Fußgänger vor einem Bekleidungsgeschäft in Peking (Archivbild) © Jason Lee/Reuters

Das weltweite Privatvermögen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen – jedoch nicht in Westeuropa . Dort sank während der Schuldenkrise das Vermögen um 0,4 Prozent auf 33,5 Billionen US-Dollar, wie die Beratungsgesellschaft Boston Consulting in New York bekannt gab.

Die europäische Schuldenkrise habe die breite Bevölkerung getroffen, sagte Peter Damisch, der bei Boston Consulting den Bereich Vermögensverwaltung leitet. Besonders gelitten hätten die südlichen Länder wie Italien und Spanien . In Italien schrumpfte das Vermögen um 1,3 Prozent, in Spanien um 0,8 Prozent. "Wir haben aufgrund des schwachen Aktienmarkts aber auch Rückgänge in Großbritannien festgestellt."

Deutschland stehe im europäischen Vergleich dagegen gut da, sagte Damisch. Hierzulande habe es keine Immobilienkrise gegeben und die Menschen seien nicht so schlimm verschuldet. So sei das Privatvermögen um 0,4 Prozent auf umgerechnet 6,4 Billionen Dollar gestiegen. In den Vorjahren konnten die Deutschen ihr Geld aber stärker mehren: seit 2006 im Schnitt um jährlich 2,2 Prozent. In Westeuropa insgesamt war das Privatvermögen in diesem Zeitraum um 1,5 Prozent pro Jahr gestiegen.

Auch in Nordamerika und Japan schrumpfte laut der jährlich erscheinenden Studie Global Wealth von Boston Consulting das Privatvermögen im vergangenen Jahr. In Amerika kam zusätzlich zur Schuldenkrise die in letzter Sekunde abgewendete Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung hinzu, in Japan waren es die Folgen des Erdbebens und Tsunamis. So nahm das Privatvermögen in Nordamerika um 0,9 Prozent ab, in Japan betrug das Minus sogar 2,0 Prozent.

Kräftige Vermögensvermehrung in Schwellenländern

Das weltweite Privatvermögen stieg im vergangenen Jahr dagegen um 1,9 Prozent auf 122,8 Billionen Dollar. Aufstrebende Schwellenländer wie China und Brasilien glichen die Rückgänge in vielen Industrienationen aus. In den beiden Vorjahren hatte der Reichtum allerdings noch um 9,6 beziehungsweise 6,8 Prozent zugelegt.

Im asiatisch-pazifischen Raum, Japan ausgenommen, nahm das private Vermögen in 2011 um 10,7 Prozent auf 23,7 Billionen Dollar zu, in Lateinamerika um 10,6 Prozent auf 3,5 Billionen Euro. Osteuropa weist mit 14,4 Prozent die höchste regionale Zuwachsrate auf.

"Wir gehen davon aus, dass auch in den kommenden Jahren das Vermögen zunimmt, aber nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit", sagte Damisch. Auch Europa wird sich den Schätzungen zufolge erholen. Allerdings, so sagen die Experten von Boston Consulting voraus, werden die Asiaten schon im Jahr 2016 reicher sein als die Europäer. Schon heute gibt es in China mehr Dollar-Millionäre als in Deutschland oder Großbritannien.