Studie: Geringverdiener arbeiten oft 50 Stunden und mehr
Jeder vierte Beschäftigte mit Niedriglohn arbeitet einer Studie zufolge 50 Stunden in der Woche oder mehr. Erlaubt sind nur 48 Stunden, das DIW warnt vor den Folgen.
© Tobias Kleinschmidt/dpa

Zwei Fensterputzer im Berliner Hauptbahnhof (Archivbild)
Viele Beschäftigte mit Niedriglöhnen arbeiten sehr lange, um ihre Existenz zu sichern. Ein Viertel der Geringverdiener mit Vollzeitjob arbeitet in der Regel wöchentlich 50 Stunden und mehr, ergab eine in der Berliner Zeitung veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Das DIW verweist dabei auch auf das Arbeitszeitgesetz, nach dem die Wochenarbeitszeit nicht dauerhaft länger als 48 Stunden sein darf. "So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit", zitierte die Zeitung Studienautor Karl Brenke.
Es sei zudem ein "sozialpolitisches Problem", wenn diese Menschen nur mit sehr langen Arbeitszeiten über die Runden kämen, heißt es in der Studie. Die Beschäftigten riskierten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Gesellschaft koste dies Geld.
Im Durchschnitt längere Arbeitszeit
Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. 2010 lag die Schwelle bei 9,26 Euro brutto. Laut DIW arbeiten fast 900.000 Geringverdiener hierzulande mindestens 50 Wochenstunden. Sehr lange im Einsatz seien beispielsweise Kraftfahrer, Lagerarbeiter und Beschäftigte im Gastgewerbe.
Im Durchschnitt arbeiten Geringverdiener mit Vollzeitjob laut DIW-Studie 45 Wochenstunden – und damit zwei Stunden mehr als alle anderen Vollzeitkräfte. Insgesamt erhielten demnach im Jahr 2010 rund 22 Prozent aller Beschäftigten einen Niedriglohn. Mehr als die Hälfte übte eine Tätigkeit aus, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss nötig ist. Zu diesen Beschäftigten gehörten etwa Verkäufer, Arzthelfer, Bäcker, Berufe im Gastgewerbe, Friseure und Pflegekräfte.






Dass Armut nicht vom Nicht-Arbeiten herkommt? Oder das diese Erkenntnis nunmehr auch zum DIW vorgedrungen ist?
Oder geht es um "Die Gesellschaft koste dies Geld"?
Es kostet ja nicht die ganze Gesellschaft Geld, sondern nur die Abhängig Beschäftigten. Richtig ist natürlich, dass hier Geld ausgegeben werden muss und somit nicht für Sinnvolles eingesetzt werden kann. Finanzierung des Bundeshaushalts, z.B.
Bloß kann man das Wenigste davon beziffern - zusätzliche Gesundheitskosten sind da noch relativ offensichtlich, oder fehlende Steuereinnahmen, aber es kommt eben noch mehr dazu, was sich erst auf lange Sicht zeigt.
Neu ists nicht, und schade/pervers dass moralische Argumente da nicht greifen, aber wenn sich da Tatsache dass es wirtschaftlicher Unsinn ist als Erkenntnis allgemein durchsetzt, ist das trotzdem ein Gewinn.
Bloß kann man das Wenigste davon beziffern - zusätzliche Gesundheitskosten sind da noch relativ offensichtlich, oder fehlende Steuereinnahmen, aber es kommt eben noch mehr dazu, was sich erst auf lange Sicht zeigt.
Neu ists nicht, und schade/pervers dass moralische Argumente da nicht greifen, aber wenn sich da Tatsache dass es wirtschaftlicher Unsinn ist als Erkenntnis allgemein durchsetzt, ist das trotzdem ein Gewinn.
Weder Managern noch Politikern haben wir das derzeitige Wachstum zu verdanken. Nein, es sind jene Menschen, die über ihre Arbeitskraft hinaus ihre Gesundheit miteinbringen, um so für sich und deren Familie ein kleines Stück soziale Sicherheit zu erarbeiten.
Abend für Abend spielt sich das gleiche, unsoziale Spiel unserer Gesellschaft ab. Was jene Unternehmenselite im Restaurant für ein Essen da läßt, müssen Andere über mehrere Stunden sich durch Säuberung von Büros verdienen, damit der eigene Nachwuchs sich wenigstens die Klassenfahrt leisten kann, ohne das die Eltern den Gang zu den Ämtern bittstellerisch antreten müssen.
Dafür, dass sie über ihre Arbeitskraft hinaus auch noch ihre Gesundheit einbringen, dürfen sie am Lebensende nur mit einer Sozialrente rechnen. Noch nie hat ein Lied die soziale Ungerechtigkeit treffender zum Ausdruck gebracht als es die Gruppe Deichkind mit "Bück dich hoch" beschrieb. Es ist der Spiegel, der genau den Sachverhalt des heutigen Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Großkonzernen beschreibt. Ausnahmen bestätigen auch hier eher die Regel.
Das der Niedriglohnsektor zum Abbau eigener Qualifikation sorgt, dass wissen Politik und jene, die diesen Bereich weiter ausbauen, und nutzen wollen. Man darf sich schon kritisch fragen, welches Gesellschaftbild hinter einer Denkweise steckt, die ein Hohelied auf das derzeitige Wirtschaftswachstum singt, aber kaum Anstrengungen für jene unternimmt, die die wahren Macher dieses sind?
In jeder Diktatur, die eine derart große Anzahl an Menschen einem solchen Joch unterwirft wäre bei entsprechenden Ressourcen bereits einmarschiert worden.
In unserer repräsentativen Demokratie sind solche Schicksale selbstverständlich alternativlos, wo kämen wir denn auch hin, wenn unsere Unternehmen ihre astronomischen Gewinne bei geringester Steuerbelastung nicht ins Ausland abführen könnten? Wir hätten ja sonst Zustände wie in Norwegen hier.
Schön, dass der DIW Fehlentwicklungen feststellt, die sich schon ewig fehlentwickeln...
Das ist nicht neu!
Und das haben Sie Rot-Grün zu verdanken.
Politik weiter fortsetzt.
... daran, daß die CDU/CSU die "Agenda 2010" mitgetragen hat? Nicht nur das; die unsozialen Maßnahmen gingen den "Christlichen" nicht einmal weit genug.
Politik weiter fortsetzt.
... daran, daß die CDU/CSU die "Agenda 2010" mitgetragen hat? Nicht nur das; die unsozialen Maßnahmen gingen den "Christlichen" nicht einmal weit genug.
Bloß kann man das Wenigste davon beziffern - zusätzliche Gesundheitskosten sind da noch relativ offensichtlich, oder fehlende Steuereinnahmen, aber es kommt eben noch mehr dazu, was sich erst auf lange Sicht zeigt.
Neu ists nicht, und schade/pervers dass moralische Argumente da nicht greifen, aber wenn sich da Tatsache dass es wirtschaftlicher Unsinn ist als Erkenntnis allgemein durchsetzt, ist das trotzdem ein Gewinn.
Ich halte die Aussage "ein Viertel der Niedrigverdiener...." für zimlich schöngerechnet.
Wer jemals als Zeitarbeitssklave
Maschinengeputzt ,Kabelgezogen oder was weiß ich was hat wird bestätigen daß dies die Regel ist.
Aus dem Bauhandwerk kann ich auch sehr wohl sagen daß eine Wochenarbeitszeit von über 50h eher der Normalität entspricht. Ebenso wie die Tatsache daß Akkordleistung zwar
verlangt, aber oftmals nicht einmal mehr der Tarfilohn bezahlt wird.
Auch ein Grund warum so viel nach "Ausländischen Fachktäften" geschrien wird. Die sind nämlich eher bereit dieses Spiel kritik,- und klaglos mitzumachen.
"...Gesellschaftliche Folgekosten aufgrund von Gesundheitsgefährdung...?" Gäääähn. Gesundheitliche Risiken sind die Norm an deutschen Arbeitsplätzen- solange man seine Brötchen nicht am Schreibtisch verdient. Das liegt in der Natur der Sache. Mit seinen Händen zu schaffen und zu arbeiten ist immer mit Risiken verbunden.
""...Gesellschaftliche Folgekosten aufgrund von Gesundheitsgefährdung...?" Gäääähn. Gesundheitliche Risiken sind die Norm an deutschen Arbeitsplätzen- solange man seine Brötchen nicht am Schreibtisch verdient. Das liegt in der Natur der Sache. Mit seinen Händen zu schaffen und zu arbeiten ist immer mit Risiken verbunden."
Also alles in Butter oder wie? Leben an sich schon tödlich, also egal? Ist das nicht ein bischen idiotisch so zu argumentieren, und am Ende denjenigen Recht zu geben, die ihr Arbeiter am liebsten in Ketten legen und in Schuhkartons halten würden?
Da gibts doch noch ein paar Unterschiede im Ausmaß der Gesundheitsbelastung /-gefährdung. Zumal auch Gefährdung und Belastung was anderes ist, 60 Stunden die Woche zu arbeiten ist kein gefährliches Risiko, sondern eine gefährliche Dauerbelastung die immer Schaden anrichtet. Dagegen können Sie auch bei 20 Wochenstunden vielleicht vom Gerüst fallen, aber Sie werden nicht vom Arbeiten alleine krank. Bei höherer Belastung steigt natürlich auch wieder das Risiko für Unfälle.
Das ist extrem kontraproduktiv so zu tun als wäre es normal 60 Stunden zu arbeiten. Dann wird es irgendwann normal sein 70 oder 80 Stunden zu arbeiten, weil, ist ja sowieso gefährlich zu arbeiten, also was solls, packen wir halt noch ein paar Stunden drauf. Dass überhaupt hingenommen wird dass Leute ihre Gesundheit für die Arbeit ruinieren, ist abartig.
""...Gesellschaftliche Folgekosten aufgrund von Gesundheitsgefährdung...?" Gäääähn. Gesundheitliche Risiken sind die Norm an deutschen Arbeitsplätzen- solange man seine Brötchen nicht am Schreibtisch verdient. Das liegt in der Natur der Sache. Mit seinen Händen zu schaffen und zu arbeiten ist immer mit Risiken verbunden."
Also alles in Butter oder wie? Leben an sich schon tödlich, also egal? Ist das nicht ein bischen idiotisch so zu argumentieren, und am Ende denjenigen Recht zu geben, die ihr Arbeiter am liebsten in Ketten legen und in Schuhkartons halten würden?
Da gibts doch noch ein paar Unterschiede im Ausmaß der Gesundheitsbelastung /-gefährdung. Zumal auch Gefährdung und Belastung was anderes ist, 60 Stunden die Woche zu arbeiten ist kein gefährliches Risiko, sondern eine gefährliche Dauerbelastung die immer Schaden anrichtet. Dagegen können Sie auch bei 20 Wochenstunden vielleicht vom Gerüst fallen, aber Sie werden nicht vom Arbeiten alleine krank. Bei höherer Belastung steigt natürlich auch wieder das Risiko für Unfälle.
Das ist extrem kontraproduktiv so zu tun als wäre es normal 60 Stunden zu arbeiten. Dann wird es irgendwann normal sein 70 oder 80 Stunden zu arbeiten, weil, ist ja sowieso gefährlich zu arbeiten, also was solls, packen wir halt noch ein paar Stunden drauf. Dass überhaupt hingenommen wird dass Leute ihre Gesundheit für die Arbeit ruinieren, ist abartig.
dieses Thema mittlerweile auch in der Mode-und-gute-Küche-für-bessere-Leute-Gazette ZEIT ankommt.
[...]
Wie wäre es mal, das Lieblingsthema work-life-Balance mit den konkreten Arbeitsverhältnissen hier im Lande zu reflektieren? vielleicht hat die Redaktion ja Mitverantwortung für das, welches Problem im öffentlichen Bewusstsein wie gewichtet wird?
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Spekulationen. Danke. Die Redaktion/ag
sein. ;-)
schröder und der SPD
leben wir in NRW in einer Parallelwelt oder ist nicht auch Tanti in der SPD?
was für dämliche Wähler es geben kann, ich gehe davon aus, dass nicht alle Alzheimer hatten oder bezahlt für die SPD arbeiten!
"Wie wäre es mal, das Lieblingsthema work-life-Balance mit den konkreten Arbeitsverhältnissen hier im Lande zu reflektieren? vielleicht hat die Redaktion ja Mitverantwortung für das, welches Problem im öffentlichen Bewusstsein wie gewichtet wird?"
Hierzu hätte ich schon ein Thema, Diagnose Burn-out:
"Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen bei den mehr als zehn Millionen AOK-Versicherten sind seit 1999 um fast 80 Prozent angestiegen. Die Ausfallzeiten dauern dabei je Fall mit 23,4 Tagen doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,6 Tagen".
http://www.aerzteblatt.de...
sein. ;-)
schröder und der SPD
leben wir in NRW in einer Parallelwelt oder ist nicht auch Tanti in der SPD?
was für dämliche Wähler es geben kann, ich gehe davon aus, dass nicht alle Alzheimer hatten oder bezahlt für die SPD arbeiten!
"Wie wäre es mal, das Lieblingsthema work-life-Balance mit den konkreten Arbeitsverhältnissen hier im Lande zu reflektieren? vielleicht hat die Redaktion ja Mitverantwortung für das, welches Problem im öffentlichen Bewusstsein wie gewichtet wird?"
Hierzu hätte ich schon ein Thema, Diagnose Burn-out:
"Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen bei den mehr als zehn Millionen AOK-Versicherten sind seit 1999 um fast 80 Prozent angestiegen. Die Ausfallzeiten dauern dabei je Fall mit 23,4 Tagen doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,6 Tagen".
http://www.aerzteblatt.de...
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