Bhopal-Katastrophe: Giftmüll aus Indien soll nach Deutschland
27 Jahre nach der Chemiekatastrophe in Bhopal haben die indische Regierung und der US-Betreiber den Giftmüll noch nicht entsorgt. Nun soll Deutschland in die Bresche springen.
Mehr als 27 Jahre nach der Industriekatastrophe von Bhopal will Deutschland nach indischen Regierungsangaben 350 Tonnen Giftmüll von dort in die Bundesrepublik bringen und entsorgen. Das sei Teil des Angebots der staatlichen deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), sagte der zuständige Minister im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh, Babulal Gaur.
Die indische Regierung habe der Vergabe des Auftrags an die GIZ im Prinzip zugestimmt. Vor Vertragsunterzeichnung müssten aber noch Einzelheiten geklärt werden, sagte Gaur.
Die GIZ äußerte sich zurückhaltender. "Wir sind im Gespräch, aber ein Auftrag liegt uns noch nicht vor", sagte GIZ-Sprecher Hans Stehling. "Die indische Seite ist auf uns zugekommen." Mit Blick auf die Entsorgung sagte Stehling: "Dass wir das können, haben wir in den letzten Jahrzehnten bewiesen." Er machte keine Angaben dazu, wo die Entsorgung stattfinden solle. Laut Experten hat Deutschland Verbrennungsanlagen, die Giftmüll rückstandslos und ohne Gefahr für die Umwelt vernichten können.
8.000 Menschen starben bei Chemie-Unfall
In der Hauptstadt von Madhya Pradesh waren am 3. Dezember 1984 aus der Pestizidfabrik des US-Konzerns Union Carbide etwa 40 Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat (MIC) ausgetreten. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass unmittelbar nach der Katastrophe 8.000 Menschen zu Tode kamen.
Mehr als 15.000 weitere starben an Spätfolgen. Mindestens 100.000 Menschen wurden chronisch krank. Viele erlitten Hirn- oder Organschäden oder erblindeten. Bei Neugeborenen kam es zu Fehlbildungen. Insgesamt waren ein halbe Million Einwohner Bhopals mit dem Gas in Berührung gekommen.
Chemieexperte lehnt Entsorgung in Deutschland ab
Die 350 Tonnen Giftmüll, um deren Entsorgung es nun geht, haben nach indischen Medienberichten nichts mit dem Gas zu tun. Sie wurden bereits in den Jahren zuvor auf dem Firmengelände verklappt.
Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace, lehnt eine Entsorgung in Deutschland ab: "Wir möchten nicht, dass hochgiftige Substanzen um die halbe Welt gefahren werden", sagte er. Die Technologie müsse notfalls an den Ort gebracht werden, wo sie benötigt wird. Zudem müssten die Kosten nach dem Verursacherprinzip übernommen werden, also von Dow Chemicals.
Union Carbide wurde später von Dow Chemicals übernommen. Dow Chemicals wird bis heute vorgeworfen, sich weder ausreichend um die Opfer noch um Giftmüll an der Fabrikruine zu kümmern. Umweltschützer schätzen, dass dort neben 350 Tonnen an der Oberfläche noch weitere 27.000 Tonnen Giftmüll im Erdreich sind, die die Menschen in der Umgebung weiterhin vergiften.





Eine Bresche ist eine Lücke, die von Angreifern in eine Burg- oder Festungsmauer gerissen wird, um einen Sturmangriff zu ermöglichen.
[…]
Das Wort Bresche wird in der heutigen Kriegsführung nur noch im übertragenen Sinne gebraucht, etwa als andere Bezeichnung für „Durchbruch“. Auch redensartlich wird das Wort verwendet, zum Beispiel wenn man „für jemanden in die Bresche springt“ (d. h. jemanden unterstützt, indem man ihn/sie verteidigt und/oder (Teile) seiner/ihrer Aufgaben übernimmt).
Quelle:
http://de.wikipedia.org/w...
die USA haben Platz genug.
Indien hat platz genug
Es ist nicht nachvollziehbar, warum einige 100 to Isocyanat-Müll nicht in Indien thermisch entsorgt werden könnten.
MfG KM
Liebe Redaktion, wurde da die "Bresche" mit der Schreibweise im "Vorpreschen" verwechselt? Und könnte mal ein Kollege in die Bresche springen und die Presche wieder zur Bresche korrigieren? Das tut ja in den Augen weh. Danke.
Man muss nicht Wikipedia bemühen: Es heisst Bresche und nicht Presche. In einem Forum, das von der Zeit-Redaktion regelmässig zensuriert wird, wenn die Zeit-Meinung in Frage gestellt wird ("enfernt", "bleiben Sie sachlich" und was der Phrasen noch mehr sind), muss man daraus schliessen: es heisst Presche, denn die Zeit will das so und hat es als richtig erkannt.
könnten hochqualifizierte indische Arbeitnehmer mit Greencard den radioaktiven Müll und die entdeckten Giftmüllfässer mit unbekanntem Inhalt aus der Asse entsorgen.
http://www.youtube.com/wa... gab bekannt, daß Dow Chemical zum 20ten Jahrestag des Desasters seine Verantwortung in vollem Umfang akzeptiert und die Opfer in Bhopal mit 12 Milliarden Dollar entschädigt werden. http://www.youtube.com/wa...
Einige Monate später stellte Erastus Hamm, ein Sprecher von Dow, auf der International Payments 2005 Conference den Acceptable Risk Calculator™ http://www.dowethics.com/... vor. Hier das Skript http://www.dowethics.com/... und das Video http://www.dowethics.com/... seines Vortrags.
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Das war 2004/2005, als die Yes Men http://theyesmen.org/hiji... die Welt reparierten.
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