StaatsanleihenDeutschland bekommt Kredit zum Nulltarif

Angesichts der Unsicherheit in den Krisenländern sind deutsche Anleihen bei Investoren äußerst beliebt. Für zweijährige Anleihen zahlt Deutschland erstmals keine Zinsen.

Deutschland muss für die längerfristige Schuldenaufnahme erstmals in der Geschichte keine Zinsen zahlen. Die Bundesrepublik gab Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit mit einer durchschnittlichen Rendite von 0,0 Prozent aus. Das teilte die Finanzagentur des Bundes mit.

Insgesamt seien sogenannte Bundesschatzanweisungen im Volumen von 4,55 Milliarden Euro verkauft worden. Investoren hätten sogar für Anleihen im Gesamtwert von 7,74 Milliarden Euro geboten. Das heißt, Deutschland hätte deutlich mehr Anleihen verkaufen können.

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Bereits zu Jahresanfang hatte die Bundesrepublik Anleihen mit einem Jahr Laufzeit bei einer Rendite knapp über der Nullmarke ausgegeben – und Titel mit sechs Monaten Laufzeit sogar mit einer negativen Rendite. Das heißt: Investoren mussten fürs Geldanlegen dem Bund sogar Geld zahlen.

In der Euro-Krise sehen Investoren im Kauf deutscher Staatsanleihen eine sichere Geldanlage und nehmen deswegen auch den Verzicht auf Zinsen in Kauf. Bei anderen Ländern gibt es Zweifel, ob sie ihre Schulden zurückzahlen können. Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren, sind deutsche Anleihen besonders gefragt.

Euro-Krisenländer wie Spanien, Griechenland und Italien müssen wegen der Unsicherheit über alle Laufzeiten hinweg viel höhere Zinsen als Deutschland bieten, um frisches Kapital zu bekommen.
 

 
Leserkommentare
  1. 1. !WOW!

    Nun dreht der Finanzkapitalismus total am Rad!

    Wer soll das denn noch verstehen. Wer soviel Geld hat, dass er nichts besseres damit anzufangen weiß, als jemanden zu bezahlen damit dieser es ausgibt? ..... Wer versteht die Welt noch! Vielleicht sollten diese Herren und Damen mit dem Geld lieber mal investieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Wem das zu "riskant" oder zu "mühsam" ist, der kann auch nachhaltige Aufbauarbeit in Entwicklungsstaaten leisten. Also wirklich.... total beklo....

    Wenn ich das richtig verstehe, ist Deutschland dann ja bald Schuldenfrei weil laufende Kredite mit Zinsen gegen welche mit ohne Zinsen abgelöst werden können?
    Ich muss mal meine Bank fragen, ob das bei unserer Hausfinanzierung auch so geht!

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    Wenn Sie genau lesen, erkennen Sie wo das herkommt:

    "Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren,"

    Für Sie als privat-Mensch hat es keinen Vorteil Geld zu null Prozent zu verleihen gegenüber der Variante Geldscheine zu horten.

    Wenn Geld zu billig wird, führt das auch nicht unbedingt zu Schuldenabbau und -freiheit, sondern umgekehrt besteht die Gefahr, dass Deutschland aufgrund dieser schönen Lage gar nicht erst anfängt zu sparen.

    Wenn Sie genau lesen, erkennen Sie wo das herkommt:

    "Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren,"

    Für Sie als privat-Mensch hat es keinen Vorteil Geld zu null Prozent zu verleihen gegenüber der Variante Geldscheine zu horten.

    Wenn Geld zu billig wird, führt das auch nicht unbedingt zu Schuldenabbau und -freiheit, sondern umgekehrt besteht die Gefahr, dass Deutschland aufgrund dieser schönen Lage gar nicht erst anfängt zu sparen.

  2. Wenn Sie genau lesen, erkennen Sie wo das herkommt:

    "Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren,"

    Für Sie als privat-Mensch hat es keinen Vorteil Geld zu null Prozent zu verleihen gegenüber der Variante Geldscheine zu horten.

    Wenn Geld zu billig wird, führt das auch nicht unbedingt zu Schuldenabbau und -freiheit, sondern umgekehrt besteht die Gefahr, dass Deutschland aufgrund dieser schönen Lage gar nicht erst anfängt zu sparen.

    3 Leserempfehlungen
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    "Wenn Geld zu billig wird, führt das auch nicht unbedingt zu Schuldenabbau und -freiheit"

    Ein Staat kann nicht dauerhaft schuldenfrei sein, solange er private Vermögen erlaubt. Er kann allenfalls entscheiden ob er das private Geld verzinst zurückleiht, es entsprechend versteuert oder sich neues druckt. Wir gehen den teuersten Weg, wir leihen es, die Markt- und Stabilitätsideologie will es so.

    "sondern umgekehrt besteht die Gefahr, dass Deutschland aufgrund dieser schönen Lage gar nicht erst anfängt zu sparen."

    Was extrem sinnvoll wäre, nicht? Zumindest solange man innerhalb der Wachstumsdoktrin bleibt. Schulden für lau und jeder Euro den der Staat mehr ausgibt kurbelt bekanntlich das Wachstum an. Mit diversen Anreizhebeln kann er dabei sogar noch eine Menge privates Kapital dazulocken.

    Wer in dieser Situation, in der der EU insgesamt die Rezession droht, und wir mit sparen unsere gemeinschaftliche
    Handlungsfähigkeit riskieren, wer in dieser Situation nicht investiert, ist ziemlich, na ja, bescheuert. Wenn ich für Null-Zins Kredit bekäme, würde ich mir auch ein Haus bauen, die Miete die ich dann später spare, kann ich zum tilgen verwenden. Vermögen geschaffen (Haus), ohne dass es mich ernsthaft was gekostet hat.

    Wir könne gespannt sein, wie lange die Lebens- und Rentenversicherungen bei solchen Kreditbedingungen ihre Mindestverzinsung ausbezahlen können.

    Die nächsten staatlichen Rettungsaktionen für Versicherer sind vorprogrammiert. Das System führt sich selbst ad absurdum.

    "Wenn Geld zu billig wird, führt das auch nicht unbedingt zu Schuldenabbau und -freiheit"

    Ein Staat kann nicht dauerhaft schuldenfrei sein, solange er private Vermögen erlaubt. Er kann allenfalls entscheiden ob er das private Geld verzinst zurückleiht, es entsprechend versteuert oder sich neues druckt. Wir gehen den teuersten Weg, wir leihen es, die Markt- und Stabilitätsideologie will es so.

    "sondern umgekehrt besteht die Gefahr, dass Deutschland aufgrund dieser schönen Lage gar nicht erst anfängt zu sparen."

    Was extrem sinnvoll wäre, nicht? Zumindest solange man innerhalb der Wachstumsdoktrin bleibt. Schulden für lau und jeder Euro den der Staat mehr ausgibt kurbelt bekanntlich das Wachstum an. Mit diversen Anreizhebeln kann er dabei sogar noch eine Menge privates Kapital dazulocken.

    Wer in dieser Situation, in der der EU insgesamt die Rezession droht, und wir mit sparen unsere gemeinschaftliche
    Handlungsfähigkeit riskieren, wer in dieser Situation nicht investiert, ist ziemlich, na ja, bescheuert. Wenn ich für Null-Zins Kredit bekäme, würde ich mir auch ein Haus bauen, die Miete die ich dann später spare, kann ich zum tilgen verwenden. Vermögen geschaffen (Haus), ohne dass es mich ernsthaft was gekostet hat.

    Wir könne gespannt sein, wie lange die Lebens- und Rentenversicherungen bei solchen Kreditbedingungen ihre Mindestverzinsung ausbezahlen können.

    Die nächsten staatlichen Rettungsaktionen für Versicherer sind vorprogrammiert. Das System führt sich selbst ad absurdum.

  3. ...wo bleiben die Vollbeschäftigungsprogramme? Oder machen wir es da wieder mit deutscher Gründlichkeit: Löhne senken für Wachstum und Wohlstand und dann weiter senken weils so gut geklappt hat?

    Aber im ernst: es zeigt sich die für Deutschland positive Kehrseite der merkelschen Politik. Aus den Krisenstaaten flieht das Kapital und die Zinsen würgen deren Handlungsfähigkeit ab (und wir winken mit dem erhobenen Zeigefinger). Wir hingegen bekommen Kredit zum Nulltarif. The Winner takes it all, das klassische Spiel der herdengetriebenen Märkte, möge es allen Marktideologen eine Lehre sein, denn:

    Dieses Schwert welches unsere skrupellose Hegemonialpolitik stärkt, kann sich auch wieder gegen uns wenden.

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    "Aber im ernst: es zeigt sich die für Deutschland positive Kehrseite der merkelschen Politik. Aus den Krisenstaaten flieht das Kapital und die Zinsen würgen deren Handlungsfähigkeit ab (und wir winken mit dem erhobenen Zeigefinger). Wir hingegen bekommen Kredit zum Nulltarif. The Winner takes it all, das klassische Spiel der herdengetriebenen Märkte, möge es allen Marktideologen eine Lehre sein, denn: Dieses Schwert welches unsere skrupellose Hegemonialpolitik stärkt, kann sich auch wieder gegen uns wenden."

    Bitte? Sie stellen es ja so dar, als würde insgesamt Deutschland einen Gewinn mit der Krise erwirtschaften! Dem ist nicht so. Ich kann Sie beruhigen, die Verluste sind noch hoch genug.

    "Skrupellose Hegemonialpolitik"? Sie meinen, wenn Politiker versuchen, eine "Untreue" am deutschen Steuerzahler zu vermeiden und gemäß Bundesverfassungsgericht die Haftungen nicht ausufern lassen wollen und diese die Bestimmung der Verwendung von deutschen Steuermitteln nicht gleich in die Hände der nicht solide gewirtschafteten Krisenländer geben - ist das Ihrer Ansicht nach "Hegemonialpolitik"? Also zu versuchen, bei allen bereits bestehenden Haftungen und Bürgschaften und Zahlungen Deutschlands wenigstens ein klein wenig Sicherheit zu erreichen?

    Interessant. Soll Deutschland also Ihrer Meinung nach Blankoschecks verteilen?

    Das ist eher der Untergang von Rom.
    Wenn Kredite "plötzlich" zum Nullkredit rausgeschmissen werden dann wissen wir, wo bald die nächste Finanzblase explodieren wird...

    "Aber im ernst: es zeigt sich die für Deutschland positive Kehrseite der merkelschen Politik. Aus den Krisenstaaten flieht das Kapital und die Zinsen würgen deren Handlungsfähigkeit ab (und wir winken mit dem erhobenen Zeigefinger). Wir hingegen bekommen Kredit zum Nulltarif. The Winner takes it all, das klassische Spiel der herdengetriebenen Märkte, möge es allen Marktideologen eine Lehre sein, denn: Dieses Schwert welches unsere skrupellose Hegemonialpolitik stärkt, kann sich auch wieder gegen uns wenden."

    Bitte? Sie stellen es ja so dar, als würde insgesamt Deutschland einen Gewinn mit der Krise erwirtschaften! Dem ist nicht so. Ich kann Sie beruhigen, die Verluste sind noch hoch genug.

    "Skrupellose Hegemonialpolitik"? Sie meinen, wenn Politiker versuchen, eine "Untreue" am deutschen Steuerzahler zu vermeiden und gemäß Bundesverfassungsgericht die Haftungen nicht ausufern lassen wollen und diese die Bestimmung der Verwendung von deutschen Steuermitteln nicht gleich in die Hände der nicht solide gewirtschafteten Krisenländer geben - ist das Ihrer Ansicht nach "Hegemonialpolitik"? Also zu versuchen, bei allen bereits bestehenden Haftungen und Bürgschaften und Zahlungen Deutschlands wenigstens ein klein wenig Sicherheit zu erreichen?

    Interessant. Soll Deutschland also Ihrer Meinung nach Blankoschecks verteilen?

    Das ist eher der Untergang von Rom.
    Wenn Kredite "plötzlich" zum Nullkredit rausgeschmissen werden dann wissen wir, wo bald die nächste Finanzblase explodieren wird...

  4. Bei solchen Meldungen schüttelt es mich regelrecht.

    Bei DER ZEIT erwarte ich, dass jemand fragt WARUM Anleger einen Wertverlust schon beim Kauf akzeptieren und WER diese Anleger sind.

    Die Antworten sind einfach und werden heute weltweit in der Fachpresse diskutiert.

    Die genannten Anleger sind keine "Investoren", sondern institutionelle Anleger (Lebensversicherungen, Pensionskassen, aber auch Großbanken), die nach ihren Satzungen und Vorgaben Euro-Anleihen kaufen müssen.

    "Investoren" aus Asian, Amerika oder Australien würden den nächsten Arzt aufsuchen, als ihr Geld jemandem zu geben, der Ihnen nach 2-30 Jahren weniger zurückgiebt, als sie gezahlt haben.

    Das zum "WER"

    Nun zum "WARUM"

    Die meisten institutionellen Anleger bereiten sich auf einen Zusammenbruch der EURO vor.

    Sie sind der Meinung, dass - wenn sie schon in EURO anlegen MÜSSEN - dies besser in Deutschland, Polen und den Niederlanden tun.

    Sie erwarten, dass - nach einer gegebenenfalls eintretenden Währungsreform - die Quoten Euro - neue Währung dort mit am besten sein werden. Und damit der Verlust am geringsten.

    Die Finanzwelt war deshalb heute SCHOCKIERT über diese Nachricht, ist sie doch ein klaren Zeichen, wohin der Weg geht.

    Meine Bitte an die Redaktion:

    Niemals solche dpa Meldungen unbewertet wiedergeben.

    Dafür ist eher das Blatt mit den großen Buchstaben zuständig.

    10 Leserempfehlungen
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    • vb187
    • 23.05.2012 um 15:59 Uhr

    Wer solch einen Artikel in der ZEIT liest, weiß, wer die Investoren sind und welche Hintergründe sie haben. Zumal darauf bedingt bereits im Artikel eingegangen wird.

    Dass die Börse deshalb allgemein negativ reagiert, könnte hingegen erwähnt werden.

    "Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren, sind deutsche Anleihen besonders gefragt."

    Sie schreiben: "Investoren" aus Asian, Amerika oder Australien würden den nächsten Arzt aufsuchen, als ihr Geld jemandem zu geben, der Ihnen nach 2-30 Jahren weniger zurückgiebt, als sie gezahlt haben.

    In USA und Japan sind die Zinsen seit Jahren auf Tiefstkurs und die dortigen Investoren kaufen trotzdem.

    Sie schreiben: "Niemals solche dpa Meldungen unbewertet wiedergeben."

    Damit haben Sie vollkommen Recht. Die DPA-Wirtschaftartikel sind häufig reine Jubelartikel, die meist schlaglichtartig beleuchten und alles ausklammern, was dem Zentralorgan der freien Marktwirtschaft nicht gelegen kommt. Der DPA-Artikel erwähnt nicht, dass natürlich diejenigen, die die privaten Renten und Versicherungen abgeschlossen haben, die Zeche bezahlen müssen.

    • vb187
    • 23.05.2012 um 15:59 Uhr

    Wer solch einen Artikel in der ZEIT liest, weiß, wer die Investoren sind und welche Hintergründe sie haben. Zumal darauf bedingt bereits im Artikel eingegangen wird.

    Dass die Börse deshalb allgemein negativ reagiert, könnte hingegen erwähnt werden.

    "Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren, sind deutsche Anleihen besonders gefragt."

    Sie schreiben: "Investoren" aus Asian, Amerika oder Australien würden den nächsten Arzt aufsuchen, als ihr Geld jemandem zu geben, der Ihnen nach 2-30 Jahren weniger zurückgiebt, als sie gezahlt haben.

    In USA und Japan sind die Zinsen seit Jahren auf Tiefstkurs und die dortigen Investoren kaufen trotzdem.

    Sie schreiben: "Niemals solche dpa Meldungen unbewertet wiedergeben."

    Damit haben Sie vollkommen Recht. Die DPA-Wirtschaftartikel sind häufig reine Jubelartikel, die meist schlaglichtartig beleuchten und alles ausklammern, was dem Zentralorgan der freien Marktwirtschaft nicht gelegen kommt. Der DPA-Artikel erwähnt nicht, dass natürlich diejenigen, die die privaten Renten und Versicherungen abgeschlossen haben, die Zeche bezahlen müssen.

  5. man zahlt geld, damit man jemandem geld leihen darf? nur weil man sicher ist, dass man es zurückbekommt?

    wieso behält man es nicht einfach?

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    • joG
    • 23.05.2012 um 14:58 Uhr

    ...sagen wir 1.000.000.000, aufbewahren? Im Sparstrumpf? ;)

    Angenommen eine spanische Pensionskasse mit rund 1 Million Versicherten und einem Basiskapital von 120 Milliarden Euro, geht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon, dass der Euro zerbricht und auch Spanien zu einer eigenen Währung zurückkehrt.

    Besässe diese Pensionskasse dann nur Bavermögen, wäre sie vermutlich nahe am Bankrott .. wie immer nach einer Währungsreform. Die Quoten wären schlecht.

    Besser man besitzt "Forderungen" gegenüber dritten, die dann (nicht mehr) im eigenen Währungsraum sitzen.

    Bei Deutschland geht man eher davon aus, dass die Leute lieber jahrelang "den Kitt von den Fenstern fressen", als auch nur eine "müde Mark" schuldig zu bleiben.

    Insoweit sind diese Geldanlagen nichts anderes als vorbeugende Maßnahmen zur Schadensbegrenzung für den erwarteten Fall des Zusammenbruch der Währung EURO.

    Und NUR aus diesem Blickwinkel sind die auch sinnvoll.

    • joG
    • 23.05.2012 um 14:58 Uhr

    ...sagen wir 1.000.000.000, aufbewahren? Im Sparstrumpf? ;)

    Angenommen eine spanische Pensionskasse mit rund 1 Million Versicherten und einem Basiskapital von 120 Milliarden Euro, geht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon, dass der Euro zerbricht und auch Spanien zu einer eigenen Währung zurückkehrt.

    Besässe diese Pensionskasse dann nur Bavermögen, wäre sie vermutlich nahe am Bankrott .. wie immer nach einer Währungsreform. Die Quoten wären schlecht.

    Besser man besitzt "Forderungen" gegenüber dritten, die dann (nicht mehr) im eigenen Währungsraum sitzen.

    Bei Deutschland geht man eher davon aus, dass die Leute lieber jahrelang "den Kitt von den Fenstern fressen", als auch nur eine "müde Mark" schuldig zu bleiben.

    Insoweit sind diese Geldanlagen nichts anderes als vorbeugende Maßnahmen zur Schadensbegrenzung für den erwarteten Fall des Zusammenbruch der Währung EURO.

    Und NUR aus diesem Blickwinkel sind die auch sinnvoll.

    • joG
    • 23.05.2012 um 14:56 Uhr

    ...destabilisiert man doch die anderen Länder damit so sehr, dass viele Investoren ihre Euros nicht länger in diesen Ländern anlegen (können). Das ist einer Heuschrecke würdig. Alle Achtung.

    5 Leserempfehlungen
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    gespannt, wann sich der erste Forist findet, der die preiswerte Art des Geldleihens empörend findet. Um ehrlich zu sein, ich hatte gedacht, dass bereits der 2. oder 3. Kommentar in diese Richtung gehen würde. Ironie off.
    Warum soll sich Deutschland "entschuldigen" weil es seriöser (nicht seriös!!) gewirtschaftet hat, als einige Südländer? Was wäre die Alternative? Ebenfalls derart über den Verhältnissen leben? Hätten wir die Südländer dann nicht destabilisiert? Man, man....

    • zozo
    • 23.05.2012 um 17:04 Uhr

    ... nicht Deutschland. Was man hier sieht ist das der Euro nicht funktioniert. Und sogar die EU zerstört, nämlich die Solidarität zwischen Staaten existiert nicht (mehr): jeder für sich. Damit steigert sich der Druck auf die schwachen Länder, die noch schwächer werden.

    Deutschland bleiben also nur 2 Möglichkeiten: Euro-bonds oder Euro-ende. Entweder für die schwächeren Länder bezahlen oder mittelfristig den Euro unmöglich machen.

    "Und so ist die Sparpolitik für Deutschland gut... destabilisiert man doch die anderen Länder damit so sehr, dass viele Investoren ihre Euros nicht länger in diesen Ländern anlegen (können). Das ist einer Heuschrecke würdig. Alle Achtung."

    Dass diese Investoren ihre Euros nicht mehr in diesen Ländern anlegen (können), hat Gründe. Und die liegen bei den Ländern, denen nicht mehr vertraut wird, nicht bei jenen, denen man vertraut.

    Bei einigen Kommentatoren hier stelle ich mir die Frage, ob diese der Meinung sind, bei einem 1000 m Lauf könne man sich nicht vorbereiten und dann dem, der dies tut und einem dann voraus läuft, ins Bein schießen, um das Problem zu lösen, langsamer zu sein. Oder verlangen, sich Schnelligkeit borgen zu dürfen - ohne Sicherheiten, natürlich, also ohne selbst zu trainieren, damit es sich im Rahmen hält und der Schnelle nicht zu langsam wird...

    gespannt, wann sich der erste Forist findet, der die preiswerte Art des Geldleihens empörend findet. Um ehrlich zu sein, ich hatte gedacht, dass bereits der 2. oder 3. Kommentar in diese Richtung gehen würde. Ironie off.
    Warum soll sich Deutschland "entschuldigen" weil es seriöser (nicht seriös!!) gewirtschaftet hat, als einige Südländer? Was wäre die Alternative? Ebenfalls derart über den Verhältnissen leben? Hätten wir die Südländer dann nicht destabilisiert? Man, man....

    • zozo
    • 23.05.2012 um 17:04 Uhr

    ... nicht Deutschland. Was man hier sieht ist das der Euro nicht funktioniert. Und sogar die EU zerstört, nämlich die Solidarität zwischen Staaten existiert nicht (mehr): jeder für sich. Damit steigert sich der Druck auf die schwachen Länder, die noch schwächer werden.

    Deutschland bleiben also nur 2 Möglichkeiten: Euro-bonds oder Euro-ende. Entweder für die schwächeren Länder bezahlen oder mittelfristig den Euro unmöglich machen.

    "Und so ist die Sparpolitik für Deutschland gut... destabilisiert man doch die anderen Länder damit so sehr, dass viele Investoren ihre Euros nicht länger in diesen Ländern anlegen (können). Das ist einer Heuschrecke würdig. Alle Achtung."

    Dass diese Investoren ihre Euros nicht mehr in diesen Ländern anlegen (können), hat Gründe. Und die liegen bei den Ländern, denen nicht mehr vertraut wird, nicht bei jenen, denen man vertraut.

    Bei einigen Kommentatoren hier stelle ich mir die Frage, ob diese der Meinung sind, bei einem 1000 m Lauf könne man sich nicht vorbereiten und dann dem, der dies tut und einem dann voraus läuft, ins Bein schießen, um das Problem zu lösen, langsamer zu sein. Oder verlangen, sich Schnelligkeit borgen zu dürfen - ohne Sicherheiten, natürlich, also ohne selbst zu trainieren, damit es sich im Rahmen hält und der Schnelle nicht zu langsam wird...

    • joG
    • 23.05.2012 um 14:58 Uhr

    ...sagen wir 1.000.000.000, aufbewahren? Im Sparstrumpf? ;)

    Antwort auf "ich kapiers nicht"
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    in 100-Euro Scheinen sind gerade einmal 12 paletten. die passen doch in jede garage...

    • cvnde
    • 23.05.2012 um 18:49 Uhr

    Eine Mrd. ist nichts anderes als eine Zahl auf Papier.
    Die haben sie nicht "physisch" bar irgendwo liegen.

    Natürlich sind bestimmte Anleger dazu verpflichtet Geld, mündelsicher anzulegen.

    Also bleibt nicht viel mehr als Anleihen zu kaufen.
    Auß0er man will Festgeld-Konten fluten.

    Nur die Haftung ist auch wieder beschränkt.

    in 100-Euro Scheinen sind gerade einmal 12 paletten. die passen doch in jede garage...

    • cvnde
    • 23.05.2012 um 18:49 Uhr

    Eine Mrd. ist nichts anderes als eine Zahl auf Papier.
    Die haben sie nicht "physisch" bar irgendwo liegen.

    Natürlich sind bestimmte Anleger dazu verpflichtet Geld, mündelsicher anzulegen.

    Also bleibt nicht viel mehr als Anleihen zu kaufen.
    Auß0er man will Festgeld-Konten fluten.

    Nur die Haftung ist auch wieder beschränkt.

  6. nu nehmen wir ordentlich Kredit auf und die Griechen bekommen von uns zu unschlagbar günstige Zinsen (sagen wir mal 6%) Kredite (bekommen die sowieso von niemand anderem mehr) und die Sache ist gebongt. Das bringt ein paar Milliarden in die Staatskasse, na was sagt ihr zu der Idee?

    Ach, ich vergaß, wird ja schon gemacht. Mist bin wieder zu spät, die Frau Merkel hat das ja mit ihrer Blockierpolitik am Anfang der Griechenlandkrise ja schon alles eingefädelt und die Milliarden fließen schon. Schlaue Frau...

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    Der Zins, den Griechenland zahlen muss, wurde schon mehrfach gesenkt, zuletzt im Rahmen des neuen Hilfspakets auf 2% (nur für Griechenland, nicht für die anderen Länder). D.h. die meisten Länder (und wahrscheinlich auch der EFSF) machen mit ihren Krediten für Griechenland garantiert Verlust, auch wenn Griechenland alles zurückzahlt. So großzügig ist man gegenüber Griechenland, welches das wegen seiner Blockadehaltung überhaupt nicht verdient. Die Zinsen sind sogar unterhalb der Inflation.
    Diese Zinssätze sind übrigens überhaupt nicht fair, sie belohnen Mißwirtschaft und sind nicht einmal ansatzweise eine adäquate Prämie für das Risiko, das Griechenland seine Kredite nicht zurückzahlen kann; schon die ursprünglichen Zinsen waren das nicht.
    Und es bringt übrigens nur Geld in die Staatskasse, wenn Griechenland tatsächlich das Geld zurückzahlt; und das wird es nicht. Und bisher hat Griechenland etwa 400 Mill. € Zinsen an Deutschland bezahlt, welche übrigens nicht reiner Gewinn sind, denn Deutschland hat sich schließlich das Geld leihen müssen und muss dafür ebenfalls Zinsen bezahlen.

    Der Zins, den Griechenland zahlen muss, wurde schon mehrfach gesenkt, zuletzt im Rahmen des neuen Hilfspakets auf 2% (nur für Griechenland, nicht für die anderen Länder). D.h. die meisten Länder (und wahrscheinlich auch der EFSF) machen mit ihren Krediten für Griechenland garantiert Verlust, auch wenn Griechenland alles zurückzahlt. So großzügig ist man gegenüber Griechenland, welches das wegen seiner Blockadehaltung überhaupt nicht verdient. Die Zinsen sind sogar unterhalb der Inflation.
    Diese Zinssätze sind übrigens überhaupt nicht fair, sie belohnen Mißwirtschaft und sind nicht einmal ansatzweise eine adäquate Prämie für das Risiko, das Griechenland seine Kredite nicht zurückzahlen kann; schon die ursprünglichen Zinsen waren das nicht.
    Und es bringt übrigens nur Geld in die Staatskasse, wenn Griechenland tatsächlich das Geld zurückzahlt; und das wird es nicht. Und bisher hat Griechenland etwa 400 Mill. € Zinsen an Deutschland bezahlt, welche übrigens nicht reiner Gewinn sind, denn Deutschland hat sich schließlich das Geld leihen müssen und muss dafür ebenfalls Zinsen bezahlen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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  • Schlagworte Kredit | Anleihe | Euro | Euro-Krise | Geld | Geldanlage
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