Yougov-Umfrage: Deutsche für Austritt Griechenlands aus der Währungsunion
Laut einer ZEIT-ONLINE-Umfrage sind die Deutschen mehrheitlich dafür, dass Griechenland den Euro aufgibt. Fast jeder Zweite aber kritisiert Merkels Spardiktat.
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Der Chef der radikalen Linken Alexis Tsipras
Die Deutschen sind mehrheitlich dafür, dass Griechenland die Währungsunion verlässt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag von ZEIT ONLINE sprachen sich 56 Prozent für einen Austritt aus. Lediglich 26 Prozent sind dagegen, 18 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".
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Seit der gescheiterten Regierungsbildung in Griechenland und der Ankündigung, Mitte Juni abermals zu wählen, wird immer öfter ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Währungsunion diskutiert. Viele Fachleute warnen, dadurch nehme die Unsicherheit in Europa zu, die Euro-Krise würde verschärft. Fraglich ist zudem, ob ein Austritt dem Land wirklich helfen würde, aus der seit fünf Jahren anhaltenden tiefen Rezession herauszufinden.
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Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich außerdem dafür aus, dass Griechenland die Sparvorgaben der Troika, bestehend aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB), in jedem Fall einhält. Auf die Frage, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Punkt hart bleiben soll, antworteten 70 Prozent mit Ja. Nur 20 Prozent sagten Nein, 10 Prozent sind unentschlossen.
Mehrere griechische Parteien – darunter vor allem die radikale Linke, die in den Wahlumfragen derzeit vorne liegt – haben angekündigt, die Sparauflagen der Troika aufzukündigen oder zumindest neu zu verhandeln, wenn sie an die Regierung kommen. Die EU-Kommission und die Bundesregierung lehnen dies ab.
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Gleichzeitig kritisiert eine Mehrheit der Befragten (45,4 Prozent), dass Merkel in ihrer Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Euro-Krise zu einseitig aufs Sparen und zu wenig auf Wachstum setzt. Für 37,3 Prozent hat die Konsolidierung der Haushalte dagegen oberste Priorität. 17,3 Prozent antworteten mit "Weiß nicht".
Am Mittwoch kommen die EU-Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammen. Der neue französische Präsident François Hollande will dort seine Vorschläge für einen Wachstumspakt vorstellen und sich für die Einführung von Euro-Bonds stark machen.
Diese Umfrage wurde in Kooperation mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Sie basiert auf Online-Interviews mit Teilnehmern des YouGov-Panels, das weltweit bereits 2,5 Millionen Mitglieder zählt. In Deutschland, aber auch in Großbritannien und den USA, gehören die Wahlprognosen des Instituts regelmäßig zu den exaktesten überhaupt. Für die vorliegende Umfrage befragte YouGov vom 21. bis 23. Mai 1.023 Menschen.







Na ja,
also auf Grund dieser Umfrage nun gleich zu sagen, die Mehrheit sei dagegen.
Da müsste man doch erstmal wissen, wie sich diese Stichprobe zusammensetzt.
Und bald kommt Portugal, Spanien und Italien vom Euro aus.
scheint ein populärer Irrtum zu sein.
Das aktuelle Beispiel zeigt beispielhaft die Unmöglichkeit, alle Länder unter die gleichen Regeln und Bedingungen zu zwängen.
Der Irrtum bei der Euroeinführung war offensichtlich, dass man die großen Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Länder nicht sehen wollte. Wäre die EU das geblieben, was sie vorher war - eine gemeinsamer Wirtschaftsraum mit Währungen, die sich an einander koppeln und auch wieder entkoppeln konnten - wäre uns viel erspart geblieben.
Wie man sieht, erzeugt der Zwang zur gemeinsamen Währung Aversionen untereinander, die erschreckend sind. Wobei ich das ewige Deutschen-Bashing auch als Nicht-Deutscher einfach zum Kotzen finde.
Jetzt, wo die Banken ihren Schrott bei der EZB losgeworden sind und sie keinerlei Schaden mehr nehmen, sondern der Steuerzahler dafür haftet, kann Griechenland gerne austreten.
GR hätte man schon vor dem ersten Rettungspaket den Austritt mit entschiedenem Druck nahelegen müssen.
Dann wären die diverse Banken gestrauchelt und ganz nach dem Marktgesetz würde es heute keine HRE und einige andere Banken auch nicht mehr geben, stattdessen wäre die virtuelle Menge an Geld den realen Gütern wieder näher gekommen und der aufgeblasene Bankensektor ein bisschen zur Ader gelassen.
Der Staat hätte zugeschaut, wie nicht nur seine Schulden geringer werden, sondern auch, geschaut, welche Banken es den Wert sein überhaupt gerettet zu werden und an deren Rettung Geld gemacht, wie die USA Regierung an GM!
Solange eine Bank gestützt wird durch den Staat, fallen alle Geschäfte ausser Geld von den privaten Haushalten einsammeln, Kredite vergeben und Aktienhandel flach, keinerlei Bonis, etc... Bis die Bank sich herauskäuft....
Und genau darum wird man GR nicht aus der EU oder dem Euro "entlassen". Um das zu vermeiden, werden SÄMTLICHE Mittel aufgefahren werden: Nicht bloss Taschenspielertricks.
Ewiges Wachstum wird nicht funktionieren und ist auch nicht zielführend. Statt jedes Jahr mehr zu produzieren, sollten die produzierten Güter besser verteilt werden. Sicherlich mag es Bereiche geben, in denen Griechenland sinnvoll wachsen könnte, aber Wachstum um jeden Preis nur zur Aufrechterhaltung des Systems kann nicht die Lösung sein.
"Sparen" heißt in den meisten Fällen Sozialausgaben zurückfahren und damit Menschen verhungern zu lassen.
Wir brauchen ein anderes Verteilungssystem und höchstwahrscheinlich auch andere Geldsysteme.
Mich wundert, dass die Befragung nicht auch die Frage enthielt, wie viel Prozent der Deutschen für einen Austritt Deutschlands (!) aus der Währungsunion sind.
Denn vermutlich werden es auch rund 56 Prozent sein (Beleg dafür: eine Umfrage von 2011, deren Ergebnisse heute vermutlich noch zugespitzt sind, s.u.).
Daher sind solche Umfragen wie diese oben nicht ganz wirklich hilfreich, weil sie nur einen Teil der Meinungen widerspiegeln.
http://www.focus.de/finan...
Ich tue mich schwer damit dem Euro als einzigem die Schuld in die Schuhe zu schieben, noch glaube ich, dass der Rauswurf Griechenlands die Lösung des Problems wäre.
Wir wissen einfach nicht wie die Situation aussähe, wenn es keinen Euro gäbe. Vielleicht ginge es Deutschland oder den anderen Euroländern dann ja noch schlechter. Ich denke es gibt eine Vielfalt an Ursachen, die uns dahin geführt haben wo wir heute sind. Immobilienkrise, Finanzskrise, vielleicht sogar der Klimawandel oder doch die "faulen Griechen", wie es von so mancher "Zeitung" propagiert wird. Ich denke einfach dass Europa grundsätzlich eine sehr gute Sache ist um die es sich lohnt "zu kämpfen". Wenn man nun einzelne Staaten rauswirft ist die Wahrscheinlichkeit, dass Europa zerbricht in meinen Augen umso höher, da man so zeigt, dass mein kein Vertrauen in die Sache hat. Entweder man bleibt also zusammen und versucht gemeinsam einen Weg zu finden, auch wenn das manchem nicht passt, oder man lässt es ganz bleiben. Die einzige hinnehmbare Ausnahme wäre ein freiwilliger Ausstieg Griechenlands, der über einen Volksentscheid beschlossen wurde.
Erstmal danke an Kommentar 88 für die Erwiderung. Ich möchte allerdings folgendes zu bedenken geben:
Kommentar 88: "Wir wissen einfach nicht wie die Situation aussähe, wenn es keinen Euro gäbe."
Auch wenn es richtig ist, das Wirtschaft immer von vielen Einflussfaktoren abhängt, so zeigt ein Studium verschiedener Außenwirtschaftssysteme schon, welche Probleme eine Währungsunion schaffen kann und welche Probleme verstärkt oder schwerer lösbar werden durch eine solche. Ohne so eine theoretische Untersuchung ist das allerdings nicht zu sehen. Ich kann versichern: es gibt einige Probleme, die man gut auf den Euro zurückführen kann und es gibt Probleme, die im Euro nur schwer zu lösen sind, selbst wenn sie nicht vom Euro selbst ausgelöst worden sind.
Kommentar 88: "Ich denke einfach dass Europa grundsätzlich eine sehr gute Sache ist um die es sich lohnt 'zu kämpfen' ... Entweder man bleibt also zusammen und versucht gemeinsam einen Weg zu finden, auch wenn das manchem nicht passt, oder man lässt es ganz bleiben."
Ich halte solch Schwarz-Weiß-Denken hier nicht für sinnvoll. Die EU ist ja keine Ehe oder (intime) Beziehung, wo man sich für ein Ganz-Oder-Garnicht entscheidet; es ist eher eine Freundschaft, bei der man die optimale Mischung aus Nähe und Distanz finden muss, damit es gut funktioniert. Gemeinsamer Euro ist für Europa im Moment zu viel Nähe.
Soweit meine ziemlich fundierte Meinung.
Erstmal danke an Kommentar 88 für die Erwiderung. Ich möchte allerdings folgendes zu bedenken geben:
Kommentar 88: "Wir wissen einfach nicht wie die Situation aussähe, wenn es keinen Euro gäbe."
Auch wenn es richtig ist, das Wirtschaft immer von vielen Einflussfaktoren abhängt, so zeigt ein Studium verschiedener Außenwirtschaftssysteme schon, welche Probleme eine Währungsunion schaffen kann und welche Probleme verstärkt oder schwerer lösbar werden durch eine solche. Ohne so eine theoretische Untersuchung ist das allerdings nicht zu sehen. Ich kann versichern: es gibt einige Probleme, die man gut auf den Euro zurückführen kann und es gibt Probleme, die im Euro nur schwer zu lösen sind, selbst wenn sie nicht vom Euro selbst ausgelöst worden sind.
Kommentar 88: "Ich denke einfach dass Europa grundsätzlich eine sehr gute Sache ist um die es sich lohnt 'zu kämpfen' ... Entweder man bleibt also zusammen und versucht gemeinsam einen Weg zu finden, auch wenn das manchem nicht passt, oder man lässt es ganz bleiben."
Ich halte solch Schwarz-Weiß-Denken hier nicht für sinnvoll. Die EU ist ja keine Ehe oder (intime) Beziehung, wo man sich für ein Ganz-Oder-Garnicht entscheidet; es ist eher eine Freundschaft, bei der man die optimale Mischung aus Nähe und Distanz finden muss, damit es gut funktioniert. Gemeinsamer Euro ist für Europa im Moment zu viel Nähe.
Soweit meine ziemlich fundierte Meinung.
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