FiskalpaktEuropas Krisenmanager warnen Hollande vor Vertragsbruch

Wachstum fördern, Fiskalpakt beibehalten: Spitzenvertreter der Euro-Zone stecken vor einem Besuch des künftigen französischen Präsidenten den Verhandlungsspielraum ab.

 Jean-Claude Junker (l.) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Jean-Claude Junker (l.) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Die Vertreter der wichtigsten Kräfte bei der Stabilisierung der europäischen Staatsfinanzen warnen einhellig vor einem Aufkündigen geschlossener Verträge. Anlass der Wortmeldungen ist die Forderung des künftigen französischen Präsidenten François Hollande, die vereinbarte Abstimmung von Wirtschafts- und Finanzpolitik zu modifizieren und um wachstumsfördernde Maßnahmen zu ergänzen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble besteht darauf, den Pakt unverändert umzusetzen. "Wir haben klare Verabredungen in Europa", sagte er im ZDF und bekräftigte damit auch Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf die Frage, ob Deutschland die Versprechen Hollandes, das Wirtschaftswachstum zu beleben, mitfinanzieren müsse, antwortete Schäuble: "Nein."

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Auch Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warnte den Sozialisten in einem Gespräch persönlich vor grundlegenden Änderungen. "Ich habe ihm deutlich gemacht, dass einiges geht und einiges eben nicht", sagte Juncker im ZDF. "Was nicht geht, ist eine Totalaufschlüsselung des verabredeten Fiskalpakts. Das werden viele nicht mitmachen wollen."

Wachstumsimpulse für Europa

Hollande besucht diese Woche Kanzlerin Merkel, um mit ihr das europapolitische Vorgehen abzusprechen. Die Euro-Krise ist auch Hauptthema auf dem nahenden G-8-Gipfel. Bisher waren Merkel und der abgewählte Präsident Nicolas Sarkozy maßgebliche Kräfte der Euro-Rettung.

Die Krisenmanager stellten den bisher erzielten innereuropäischen Konsens heraus. Juncker sagte, Einverständnis gebe es indes in Europa, dass man Wachstumsimpulse brauche. Schließlich müsse man in Europa auch Perspektiven bieten und Hoffnung machen. So habe die für die Regierungsparteien verheerende Wahl in Griechenland gezeigt, dass dort eine gewisse Hoffnungslosigkeit herrsche. "Dieses Dilemma müssen wir beenden." Ähnlich sagte es auch Schäuble.

Chronik
Die Euro-Krise seit 2009
Mai 2013

Europa wird unbeliebter: Laut einer Studie des US-Meinungsforschungsinstituts Pew ist die Zustimmung zur EU im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 45 Prozent gesunken. Befragt wurden knapp 8.000 Bürger in acht EU-Staaten. In Deutschland wurden das europäische Projekt und die wirtschaftliche Lage noch in Deutschland bewertet, in Frankreich sank die Zustimmung am stärksten. Allerdings ergibt die Studie auch, dass eine Mehrheit der Bürger den Euro behalten will und dass etwa zwei Drittel der Befragten in Krisenländern die Sparpolitik großen Mehrausgaben vorziehen.

28. April 2013

Um sich zukünftige Hilfszahlungen der Troika zu sichern, verabschiedet die griechische Regierung ein neues Sparpaket. Unter anderem sollen bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte entlassen werden. Ohnehin erreicht die Arbeitslosigkeit immer neue Rekord-Ausmaße: Schon Anfang des Jahres waren in der ganzen Euro-Zone 19 Millionen Menschen ohne Erwerb. In Griechenland und Spanien lag die Arbeitslosenquote bei über 26, bei unter 25-jährigen sogar über 55 Prozent. Immer wieder kommt es in den Krisenländern zu Streiks und heftigen Protesten.

April 2013

Die wissenschaftliche Basis der Sparpolitik bröckelt: Eine maßgebliche Studie von Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart kam zu dem Schluss, dass Staatsschulden das Wachstum bremsen, sobald sie einen bestimmten Punkt überschreiten. Jetzt wird die Arbeit massiv angezweifelt. Neue Forschungen ergeben, dass der errechnete Zusammenhang zwischen Schulden und Wachstum weniger stark ausfällt. Das gibt den Kritikern der Sparpolitik neue Argumente.

14. April 2013

Der konservative Protest gegen den Euro formiert sich: Auf ihrem Gründungsparteitag hat die Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, zur Bundestagswahl anzutreten. Die Partei um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke fordert den Ausstieg aus dem Euro, die Wiedereinführung der D-Mark und das Ende der Rettungspakete. Die AfD gibt sich bürgerlich und versucht, sich von Rechtspopulismus-Vorwürfen abzusetzen. Zustimmung zum Euro-Austritt äußert unter anderem auch der frühere Linken-Vorsitzende Oskar Lafontaine. In Umfragen Anfang Mai erreicht die AfD drei Prozent.

März 2013

Zypern droht die Staatspleite. Ein erster Rettungsplan der Euro-Finanzminister sieht vor, auch die Bankkunden an den Kosten zu beteiligen, die vergleichsweise kleine Summen bei Zyperns Banken angelegt haben. Doch das Parlament in Zypern lehnt die Zwangsabgabe ab. Schließlich werden nur Konten mit über 100.000 Euro belastet, die Troika zahlt zehn Milliarden Euro, Zypern bleibt mit umstrukturiertem Finanzsektor im Euro. Am 28. März öffnen zyprische Banken nach einer zwölftägigen Pause wieder, der befürchtete Ansturm der Kunden auf die Institute bleibt aus.

Januar 2013

In Großbritannien legt die eurokritische Partei UKIP in Umfragen stark zu. In einer Grundsatzrede kündigt Premierminister David Cameron ein Referendum zum Austritt aus der EU an. Er spricht sich für den Verbleib in der Staatengemeinschaft aus – wenn diese sich "möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit" verändere. Die EU müsse flexibler, anpassungsfähiger und offener werden, die Schuldenkrise überwinden. Dazu müsste allerdings der Lissabon-Vertrag verändert werden, was für viele EU-Politiker nicht infrage kommt.

November 2012

Die Euro-Finanzminister, die EZB und der IWF einigen sich auf Maßnahmen gegen die griechische Staatsverschuldung. Aus dem zweiten Hilfspaket werden Notkredite in Höhe von 44 Milliarden Euro gewährt. Außerdem bekommt Athen mehr Zeit, um seine Schulden abzubauen – bis zum Jahr 2020 muss die Schuldenlast nun um 120 statt 124 Prozent gesunken sein, für die Rückzahlungen an den EFSF ist auch über 2020 hinaus Zeit. Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hatte unter anderem Deutschland zunächst kategorisch abgelehnt.

Oktober 2012

Der Rettungsschirm ESM tritt in Kraft. Insgesamt 500 Milliarden Euro können in Form von Hilfskrediten oder durch das Ankaufen von Anleihen an Krisenstaaten vergeben werden. Die Staaten müssen dazu bestimmte Auflagen erfüllen. In Deutschland lehnte das Bundesverfassungsgericht zuvor Klagen gegen den ESM ab. Geklagt hatten unter anderem Peter Gauweiler (CSU) und die Linke im Bundestag. Das Gericht stellte aber zugleich die Bedingung, dass die deutsche Haftung maximal 190 Milliarden Euro betragen dürfe.

September 2012

EZB-Chef Mario Draghi kündigt an, unbegrenzt Staatsanleihen von Spanien und Italien anzukaufen und so deren Zinsen für Neuverschuldungen zu senken. Bedingung ist, dass die Rettungsfonds EFSF und ESM beantragt und entsprechende Reformen zugesagt werden. Damit setzt die EZB ihre Bemühungen fort, die Kreditvergabe anzuregen und die Konjunktur in Krisenländern zu stärken. Im Juli hatte die Bank zu diesem Zweck den Leitzins von 1,0 auf einen Rekordwert von 0,75 Prozent gesenkt.

29. Juni 2012

In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zum Krisengipfel. Spanien und Italien verlangen schnelle Hilfen. Merkel lehnt Euro-Bonds oder ein Eingreifen der EZB, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ab. Spanien und Italien aber verhandeln hart. Am Ende wird ein Pakt für Wachstum und Beschäftigung beschlossen. Rettungsgeld soll zukünftig "flexibler" vergeben werden. Die spanischen Banken sollen direkt Geld aus Brüssel erhalten. Die Staatschef verabreden die Schaffung einer Bankenunion.

25. Mai 2012
bankia

Eine Zahl schreckt die Finanzwelt auf. In die Welt gesetzt hat sie José Ignacio Goirigolzarri, der Chef von Bankia, der viertgrößten Bank Spaniens. 19 Milliarden Euro braucht die Bank demnach an Staatshilfen, um zu überleben – weit mehr als bisher angenommen. Die Meldung untergräbt das Vertrauen in spanische Anleihen weiter, auch die Börsenkurse rutschen weltweit ab. Eine neue Debatte beginnt: Angela Merkel schlägt vor, Europas systemrelevante Banken unter eine gemeinsame Aufsicht zu stellen.

6. Mai 2012
hollande

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten: Der Sozialist François Hollande weckt vor allem bei Frankreichs Linken die Hoffnung, die Krisenagenda in Europa verändern zu können. Hollande war im Wahlkampf mit der Forderung nach Euro-Bonds aufgetreten – anders als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Auch kritisierte er, Europas Politik setze zu sehr auf Sparen und zu wenig auf Wachstum.

6. Mai 2012
griechenland opposition

Die Parlamentswahl in Griechenland endet im Chaos: Mehr als eine Woche lang gelingt es den Parteichefs von Konservativen, Linksradikalen und Sozialisten sowie den kleineren Demokratischen Linken nicht, eine Koalition zu bilden. Am Ende fällt die Entscheidung für Neuwahlen im Juni. Die Unsicherheit in Griechenland beunruhigt nicht nur die Finanzmärkte in Europa, sondern auch die griechischen Bürger: Viele räumen ihre Konten und bringen das Geld außer Landes. In Europa wächst die Sorge vor einer Kapitalflucht im Süden.

8. März 2012
Griechenland

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

21. Februar 2012
Venizelos und Juncker

Die EU-Finanzminister bringen ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro; private Gläubiger sollen auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Die Euro-Gruppe bannt damit die Gefahr, dass Griechenland am 20. März endgültig zahlungsunfähig wird – an diesem Tag werden 14,5 Milliarden Euro an Zahlungen aus Anleihen fällig. Für die griechischen Staatseinnahmen soll ein Sperrkonto eingerichtet werden, das die vorrangige Bedienung der Kredite sichert.

31. Januar 2012
Evangelos Venizelos

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Beschlossen wird auch der dauerhafte Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.

13. Januar 2012
fillon-frankreich-rating

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staates darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

Die Sichtweisen unterscheiden sich in der Frage, ob für mehr Wachstum neue Maßnahmen notwendig sind und wenn ja, welche. Schäuble sieht mit dem Pakt über die Wirtschafts- und Finanzpolitik der EU die Voraussetzungen für Wachstum geschaffen: "Der Fiskalpakt hat ja das Ziel, durch finanzielle Konsolidierung eine Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu schaffen", erläuterte er. Und Deutschland habe bewiesen, dass mit einer vernünftigen Reduzierung zu hoher Defizite zugleich das Wirtschaftswachstum verstärkt werden könne, führte der Minister an.

Geldpolitik allein keine Lösung

Schäuble, Juncker und auch die US-Regierung äußerten die Überzeugung, dass der Fiskalpakt auch mit dem künftigen Präsidenten Hollande Bestand haben werde. "Diese Politik haben wir in Europa verabredet, und die werden wir gemeinsam mit Frankreich führen", sagte Schäuble. Er sei "völlig sicher", dass das auch mit der neuen Führung in Paris möglich sei.

Die US-Regierung warb für einen "ausgewogenen Ansatz" von Sparmaßnahmen und Wachstumsförderung. Ein Sprecher des US-Präsidialamts sagte, die USA würden weiter mit den Europäern an einer Lösung der Krise arbeiten, da auch die US-Wirtschaft darunter leide. Doch Europa müsse mehr tun. "Wir sagen das jetzt schon seit einiger Zeit... und unsere Haltung hat sich nicht geändert."

Immer wieder gibt es in der Politik den Wunsch, die Krise durch die Erhöhung der Geldmenge zu lösen und so die schlechte Konjunktur in vielen Ländern der Währungsunion zu stärken. Auch Hollande hatte sich für derartige Schritte der Zentralbank ausgesprochen. Jens Weidmann, Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank, warnte erneut davor, die Schuldenkrise nur durch Änderungen der Geldpolitik zu bekämpfen. Politiker verzichteten möglicherweise gern auf unpopuläre Entscheidungen und versuchten, die Probleme mit einer expansiven Geldpolitik zu lösen, sagte er. "Es hängt an den Notenbankern, diesen Druck abzuwehren." Die Feuerkraft der Notenbanken in der Euro-Zone sei nicht unbegrenzt, schrieb Weidmann in einem Gastbeitrag für die Financial Times Deutschland. Die Zentralbank hatte dem Finanzmarkt unter anderem mit etwa einer Billion Euro unterstützt.

 
Leserkommentare
    • gquell
    • 08.05.2012 um 8:18 Uhr

    Wenn Hollande wirklich etwas für die Menschen in Frankreich und Europa tun will, dann wäre es empfehlenswert, genau das Gegenteil von dem zu tun, was ihm die wichtigsten (Goldman-Sachs-)Vertreter der internationalen Finanzwelt wie Merkel, Schäuble, Junker, Monti, Draghi etc. vorschlagen bzw. fordern.

    Mittlerweile sollte es eigentlich auch in Berlin durchgedrungen sein, daß die extensive Sparpolitik mit "Schuldenbremse" zu Lasten des Sozialstaates und Schulden zu Gunsten der Finanzwirtschaft eine gefährliche Fehlentwicklung darstellt. Ich kann nur hoffen, daß Hollande hier entgegen der falschen Empfehlungen aktiv wird.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 08.05.2012 um 9:40 Uhr

    ....(Goldman-Sachs-)Vertreter....."

    Sie wissen natürlich, dass der Chef von Goldman eindeutig meint, dass Eurokraten "wie Merkel, Schäuble, Junker, Monti, Draghi" mit ihrem Tun und wollen eher nicht richtig liegen, sogar in etlichen Maßnahmen sehr falsch liegen.

    Auch wissen Sie, dass es für Goldman innerhalb relativ weiter Grenzen egal ist, was die Eurokraten tun, wenn man auf den Gewinn sieht. Man kann immer Gewinne machen. Man muss nur richtig analysieren, was woraus folgt. Und diese Analyse wird hier im Forum von Vielen sehr mangelhaft gemacht. Bei Goldman macht man diesen Fehler nicht.

    • joG
    • 08.05.2012 um 9:40 Uhr

    ....(Goldman-Sachs-)Vertreter....."

    Sie wissen natürlich, dass der Chef von Goldman eindeutig meint, dass Eurokraten "wie Merkel, Schäuble, Junker, Monti, Draghi" mit ihrem Tun und wollen eher nicht richtig liegen, sogar in etlichen Maßnahmen sehr falsch liegen.

    Auch wissen Sie, dass es für Goldman innerhalb relativ weiter Grenzen egal ist, was die Eurokraten tun, wenn man auf den Gewinn sieht. Man kann immer Gewinne machen. Man muss nur richtig analysieren, was woraus folgt. Und diese Analyse wird hier im Forum von Vielen sehr mangelhaft gemacht. Bei Goldman macht man diesen Fehler nicht.

  1. garnichts geht. das ist erpressung

  2. wünsche ich mir, wenn genau so viel Zeit auch damit verbracht werden würde, zu informieren.

    Wieviel Staaten haben den "Fiskalpakt" durch ihre Parlamente bestätigt. Wenn man Frau Merkel oder Herrn Schäuble hört und oberflächlich in die Presse schaut, bekommt man den Eindruck, dies sei alles bereits Gesetz und nur Hollande würde irgendetwas ändern wollen.

    Diesen "Pakt" hat bisher Merkel und ihre Regierung unterschrieben. Die erforderliche Mehrheit im Parlament gibt es bisher nicht. ABer man tun permanent so, als wäre schon irgendetwas geleistet.

    Wir hatten auch schon mal eine EU-Verfassung, wenn ich mich richtig erinnere wurde diese damals in Rom von allen Regierungschefs unterschrieben. Trotzdem ist sie nie zustande gekommen und Frau Merkel hatte sich dann für den "Lissabonner Vertrag" feiern lassen.

    Bitte liebe Journalisten mehr Informationen über Inhalt und Sachstand als solche Sätze:
    "Die Vertreter der wichtigsten Kräfte bei der Stabilisierung der europäischen Staatsfinanzen warnen einhellig vor einem Aufkündigen geschlossener Verträge. Anlass der Wortmeldungen ist die Forderung des künftigen französischen Präsidenten François Hollande, die vereinbarte Abstimmung von Wirtschafts- und Finanzpolitik zu modifizieren und um wachstumsfördernde Maßnahmen zu ergänzen."

    Es wäre auch schön zu wissen, wer da einhellig (Vertreter der wichtigsten Kräfte?) vor was genau (Aufkündigung geschlossener Verträge?) warnt.

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    da gebe ich Ihnen völlig Recht.

    Der Fiskalpakt ist bisher von Griechenland und Portugal ratifiziert worden, was ich nicht weiß, ist, obgleichzeitig, wie es hier am 25. Mai passieren soll, auch der ESM ratifiziert wurde.

    Man ist von der Einstimmigkeit der Eurostaaten inzwischen soweit abgewichen, dass der ESM in Kraft treten kann,. wenn ihn nur 12 Staaten ratifiziert haben.

    Wenn jetzt Frankreich, Italien und 3 andere ihn nicht ratifizeren würden-
    was wäre dann mit den anderen Deppen?
    Schliesslich fielen ja große Nettozahler aus.....

    gestern fand im Haushaltsausschuss eine Expertenanhörung statt:

    "Sachverständige über Fiskalpakt und ESM uneinig"

    wird auf der Bundestagsseite getitelt

    http://www.bundestag.de/p...

    man kann sich die öffentliche Anhörung heute nochmal im Parlamentsfernsehen auf der Bundestagsseite ansehen:

    14:00 - ca. 16:32 Uhr

    Rettungsschirm und Fiskalpaket
    Öffentliche Anhörung des Haushaltsausschusses Teil 1

    (Aufzeichnung vom 07.05.2012)
    16:33 - ca. 18:27 Uhr

    Rettungsschirm und Fiskalpaket
    Öffentliche Anhörung des Haushaltsausschusses Teil 2

    (Aufzeichnung vom 07.05.2012)

    da gebe ich Ihnen völlig Recht.

    Der Fiskalpakt ist bisher von Griechenland und Portugal ratifiziert worden, was ich nicht weiß, ist, obgleichzeitig, wie es hier am 25. Mai passieren soll, auch der ESM ratifiziert wurde.

    Man ist von der Einstimmigkeit der Eurostaaten inzwischen soweit abgewichen, dass der ESM in Kraft treten kann,. wenn ihn nur 12 Staaten ratifiziert haben.

    Wenn jetzt Frankreich, Italien und 3 andere ihn nicht ratifizeren würden-
    was wäre dann mit den anderen Deppen?
    Schliesslich fielen ja große Nettozahler aus.....

    gestern fand im Haushaltsausschuss eine Expertenanhörung statt:

    "Sachverständige über Fiskalpakt und ESM uneinig"

    wird auf der Bundestagsseite getitelt

    http://www.bundestag.de/p...

    man kann sich die öffentliche Anhörung heute nochmal im Parlamentsfernsehen auf der Bundestagsseite ansehen:

    14:00 - ca. 16:32 Uhr

    Rettungsschirm und Fiskalpaket
    Öffentliche Anhörung des Haushaltsausschusses Teil 1

    (Aufzeichnung vom 07.05.2012)
    16:33 - ca. 18:27 Uhr

    Rettungsschirm und Fiskalpaket
    Öffentliche Anhörung des Haushaltsausschusses Teil 2

    (Aufzeichnung vom 07.05.2012)

    • Chali
    • 08.05.2012 um 8:51 Uhr

    " Die Zentralbank hatte dem Finanzmarkt unter anderem mit etwa einer Billion Euro unterstützt."

    Sei dem, wie es wolle. Wenn nicht der Finanzmarkt, sondern die europäischen Bürger mit einer Billion unterstützt worden wären ...

    3 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 08.05.2012 um 9:50 Uhr

    ....Bürgern schon sehr. Platzten die Banken, würden die meisten Foristi in Suppenküchen ihr Abendessen holen.

    Dass aber das nicht genügt, ist auch ziemlich wahrscheinlich, wie die Wahlen in Griechenland und Frankreich, der Aufruhr in den Strassen mehrere Mitgliedsländer und die allgemeine Zunahme an Misstrauen gegenüber den Staatswesen Eurolands und der EU zu belegen scheinen. Man muss annehmen, dass der eingeschlagene Weg zwar gesunde Wirtschaften verspricht, wenn man den Druck auf die Gesellschaft aus zwischenzeitlich anwachsender Armut der Bevölkerungen vernachlässigt. Die Frage ob man so viel Zeit hat, bevor das politische System explodiert scheint aber zunehmend auf ein "Nein!" hinauszulaufen.

    • joG
    • 08.05.2012 um 9:50 Uhr

    ....Bürgern schon sehr. Platzten die Banken, würden die meisten Foristi in Suppenküchen ihr Abendessen holen.

    Dass aber das nicht genügt, ist auch ziemlich wahrscheinlich, wie die Wahlen in Griechenland und Frankreich, der Aufruhr in den Strassen mehrere Mitgliedsländer und die allgemeine Zunahme an Misstrauen gegenüber den Staatswesen Eurolands und der EU zu belegen scheinen. Man muss annehmen, dass der eingeschlagene Weg zwar gesunde Wirtschaften verspricht, wenn man den Druck auf die Gesellschaft aus zwischenzeitlich anwachsender Armut der Bevölkerungen vernachlässigt. Die Frage ob man so viel Zeit hat, bevor das politische System explodiert scheint aber zunehmend auf ein "Nein!" hinauszulaufen.

  3. Herr Juncker sollte sich lieber mal zu der Frage äußern, wie viel griechisches, portugiesisches, spanisches, italienisches, französisches, deutsches, usw. Schwarzgeld eigentlich in Luxemburger Banksafes liegt?
    Und wie man dieses Schwarzgeld den Steuerbebehörden zuführen könnte?
    Das wäre mal ein Schritt gegen die Schuldenkrise!!!

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    • Chali
    • 08.05.2012 um 9:11 Uhr

    Da könnte man ja gleich fordern, dass Hollande an den Beiträgen zu "Europa" - in Gestalt der Institutionen sparen sollte!

    Wo kämen wir denn dann hin? Welche Leute würden dann noch für Europa arbeiten wollen!

    • Chali
    • 08.05.2012 um 9:11 Uhr

    Da könnte man ja gleich fordern, dass Hollande an den Beiträgen zu "Europa" - in Gestalt der Institutionen sparen sollte!

    Wo kämen wir denn dann hin? Welche Leute würden dann noch für Europa arbeiten wollen!

    • Chali
    • 08.05.2012 um 9:11 Uhr

    Da könnte man ja gleich fordern, dass Hollande an den Beiträgen zu "Europa" - in Gestalt der Institutionen sparen sollte!

    Wo kämen wir denn dann hin? Welche Leute würden dann noch für Europa arbeiten wollen!

    3 Leserempfehlungen
    • joG
    • 08.05.2012 um 9:40 Uhr

    ....(Goldman-Sachs-)Vertreter....."

    Sie wissen natürlich, dass der Chef von Goldman eindeutig meint, dass Eurokraten "wie Merkel, Schäuble, Junker, Monti, Draghi" mit ihrem Tun und wollen eher nicht richtig liegen, sogar in etlichen Maßnahmen sehr falsch liegen.

    Auch wissen Sie, dass es für Goldman innerhalb relativ weiter Grenzen egal ist, was die Eurokraten tun, wenn man auf den Gewinn sieht. Man kann immer Gewinne machen. Man muss nur richtig analysieren, was woraus folgt. Und diese Analyse wird hier im Forum von Vielen sehr mangelhaft gemacht. Bei Goldman macht man diesen Fehler nicht.

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    ...auch für die italienische Variante der Mafia.

    Grüße

    Soweit ich mich erinnere ist mit den Analysen von Goldman Sachs nicht sonderlich weit her, die AIG musste letztlic auch gerrettet werden, weil sonst auch Goldman Sachs in die pleite gertuscht waere. Aber es waren ja auchh die tollen Goldmaenner, die Griechenland aktiv beim frisieren der grieschen Taten unterstuetzt haben. Warum wurde aber niemals jemand bestraft, bzw. warum sollten die Goldmaenner dafuer nicht einfach haften?

    ...auch für die italienische Variante der Mafia.

    Grüße

    Soweit ich mich erinnere ist mit den Analysen von Goldman Sachs nicht sonderlich weit her, die AIG musste letztlic auch gerrettet werden, weil sonst auch Goldman Sachs in die pleite gertuscht waere. Aber es waren ja auchh die tollen Goldmaenner, die Griechenland aktiv beim frisieren der grieschen Taten unterstuetzt haben. Warum wurde aber niemals jemand bestraft, bzw. warum sollten die Goldmaenner dafuer nicht einfach haften?

  4. ...auch für die italienische Variante der Mafia.

    Grüße

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    • joG
    • 08.05.2012 um 9:56 Uhr

    ....kryptisch. Vielleicht sagen was sie meinen so, dass es nicht nur erahnt werden kann? Weil dann kann man darauf eingehen. Aber das wollen Sie, wie ich aus Erfahrung weiß, oft nicht.

    • joG
    • 08.05.2012 um 9:56 Uhr

    ....kryptisch. Vielleicht sagen was sie meinen so, dass es nicht nur erahnt werden kann? Weil dann kann man darauf eingehen. Aber das wollen Sie, wie ich aus Erfahrung weiß, oft nicht.

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