Preisanstieg : Freut euch auf die Inflation!

In der Euro-Krise ist eine etwas höhere Inflation hilfreich, kommentiert Mark Schieritz. Dass dabei Vermögen schmilzt, muss man nicht ungerecht finden.

Es gibt wohl kaum ein Thema, bei dem sich die Deutschen schneller einig sind als die Inflation . Das kann bedeuten, dass man darüber nicht weiter nachzudenken braucht. Es kann aber auch bedeuten, dass man es gerade tun sollte, denn die Welt ist kompliziert und alles hat mindestens zwei Seiten.

Denken wir also ein wenig über die Inflation nach, von der nun wieder die Rede ist, weil die Bundesbank steigende Preise prognostiziert und in Frankreich ein Sozialist an die Macht gekommen ist.

Wer sich mit der Inflation beschäftigt, der muss mit Weimar beginnen. Die Hyperinflation nach dem ersten Weltkrieg bereitete – so wird es gelehrt – den Nazis den Weg und verankerte die Angst vor steigenden Preisen im kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen. An dieser Stelle fällt eine erste Merkwürdigkeit auf: Die Hyperinflation ging 1923 zu Ende, Hitler kam erst zehn Jahre später an die Macht. Der Aufstieg der Nationalsozialisten nahm an Fahrt auf, als in Deutschland wegen der weltweiten Depression die Arbeitslosigkeit nach oben schoss – nicht aber das Preisniveau.

Inflation in den goldenen Sechzigern

Wer sich mit der Inflation beschäftigt, der kommt auch an Ludwig Erhard nicht vorbei. Der Vater des Wirtschaftswunders hat die Inflation als "entschädigungslose Enteignung zu Gunsten der öffentlichen Hand" bezeichnet und wird damit auch heute noch gerne zitiert. Seltsam nur – die zweite Merkwürdigkeit –, dass die Teuerungsrate in den goldenen Sechzigerjahren im Schnitt bei 2,4 Prozent lag. Das ist deutlich mehr als in der vergangenen Dekade, in der die Preise um nur 1,7 Prozent jährlich stiegen. Offensichtlich ist die Sache mit der Inflation also komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint.

Das liegt unter anderem daran, dass vor allem ihre unangenehmen Folgen diskutiert werden, nicht aber ihre weniger unangenehmen Ursachen. Die Folge der Inflation ist, dass alles teurer wird. Ihre Ursache ist sehr häufig ein Anstieg der Einkommen. Für die meisten Unternehmen sind Löhne und Gehälter der wichtigste Kostenblock. Wenn diese Kosten steigen, dann wird das auf die Warenpreise umgelegt, die dann ebenfalls steigen. Wenn das korrekt ist, dann heißt das erstens, dass der Preisanstieg nicht so schlimm ist, weil die Menschen zugleich auch mehr verdienen.

Und es heißt zweitens, dass die Inflation eine Begleiterscheinung einer brummenden Wirtschaft ist. Denn nur wenn es gut läuft, können die Arbeitnehmer höhere Löhne durchsetzen. Deshalb war die Teuerung im Boom der Sechzigerjahre höher als in der Krise der Nullerjahre. Wer die Inflation bekämpfen will, der muss in Kauf nehmen, dass die Wirtschaft weniger stark brummt.

Daraus lässt sich nun aber nicht der Schluss ziehen, dass die Politik eine maximale Inflation anstreben sollte. Dann wäre Simbabwe eines der reichsten und nicht eines der ärmsten Länder der Welt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die steigenden Preise die Menschen nervös machen und die Lohnsteigerungen jedes Maß verlieren.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

156 Kommentare Seite 1 von 21 Kommentieren

1,7 Prozent

Es wird häufig gesagt, die Inflation in den letzten Jahren läge unter 2%. Dabei stimmt das nicht bzw. muss differenzierter betrachtet werden. Es gehört zur Verschleierungstaktik der Politiker die Inflation schön zu rechnen. Die offizielle Inflation setzt sich nämlich aus der den gewichteten Inflationen vieler Branchen zusammen. So fließt zum Beispiel auch der enorme Preisverfall der Elektronikbranche in die Inflation ein. Nicht sichtbar wird, dass wir in manchen Jahren zum Beispiel bei Lebensmitteln einen Preisanstieg von über 10% verzeichnen.

Dank dieser Schönrechnerei glaubt der Deutsche alles sei in Ordnung. Nichts ist in Ordnung. Wir können uns in Zukunft von Elektronik aus Fernost ernähren.

Von wegen zu hohe Lebensmittelpreise.

Herr Dossmann, sind sie wirklich der Meinung in Deutschland würde man zu viel für Lebensmittel zahlen?
Nennen sie mir ein mit Deutschland vergleichbares Land, in dem sie WENIGER für Lebensmittel zahlen.
Waren sie schonmal in Frankreich? Oder den Niederlanden? In den USA oder sonst wo?
Was man da für frisches Obst und Gemüse odr für Brot zahlt übertrifft die Deutschen Preise um nahezu ein vielfaches. Auch die Preise fürs Grundnahrungsmittel Bier sind hier so niedrig wie sonst nirgendwo.
Und das liegt bestimmt nicht daran, dass man in den anderen Ländern mehr verdient.

Wenn man sich über steigende Preise für Lebensmittel beschwert, sollte man nicht vergessen, dass diese Preise vollkommen zu Recht steigen.
In kaum einem anderen Land geben die Leute prozentuell gesehen weniger Geld für Lebensmittel aus als hier.

Aber dann auch noch zu meckern weil man sich vielleicht nicht mehr spontan ein neues IPad kaufen kann, sondern 2 Monate dafür sparen muss, weil man angemessene Preise für wertvolle Lebensmittel zahlt, halte ich vor allem den Bauern/Bäuerinnen und Verkäufern/Verkäuferinnen gegenüber für zynisch.

Re: Von wegen zu hohe Lebensmittelpreise.

Herr Dossmann, sind sie wirklich der Meinung in Deutschland würde man zu viel für Lebensmittel zahlen?

Nein. Ich sagte, dass die Lebensmittelpreise hierzulande stärker steigen als die Inflation es vermittelt. Ich habe mich nicht dazu geäußert, ob die Preise zu hoch sind oder ob ich das gut oder schlecht finde.

Ich gehöre zu den wenigen Menschen in Deutschland, die mehr als ein Fünftel ihres Nettoeinkommens für Lebensmittel ausgeben und ich würde mich auch nicht über zu hohe Lebensmittelpreise beschweren. Das Problem haben eher die kleinen Leute, die die Industrienahrung von Aldi, Lidl und Co. gewöhnt sind.

iPad gegen Lebensmittel

Aber dann auch noch zu meckern weil man sich vielleicht nicht mehr spontan ein neues IPad kaufen kann, sondern 2 Monate dafür sparen muss, weil man angemessene Preise für wertvolle Lebensmittel zahlt, halte ich vor allem den Bauern/Bäuerinnen und Verkäufern/Verkäuferinnen gegenüber für zynisch.

Ich teile hier Ihre Meinung. Es es mal so wäre, dass die Leute dafür sparen würden. Das iPad wird ja lieber auf Pump gekauft. Das ist das eigentlich Verwerfliche. Volker Pispers sagte mal so schön treffend und sinngemäß: Wir kaufen uns Sachen, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben.

Die Idee, dass wir Lebensmittel teuer einkaufen, ist falsch

wir zahlen die Produzenten mies und haben mit die niedrigsten Kosten für Ernährung in Deutschland.

Einfach mal schauen, was Milchprodukte, Mehl, Kaffee und all der andere Kram, der täglich in den Einkaufskorb wandert, kostet. Vielfach sind wir unter den Preisen, die Menschen vor einigen Jahrzehnten in diesem Land zahlten.

Beispiel

Wenn ich Lebensmittel einkaufen gehe, dann vergleiche ich die Preise nicht mit denen in anderen Ländern.

Wie rechtfertigt man einen Preisanstieg bei z. B. einem Eisbergsalat von 79 Cent auf 89 Cent und dann auf 1,67 Euro? Und das innerhalb von zwei Wochen. Wer es nicht glaubt, der gehe bitte täglich in den R*we und beobachte das Preisschild. Ja ja, man kann auch zum P*nny, ich weiß. Es sollte lediglich ein Beispiel sein.
Ach ja, der Eisbergsalat war immer der gleiche, vom gleichen Bauern, vom gleichen Lieferanten etc...

... klar, ich kauf nur das billigste

Das interessiert jemanden aber nicht, der täglich Salat kaufen muss. Für den wird es teurer. PUNKT. Oder soll der dann sagen "Ach, blöd, Eisbergsalat ist zu teuer, ich geh mir lieber einen Liter Milch kaufen!"

Wenn Sie sich ein Auto kaufen möchten, biegen Sie durch den Preis ja auch nicht ab und kaufen sich stattdessen eine Klobürste - weil da nunmal der Preis auf XY festgelegt ist.

Der Preis von Fernseher ist in den letzten Jahren...

...gefallen, der von Lebensmittel sehr gestiegen, trotzdem findet sich beides im "Warenkorb" und soll uns weismachen, dass die Infaltion unter 2% liegt.
Nur kaufe ich nicht jedes Jahr einen Fernseher aber jede Woche mind. zwei mal Lebensmittel.
2002 konnte ich zwei Kinder, zwei Erwachsene und eine Katze mit 80 Euro ernähren, heute sind das 130.-

Vor 15 Jahren

habe ich mir für mein Markenlaptop mit den damals gängigen Leistungsdaten DM 2.500 zahlen müssen, also rund EUR 1.250. Heute bekommen Sie ein durchschnittlich ausgestattetes Markengerät für EUR 500 - 600, also etwa die Hälfte. Ähnliche Rechnungen kann man für sonstige Technik-Artikel (TV, Foto usw) und Haushaltsgeräte (zB Waschmaschinen) aufmachen. Mag sein, dass man für drei Tüten Milch in der Woche 30 ct mehr bezahlt als vor fünf Jahren, das macht aber aufs Jahr gesehen nur etwa EUR 15 Mehrkosten aus. So gleichen sich halt Preiserhöhungen bei sehr visiblen Produkten des täglichen Bedarfs zum Teil durch Preisverfall in anderen Produkten aus. Heraus kommt dann eine Inflation, die aktuell recht niedrig ist.

Die Milchmädchenrechnung

@4. "Der Preis von Fernseher ist in den letzten Jahren...
...gefallen"
@57. „Vor 15 Jahren habe ich mir für mein Markenlaptop mit den damals gängigen Leistungsdaten DM 2.500 zahlen müssen, also rund EUR 1.250. Heute bekommen Sie ein durchschnittlich ausgestattetes Markengerät für EUR 500 - 600, also etwa die Hälfte.“

Ja, dass sieht zunächst nach einem Preisverfall aus. Ist aber keiner, im Gegenteil. Z.B. Fernseher: die Kaufintervalle und Nutzungsintervalle bei diesen Geräten werden aufgrund von Qualität, technischen Neuerungen und fortlaufend diktatorisch verordneten Übertragungstechniken immer kürzer. Heraus kommt in Wirklichkeit eine sehr hohe Preissteigerung, zumal – und das muss man – die Müllkosten und Umweltkosten, die wiederum in Form von Gebühren und Steuern den Verbraucher belasten, mit einberechnet werden.

Daher wird der Warenkorb gewichtet.

Eben weil man sich nicht jedes Jahr einen neuen Fernseher einkauft, wird der Fernseher auch weniger gewichtet, als die Lebensmitteleinkäufte. Es gibt ausser der Elektronik auch andere stabile oder fallende Produkte. Meine Miete hat sich zum Beispiel in mehr als vier Jahren nicht verändert. Die Nebenkosten ebenfalls nicht. Auch wenn es mir keiner glaubt, kann ich mit ein bischen Grips auch beim Mode und beim Lebensmitteleinkauf günstiger oder zumindest preisstabil einkaufen. Das Internet ermöglicht eine viel größere Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit und macht die Suche nach günstigen Alternativen bequem.
Meine Kontoführung ist inzwischen auch billiger als vor einigen Jahren.
Demgegenüber stehen Preissteigerungen bei vielen Produkten. Das alles zusammen ergibt die Inlation. Und die ist tatsächlich nicht so heftig wie es gerne erzählt wird.

Mieten und Nebenkosten

Recht einfach. Kaltmietensteigerung in aller Regel alle fünf Jahre um 8-10%, was jährlich 1,6% ausmacht (also unter der offiziellen Inflation). Strompreis durch Anbieterwechsel von 60 auf 40 Euro gesenkt (2 Personen). Kommunale Abgaben blieben stabil. Der Wassserpeis steigt dieses Jahr bei uns erstmals seit fünf Jahren um 5% (also 1% pro Jahr ca.)
Und das nicht auf dem Land sondern einer Metropolregion mit mehreren Millionen Einwohner in Süddeutschland....

Schön für Sie

Dann freuen Sie sich doch, wenn Ihre Wohnkosten stabil geblieben sind. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht eines Tages gezwungen sind, umzuziehen.

Für Leute, die ihren Wohnsitz öfter wechseln - ausbildungsbedingt, die berühmte Flexibilität bei der Jobsuche - sieht das ganz anders aus. Da bezahlt man schon mal völlig legal bis zu 30% mehr als der Vormieter. Die Nebenkosten sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen - höhere kommunale Abgaben für Müll und Wasser bspw. Ich habe vor zehn Jahren in Berlin für 440 DM warm auf 40 m² im sanierten Altbau gewohnt. Heute kostet eine vergleichbar große Wohnung in der sanierten Platte _nicht_ in Berlin dasselbe in Euro. Und ich rede nicht von einer Metropolregion im Süden, sondern von einem vergleichsweise unattraktiven Landstrich im Norden (unattraktiv _nicht_ in Bezug auf die Landschaft).

Sicher nicht stabil auf Ewigkeiten

Ich gebe Ihnen recht. Die anstehenden Erhöhungen werden die Kostenersparnis beim Strom auffressen. Der Punkt ist dass die Erhöhung erst kommen wird und die Ersparniss vor drei Jahren war. Aktuell habe ich also noch ein Geschäft damit gemacht...
Stimmt mehrere klingt viel. Habe eben nachgeschaut Rhein-Neckar (Mannheim/Ludwigshafen/Heidelberg) sind 2,4 Mio. Einwohner.

nun ja...

bei Geräaten wie iPods, die man gar nicht mehr reparieren kann (!) stimme ich Ihnen zu. Ich bin mittlerweile 38, habe aber erst ein einziges mal in meinem Leben einen Fernseher, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine gekauft. Dass es neuere Modelle gibt, heisst ja nicht, dass man diese auch kaufen muss. Auch bei dem Computer, den ich häufiger ersetze, ergibt sich die Kaufentscheidung für ein neues Modell meist dadurch, dass es günstiger ist, ein neues Modell anzuschaffen, statt das alte reparieren zu lassen und aufzurüsten. Und bei Kleidung ist das Mode"diktat" wohl eher eine Metapher. Dass sehr viele Menschen sich dafür entscheiden (!), ihre Kleidung zu entsorgen und auszutauschen bevor sie zerschlissen ist, ist kein Zeichen von Armut und Zwangslage, sondern eher das Gegenteil. Man kann doch nicht sagen, dass Kleidung heute teurer ist - nur weil man sich freiwillig (!) schneller neue kauft.

Irgendwie snobistisch

„bei Geräaten wie iPods, die man gar nicht mehr reparieren kann (!) stimme ich Ihnen zu. Ich bin mittlerweile 38, habe aber erst ein einziges mal in meinem Leben einen Fernseher, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine gekauft.“

Das ist sicherlich länger her, denn mittlerweile sind elektronischen Geräte so konzipiert, dass sie nach einer gewissen Zeit (meist fünf Jahre) den Geist aufgeben, damit Menschen so argumentieren:
„Auch bei dem Computer, den ich häufiger ersetze, ergibt sich die Kaufentscheidung für ein neues Modell meist dadurch, dass es günstiger ist, ein neues Modell anzuschaffen,“

http://www.augsburger-all...

„Und bei Kleidung ist das Mode"diktat" wohl eher eine Metapher. Dass sehr viele Menschen sich dafür entscheiden (!), ihre Kleidung zu entsorgen und auszutauschen bevor sie zerschlissen ist, ist kein Zeichen von Armut und Zwangslage, sondern eher das Gegenteil. Man kann doch nicht sagen, dass Kleidung heute teurer ist - nur weil man sich freiwillig (!) schneller neue kauft.“

Offenbar sind das aber Menschen, die sich das auch leisten können. Fragen Sie mal jemanden der nicht so viel verdient, dass er sich jeden Monat überhaupt was neues zum Anziehen leisten kann!

Leider zu kurzsichtig

Richtig: "Heute bekommen Sie ein durchschnittlich ausgestattetes Markengerät für EUR 500 - 600, also etwa die Hälfte. Ähnliche Rechnungen kann man für sonstige Technik-Artikel (TV, Foto usw) und Haushaltsgeräte (zB Waschmaschinen) aufmachen. Mag sein, dass man für drei Tüten Milch in der Woche 30 ct mehr bezahlt als vor fünf Jahren, das macht aber aufs Jahr gesehen nur etwa EUR 15 Mehrkosten aus."
Was sie aber vergessen: Rentner, die selbst laut Schieritz bei Inflation benachteiligt sind, haben im letzten Drittel bzw. gegen Ende des Lebens Gesundheitsprobleme, brauchen Unterstützung, Geh- und Arbeitshilfen, d.h. sehr teure Menschen und Maschinen. Auch deshalb ist der Warenkorb ein falscher Indikator. Typisch für unsere Gesellschaft, die Alte (mehrheitlich Frauen, zufällig?) und deren Bedürfnisse immer wieder ausblendet. Die aktuell lebenden alten Frauen (um die 80 Jahre) - wieviele profitieren von verbilligten Computern? Die in zwanzig oder vierzig oder sechzig Jahre Alten - wieviele von denen könnten eine Haushaltshilfe oder einen Treppenlift noch bezahlen? Ein drittel aller Leute hat heute schon kaum ausreichende Renten. Die Tendenz zur Befristung tut ein Übriges - nur dass wir das erst in zwanzig Jahren merken, wenns zu spät ist (41 % aller Neueinstellungen befristet - normalerweise gehen durch Arbeitsplatzwechsel Auszeiten, Arbeitslosigkeit und Hartz-IV wertvolle Rentenjahre faktisch verloren - Bezahlung ist unterdurchschnittlich auf befristeten Stellen...)

Bin ich reich und mache mich arm?

Dann ist das unglücklich ausgedrückt wenn Sie schreiben

"Dass sehr viele Menschen sich dafür entscheiden (!), ihre Kleidung zu entsorgen und auszutauschen bevor sie zerschlissen ist, ist kein Zeichen von Armut und Zwangslage, sondern eher das Gegenteil."

Die Menschen die sich das leisten können, werden sicher nicht sagen, sie würden in Armut leben und in einer Zwangslage stecken.

Die Menschen die wirklich in Armut leben gehen in den Secondhandshop. Alle paar Monate!

Inflation oder doch Teuerungsrate?

Ich staune immer wieder wie mit einer Selbstverständlichkeit den Menschen dumme Zahlen verkauft werden.

> Seltsam nur – die zweite Merkwürdigkeit –, dass die Teuerungsrate in den goldenen sechziger Jahren im Schnitt bei 2,4 Prozent lag. Das ist deutlich mehr als in der vergangenen Dekade, in der die Preise um nur 1,7 Prozent jährlich stiegen. Offensichtlich ist die Sache mit der Inflation also komplizierter, als es auf den ersten Blick erscheint. <

Was denn nun? Inflation oder Teuerungsrate und was bitte ist da kompliziert? Wer immer noch glaubt, dass die Preise in der vergangenen Dekade nur um 1,7% jährlich gestiegen sind glaubt auch immer noch an den Osterhasen. Denn was ist mit Preisen gemeint und wie verschönt das statistische Bundesamt sein Warenkörbchen?

Eine Familie lebt nicht nur von Joghurt und Farbfernseher. Es geht um Lebenshaltungskosten wie Miete, Strom, Gas/Öl, Wasser, Lebensmittel, Kleidung, Versicherungen, Kraftstoff für die Fahrt zur Arbeit, Urlaub und Spaßausgaben nicht gerechnet. Und da haben wir in der letzten Dekade eine durchschnittliche Teuerungsrate von über 6%.

Wie gesagt, vielleicht hilft es ja weiterhin an den Osterhasen zu glauben.

Der Glaube an den Osterhasen

"Wie gesagt, vielleicht hilft es ja weiterhin an den Osterhasen zu glauben."

Nun, solange soviele immer wieder jene "wählen", die uns in dem Glauben an die Mär vom Osterhasen bestärken,
wird dieses "muntere, kleine Pelztierchen" weiter seine verdummenden Eier in das Bewußtsein jener legen, die an die Wahrheit in der veröffentlichten Meinung glauben.

Abhilfe in Sicht? - Wohl eher nicht!

Der Wille auf Abhilfe in Sicht? - Klar, wenn man an den Weihnachtsmann glauben will.

MfG
biggerB