Börse: Neuwahl-Entscheidung verschreckt Anleger
Nach dem Scheitern der Regierungsbildung in Griechenland ist der Euro so billig wie vor vier Monaten. Die Renditen auf spanische und italienische Staatsanleihen steigen.
© Kirill Iordansky/Reuters

Die Anzeige des Deutschen Leitindex Dax in der Frankfurter Börse
Die Finanzmärkte haben nervös auf das endgültige Scheitern einer Regierungsbildung im Griechenland reagiert. Nachdem ein Sprecher des griechischen Präsidenten Karolos Papoulias eine Neuwahl angekündigt hatte, verkauften viele Anleger ihre Anleihen – auch Staatsanleihen aus Spanien und Italien. Dies trieb die Renditen der jeweiligen zehnjährigen Bonds auf 6,341 beziehungsweise 5,957 Prozent. Der spanische Leitindex fiel auf den tiefsten Stand seit September 2003. Der Leitindex der Börse in Mailand rutschte auf ein Siebeneinhalb-Monats-Tief.
Der deutsche Leitindex Dax verlor nur wenig an Wert: Nach einem zwischenzeitlichen Minus von etwa 1,2 Prozent lag der Dax am Nachmittag nur noch 0,6 Prozent unter dem Vortagesschlusswert bei 6.415 Punkten. Am stärksten verloren Bankaktien, etwa der Deutschen Bank und der Commerzbank.
Der Leitindex der Athener Börse stürzte um mehr als fünf Prozent ab auf ein Rekordtief von 553,61 Stellen. Der griechische Bankenindex notierte ebenfalls so tief wie noch nie. Der EuroStoxx50 der wichtigsten europäischen Unternehmen fiel zeitweise auf ein Fünfeinhalb-Monats-Tief von 2.166,81 Zählern.
Zulauf bei deutschen Staatsanleihen
Am Devisenmarkt fiel der Euro auf bis zu 1,2769 Dollar und war damit zeitweise so billig wie zuletzt Mitte Januar. Im weiteren Handelsverlauf erholte sich der Kurs wieder leicht auf 1,2792 Dollar. Sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen erhielten indes Zulauf. Der richtungsweisende Bund-Future drehte ins Plus und lag drei Ticks höher bei 143,43 Punkten. Damit blieb er nur knapp unter dem am Vortag markierten Rekordhoch von 143,69 Zählern.
In dem hoch verschuldeten Griechenland muss wenige Wochen nach den letzten Wahlen erneut abgestimmt werden. Beobachter gehen davon aus, dass die Gegner des Sparprogramms noch deutlich mehr Stimmen erhalten könnten. Damit wächst die Sorge vor einer Pleite des Landes und einem darauf folgenden Austritt aus der Euro-Zone. Als wahrscheinliches Datum für die Neuwahlen gilt der 17. Juni.






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