Spanien setzt bei der Sanierung seiner Geldinstitute nun doch auf das Modell der "Bad Banks" . Die Banken sollen die Möglichkeit erhalten, ihre "faulen Kredite" in Auffanggesellschaften auszulagern, wie Wirtschaftsminister Luis de Guindos ankündigte. Auf diese Weise könnten die Geldinstitute die Risikopapiere aus ihren Bilanzen entfernen.

"Die Regierung wird in den kommenden Wochen die Regeln dafür festlegen", sagte der Minister. Er mied allerdings den Begriff der "Bad Banks" und sprach von "Abwicklungsgesellschaften", deren Gründung freiwillig sein werde. "Jede Bank wird ihr eigenes 'Vehikel' schaffen können", sagte De Guindos. Die Gesellschaften sollten die Risikopapiere zum jeweiligen Marktpreis erwerben. Er ließ aber offen, wie der jeweilige Wert der Immobilien festgelegt werden soll, wenn zum Beispiel der Preis von Grundstücken umstritten ist.

Wie die Gesellschaften finanziert werden sollen, sagte De Guindos nicht. Es sei "im Prinzip" nicht vorgesehen, Steuergelder für die Sanierung der Banken auszugeben. Spanien dürfe seinen Haushalt nicht weiter belasten. Die spanische Regierung hat sich bei der EU dazu verpflichtet, ihr Defizit von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2011) in diesem Jahr auf 5,3 Prozent zu senken. Bisher hatte sie den Einsatz staatlicher Mittel bei der Banken-Sanierung strikt ausgeschlossen.

Unsichere Immobilienkredite im Wert von 180 Milliarden Euro

Spanien hatte sich bis vor Kurzem noch gegen das umstrittene "Bad-Bank"-Modell gewehrt. Großbanken wie Banco Santander oder BBVA hatten versichert, dass sie ein solches Instrument nicht benötigten und ihre Bilanzen mit eigenen Mitteln bereinigen könnten. Dagegen haben die aus den Zusammenschlüssen von Sparkassen hervorgegangenen Banken zum Teil erhebliche Schwierigkeiten, ihre Bilanzen zu bereinigen.

Infolge des Zusammenbruchs des Bau-Booms befinden sich in den Bilanzen der spanischen Banken nach Angaben des Wirtschaftsministeriums unsichere Immobilienkredite in einem Wert von nominal etwa 180 Milliarden Euro. Dies schwächt das Vertrauen der Anleger in das spanische Finanzsystem und verschärft die Schuldenkrise.

Deutschland hatte 2009, nach dem Zusammenbruch der US-Großbank Lehman Brothers , die Möglichkeit zur Gründung von "Bad Banks" geschaffen. Die Düsseldorfer WestLB lagerte wenig später Papiere von 77 Milliarden Euro in die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) aus. Die Münchner Hypo Real Estate übertrug im Oktober 2010 Risikopapiere im Wert vom 173 Milliarden Euro an die FMS Wertmanagement.