Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist von Januar bis März um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Ihre Kraft verdankt Europas größte Volkswirtschaft vor allem den gut laufenden Exporten und der Kauflaune der Verbraucher. "Nach vorläufigen Berechnungen sind die Exporte – anders als die Importe – zum Jahresbeginn gestiegen", teilte das Statistische Bundesamt mit . "Außerdem wurde im Inland mehr konsumiert als im Vorquartal." Das habe die sinkenden Investitionen teilweise kompensieren können.

Analysten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet, wobei die Schätzungen von minus 0,3 bis plus 0,2 Prozent reichten. Ende 2011 war die Wirtschaft noch um 0,2 Prozent geschrumpft – zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen. Diese Gefahr ist nun abgewendet.

Verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres zog das Bruttoinlandsprodukt sogar um 1,7 Prozent an – mehr als doppelt so kräftig wie erwartet. Für das Gesamtjahr 2011 bestätigte das Statistische Bundesamt ein Wachstum von 3,0 Prozent.

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent , das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll. Die Regierung gründet diese Erwartung auf den Binnenmarkt. Sinkende Arbeitslosigkeit und höhere Löhne dürften den privaten Konsum steigern, während niedrige Zinsen den Wohnungsbau und Investitionen stärken dürften.