Brandschutz : Eröffnung des Berliner Flughafens verschoben

Der neue Großflughafen Willy Brandt kann nicht wie geplant am 3. Juni eröffnen. Probleme bei Brand- und Katastrophenschutz verzögern den geplanten ersten Start.
Blick auf den Hauptterminal des Flughafens Berlin Brandenburg © John Macdougall/AFP/GettyImages

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld wird erst mehrere Wochen nach dem geplanten Termin eröffnen. Weil der Brandschutz noch nicht perfekt sei, könne der geplante Termin 3. Juni nicht eingehalten werden, sagte Chefplaner Manfred Körtgen. Der Flughafen soll nun im August eröffnet werden. Einen genauen Termin konnte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ( SPD ) noch nicht nennen. Gedacht sei an ein Datum nach dem Ende der Sommerferien am 3. August.

Grund für die Verschiebung sind Probleme beim Brand- und Katastrophenschutz. Körtgen sagte, die Sicherheitsanlagen und deren Zusammenspiel untereinander hätten noch nicht den nötigen Reifegrad und könnten deshalb vom TÜV nicht abgenommen werden.

Flughafenchef Rainer Schwarz sprach von einer "bitteren Enttäuschung" für alle Beteiligten. Er könne sich für die entstandene Lage "nur entschuldigen". Schwarz sagte, er hoffe, dass das am neuen Flughafen erwartete Verkehrswachstum zunächst von Tegel und dem alten Schönefelder Airport bewältigt werden könne.

Auf den Eröffnungstermin am 3. Juni hatten die Bauherren zielstrebig hingearbeitet. In den vergangenen Monaten prüfte der künftige Betreiber mit Tausenden Test-Passagieren den Betrieb der Abfertigung, die Sicherheitskontrollen, des Abflugs und der Ankunftsbereiche.

Landesregierung überrascht

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg waren erst am Dienstag auf ihrer gemeinsamen Kabinettssitzung in Potsdam von der Betreibergesellschaft über die Verschiebung informiert worden. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sagte, das sei "mehr als eine böse Überraschung". "Ich verhehle nicht, dass ich stocksauer bin, so eine Überraschung darf nicht kurz vorher passieren." Platzeck sagte, niemand müsse Bedenken haben, seinen Urlaubsflug nicht antreten zu können. "Da wird es wohl keine Einschränkungen geben."

Aus Sicht der Lufthansa ist der Brandschutz allerdings nicht das einzige Problem, das noch gelöst werden muss. "Wir haben in den Testläufen in den vergangenen Tagen und Wochen feststellen müssen, dass noch an vielen Stellen Handlungsbedarf besteht", teilte die Fluggesellschaft mit. Trotz der verschobenen Eröffnung will die Lufthansa an ihren Plänen für eine deutliche Ausweitung des Flugbetriebs in Berlin festhalten. Die geplanten zusätzlichen Flüge sollten in jedem Falle starten. Derzeit befinde sich die Fluggesellschaft in Gesprächen, um die dafür notwendigen Start- und Landerechte (Slots) am Flughafen Berlin-Tegel zu sichern.

Die bisherigen Hauptstadtflughäfen Berlin-Tegel und der alte Airport Schönefeld müssen für die Zeit der Verzögerung weiter betrieben werden. Sie sollten ursprünglich mit der Eröffnung des neuen Großflughafens schließen. Viele Flugreisende haben bereits Flüge ab Schönefeld gebucht oder rechnen mit ihrer Ankunft dort.

Noch vor zwei Wochen, am 24. April, hatte Technik-Geschäftsführer Körtgen gesagt, die Genehmigungen auch für den Brandschutz seien auf dem Weg. Schon damals gab es Berichte, die Belüftungsanlage für den Brandfall im Terminal funktioniere nicht ordnungsgemäß.

Es wäre bereits die zweite Verschiebung der Flughafen-Eröffnung in Schönefeld. Ursprünglich sollte er im November 2011 den Betrieb aufnehmen. Die erneute Verzögerung verschafft nun den Flughafengegnern im Berliner Süden einige Wochen zusätzlicher Ruhe. Dort demonstrierten in den vergangenen Monaten Zehntausende gegen die Flugroutenplanung , durch die sich die Lärmbelästigung in den dort gelegenen Stadtteilen deutlich erhöhen wird.

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Kommentare

34 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Eröffnung des Berliner Flughafens verschoben

Das ist Berlin — es werden gigantische Ideen produziert, Projekte für die Welt — und es scheitert immer an »Kleinigkeiten« (Schuld: »die Anderen«).
Ganz typisch und für mich nicht verwunderlich.
Dilettantismus pur — Berlin ist nicht nur arm (aber sexy) …
Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt.

Ist das woanders anders?

Karlsruhe etwa strahlt jeden Autofahrer mit gigantischen Schildern wie "Karlsruhe - viel vor, viel dahinter" an. Glaubt man der Community auf Ka-News, so geht von so vielen Bauprojekten eines nach dem anderen in die Hose. Europabad - Millionengrab. DM-Arena - Millionengrab. Untertunnelung - Millionengrab. Ewige Streitereien um eine 2. Rheinbrücke und ein neues Stadion.

Also, es ist nicht nur in Berlin so, sondern wohl in jeder Stadt. Und - wenn man sich mal die Baustellen in Südeuropa anschaut - ist es anderswo wohl noch viel, viel schlimmer. Also immer mal den Ball flach halten. Natürlich geht gerade bei Großprojekten immer mal etwas in die Hose. Man kann nun mal nicht jedes Detail im Voraus planen und Dilletanten gibt es überall.

Meine Stadt, die zweite

Ist mir schnurz, ob anderswo was klappt oder nicht. Ich will, dass hier mal einfach irgendetwas vernünftig geplant und durchgeführt wird. Es ist anstrengend, wenn alles mögliche großspurig angekündigt wird, und fast jeder Berliner denkt: dat wird ja doch nüscht. Politiker sind Profis und man kann erwarten, dass die ihren Job können, und dann nicht jedes mal belämmert da stehen und "stinksauer" sind. Dann soll sich Wowereit mal richtig reinhägen. Er ist der Bürgermeister der Stadt und nicht jemand, der mal vergessen hat, dass er Aufsichtsrats-Vorsitzender ist.

Ohne Wowi in Schutz nehmen zu wollen

Schuld ist er daran mit Sicherheit nicht und wenn nur indirekt.
Leider hat die dt. Presse nicht den A in der Hose die Übeltäter beim Namen zu nennen,nämlich die verantworlichen Firmen die übrigens immer die selben sind und teilweise auch schon durch massive Bestechungen und Betrug aufgefallen sind und immer noch in D staatliche Aufträge in Mio Höhe ohne Ende bekommen, wohingegen sie International schon von vornherein wegen ihren nicht ganz so legalen Machenschaften als Bieter nicht zugelassen werden.
An alle die weiter unten auf die Ing. kunst schimpfen, was glauben sie wie motiviert ein Ing. ist der solche Projekte durchführen soll und mit 2300-2800 Euro brutto im Monat nach Hause geht. Geiz ist Geil hat halt seinen Preis. Über die Sub Sub Sub Firmen die für einen Apfel und ein Ei dort arbeiten gar nicht erst zu reden. Wie sagt mein Chef immer Garbage in Garbage out.