danach zehn Mal so viele elende Löcher aufriss. Inzwischen ist alles wie vorher - dreckig, provisorisch, verranzt.

    Über das konkrete Großprojekt kann ich nur wenig sagen. Wenn man aber gugelt, findet man schnell heraus, dass der Brandschutz in den Händen einer ziemlich kleinen Firma liegt, die sich hier möglicherweise verhoben hat, und die Aufsicht hat geschlafen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

    Egal. Wie der Forist Durchblick11 schrieb: Berlin liebt das Problem an sich, der Einzelfall ist da nur Exempel.

  2. Mich würde interessieren, mehr über diese Debatte zu lesen. Haben SIe dazu evtl. einen Link?

    Danke!

    Eine Leserempfehlung
  3. Das aus diesem Areal derzeit nicht gestartet und gelandet
    werden kann,ist gewollt.
    Je länger die bewußte Verzögerung öffentlicher Bauwerke,
    und diese Start-und- Landebahn ist nur ein sehr geringer
    Teil der Abzocke des Steuerzahlers, desto mehr an Geld
    wird der sogenannten öffentlichen Hand entnommen.
    Vorsätzlich,hinterhältigst jedoch ausgeklügelt mit dem
    beauftragtem Erbauer und seinen untertänigsten Dienern.

    Wer hier überrascht sein will, hat sich zulange als
    Zuschauer betätigt.

    Eine Leserempfehlung
  4. Na, das kann dauern bis zur Flughafeneröffnung. Im Süden freut man sich indessen über Chaos im öffentlichen Nahverkehr, verursacht durch die vorbereitenden Arbeiten für den tiefergelegten Stuttgarter Hauptbahnhof. Da ist Ähnliches zu erwarten wie in Berlin. Mit vielen vielen Abschreibungen.

    • Ullli
    • 08. Mai 2012 20:18 Uhr

    das war mir schon immer aufgefallen.
    Architekten und Sonderfachleute, die beim Bau eines Großflughafens mitwirken, hätten sich sehr frühzeitig mit den Experten vom Brandschutz zusammensetzen müssen. Aber bestimmte Architekten sehen sich in erster Linie als Künstler für die Gestaltung der tragenden und lastenden Teile. Durchdachte Planungen von Brandschutzeinrichtungen sind denen eher lästig.

    2 Leserempfehlungen
  5. Wie #11 schrieb:

    Berlin - ich erlebe das seit über einem Jahrzehnt - hat eine (darf man es so nennen?) perverse Freude am Verzögern, Nixfertigkriegen, Erst-mal-absperren-und-nach-Hause-gehen. Projekt zu 96 % fertig? Egal, machen wir dicht und gehen was trinken - das kann noch einen Monat warten; sollen die Wichtigtuer sich nicht so haben!

    Das war hier wohl schon immer so, oder zumindest schon seit sehr langer Zeit. Löcher werden aufgerissen, Straßen gesperrt, große Pläne gemacht, die Backen aufgeblasen. Dann passiert ... nichts. Dann wird ein Schuldiger gesucht. Dann noch mehr abgesperrt.

    Vor der Fußballweltmeisterschaft in 2006 zum Beispiel gab es wohl eine Order, in der Stadt Ordnung zu schaffen, damit das Bild für die Gäste nicht *zu* peinlich werde. Das waren ein paar glückselige Wochen - glatt war der Asphalt, angenehm das Straßenbild. Fast unwirklich; fast wie in einer echten Metropole. Dafür rächte sich das Bauwesen dann aber schrecklich, indem es kurz danach zehn Mal so viele elende Löcher aufriss. Inzwischen ist alles wie vorher - dreckig, provisorisch, verranzt.

    Über das konkrete Großprojekt kann ich nur wenig sagen. Wenn man aber gugelt, findet man schnell heraus, dass der Brandschutz in den Händen einer ziemlich kleinen Firma liegt, die sich hier möglicherweise verhoben hat, und die Aufsicht hat geschlafen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

    Egal. Wie der Forist Durchblick11 schrieb: Berlin liebt das Problem an sich, der Einzelfall ist da nur Exempel.

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    Antwort auf "Avanti Dilletanti"
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    Europa wächst halt zusammen ...
    Aber daß Straßen schon mal 2 Monate gesperrt werden - wobei das Aufstellen der Absperrungen und Schilder in höchstens 3 Stunden erledigt ist - ehe die Bauarbeiten, z.B. die Montage von zwei Fußgängerampeln (eine davon völlig überflüssig), anfangen, gibts auch anderswo...

  6. Welch ein Geschenk für die Menschen in der Region, die künftig unter dem Fluglärm zu leiden haben werden ... nun können sie noch ein bißchen den Sommer geniessen, bevor ihr Leben zur Hölle wird, so wie hier in Frankfurt bereits geschehen.

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    • Chilly
    • 08. Mai 2012 21:53 Uhr

    Reinickendorf und Pankow, die eigentlich schon seit Herbst 2010 Ruhe haben sollten und nun noch einen Sommer mit geschlossenen Fenstern im Schlafzimmer schwitzen müssen?

    Rein zahlenmäßig sind das deutlich mehr, aber sie sind eben still und machen keinen lauten Rabatz. Vielleicht liegt es auch daran, dass dort eben keine Prominente wie bekannte Filmregisseure leben und es sich um einfache Menschen handelt und nicht um einflussreiche und wohlhabende Menschen wie am Müggelsee oder in Dahlem/Wannsee.

    CHILLY

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Matthias Platzeck | Klaus Wowereit | Lufthansa | Peter Ramsauer | SPD | CSU
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