Atomausstieg: Koalitionspolitiker zweifeln an Umsetzung der Energiewende
Zu langsam, zu teuer, schlecht geplant: Die schwarz-gelbe Koalition streitet plötzlich wieder über die Energiewende. Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik an der Regierung.
In der Regierungskoalition wachsen die Zweifel an einer raschen Umsetzung der Energiewende. CDU- und FDP-Politiker kritisieren beispielsweise, dass es beim Ausbau der Stromnetze kaum vorangeht. Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) sagte der Welt am Sonntag, bisher reduziere sich die Energiewende darauf, "dass wir die Atomkraftwerke abschalten wollen, aber die Konsequenzen nicht zu Ende gedacht haben". Es könne durchaus sein, "dass das eine oder andere AKW doch länger laufen muss als geplant".
FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sagte, möglicherweise müssten mehr Gas- und Kohlekraftwerke als zunächst gedacht gebaut werden. "Es kann ja nicht sein, dass wird unsere Kernkraftwerke abschalten und dann Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien importieren." Zudem müssen laut Brüderle mehr als 4.000 Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. "Es wird teuer für den Bürger", sagte Brüderle. Auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte, Gas und Kohle müssten auf dem Weg zu dem Ziel, im Jahr 2050 vier Fünftel des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, Lücken schließen.
Altmaier: Kein Zurück zur Atomkraft
Eine Rückkehr zur Atomkraft schloss der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier hingegen aus. "Es wird kein Zurück geben" sagte Altmaier im Hinblick auf Ängste vor einem möglichen Blackout in Winterzeiten. "Die Kernenergie in Deutschland ist Geschichte." Die Akzeptanz der Atomenergie sei in Deutschland nach den Unfällen im japanischen Fukushima vor etwas mehr als einem Jahr nicht mehr vorhanden gewesen und es gebe sie bis heute nicht, sagte Altmaier.
Aus der Wirtschaft mehren sich indes mahnende Stimmen, die eine verlässliche Planung fordern. So sagte Werner Wenning, Aufsichtsratschef des Energiekonzerns E.on, die Energiewende sei der größte Eingriff in die Wertschöpfungskette der deutschen Industrie, den es je gegeben habe. Auch Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka forderte "durchdachte, marktbasierte Konzepte" und nicht "kurzfristige neue Regulierung".
Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte, das "Grundproblem" der Regierung sei, dass sie nicht an die Energiewende glaube. Ob der neue Umweltminister Peter Altmaier (CDU) den Umbau der Energieversorgung vorantreiben könne, werde sich vor allem daran entscheiden, "ob er sich gegen die Kohle- und Atomlobby in den eigenen Koalitionsreihen entscheidet", sagte Özdemir der Welt am Sonntag.







"Zu langsam, zu teuer, schlecht geplant"
Das hört sich ja beinahe nach einer Selbstbewertung dieser Koaltion an.
Eindeutig: Wir haben für so einen Wechsel die falsche Koalition. Bleibt zu hoffen das die Wähler das 2013 korrigieren.
Ist ja schön das man nur an die Energiewende glauben muss, damit sie auch durchführbar ist. Herr Özdemir ist mit seiner Aussage näher an der Realität, als ihm lieb sein kann.
Sollte 2014 Rot-Grün kommen, dann werden sie ganz schnell anfangen die Versäumnisse von Schwarz-Gelb für ihr eigenes Scheitern verantwortlich zu machen.
sie würden gewiss die jetzige koalition für den vorhandenen und vorgefundenen scherbenhaufen verantwortlich machen, und zwar unbestreitbar zu recht.
was dann kommt und wie eine neue regierung mit grüner beteiligung, bewegungs- und gestaltungsfreiheit für die grünen vorausgesetzt, bewerkstelligen wird, da bin ich wesentlich optimistischer als sie.
es hängt dabei nur davon ab, ob die spd neidlos genug ist, die wichtigste aufgabe der regierung den grünen zu überlassen, die das mit ihrer fachkompetenz lösen können. wenn spd sie lässt, was ja keineswegs sicher ist...
Das zentrale Problem ist, dass die Energiewende nicht ein politisches sondern ein technisches + finanzielles Problem ist. Daran wird die sogenannte Energiewende scheitern und nicht an irgendeiner Regierung.
Das Scheitern der Regierung manifestiert darin, dass sie der Bevölkerung nicht die technischen + finanziellen Fakten auf den Tisch legt.
Ich finde es auf jeden Fall lustig, dass jetzt schon die SPD in Mithaft für das zukünftige Scheitern der Grünen genommen wird.
sie würden gewiss die jetzige koalition für den vorhandenen und vorgefundenen scherbenhaufen verantwortlich machen, und zwar unbestreitbar zu recht.
was dann kommt und wie eine neue regierung mit grüner beteiligung, bewegungs- und gestaltungsfreiheit für die grünen vorausgesetzt, bewerkstelligen wird, da bin ich wesentlich optimistischer als sie.
es hängt dabei nur davon ab, ob die spd neidlos genug ist, die wichtigste aufgabe der regierung den grünen zu überlassen, die das mit ihrer fachkompetenz lösen können. wenn spd sie lässt, was ja keineswegs sicher ist...
Das zentrale Problem ist, dass die Energiewende nicht ein politisches sondern ein technisches + finanzielles Problem ist. Daran wird die sogenannte Energiewende scheitern und nicht an irgendeiner Regierung.
Das Scheitern der Regierung manifestiert darin, dass sie der Bevölkerung nicht die technischen + finanziellen Fakten auf den Tisch legt.
Ich finde es auf jeden Fall lustig, dass jetzt schon die SPD in Mithaft für das zukünftige Scheitern der Grünen genommen wird.
Eine Energiewende ansagen ist eines, diese bis zum letzten Energiespeicher durchdenken, durchplanen und installieren ist was anderes. Da versagt das "Im Prinzip" Denken der Physiker.
Da müssen handfeste Techniker, Ingenieure, Finanzexperten und Planer ran. Darüber verfügt diese Regierung offenbar nicht.
Ob Altmayer es richten wird: sehr unwahrscheinlich bei den Widerständen in FDP und CDU.
Also wird sich bis 2013 nichts bewegen. Ein weiteres Jahr verloren.
Unfähige Politiker. Der hartz Vier Emnpfänger wär längst raus geflogen.
Diese Politiker haben viele Möglichkeiten.
Zum Beispiel wäre es an der Zeit, die Spekulation um Strom und Nahrungsmittel zu verbieten (wie kann das angehen, dass das immer noch erlaubt wird, nur im Namen der sogenannten Abwanderung von Finanzen, wenn man es bei uns nicht erlaubt??
Schliesslich ist der Atomstrom TEURER, mit dem MÜLL gerechnet und dem teuren Abbau alter Anlagen (die haben auch ohne Ausstieg nur eine Lebenszeit von vielleicht 50 Jahren).
Was soll diese Panikmache bewirken, eine Vorbereitung, dass die Politiker wieder die einfachsten Wege gehen, und die Kosten aufzuhalsen. Ohne Innovation, Mut, Kreativität, neuen Wegen, Zuversicht.
Das ist der Hartz Vier Empfänger bestimmt noch williger.
geht es Frau Merkel nicht primär um eine Energiewende und deren technische Einzelheiten als um die Neutralisierung des Wahlkampfthemas Atomstrom. Dafür nimmt sie sogar weitere Kohlekraftwerke in Kauf.
Der Konzeptlosigkeit der "Energiewende" entspricht deren Offenheit für Lobbyisten aller Art - die Option möglichst dezentraler Energieversorgung wird mal wieder an die Konzerne verschenkt - zu denen sich halt jetzt eine Öko- und Solarstromlobby hinzugesellt.
Erinnert sich noch wer an das Mühlengesetz von 1957? Wo sind all die kleinen (ökologischen) Wasser- und Windkraftwerke hin?
Die Strategie von Brüderle und weiten Teilen seiner Partei scheint zu sein, die Hände in den Schoß zu legen, nichts zu tun und die Energiewende scheitern zu lassen. Danach dann weiter wie zuvor. An der Stelle fragt man sich, ob Merkel nicht besser die Gegner der Energiewende entsorgt hätte, Röttgen war sicherlich keiner.
Kurios, aber es sieht langsam wirklich so aus, als bräuchte es rot-grün, um die schwarz-gelbe Energiewende erfolgreich umzusetzen.
sie würden gewiss die jetzige koalition für den vorhandenen und vorgefundenen scherbenhaufen verantwortlich machen, und zwar unbestreitbar zu recht.
was dann kommt und wie eine neue regierung mit grüner beteiligung, bewegungs- und gestaltungsfreiheit für die grünen vorausgesetzt, bewerkstelligen wird, da bin ich wesentlich optimistischer als sie.
es hängt dabei nur davon ab, ob die spd neidlos genug ist, die wichtigste aufgabe der regierung den grünen zu überlassen, die das mit ihrer fachkompetenz lösen können. wenn spd sie lässt, was ja keineswegs sicher ist...
Ich bin etwas genervt von Artikeln wie diesem, es wird geklagt und gejammert und irgendetwas sei nicht marktbasiert...
ist es nicht gerade die Chance der Politik das sie nicht ausschließlich marktbasiert vorgehen muss, sondern dass sie Richtungsentscheidungen auch am Markt vorbei durchsetzen kann, wenn sie im Interesse des 'Volkes' getroffen werden.
Zum Anderen vermisse ich Zahlen, wenn auch in einer sehr groben Auflösung, aber wenn es sich bei der 'Energiewende' um ein Projekt handeln soll, dann wüsste ich gerne ganz Klar: 'Was bis wann wie viel!' Vielleicht können ja Forenteilnehmer hier helfen wenn es die Redaktion schon nicht macht.
Ich habe vor Jahren in einem Spiegel eine Zahl gelesen, demnach sollte die Energiewende 3.8 Billionen Euro, angesichts solcher Zahlen kann ich eine gewisse Ideenlosigkeit seitens der Politik durchaus verstehen.
Ggf. könnte man auf Basis der Energiewende ein Rettungsmodell für Griechenland aufsetzen genügend Volumen hätte der Topf ja und warum Schulden nicht von der Sonne zurückzahlen lassen? Anstatt nur Geld zu verschieben könnte man in Infrastrukturprojekte und Energieprojekte investieren oder ist Keynes grad out?
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