GriechenlandWas die Rückkehr zur Drachme kosten würde

Wäre der "Geuro" der beste Weg zu einer eigenen griechischen Währung? Drei Ökonomen streiten über die Folgen, die eine Austritt des Landes aus der Euro-Zone hätte.

Ein Mädchen versucht, am Rande einer Sportveranstaltung in Athen griechische Fahnen zu verkaufen.

Ein Mädchen versucht, am Rande einer Sportveranstaltung in Athen griechische Fahnen zu verkaufen.

Thomas Mayer, Deutsche Bank: eine Parallelwährung für Griechenland

Kein Land kann aus der Europäischen Währungsunion (EWU) hinausgeworfen werden. Mehr als drei Viertel der griechischen Bevölkerung wollen auch, dass Griechenland Teil der EWU bleibt. Zugleich lehnt aber ein etwa ebenso großer Teil die mit der Finanzhilfe verbundenen Auflagen für die Wirtschafts- und Fiskalpolitik ab. Viele Griechen gehen davon aus, dass beides zusammen möglich ist: Dass sie weitere Finanzhilfen bekommen und in der EWU bleiben können, auch wenn sie die notwendigen Anpassungen verweigern.

Die Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds sollte dem nicht nachgeben. Wenn der griechische Staat die Auflagen nicht mehr erfüllt, sollte er auch keine Hilfszahlungen mehr erhalten.

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Um den vollständigen Bankrott zu vermeiden, sollte in diesem Fall nur der griechische Schuldendienst vom Rettungsfonds EFSF übernommen werden. Weil der Staat seine laufenden Rechnungen selbst begleichen müsste, entstünde dann in Griechenland eine Parallelwährung zum Euro. Sie würde es den Griechen erlauben, über die Anpassungen der Fiskal- und Wirtschaftspolitik selbst zu entscheiden, die notwendig sind, wenn ein Land die eigene Währung stabil halten möchte.

Thomas Mayer
Thomas Mayer

ist Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Nach Einstellung der Finanzhilfen würden dem griechischen Staat die Mittel fehlen, um seine Rechnungen zu bezahlen. Notgedrungen würde er Schuldscheine ausgeben. Die Empfänger der Schuldscheine – Rentner, Staatsbedienstete, Lieferanten – könnten die Schuldscheine ihrerseits als Zahlungsmittel verwenden. Um Importwaren zu kaufen, müsste man die Schuldscheine gegen Euro tauschen, vermutlich mit einem heftigen Abschlag von 50 Prozent oder mehr. Dadurch nähmen die Schuldscheine den Charakter einer Parallelwährung an, nennen wir sie Geuro. Da eine wachsende Zahl von inländischen Gütern, Dienstleistungen und Löhnen in abgewerteten Geuros bezahlt würden, könnte der griechische Exportsektor seine Preise in Euro senken. Er gewönne an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland.

Europa müsste für die Banken garantieren

Der kürzlich für den Staat durchgeführte Schuldenschnitt hat das Eigenkapital der griechischen Banken aufgefressen. Weitere Abschreibungen auf Kredite an private Haushalte und Unternehmen, die nur noch abgewertete Geuros einnähmen, würden die Eigenkapitallücke vergrößern. Um einen Kollaps des Bankensystems und damit der Wirtschaft zu vermeiden, müssten die griechischen Banken in eine europäische Bad Bank eingebracht werden. Die Institutionen der EU müssten für die Bad Bank garantieren.

Unter diesen Umständen wären die Einlagen sicher, und die griechischen Bankkunden können das Euro-Bargeld wieder einzahlen, das sie aus Furcht vor einem Kollaps des Bankensystems abgehoben haben. Die Sorge von Bankkunden in anderen finanziell angeschlagenen Ländern um ihr Geld würde sich verringern.

In Griechenland gäbe es zwei Geldkreisläufe: den Euro- und den Geuro-Kreislauf. Der Euro-Kreislauf würde gespeist von den Euro-Einnahmen des Exportsektors. Nach der anfänglichen, durch die Enstehung des Geuro verursachten Schrumpfung würde der Euro-Kreislauf wieder wachsen, und zwar in dem Maße, in dem der Exportsektor durch seine höhere Wettbewerbsfähigkeit die Einnahmen steigert. Der Geuro-Kreislauf würde gespeist durch die Emissionstätigkeit des griechischen Staates, die von der Entwicklung des Budgetdefizits abhängt, ohne Berücksichtigung des Schuldendienstes. Der griechische Staat hätte es in der Hand, durch eine Verringerung seines Budgetdefizits die Neuausgabe von Geuros zu verringern und so den Kurs des Geuro zum Euro zu stabilisieren.

Wenn sich die Vernunft durchsetzt, kann also Griechenland formal in der EWU bleiben und zugleich die notwendige Wechselkursabwertung über eine Parallelwährung vornehmen. Künftig entschiede die Athener Regierung selbst, durch die Emission von Geuros, ob und in welcher Zeitspanne sie zu einer gegenüber dem Euro stabilen Hartwährung zurückkehren wollte.

Leserkommentare
  1. auf dass es bald zum major consensus narrative wird und eine Mehrheit von Menschen die Entscheidung mitträgt. So durchschaubar, dieses Manöver!

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    • brux
    • 19.05.2012 um 13:04 Uhr

    Sie meinen den Konsensus, dass GR den Euro nicht behalten kann?

    Das war ja bekanntlich der Konsensus der griechischen Waehler am 6. Mai. Was die Griechen sonst noch so den Demoskopen erzaehlen, ist nicht relevant. Der Urnengang zaehlt.

    • brux
    • 19.05.2012 um 13:04 Uhr

    Sie meinen den Konsensus, dass GR den Euro nicht behalten kann?

    Das war ja bekanntlich der Konsensus der griechischen Waehler am 6. Mai. Was die Griechen sonst noch so den Demoskopen erzaehlen, ist nicht relevant. Der Urnengang zaehlt.

  2. Der Euro muss Jahrhunderte halten. Die Pleite eines Staatsapparates wie der griechische Fiskus mit seinen korrupten Berufspolitikern, der ohnehin nur für den Abdecker taugte, dürfte die Genesung fördern. Griechenland hat viele Pleiten hinter sich und noch viele vor sich.

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    • brux
    • 19.05.2012 um 13:01 Uhr

    Unsere Medien berichten leider nicht, wie es in GR wirklich zugeht. Die Wahrheit ist wohl einfach zu hart. Der WELT entnehme ich, dass fast alle Reformen im Sande verlaufen sind, nicht einmal die Grundsteuer wird mehr eingetrieben, weil sich die zustaendigen Beamten schlichtweg verweigern. Keine einzige Beamtenstelle ist abgebaut worden.

    Deshalb sind mir diese Szenarien voellig wurscht. GR ist nicht zu retten, weil die Griechen nicht mit sich ehrlich sein wollen. Das kann man nach 2 Jahren wohl verbindlich feststellen.

    Konsequenterweise muss man alle Rettungsversuche einstellen. Und endlich erkennen, dass es eine Nord-EU derjenigen geben muss, die zu Reformen faehig waren und sind. Warum koennen Spanier und Italiener nicht das tun, was Schweden, Finnen und alle Osteuropaeer (einschl. der Ostdeutschen) hingekriegt haben: Tiefe strukturelle Reformen?

    Diese Frage ist von den Suedeuropaeern zu beantworten, und zwar sehr schnell. Deutschland sollte seinen eigenen Austritt (mit den noerdlichen Partnern) als Option auf den Tisch legen. Dann wird dem Sueden klar, dass man ganz schnell alleine dastehen koennte. Die Schuldzuweisung an die Deutschen wuerde dann nicht mehr funktionieren und die Bevoelkerung im Sueden wuerde sich an die eigenen Politiker wenden muessen.

    Teuer als das Gemurkse jetzt wuerde uns diese Art Ehrlichkeit auch nicht kommen.

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    "Warum koennen Spanier und Italiener nicht das tun, was Schweden, Finnen und alle Osteuropaeer (einschl. der Ostdeutschen) hingekriegt haben: Tiefe strukturelle Reformen?"
    Und woraus schließen Sie, dass nicht genau das gerade passiert?
    Ich verfolge die Vorgänge in Italien ziemlich genau und spätestens seit der Regierung Monti kann man wirklich nicht mehr behaupten, dass keine tiefen strukturellen Reformen gemacht würden.
    Es gibt übrigens trotz der Radikalität dieser Reformen großes Verständnis dafür in der Bevölkerung, sich diesen Schlamassel selbst eingebrockt zu haben.
    Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass das Äquivalent dazu in Deutschland, die Agenda 2010, in einem wesentlich günstigeren ökonomischen Umfeld und in einem längeren Zeitraum stattgefunden hat.
    In dieser Situation hat es etwa Italien nicht mehr alleine in der Hand, das Abdriften in eine wirtschaftliche Todesspirale zu verhindern. Es liegt nun vor allem an Deutschland, ob es die Ernsthaftigkeit der Bemühungen (ich rede hier nicht von Griechenland) anerkennt und fähig zu vernünftigen Kompromissen ist, oder ob es in Kauf nimmt, das Ganze in die Luft gehen zu lassen und dabei neben den enormen (auch eigenen) wirtschaftlichen Schäden Europa im sich gerade neu konstituierenden globalen Machtgefüge zu einem Nicht-Akteur zu degradieren.

    "Warum koennen Spanier und Italiener nicht das tun, was Schweden, Finnen und alle Osteuropaeer (einschl. der Ostdeutschen) hingekriegt haben: Tiefe strukturelle Reformen?"
    Und woraus schließen Sie, dass nicht genau das gerade passiert?
    Ich verfolge die Vorgänge in Italien ziemlich genau und spätestens seit der Regierung Monti kann man wirklich nicht mehr behaupten, dass keine tiefen strukturellen Reformen gemacht würden.
    Es gibt übrigens trotz der Radikalität dieser Reformen großes Verständnis dafür in der Bevölkerung, sich diesen Schlamassel selbst eingebrockt zu haben.
    Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass das Äquivalent dazu in Deutschland, die Agenda 2010, in einem wesentlich günstigeren ökonomischen Umfeld und in einem längeren Zeitraum stattgefunden hat.
    In dieser Situation hat es etwa Italien nicht mehr alleine in der Hand, das Abdriften in eine wirtschaftliche Todesspirale zu verhindern. Es liegt nun vor allem an Deutschland, ob es die Ernsthaftigkeit der Bemühungen (ich rede hier nicht von Griechenland) anerkennt und fähig zu vernünftigen Kompromissen ist, oder ob es in Kauf nimmt, das Ganze in die Luft gehen zu lassen und dabei neben den enormen (auch eigenen) wirtschaftlichen Schäden Europa im sich gerade neu konstituierenden globalen Machtgefüge zu einem Nicht-Akteur zu degradieren.

  3. "Jeder, der sich beim Sprechen der griechischen Logik bediene, müsse zehn Euro nach Griechenland überweisen. Das wäre ein einfaches Mittel zum Schuldenabbau. Und wer Geld hat und keins geben wollte, hätte nicht mehr das Recht, sich der griechischen Logik zu bedienen. Er wäre gezwungen, ein bisschen anders zu denken. Aber Griechenland ist für uns kein kultureller Bereich mehr sondern ein monetärer.

    Die kulturelle Seite Europas wurde von Anfang an vergessen. Europa wurde erst aus Stahl und dann aus Kohle gemacht und dann aus Geld. Es wäre auch ein ganz anderes Europa denkbar gewesen. Heute spricht man ständig von Europa, aber nicht von diesem Europa der Kultur."

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    Das heutige Griechenland hat mit dem antiken Griechenland des Aristoteles ungefähr soviel zu tun wie die BR Deutschland mit den Kelten der Latènezeit.

    Die meisten Griechen können Aristoteles überhaupt nicht mehr lesen, wenn Römer und Araber nicht ein paar Schriftrollen gerettet hätten, wüßte die heutige Welt nichts mehr von diesen Werken. Und wenn die britischen, deutschen und französischen Philhellenen des 19. Jahrhunderts nicht die letzten Ruinen konserviert hätten, wären sie heute vollständig als Baumaterial für Schwarzbauten aus der Geschichte herausdiffundiert.

    Gelegentlich kommt ein Beitrag wie hier Kommentar 4, der bedauert, dass das die Europa-Diskussion die Kultur vernachlässige. Das mag ja sein, hilft aber nicht.

    Denn der Euro ist ein wirtschaftliches Problem, und er muss wirtschaftlich, nicht durch Appell an "Kultur" gelöst werden. Anologe Fälle, in denen Kultur nicht funktioniert: wer ein französisches Auto fährt, wird es nicht mit französischen Filmen betanken, sondern mit Benzin; der Supermarkt will vom Schriftsteller Geld, nicht Gedichte; ein Bibliothekar wird nicht in Büchern bezahlt. Alles andere wäre weltfremde Romantik.

    Fazit: Kultur hin oder her, die Griechen müssen irgendwie auch ihre Rechnungen bezahlen, und zwar in echtem Geld. Fertig.

    Das heutige Griechenland hat mit dem antiken Griechenland des Aristoteles ungefähr soviel zu tun wie die BR Deutschland mit den Kelten der Latènezeit.

    Die meisten Griechen können Aristoteles überhaupt nicht mehr lesen, wenn Römer und Araber nicht ein paar Schriftrollen gerettet hätten, wüßte die heutige Welt nichts mehr von diesen Werken. Und wenn die britischen, deutschen und französischen Philhellenen des 19. Jahrhunderts nicht die letzten Ruinen konserviert hätten, wären sie heute vollständig als Baumaterial für Schwarzbauten aus der Geschichte herausdiffundiert.

    Gelegentlich kommt ein Beitrag wie hier Kommentar 4, der bedauert, dass das die Europa-Diskussion die Kultur vernachlässige. Das mag ja sein, hilft aber nicht.

    Denn der Euro ist ein wirtschaftliches Problem, und er muss wirtschaftlich, nicht durch Appell an "Kultur" gelöst werden. Anologe Fälle, in denen Kultur nicht funktioniert: wer ein französisches Auto fährt, wird es nicht mit französischen Filmen betanken, sondern mit Benzin; der Supermarkt will vom Schriftsteller Geld, nicht Gedichte; ein Bibliothekar wird nicht in Büchern bezahlt. Alles andere wäre weltfremde Romantik.

    Fazit: Kultur hin oder her, die Griechen müssen irgendwie auch ihre Rechnungen bezahlen, und zwar in echtem Geld. Fertig.

    • brux
    • 19.05.2012 um 13:04 Uhr

    Sie meinen den Konsensus, dass GR den Euro nicht behalten kann?

    Das war ja bekanntlich der Konsensus der griechischen Waehler am 6. Mai. Was die Griechen sonst noch so den Demoskopen erzaehlen, ist nicht relevant. Der Urnengang zaehlt.

    Eine Leserempfehlung
  4. Ich habe schon immer gerätselt, wo eigentlich die Kompetenz der Volkswirte liegt. Und ich rätsle immer mehr.

    Diese apokalytischen Szenarien, die wegen einer aus einer Griechenlandpleite folgenden Kaptitalflucht aus Spanien und Italien den Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft vorhersagen sind völlig unhaltbar, denn sie gehen davon aus, daß hier Automatismen ausgelöst werden, gegen die keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden könnten.

    Griechenland wäre nicht die erste Staatspleite dieser Welt und es wird auch nicht die letzte sein. Die meisten der in der Geschichte pleitegegengenen Staaten exisitieren auch heute noch und haben sich zum Teil ganz gut erholt. Die Welt ist daran in keinem Fall zugrundegegangen.

    23 Leserempfehlungen
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    allein Frankreich hat davon acht hingelegt , und jedes entwickelte Land ebenso. Im Zweifelfall dient sie dem Neustart und der Gesundung der Finanzen und der Gesellschaft , da Reformen unternommen werden , die vorher durch Oligarchien oder bestimmte gesellschaftliche Gruppen verhindert wurden.

    Und das ist entscheidend für Griechenland: gelingt es dem Land , sich selbst in den Griff zu bekommen , seine Korruption , seine Verwaltung , seine Steuern ... und sich der Oligarchie zu entledigen.
    Wir haben es in diesem erbärmlichen Zustand als Staatsgebilde in die EU , und noch schlimmer , den Euro aufgenommen , also wäre es ebenso erbärmlich , es jetzt wie eine faulen Apfel abzustoßen.

    Es braucht vor allem politische und soziale Unterstützung , grundlegende Reformen durchzuführen - wenn das nicht geht , ist es ohnehin verloren - mit oder ohne €.

    Hallo
    Klar gab es in der Vergangenheit schon oft Staaten die Pleite gingen. Aber in dem Fall von GR liegt die Sache etwas anders. Sie sind in einem Währungsverbund(Gehörten nie dort rein)das macht schon einen riesigen Unterschied.
    Man stelle sich vor. Wir hätten noch die D-Mark. Bremen würde Pleite gehen....müssten eigene Währung einführen weil keine Gelder über den Finanzausgleich kommen...was würde mit Berlin, dem Saarland geschehen? Wer würde als nächstes wackeln?....Was wäre die Währung...nennen wir sie Pleito...wert? Was wäre die D-Mark wert? Brechen die "Exporte" in diese Länder ein? Verarmen diese Länder? Würde ein Exodus einsetzen? Würden es Unruhen innerhalb, aber auch außerhalb dieser Länder geben?
    Die Einführung ohne Ausgleichszahlungen in der Eurozone war ein Fehler, oder auch nicht. Der Fehler heißt EURO.
    Aber jetzt ist er da und ein zurück wird richtig teuer.
    INFLATION heißt das "Zauberwort". Besser wir stellen uns alle darauf ein. Die Alternative; Kollaps und nicht nur was das Geld betrifft.
    Friede mit uns !!!!!

    allein Frankreich hat davon acht hingelegt , und jedes entwickelte Land ebenso. Im Zweifelfall dient sie dem Neustart und der Gesundung der Finanzen und der Gesellschaft , da Reformen unternommen werden , die vorher durch Oligarchien oder bestimmte gesellschaftliche Gruppen verhindert wurden.

    Und das ist entscheidend für Griechenland: gelingt es dem Land , sich selbst in den Griff zu bekommen , seine Korruption , seine Verwaltung , seine Steuern ... und sich der Oligarchie zu entledigen.
    Wir haben es in diesem erbärmlichen Zustand als Staatsgebilde in die EU , und noch schlimmer , den Euro aufgenommen , also wäre es ebenso erbärmlich , es jetzt wie eine faulen Apfel abzustoßen.

    Es braucht vor allem politische und soziale Unterstützung , grundlegende Reformen durchzuführen - wenn das nicht geht , ist es ohnehin verloren - mit oder ohne €.

    Hallo
    Klar gab es in der Vergangenheit schon oft Staaten die Pleite gingen. Aber in dem Fall von GR liegt die Sache etwas anders. Sie sind in einem Währungsverbund(Gehörten nie dort rein)das macht schon einen riesigen Unterschied.
    Man stelle sich vor. Wir hätten noch die D-Mark. Bremen würde Pleite gehen....müssten eigene Währung einführen weil keine Gelder über den Finanzausgleich kommen...was würde mit Berlin, dem Saarland geschehen? Wer würde als nächstes wackeln?....Was wäre die Währung...nennen wir sie Pleito...wert? Was wäre die D-Mark wert? Brechen die "Exporte" in diese Länder ein? Verarmen diese Länder? Würde ein Exodus einsetzen? Würden es Unruhen innerhalb, aber auch außerhalb dieser Länder geben?
    Die Einführung ohne Ausgleichszahlungen in der Eurozone war ein Fehler, oder auch nicht. Der Fehler heißt EURO.
    Aber jetzt ist er da und ein zurück wird richtig teuer.
    INFLATION heißt das "Zauberwort". Besser wir stellen uns alle darauf ein. Die Alternative; Kollaps und nicht nur was das Geld betrifft.
    Friede mit uns !!!!!

    • Hermez
    • 19.05.2012 um 13:10 Uhr

    ...wenn ich das richtig verstanden habe,sollen die Griechen in der Eurozone bleiben, in Euro die Schulden tilgen und für alles andere gefälligst die neue Drachme einführen.
    Bravo, dann wäre ja alles wie früher.
    Der Mitforist sapere_audite hat es richtig erkannt, irgendwas will man uns hier verkaufen.
    Mir ist nur noch nicht ganz klar,was.

    4 Leserempfehlungen
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    Kommentar 7 äußert sich skeptisch. Auch wenn mir nicht ganz klar ist, was hier eigentlich kritisiert wird, nehme ich mal an, dass es um die Idee der Parallelwährung (hier Geuro genannt) geht.

    Ich finde das ist erstmal eine interessante Idee. Es wäre ein Zwischending zwischen Beibehaltung des Euro und völligem Euro-Austritt Griechenlands, die eine griechische Währungsreform mit sich brächte (inklusive Umstellung aller innergriechischen Schulden auf die neue Währung) - ein Euro-Ausstieg light sozusagen. Das Gute wäre, dass bei Einführung der Parallelwährung keine Kapitalflucht ausgelöst würde und dass kein unwiderruflicher Bruch mit der Eurozone passierte. Auch bräuchten nicht alle Verträge über Nacht umgestellt zu werden. Das Problem wäre allerdings, dass die Schulden der Griechen, auch die innergriechischen Schulden, prozentual zur neuen Währung (dem Geuro) erhblich stiegen, so dass vermutlich eine ganze Reihe griechischer Unternehmen sofort überschuldet wären.

    Die Idee der Parallelwährung müsste tiefer durchdacht werden - was ich jedenfalls noch nicht getan habe. Mal abwarten, ob wir noch mehr davon hören.

    @"7. So,so...
    ...wenn ich das richtig verstanden habe,sollen die Griechen in der Eurozone bleiben, in Euro die Schulden tilgen und für alles andere gefälligst die neue Drachme einführen.
    Bravo, dann wäre ja alles wie früher.
    Der Mitforist sapere_audite hat es richtig erkannt, irgendwas will man uns hier verkaufen.
    Mir ist nur noch nicht ganz klar,was."

    Es hat bereits im März ein Schuldenschnitt für Griechenland stattgefunden. Laut Handelsblatt verzichteten die Privatgläubiger auf bis zu 70% ihres Geldes.

    http://www.handelsblatt.c...

    Die privaten Gläubiger haben bereits verzichtet und ihren Anteil zu einer Kompromisslösung beigetragen. Ist es zuviel verlangt, dass der griechische Staat die Restschuld dann in Euro begleicht?

    Ja, wenn Grichenland aufgrund des Euros und der Sparpolitik wirtschaftlich keinen Fuß mehr auf den Boden kriegt und deswegen im Chaos versinkt.

    Kommentar 7 äußert sich skeptisch. Auch wenn mir nicht ganz klar ist, was hier eigentlich kritisiert wird, nehme ich mal an, dass es um die Idee der Parallelwährung (hier Geuro genannt) geht.

    Ich finde das ist erstmal eine interessante Idee. Es wäre ein Zwischending zwischen Beibehaltung des Euro und völligem Euro-Austritt Griechenlands, die eine griechische Währungsreform mit sich brächte (inklusive Umstellung aller innergriechischen Schulden auf die neue Währung) - ein Euro-Ausstieg light sozusagen. Das Gute wäre, dass bei Einführung der Parallelwährung keine Kapitalflucht ausgelöst würde und dass kein unwiderruflicher Bruch mit der Eurozone passierte. Auch bräuchten nicht alle Verträge über Nacht umgestellt zu werden. Das Problem wäre allerdings, dass die Schulden der Griechen, auch die innergriechischen Schulden, prozentual zur neuen Währung (dem Geuro) erhblich stiegen, so dass vermutlich eine ganze Reihe griechischer Unternehmen sofort überschuldet wären.

    Die Idee der Parallelwährung müsste tiefer durchdacht werden - was ich jedenfalls noch nicht getan habe. Mal abwarten, ob wir noch mehr davon hören.

    @"7. So,so...
    ...wenn ich das richtig verstanden habe,sollen die Griechen in der Eurozone bleiben, in Euro die Schulden tilgen und für alles andere gefälligst die neue Drachme einführen.
    Bravo, dann wäre ja alles wie früher.
    Der Mitforist sapere_audite hat es richtig erkannt, irgendwas will man uns hier verkaufen.
    Mir ist nur noch nicht ganz klar,was."

    Es hat bereits im März ein Schuldenschnitt für Griechenland stattgefunden. Laut Handelsblatt verzichteten die Privatgläubiger auf bis zu 70% ihres Geldes.

    http://www.handelsblatt.c...

    Die privaten Gläubiger haben bereits verzichtet und ihren Anteil zu einer Kompromisslösung beigetragen. Ist es zuviel verlangt, dass der griechische Staat die Restschuld dann in Euro begleicht?

    Ja, wenn Grichenland aufgrund des Euros und der Sparpolitik wirtschaftlich keinen Fuß mehr auf den Boden kriegt und deswegen im Chaos versinkt.

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