Wegen der Schuldenkrise drosseln Banken weltweit ihre grenzüberschreitende Kreditvergabe. Wie der Quartalsbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigt, haben die Geldhäuser die Kreditvergabe an Unternehmen, Regierungen und andere Kreditinstitute so stark gekappt wie zuletzt nach dem Lehman-Zusammenbruch 2008.

Die BIZ führt als Zentralbank der Zentralbanken Buch über die internationalen Geld- und Kreditströme. Aus ihren Zahlen für das Schlussquartal 2011 geht hervor, dass Kredithäuser weltweit ihre grenzüberschreitende Mittelvergabe um 799 Milliarden Euro oder 2,5 Prozent zurückgefahren haben. Das Minus sei vor allem im Interbankenmarkt begründet, heißt es im Quartalsbericht der BIZ. Dort leihen sich die Institute gegenseitig Geld – wenn dieser Handel ins Stocken gerät, ist das ein klares Signal für steigendes Misstrauen.

Auch die Liquiditätsoffensive der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Bankensektor mit günstigen Krediten im Volumen von einer Billion Euro überzog, hat nach Einschätzung der BIZ nur zwischenzeitlich für Entspannung an den Märkten sorgen können. "Der Optimismus nach dem zweiten längerfristigen Refinanzierungsgeschäft der EZB ist Zweifeln am Wachstum der Weltwirtschaft und an der Finanzlage einiger Länder und Banken des Euroraums gewichen", heißt es in dem Bericht.

Besonders Banken in der Euro-Zone sind von der Entwicklung betroffen. Dem Bericht zufolge wurden die internationalen Kredite an Geldhäuser im Euro-Währungsraum im vierten Quartal um 364 Milliarden Euro reduziert. Die stärksten Rückgänge erlitten Spanien und Italien , wo die Geldzuflüsse um 46 beziehungsweise 57 Milliarden Euro zurückgingen. Die Risikoaufschläge für spanische Schuldverschreibungen haben zuletzt Höchststände erreicht. Internationale Bankkredite nach Griechenland sind innerhalb der letzten zwei Jahre um mehr als die Hälfte verringert worden.