Die Deutschen sind mehrheitlich dafür, dass Griechenland die Währungsunion verlässt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von ZEIT ONLINE sprachen sich 56 Prozent für einen Austritt aus. Lediglich 26 Prozent sind dagegen, 18 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".

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Seit der gescheiterten Regierungsbildung in Griechenland und der Ankündigung, Mitte Juni abermals zu wählen, wird immer öfter ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Währungsunion diskutiert. Viele Fachleute warnen, dadurch nehme die Unsicherheit in Europa zu, die Euro-Krise würde verschärft. Fraglich ist zudem, ob ein Austritt dem Land wirklich helfen würde, aus der seit fünf Jahren anhaltenden tiefen Rezession herauszufinden.

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Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich außerdem dafür aus, dass Griechenland die Sparvorgaben der Troika, bestehend aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB), in jedem Fall einhält. Auf die Frage, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Punkt hart bleiben soll, antworteten 70 Prozent mit Ja. Nur 20 Prozent sagten Nein, 10 Prozent sind unentschlossen.

Mehrere griechische Parteien – darunter vor allem die radikale Linke, die in den Wahlumfragen derzeit vorne liegt – haben angekündigt, die Sparauflagen der Troika aufzukündigen oder zumindest neu zu verhandeln, wenn sie an die Regierung kommen. Die EU-Kommission und die Bundesregierung lehnen dies ab.

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Gleichzeitig kritisiert eine Mehrheit der Befragten (45,4 Prozent), dass Merkel in ihrer Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Euro-Krise zu einseitig aufs Sparen und zu wenig auf Wachstum setzt. Für 37,3 Prozent hat die Konsolidierung der Haushalte dagegen oberste Priorität. 17,3 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".

Am Mittwoch kommen die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammen. Der neue französische Präsident François Hollande will dort seine Vorschläge für einen Wachstumspakt vorstellen und sich für die Einführung von Euro-Bonds stark machen.

Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 21. bis 23. Mai 1.023 Menschen.