Euro-ZoneDie Rettung in Europa ist nahe!

Die Entwicklung in der Euro-Zone zeigt es immer deutlicher: Das strikte Spardiktat für die Südländer war ein Fehler. Was machen wir jetzt?

Ein Schuhputzer vor einem geschlossenen Geschäft in Athen (Archivbild)

Ein Schuhputzer vor einem geschlossenen Geschäft in Athen (Archivbild)

Die europäische Krisenstrategie läuft unweigerlich ihrem ökonomischen und politischen Bankrott entgegen. Ökonomisch beweist die Austeritätspolitik jeden Tag aufs Neue ihr Scheitern. Unter dem akuten Sparzwang verarmen in den Südländern breite Bevölkerungsschichten, die Volkswirtschaften stürzen in tiefe Depressionen und Rezessionen. Politisch schwindet daher – wenig überraschend – die Unterstützung für diese Politik. Das führt zur Abwahl jener Regierungen, die sie propagiert haben. Damit ist das Ende der bisherigen Strategie absehbar. Es wird Zeit sich zu fragen, was nach der Sparpolitik geschehen sollte.

Die Konzepte liegen schon seit Längerem vor. Jüngst hat Paul Krugman einen Weg empfohlen, der auch vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) schon propagiert wurde: Im Notfall muss die Europäische Zentralbank (EZB) erklären, dass sie Staatsanleihen vom Sekundärmarkt aufkauft, also von privaten Anlegern, und nicht nur von den Staaten. Faktisch verfügt die EZB als Herrin der Währung über unbegrenzte Mittel hierfür. Deshalb ist ihre Ankündigung absolut glaubwürdig. Diese Glaubwürdigkeit wird dazu führen, dass die EZB den angekündigten Weg nicht weit wird gehen müssen. Eine Spekulation gegen eine Zentralbank in deren heimischer Währung ist aussichtslos. Es wird keine Panik ausbrechen, dass die Kurse für Staatsanleihen fallen könnten, wenn die EZB glaubwürdig versichert, den Anleihemarkt zu stützen.

Anzeige

Das wäre ein Fundament, auf dem sich das Vertrauen der Märkte entfalten könnte. Politisch wäre es zudem ein Akt europäischen Zusammenhalts. Statt sich von Märkten in Einzelstaaten auseinanderdividieren zu lassen, wird mit der Garantie gegen Kursstürze durch die gemeinsame Zentralbank eine gemeinsame Verantwortung für die gemeinsame Währung demonstriert. Dass dies nicht nur in einem nationalen, sondern einem supranationalen Kontext geschieht, ist vor dem Hintergrund der europäischen Nachkriegsgeschichte eine historische Leistung.

Es zeugt von einer bedenklich verengten Perspektive, wenn Ökonomen und andere sich mit nationalem Pathos in Übungen einzelwirtschaftlicher Scheinrationalität ergehen und pseudowissenschaftlich an Krisensymptomen wie Target 2-Salden herumdoktern und die Krise viel zu eng als Staatsschuldenkrise definieren. Die Logik dieser Bemühungen führt immer zu dem Ergebnis, dass die Währungsunion zerbricht – mit erheblichen ökonomischen und politischen Schäden.

Gustav A. Horn

leitet das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

Dabei sind solche Eskalationen vermeidbar, wenn konsequent aus der Perspektive einer europäischen Gesamtwirtschaft entschieden wird. Die Stärkung der EZB darf dabei nicht der einzige Schritt bleiben. Der Euroraum braucht Institutionen, die das Grundproblem wirtschaftlicher Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten angehen. Es sind diese Ungleichgewichte, die die Währungsgemeinschaft derzeit ökonomisch und politisch spalten. Sie sind das Resultat von Verfehlungen in den einzelnen Mitgliedstaaten, in denen es versäumt wurde, die Inflationsziele einzuhalten. Dafür gibt es viele Ursachen.

In den Defizitländern waren es zu hohe Lohnsteigerungen gemessen an der Produktivitätsentwicklung, aber auch eine zu starke Verschuldung des Staates im Gefolge einer zu großzügigen Finanzpolitik. Private Investoren mussten infolge von Spekulationsblasen mit öffentlichen Mitteln gerettet werden. In den Überschussländern gilt das Gegenteil: zu niedrige Lohnsteigerungen, eine zu restriktive Finanzpolitik sowie Investitionszurückhaltung haben hier dazu geführt, dass das Inflationsziel verfehlt wurde und die Binnennachfrage schwach war.

All diese spezifischen und eben keineswegs einheitlichen Ursachen müssen auf mittlere Sicht korrigiert und langfristig durch präventives Handeln verhindert werden. Es bedarf also eines Maßnahmenbündels, das den Euroraum auf einen stabilen Pfad zurückführt. Gleichzeitig sollten aber auch langfristig die institutionellen Vorkehrungen in Angriff genommen werden, die Krisen dieser Art künftig verhindern.

Dass die Rückkehr zur Stabilität nicht über Austerität führt, wird immer klarer. Massive Einschränkungen staatlicher Ausgaben binnen eines kurzen Zeitraums, die dann kurzfristig als Einnahmen bei den privaten Haushalten und den Unternehmen fehlen, führen entgegen den Behauptungen vorherrschender ökonomischer Ansätze zum Absturz einer Wirtschaft und nicht zu deren Aufblühen. Wenn eine Strategie restriktiver Finanzpolitik in mehr oder minder starkem Ausmaß synchron im gesamten Euroraum verfolgt wird, ist auch der Ausweg über vermehrte Exporte blockiert, und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Schritt Nummer zwei zur Stabilisierung wäre daher, unter dem Schutz der oben angesprochenen EZB-Garantie die Finanzpolitik in den Defizitländern weniger restriktiv zu gestalten. Der dritte Schritt ist, in den Überschussländern überhaupt keinen finanzpolitischen Restriktionskurs zu erzeugen, um das außenwirtschaftliche Umfeld für die Krisenländer zu verbessern. Diese Richtung kann noch verstärkt werden, wenn man dem Vorschlag des französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande folgt, über Eurobonds zusätzliche Mittel für wachstumsfördernde Investitionen in Krisenländern zu mobilisieren.

Der bereits bestehende Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) kann dazu beitragen, künftige Krisen zu verhindern. Seine Kompetenzen müssten nur erweitert werden. Er sollte in die Lage versetzt werden, bei längerfristigen Verfehlungen des Inflationsziels in einem Land einzuschreiten. Wird das Ziel unterschritten, würde er einen stärker expansiven Kurs der Wirtschaftspolitik vorgeben, bei Überschreitungen eine restriktivere Ausrichtung. Falls die betreffenden Länder diesen Vorschlägen nicht folgen würden, könnten die Länder verpflichtet werden, ihre Einlagen für den ESM zu erhöhen. Auch könnten höhere Zinsen für diese Länder die Folge sein.

Ein solches Vorgehen würde binnen kurzer Zeit die Märkte beruhigen und den notwendigen Anpassungsprozessen viel von ihrer Dramatik nehmen. Um einen solchen adäquaten Kurs umzusetzen, ist jedoch ein Abschied von lang gehegten wirtschaftspolitischen Vorstellungen unvermeidlich. Die ökonomische und politische Realität wird ihn erzwingen.

 
Leserkommentare
    • Repec
    • 02.05.2012 um 14:40 Uhr

    Das BVerfG hält die Vergemeinschaftung von Schulden nicht vereinbar mit dem GG. Dies soll und muss die Grundlage des weiteren Vorgehens sein.

    30 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Diese "Schulden" sind nicht zu betrachten, wie die Vorstellung, die man im Alltag von Schulden hat.
    Es geht nicht darum, dass die Summe aufgeteilt wird und dem Gläubiger zurückgezahlt wird.
    Es geht um das Finanzsystem an sich. Die Schulden bleiben bestehen, weil es immer auf der einen Seite Guthaben und auf der anderen Schulden gibt. Wenn auf dieser Basis ein Lösung gefunden wird, die den Kollaps der EU verhindert und einigermassen stabile Märkte und Wirtschaft hervorbringt, ist das Problem gelöst.
    Schulden wird es danach trotzdem geben aber das ist nicht das gleiche, wie wenn einer Privatperson die Bank auf den Kopf steigt, weil er ihr Geld Schuldet.

    Das "sollte" die Grundlage sein. Aber das ist den Medien und der Politik anscheinend egal. Immer wieder liest man von den Medien und der SPD/Grünen Forderungen nach einer Vergemeinschaftlichung der Schulden, obwohl unser GG das verbietet. Eventuell sollte der Verfassungsschutz diese Menschen etwas genauer beobachten(wie den Autor dieses Artikels). Im Endeffekt läuft es auf eine Abschaffung der Demokratie hinaus(Budgetrecht des Parlaments wird aufgehoben und damit wird die Bundestagswahl obsolet). Ich sehe von dieser Seite eine viel stärkere Gefahr als von Links-, Rechts-, und Islamextremisten zusammen.

    • Chilly
    • 02.05.2012 um 16:33 Uhr

    können Sie das an einer konkreten Textstelle in einer (oder mehreren) Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts festmachen?

    Ich habe jedenfalls die bisherige Rechtsprechung eher so verstanden, dass bei hinreichender Beteiligung des Parlaments (und ggf. der Länder, was bislang noch nicht entscheidungsrelevant war), die Politik einen recht großen Spielraum hat, um stabilie Verhältnisse herbeizuführen. Im Übrigen beträge der von Horn vorgeschlagene Weg keine unmittelbare Vergemeinschaftung der Schulden, sondern allenfalls über die theoretische Ausfallhaftung der Mitgliedstaaten für die EZB eine mittelbare. Da aber die EZB - wie Horn beschreibt - die Möglichkeit hat, "eigene Geld" in nahezu beliebiger Menge zu schöpfen, wird es zur Ausfallhaftung nicht kommen. Kritisch könnte insoweit allenfalls eine mögliche Inflation werden. Einen Inflationsgrenzwert kennt aber das Grundgesetz nicht, sondern lediglich im Rahmen des "magischen Vierecks" das Gebot einer "gewissen" Preisstabilität. Hier hatten wir aber in den 70-iger Jahren Raten zwischen 5 und 10 %, ohne dass eine Verfassungswidrigkeit ernsthaft in den Raum gestellt worden ist.

    Deshalb: Ist bei Ihrer Äußerung nicht mehr der Wunsch Vater des Gedankens?

    CHILLY

    Und das Naturgesetz besagt ja (anscheinend), daß die dicken Gewinne immer einigen Wenigen zugute kommen und privatisiert werden, während Verluste möglichst unauffällig vergesellschaftet werden.

    Da kommt das Grundgesetz nicht gegen an…

    • joG
    • 03.05.2012 um 10:14 Uhr

    .....vergemeinschaftet. Zumindest sind Garantien gegeben und Verträge abgeschlossen. Potentiell stehen gut über eine Billion Euro im Feuer. Das heißt nicht, dass dieses Geld ausgegeben noch, dass es verloren ist. Man weiß es nicht. Ein Teil ist vermutlich weg. Je tiefer die Rezession (Depression) in Europa wird und je länger sie währt, desto wahrscheinlicher wird die verlorene Summe größer. Das ist, wenn auch anders strukturiert ähnlich den Renten. Je kürzer die Lebensarbeitszeit der Menschen und je länger die Leute leben, desto höher fallen die Zusagen aus, die der Staat machte. Desto mehr sind die Handlungsspielräume zukünftiger Bundestage.

    Im Augenblick werden die Parlamente der Zukunft bereits heute ihre Zusagen nicht decken können innerhalb des bisherigen Verständnisses des Rechtssystems. Man brach die vom allgemeinen Bürger gehaltenen Erwartungen dessen, was die Zusagen bedeuteten bereits mehrfach und die Enttäuschung zeigt sich in einer wesentlich gewachsenen Staatsverdrossenheit und einem Misstrauen gegenüber den Parteien. Das kann gefährlich werden, wenn die zusagen zum Euro anwachsen. Man wird noch mehr Zusagen gegenüber dem Bürger zurücknehmen müssen.

    Aber das Verfassungsgericht wird da nicht einschreiten. Sie würde das am meisten sichtbare Projekt der Bürokratie damit in Gefahr bringen. Als Teil dieser Bürokratie sägten sie damit am eigenen Stuhl und würden die Vorrangstellung der Bürokratie gefährden.

    Diese "Schulden" sind nicht zu betrachten, wie die Vorstellung, die man im Alltag von Schulden hat.
    Es geht nicht darum, dass die Summe aufgeteilt wird und dem Gläubiger zurückgezahlt wird.
    Es geht um das Finanzsystem an sich. Die Schulden bleiben bestehen, weil es immer auf der einen Seite Guthaben und auf der anderen Schulden gibt. Wenn auf dieser Basis ein Lösung gefunden wird, die den Kollaps der EU verhindert und einigermassen stabile Märkte und Wirtschaft hervorbringt, ist das Problem gelöst.
    Schulden wird es danach trotzdem geben aber das ist nicht das gleiche, wie wenn einer Privatperson die Bank auf den Kopf steigt, weil er ihr Geld Schuldet.

    Das "sollte" die Grundlage sein. Aber das ist den Medien und der Politik anscheinend egal. Immer wieder liest man von den Medien und der SPD/Grünen Forderungen nach einer Vergemeinschaftlichung der Schulden, obwohl unser GG das verbietet. Eventuell sollte der Verfassungsschutz diese Menschen etwas genauer beobachten(wie den Autor dieses Artikels). Im Endeffekt läuft es auf eine Abschaffung der Demokratie hinaus(Budgetrecht des Parlaments wird aufgehoben und damit wird die Bundestagswahl obsolet). Ich sehe von dieser Seite eine viel stärkere Gefahr als von Links-, Rechts-, und Islamextremisten zusammen.

    • Chilly
    • 02.05.2012 um 16:33 Uhr

    können Sie das an einer konkreten Textstelle in einer (oder mehreren) Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts festmachen?

    Ich habe jedenfalls die bisherige Rechtsprechung eher so verstanden, dass bei hinreichender Beteiligung des Parlaments (und ggf. der Länder, was bislang noch nicht entscheidungsrelevant war), die Politik einen recht großen Spielraum hat, um stabilie Verhältnisse herbeizuführen. Im Übrigen beträge der von Horn vorgeschlagene Weg keine unmittelbare Vergemeinschaftung der Schulden, sondern allenfalls über die theoretische Ausfallhaftung der Mitgliedstaaten für die EZB eine mittelbare. Da aber die EZB - wie Horn beschreibt - die Möglichkeit hat, "eigene Geld" in nahezu beliebiger Menge zu schöpfen, wird es zur Ausfallhaftung nicht kommen. Kritisch könnte insoweit allenfalls eine mögliche Inflation werden. Einen Inflationsgrenzwert kennt aber das Grundgesetz nicht, sondern lediglich im Rahmen des "magischen Vierecks" das Gebot einer "gewissen" Preisstabilität. Hier hatten wir aber in den 70-iger Jahren Raten zwischen 5 und 10 %, ohne dass eine Verfassungswidrigkeit ernsthaft in den Raum gestellt worden ist.

    Deshalb: Ist bei Ihrer Äußerung nicht mehr der Wunsch Vater des Gedankens?

    CHILLY

    Und das Naturgesetz besagt ja (anscheinend), daß die dicken Gewinne immer einigen Wenigen zugute kommen und privatisiert werden, während Verluste möglichst unauffällig vergesellschaftet werden.

    Da kommt das Grundgesetz nicht gegen an…

    • joG
    • 03.05.2012 um 10:14 Uhr

    .....vergemeinschaftet. Zumindest sind Garantien gegeben und Verträge abgeschlossen. Potentiell stehen gut über eine Billion Euro im Feuer. Das heißt nicht, dass dieses Geld ausgegeben noch, dass es verloren ist. Man weiß es nicht. Ein Teil ist vermutlich weg. Je tiefer die Rezession (Depression) in Europa wird und je länger sie währt, desto wahrscheinlicher wird die verlorene Summe größer. Das ist, wenn auch anders strukturiert ähnlich den Renten. Je kürzer die Lebensarbeitszeit der Menschen und je länger die Leute leben, desto höher fallen die Zusagen aus, die der Staat machte. Desto mehr sind die Handlungsspielräume zukünftiger Bundestage.

    Im Augenblick werden die Parlamente der Zukunft bereits heute ihre Zusagen nicht decken können innerhalb des bisherigen Verständnisses des Rechtssystems. Man brach die vom allgemeinen Bürger gehaltenen Erwartungen dessen, was die Zusagen bedeuteten bereits mehrfach und die Enttäuschung zeigt sich in einer wesentlich gewachsenen Staatsverdrossenheit und einem Misstrauen gegenüber den Parteien. Das kann gefährlich werden, wenn die zusagen zum Euro anwachsen. Man wird noch mehr Zusagen gegenüber dem Bürger zurücknehmen müssen.

    Aber das Verfassungsgericht wird da nicht einschreiten. Sie würde das am meisten sichtbare Projekt der Bürokratie damit in Gefahr bringen. Als Teil dieser Bürokratie sägten sie damit am eigenen Stuhl und würden die Vorrangstellung der Bürokratie gefährden.

  1. soll uns Deutschen hier nun wieder aufs Auge gedrückt werden. Die Krönung ist aber der Nonsens zum ESM-Ermächtigungsgesetz.
    Alles Für den Ends... Hacken zusammenknall!

    27 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Asura
    • 02.05.2012 um 14:53 Uhr

    im Red House Report. ;)

    • Asura
    • 02.05.2012 um 14:53 Uhr

    im Red House Report. ;)

  2. Alternativlosigkeit von allen Seiten auf kosten der Menschen und nicht nur in Europa. Wachstum, kaufen-kaufen, sparen-sparen. Wann wachen wir endlich auf und stellen die Systemfrage?

    Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt.

    30 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt."

    Wozu? Morgen ist es vlt schon das Papier nicht mehr wert auf dem es gedruckt wurde.

    • Afa81
    • 03.05.2012 um 12:21 Uhr

    "Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt."

    Gab es schon mal einen?

    "Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt."

    Wozu? Morgen ist es vlt schon das Papier nicht mehr wert auf dem es gedruckt wurde.

    • Afa81
    • 03.05.2012 um 12:21 Uhr

    "Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt."

    Gab es schon mal einen?

  3. Diese "Schulden" sind nicht zu betrachten, wie die Vorstellung, die man im Alltag von Schulden hat.
    Es geht nicht darum, dass die Summe aufgeteilt wird und dem Gläubiger zurückgezahlt wird.
    Es geht um das Finanzsystem an sich. Die Schulden bleiben bestehen, weil es immer auf der einen Seite Guthaben und auf der anderen Schulden gibt. Wenn auf dieser Basis ein Lösung gefunden wird, die den Kollaps der EU verhindert und einigermassen stabile Märkte und Wirtschaft hervorbringt, ist das Problem gelöst.
    Schulden wird es danach trotzdem geben aber das ist nicht das gleiche, wie wenn einer Privatperson die Bank auf den Kopf steigt, weil er ihr Geld Schuldet.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zurück auf Start"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    wirksam bleiben, die in den Konzepten und Mechanismen der Wirtschaftsordnung enthalten sind, die von Walter Eucken, Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard sowie den Müttern und Vätern des deutschen Grundgesetzes niedergelegt worden waren.

    Die heutige Hybris einer jenseits aller Realleistungsfähigkeit reüssierenden Besitzstandsfeudalgesellschaft, deren Abkömmlinge mit ihrer saturierten und manierierten Selbstgefälligkeit an die Hebel der Macht gehievt wurden, sich mit dem Instrumentarium der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, also mit der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft, ihre nahezu vollständig leistungsfreien und -unabhängigen Apanageeinkommen verschaffen können, wird durch die Aufzehrung der Altvermögen aus der demokratischen und sozialmarktwirtschaftlichen Vorzeit, also der Zeit vor der geistig-moralischen Wende von 1982, dieses Neue Deutschland automatisch in Schutt und Asche legen.

    Am Ende jedes Spekulationsbetruges steht immer der Bankrott.
    In diesem Falle der Staatsbankrott.

    Für den damit ermöglichten Neubeginn gilt der Dank nicht nur der Gruppe Kohl-Genscher. Nein, auch die Gruppe Schröder-Fischer und die Merkel&Co-Gruppen haben dafür wahrlich aufopferungsvolle und höchst effiziente Besitzstandsprivilegierungs- und -begünstigungspolitikarbeit geleistet.

    Ob wir dafür aber dankbar sein sollen, muss sich erst noch erweisen.

    wirksam bleiben, die in den Konzepten und Mechanismen der Wirtschaftsordnung enthalten sind, die von Walter Eucken, Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard sowie den Müttern und Vätern des deutschen Grundgesetzes niedergelegt worden waren.

    Die heutige Hybris einer jenseits aller Realleistungsfähigkeit reüssierenden Besitzstandsfeudalgesellschaft, deren Abkömmlinge mit ihrer saturierten und manierierten Selbstgefälligkeit an die Hebel der Macht gehievt wurden, sich mit dem Instrumentarium der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, also mit der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft, ihre nahezu vollständig leistungsfreien und -unabhängigen Apanageeinkommen verschaffen können, wird durch die Aufzehrung der Altvermögen aus der demokratischen und sozialmarktwirtschaftlichen Vorzeit, also der Zeit vor der geistig-moralischen Wende von 1982, dieses Neue Deutschland automatisch in Schutt und Asche legen.

    Am Ende jedes Spekulationsbetruges steht immer der Bankrott.
    In diesem Falle der Staatsbankrott.

    Für den damit ermöglichten Neubeginn gilt der Dank nicht nur der Gruppe Kohl-Genscher. Nein, auch die Gruppe Schröder-Fischer und die Merkel&Co-Gruppen haben dafür wahrlich aufopferungsvolle und höchst effiziente Besitzstandsprivilegierungs- und -begünstigungspolitikarbeit geleistet.

    Ob wir dafür aber dankbar sein sollen, muss sich erst noch erweisen.

  4. "Das strikte Spardiktat für die Südländer war ein Fehler. Was machen wir jetzt?"

    Wir? Wir wurden doch bisher nicht gefragt sondern nur informiert was passieren wird. Weshalb sollte sich das ändern?

    Natürlich wird sich am Ende eine Merkel hinstellen und sagen das WIR harte Zeiten zusammen durchstehen müssen. Wir werden dann Hungern und sie Steigt in ihren Mercedes.

    Das ist der beginnende Requiem des Systems.

    Wie lange es wohl noch geht? Mein Bankster meint noch 10-15 Jahre. Ich bin nicht zuversichtlich.

    38 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und das ist nicht mehr und nicht weniger als die Systemfrage.

    Alles andere (ESM, usw.) macht die Armen ärmer und die Reichen reicher. Durch das agieren einer zerstörerischen Allianz von Notenbanken und Spekulanten.

    Also: Schluss mit Funny Money!

    Und das ist nicht mehr und nicht weniger als die Systemfrage.

    Alles andere (ESM, usw.) macht die Armen ärmer und die Reichen reicher. Durch das agieren einer zerstörerischen Allianz von Notenbanken und Spekulanten.

    Also: Schluss mit Funny Money!

    • Asura
    • 02.05.2012 um 14:51 Uhr

    Staatsausgaben massiv zurückfahren, gleichzeitig die Besteuerung von Bürgern, mittelständischen Unternehmen herunterfahren, in einem sinnvollen Rahmen gesetzliche Restriktionen für die Wirtschaft aufheben et voila, schon hat man ein Wirtschaftswachstum und steigende Beschäftigtenzahlen, dass einem die Augen ausfallen.

    Nur Austerität führt natürlich in eine Sackgasse.

    Geld verpulvern, welches nur durch Pump und/oder expansive Geldmengenwachstum (= erhöhte Inflation = Diebstahl am Bürger) ermöglicht wird, durch den Staat in Wirtschaftszweigen, wo es selten überhaupt Sinn macht, führt jedoch ebenfalls in eine Sackgasse. Die ist allerdings lediglich eine Querstraße weiter gelegen.

    Erinnert euch der Anfänge und kommt endlich von diesem halben Keynesianismus weg.
    Der funktioniert schon seit Jahrzehnten nicht und verschleppt nur die Probleme.

    Eurobonds etc., sollte man gar nicht erst weiter angucken.
    Ökonomisch und anreiztechnisch, sind die ein schlechter Witz.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Besteuerung von Bürgern, mittelständischen Unternehmen herunterfahren..."

    Das amerikanische Rezept hat auch nur so lange funktioniert, wie man den Besitzlosen durch Kreditkarte und Hypotheken auf nicht abgezahlte Grundstücke Wohlstand vorspiegeln konnte.

    Die Schuldscheine sind nach 2007 der ganzen Welt auf den Fuß gefallen. Da knabbern unsere Banken noch heute dran.

    Wer Wohlstand will, muss dafür sorgen, dass sich das Geld nicht an wenigen Hot-Spots ansammelt. Wenn es sich doch an wenigen Punkten ansammelt, ist das der sichere Weg in den Finanzkollaps.

    Auch ein Weg, das System zu resetten. Noch haben wir die Wahl.

    "Staatsausgaben massiv zurückfahren, gleichzeitig die Besteuerung von Bürgern, mittelständischen Unternehmen herunterfahren, in einem sinnvollen Rahmen gesetzliche Restriktionen für die Wirtschaft aufheben et voila, schon hat man ein Wirtschaftswachstum und steigende Beschäftigtenzahlen, dass einem die Augen ausfallen."

    Genau diese Schröder/Clement/Eichel-Kur hat uns die Suppe eingebrockt, nur eben ohne Wirtschaftswachstum das einem die Augen übergehen. Stattdessen hatten wir ein Verstärkung der Kapitalkonzentration, denn der steuerlich entlastete Bürger ist zuweilen genauso gierig wie der Bankster und guckt nicht, wo er sein Mehr nutzbringend anlegt und verkonsumiert, sondern gewinnbringend und pumpte die Finanzmarktblasen selbst mit auf.
    Außerdem hat der Staat gegenüber seinen Bürgern Verpflichtungen, also wir für uns. Die meisten davon sind defizitär, handelt es sich doch zumeist um Vorsorge, deren Gewinn nicht in Geld messbar ist und um Subventionen, worunter auch nützliche sind.

    Denkfehler:
    "Geld verpulvern, welches nur durch Pump und/oder expansive Geldmengenwachstum ermöglicht wird."

    Geldmengenwachstum funktioniert nur auf Pump.

    MfG
    AoM

    ist so nicht richtig. bei niedriger inflation und auch mangelnden anderen massnahmen (z.b. hohe erbschaftssteuern) führt dies dazu, dass sich das vermögen bei einer handvoll menschen sammelt, wohingegen die breite masse verarmt. besonders die letzten 10 jahre war eine verteilung in richtung der reichen (wieder) zu beobachten.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Besteuerung von Bürgern, mittelständischen Unternehmen herunterfahren..."

    Das amerikanische Rezept hat auch nur so lange funktioniert, wie man den Besitzlosen durch Kreditkarte und Hypotheken auf nicht abgezahlte Grundstücke Wohlstand vorspiegeln konnte.

    Die Schuldscheine sind nach 2007 der ganzen Welt auf den Fuß gefallen. Da knabbern unsere Banken noch heute dran.

    Wer Wohlstand will, muss dafür sorgen, dass sich das Geld nicht an wenigen Hot-Spots ansammelt. Wenn es sich doch an wenigen Punkten ansammelt, ist das der sichere Weg in den Finanzkollaps.

    Auch ein Weg, das System zu resetten. Noch haben wir die Wahl.

    "Staatsausgaben massiv zurückfahren, gleichzeitig die Besteuerung von Bürgern, mittelständischen Unternehmen herunterfahren, in einem sinnvollen Rahmen gesetzliche Restriktionen für die Wirtschaft aufheben et voila, schon hat man ein Wirtschaftswachstum und steigende Beschäftigtenzahlen, dass einem die Augen ausfallen."

    Genau diese Schröder/Clement/Eichel-Kur hat uns die Suppe eingebrockt, nur eben ohne Wirtschaftswachstum das einem die Augen übergehen. Stattdessen hatten wir ein Verstärkung der Kapitalkonzentration, denn der steuerlich entlastete Bürger ist zuweilen genauso gierig wie der Bankster und guckt nicht, wo er sein Mehr nutzbringend anlegt und verkonsumiert, sondern gewinnbringend und pumpte die Finanzmarktblasen selbst mit auf.
    Außerdem hat der Staat gegenüber seinen Bürgern Verpflichtungen, also wir für uns. Die meisten davon sind defizitär, handelt es sich doch zumeist um Vorsorge, deren Gewinn nicht in Geld messbar ist und um Subventionen, worunter auch nützliche sind.

    Denkfehler:
    "Geld verpulvern, welches nur durch Pump und/oder expansive Geldmengenwachstum ermöglicht wird."

    Geldmengenwachstum funktioniert nur auf Pump.

    MfG
    AoM

    ist so nicht richtig. bei niedriger inflation und auch mangelnden anderen massnahmen (z.b. hohe erbschaftssteuern) führt dies dazu, dass sich das vermögen bei einer handvoll menschen sammelt, wohingegen die breite masse verarmt. besonders die letzten 10 jahre war eine verteilung in richtung der reichen (wieder) zu beobachten.

    http://de.wikipedia.org/w...

  5. Ok, dies wird dann typischerweise Inflation bedeuten.
    Das ist der typische Ausweg aus Staatsschulden.

    Natürlich wird das wiederum keinen einzigen Politiker daran hindern Schulden zu machen bis es kracht (aber dann hat selbiger Politiker typischerweise seine Karriere hinter sich) und diejenigen, die reich und schlau und skrupelos genug sind, werden sich in diesen Mahlstrom die Sachwerte sichern.

    Naja...

    13 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Leider haben wir in Deutschland das Problem, das die private Wirtschaft zwar vorzüglich verdient, nicht aber vorzüglich investieren will. Wenn in Europa nicht alles zum Erliegen kommen soll, müssen die öffentlichen Haushalte den Geldkreislauf zwangsbeatmen.

    Die Staaten könnten sich die Ausgaben wieder an den Punkten zurückholen, wo die größten Einnahmen erzieht werden. Das wollen die Politiker aber auch nicht.

    Schulden sind die einzige Lösung, wenn wir nicht zu einer vernünftigeren Einstellung zum Geldkreislauf kommen.

    Na klar laufen die Vorschläge von Gustav Horn auf Inflation hinaus. Die ist aber doch, auch wenn das Politiker nie zugeben würden, die eleganteste Lösung des Schuldenproblems.

    Unter der Voraussetzung, dass man den Preisanstieg auf, sagen wir 5% jährlich begrenzt und die Tarifpartner für konstante Reallöhne sorgen, bleibt für die große Mehrheit, die kein nennenswertes Geldvermögen haben, alles beim alten; während diejenigen mit ererbtem oder in den letzten Jahren erzocktem Geld ganz automatisch ihren Beitrag zur Schuldenreduktion leisten.

    Leider haben wir in Deutschland das Problem, das die private Wirtschaft zwar vorzüglich verdient, nicht aber vorzüglich investieren will. Wenn in Europa nicht alles zum Erliegen kommen soll, müssen die öffentlichen Haushalte den Geldkreislauf zwangsbeatmen.

    Die Staaten könnten sich die Ausgaben wieder an den Punkten zurückholen, wo die größten Einnahmen erzieht werden. Das wollen die Politiker aber auch nicht.

    Schulden sind die einzige Lösung, wenn wir nicht zu einer vernünftigeren Einstellung zum Geldkreislauf kommen.

    Na klar laufen die Vorschläge von Gustav Horn auf Inflation hinaus. Die ist aber doch, auch wenn das Politiker nie zugeben würden, die eleganteste Lösung des Schuldenproblems.

    Unter der Voraussetzung, dass man den Preisanstieg auf, sagen wir 5% jährlich begrenzt und die Tarifpartner für konstante Reallöhne sorgen, bleibt für die große Mehrheit, die kein nennenswertes Geldvermögen haben, alles beim alten; während diejenigen mit ererbtem oder in den letzten Jahren erzocktem Geld ganz automatisch ihren Beitrag zur Schuldenreduktion leisten.

  6. 8. Wozu?

    "Ein weltweiter "Hebe dein Geld von der Bank ab"-Tag wäre mal wieder angesagt."

    Wozu? Morgen ist es vlt schon das Papier nicht mehr wert auf dem es gedruckt wurde.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Systemfehler"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    .... interessiert es mich nicht ob mein Geld einen Wert hat oder nicht.
    Der Menschheit stehen alle Möglichkeiten offen um jeden auf der Welt ein würdevolles Leben zu ermöglichen aber das einzige Ziel, dass nicht nur Sie sehen, ist das Geld und nicht der Mensch.

    Ein angekündigter Bankrun auf Facebook mit 900 Millionen Nutzern wäre doch eine interessante Idee. Dann würde sich schneller was ändern, Panik auf den Märkte, mein Erspartes wäre dann nichts mehr Wert aber dann würden sich sicherlich einige Wichtige und Mächtige fragen, wozu das ganze?

    Seit die Schrift erfunden wurde, wissen wir die Antwort auf die Frage.

    der angeregte "hebe dein geld von der bank ab"-tag würde genau dazu führen, dass das geld nicht mehr das papier wert ist, auf dem es gedruckt ist.

    das ist ja der sinn der sache

    banken haben nur einen bruchteil der einlagen in cash verfügbar - ein gleichzeitiges geld-abheben führt daher unweigerlich zur panik und damit zu noch mehr geld abheben - das ist dann der bankrun.

    warteschlagen vor banken sind das symptom des versagenden bankensystems - nicht ohne grund haben 2008 die schlangen vor den northern rock filialen in großbritannien zu einer beispiellosen verstaatlichung diverser banken geführt...

    .... interessiert es mich nicht ob mein Geld einen Wert hat oder nicht.
    Der Menschheit stehen alle Möglichkeiten offen um jeden auf der Welt ein würdevolles Leben zu ermöglichen aber das einzige Ziel, dass nicht nur Sie sehen, ist das Geld und nicht der Mensch.

    Ein angekündigter Bankrun auf Facebook mit 900 Millionen Nutzern wäre doch eine interessante Idee. Dann würde sich schneller was ändern, Panik auf den Märkte, mein Erspartes wäre dann nichts mehr Wert aber dann würden sich sicherlich einige Wichtige und Mächtige fragen, wozu das ganze?

    Seit die Schrift erfunden wurde, wissen wir die Antwort auf die Frage.

    der angeregte "hebe dein geld von der bank ab"-tag würde genau dazu führen, dass das geld nicht mehr das papier wert ist, auf dem es gedruckt ist.

    das ist ja der sinn der sache

    banken haben nur einen bruchteil der einlagen in cash verfügbar - ein gleichzeitiges geld-abheben führt daher unweigerlich zur panik und damit zu noch mehr geld abheben - das ist dann der bankrun.

    warteschlagen vor banken sind das symptom des versagenden bankensystems - nicht ohne grund haben 2008 die schlangen vor den northern rock filialen in großbritannien zu einer beispiellosen verstaatlichung diverser banken geführt...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service