Rating-AgenturMoody's stuft 26 italienische Banken herab

Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von insgesamt 26 italienischen Banken heruntergestuft. Grund ist die schlechte wirtschaftliche Verfassung Italiens. von afp und dpa

Die Rating-Agentur Moody's hat in einem Rundumschlag insgesamt 26 italienische Banken herabgestuft. Unter den Instituten sind auch Branchengrößen wie UniCredit und Intesa Sanpaolo, die beide auf das Niveau A3 herabgesetzt wurden. Der Ausblick für alle Betroffenen ist negativ, das heißt, es droht eine weitere Herabstufung .

Weitere betroffene Geldinstitute sind die Banco Popolare di Milano, die Unione di Banche Italiane, die Banca Sella Holding sowie die Banco Popolare Societa Cooperativa und die Credito Emiliano.

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Moody's begründete den Schritt vor allem mit der schlechten wirtschaftlichen Verfassung Italiens . Das Land sei in die Rezession zurückgefallen, teilte die Rating-Agentur mit. Das staatliche Sparprogramm laste auf der Nachfrage. Gleichzeitig stiegen die problematischen Kredite und die Gewinne der Institute gingen zurück. Zudem sei es für die Banken schwieriger geworden, sich am Markt frisches Geld zu besorgen.

Während es für die genannten Großbanken nur um eine Bonitätsstufe herunter ging, mussten einige kleinere Häuser eine Abwertung um bis zu vier Stufen hinnehmen. Je schlechter die Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit einer Bank einstufen, desto schwerer kommt diese an neues Kapital heran und desto teurer wird die Aufnahme von frischem Geld.

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Leserkommentare
  1. 1. Bitte?

    Vor kurzem stand noch im Artikeln der Zeit, dass Italien auf einem guten Weg ist. Was ist nun wahr? Im übrigem habe ich genau das prophezeit, was jetzt kommen wird.

    Zum anderen ist jetzt wirklich komisch, dass die Ratingagenturen plötzlich das Sparen für die Rezession verantwortlich machen (was für ein Wunder!!!). Vor paar Monaten war der fehlende Sparwillen für die Abstufungen verantwortlich.

    .........

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    • joG
    • 15. Mai 2012 6:56 Uhr

    ...etwas anderes als in der Rezession. Im Boom bremst sie die Blase. In der Rezession bewirkt das Sparen eine Depression.

    • em-y
    • 15. Mai 2012 8:18 Uhr

    'self-fulfilling prophecy' denken: Eine Agentur stuft ein Land oder auch eine Bank herab und schon reagieren die Märkte panisch und der Herabgestufte hat wirklich Schwierigkeiten, kommt nicht an Geld heran, die Kreditzinsen steigen etc....

    Griechenland haben Sie vor kurzem Hochgestuft!

    Vielleicht haben Sie sich, wie ich, des o.g. Artikels vom 20. März entsonnen,

    http://www.zeit.de/wirtsc...

    wo der neue Regierungschef Monti (Zitat Wiki:"Er ist zudem Mitglied des Vorstands der Bilderberg-Konferenz[15] und führendes Mitglied der Trilateralen Kommission.[16] Er ist internationaler Berater bei Goldman Sachs und Coca-Cola.[17]")
    als der neue Heilsbringer bejubelt wurde.

    Keine zwei Monate später wird die Jubelberichterstattung von der Wirklichkeit eingeholt.
    Nach Meinung der Fachleute von Moody´s ist Italien unter der Regierung Monti auf einem schlechten Weg.

    Fragt sich nur noch, wie es mit der im "Star Reformer"-Artikel endlos beschworenen Popularität Montis & seinem Rückhalt bei dem Bürgern jetzt ausschaut.

    Kostprobe aus "Star Reformer": "Vor allem aber: Die Bürger haben das Gefühl, dass da endlich eine Regierung im Amt ist, die in vier Monaten mehr erreicht, mehr wenigstens begonnen hat als alle Parteienkabinette der letzten knapp 20 Jahre."

    • joG
    • 15. Mai 2012 6:56 Uhr

    ...etwas anderes als in der Rezession. Im Boom bremst sie die Blase. In der Rezession bewirkt das Sparen eine Depression.

    Antwort auf "Bitte?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist schon "Sparen". Beim Boom steigen die Einnahmen, die Arbeitslosigkeit geht zurück, etc..

    Außerdem haben wir kein Ausgabenproblem, sondern ein Einnahmeproblem. Wir wettern auf dem globalem "Markt" (Schwachsinn schlechthin), wer die beste Steueroase hat.

    Geld entsteht in unserem System nur aus einer Schuld heraus. Wenn man Reichen immer weniger Steuern abverlangt, dann kann der Staat keine Schulden (bis zu einem gewissem Niveau) mehr abbauen.

    Es ist doch komisch, dass man von den normalen Bürgern Steuern abverlangt, aber bei Geldvermögenden lieber Staatsanleihen rausgibt (Schulden machen) und dafür noch Zinsen zahlt.

    Die in Deutschland lebenden Menschen haben ein Geldvermögen von 5 Billionen EUR. Dagegen stehen die Staatsschulden bei 2,1 Billionen EUR. 10 % davon besitzen 3 Billionen; 50 % der Ärmsten haben um die 5 % des Geldes; 40 % haben den Rest des Kuchens.

    Was wir brauchen ist mehr Verteilungsgleichheit (wobei ein Paar der Billionen zur Schuldenstreichung eingesetzt werden müssten). Dann wäre die Finanzwelt wieder in Ordnung.

    Weshalb wohl haben die Anleger keine sinnvollen und lfr. Anlagemöglichkeiten mehr? Weil die Zinsen/Dividenden/etc. langsam aber sicher der breiten Masse die Luft zum Atmen nehmen. Diesbezüglich nehmen die Staaten immer höhere Schulden auf, um die Wirtschaftsleistung aufrecht zu erhalten.

  2. täglich grüßt das Murmeltier

  3. bewertet, sie haben in jüngster Vergangenheit zwar oft daneben gelegen aber sie hatten genau so oft Recht.

    Die Euro Krise ging von den Banken aus. Dagegen gesteuert hat die Politik nicht. Ganz im Gegenteil - man hat die Banken mit niedrigen Leitzinsen durch die EZB und einem Steuer finanzierten Rettungsschirm, die Übernahme fauler Staatsanleihen durch die EZB und der Einrichtung von Bad Banks
    beschützt und verhätschelt. Die Übernahme der HRE und die teilweise Verstaatlichung
    in Spanien sind nur der Anfang.

    Eine Regulierung des Finanzsektors hat noch gar nicht stattgefunden. Die schleppende Offenlegung und gar Fälschung von Bilanzen
    wird hingenommen und auf dem Rücken der Steuerzahler aus gesessen.

    Auch die von der Merkel Regierung vollmundig populistisch vorgetragene Begrenzung der Managergehälter war nur heiße Luft.

    Die Krise wird zur Spirale des Versagens der Politik.

  4. das die deutschen Spareinlagen unbegrenzt sicher sind. Vorgestern las ich in der FTD dass der Einlagensicherungsfont
    damls mit mehreren Milliarden Steuergeldern gerettet werden mußte. Irgendwie hatten die Medien es damals wohl vergessen das der Öffentlichkeit mitzuteilen.

    Ich frage micht was beim Thema vergessen bezüglich Italien nicht den Weg in die Medien findet. Wie soll man sich als interessierter Bürger eine Meinung bilden, wenn man so oberflächlich informiert wird. Ich bin überzeugt, dass auch dieser Artikel mit mehr Fakten wesentlich interessanter sein könnte.

    • deDude
    • 15. Mai 2012 8:13 Uhr

    ... die 2008 kurz vor dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers selbiger Giftbank noch ein AA Rating ausgestellt hat? Oder etwa die Ratingagentur, die 2009 dem Versicherungsriesen AIG das Prädikat AAA ausgestellt hatte, kurz bevor er mit vielen Milliarden Dollar von der US-Regierung gerettet werden musste?

    Gott sei dank haben wir dieses äußerst kompetente, sichere System der Emfehlungen von Ratingagenturen (die im Übrigen von den Banken bezahlt werden, ein Schelm wer Böses dabei denkt), nicht auszumalen was sonst alles passieren könnte...

    • em-y
    • 15. Mai 2012 8:18 Uhr

    'self-fulfilling prophecy' denken: Eine Agentur stuft ein Land oder auch eine Bank herab und schon reagieren die Märkte panisch und der Herabgestufte hat wirklich Schwierigkeiten, kommt nicht an Geld heran, die Kreditzinsen steigen etc....

    Antwort auf "Bitte?"
  5. 8. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Bank | Geld | Gewinn | Kredit | Rezession | Unicredit
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