BEREröffnungstermin für Berliner Großflughafen droht erneut zu kippen

"Völliges Chaos" beim Bau des Berliner Flughafens droht den neuen Eröffnungstermin zu gefährden. Insider bezweifeln, dass die Brandschutzanlage jemals funktionieren wird.

Am künftigen Berliner Großflughafen "Willy Brandt"

Am künftigen Berliner Großflughafen "Willy Brandt"

Die Serie der Pannen und Peinlichkeiten scheint kein Ende zu haben. Eigentlich sollte der neue Berliner Airport schon Anfang Juni in Betrieb gehen. Anfang Mai aber verschob die Betreibergesellschaft die Eröffnung auf März 2013, weil es beim Brandschutz Probleme gegeben haben soll. Ein Zeitplan, der auf jeden Fall genug Puffer für alle möglichen Unwägbarkeiten bieten sollte. Doch nun wankt auch dieser Termin. "Der vergangene Monat war verlorene Zeit. Es herrscht weiterhin völliges Chaos", sagte ein Manager, der bei einer am Bau der Brandschutzanlage beteiligten Firmen arbeitet, dem Tagesspiegel.

Als Hauptursache wurden wieder Probleme beim Brandschutz genannt. Bis zum 18. Dezember soll der Flughafen technisch abnahmefähig sein. Deswegen hatten die Firmen Imtech, Siemens, Bosch und T-Systems, die Zulieferer für die Anlage sind, dem Flughafen laut Tagesspiegel eine Frist bis Mitte Juni gesetzt. Bis dahin müssten alle erforderlichen Planungsunterlagen "abschließend und fehlerfrei" übermittelt werden, sonst sei der neue Zeitplan nicht zu halten, hatten sie verlangt.

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50.000 Pläne für die Baufirmen

"Der Termin ist akut gefährdet und damit auch die Eröffnung im März", heißt es nun aus einer der Firmen. "Die Signale sind nicht gut. Wir wissen nach wie vor nichts." Hinzu komme, dass der Brandschutz so kompliziert geplant ist, dass selbst Profis grundsätzliche Zweifel kämen. "Es stellt sich die Frage, ob die Entrauchungsanlage jemals funktionieren wird", sagte der Insider.

Derzeit sichten Mitarbeiter des Flughafens die Akten, die das gekündigte Planungsbüro GMP hinterließ – insgesamt etwa 50.000 Pläne. "Wir übergeben den Baufirmen derzeit die Pläne für die Brandschutzanlage und stimmen die Details ab", sagte Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel. Das soll noch am Freitag geschehen.

Eine Siemens-Sprecherin sagte, dann prüfe man diese Papiere zunächst. Vermutungen, der Aufsichtsrat könne den Termin auf seiner Sitzung am kommenden Freitag erneut verschieben, nannte der Flughafen-Sprecher Spekulationen. "Der Zeitplan bis zur Eröffnung am 17. März 2013 steht, er ist mit den Baufirmen abgestimmt", sagte Kunkel.

 
Leserkommentare
  1. Zitat:..."Wir übergeben den Baufirmen derzeit die Pläne für die Brandschutzanlage und stimmen die Details ab"...
    ####
    Bei solchen Projekten rächt es sich, das die o.a. Firmen nicht mehr mit eigenen Leuten die Arbeiten ausführren sondern als Generalunternehmen diese Arbeiten an Fremdfirmen weitergeben.
    .
    Planen UND ausführen kann ich nur mit Erfahrung, einem Stamm von guten Mitarbeiter UND kurzen Kommunikationswegen!
    .
    Aber Mitarbeiter sind ja nur ein Kostenfaktor!
    .
    Kopfschüttelnde Greusse
    Sikasuu

    10 Leserempfehlungen
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    Das haben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Wahrscheinlich wurde mit den üblichen Bietverfahren zwar der billigste Planer ausgewählt, der aber am Ende alle Beteiligten "teuer zu stehen kommen wird"...nach meiner Kenntniss ist dieses Büro ja schon von allen Aufgaben entbunden.

    Hinzu kommt das von Ihnen beschriebene Verästelungssystem ohne zuverlässige Schnittstellen etc.. So läuft dann ein Zeitplan sehr schnell völlig aus dem Ruder und die Kosten explodieren.

    Es waren wohl weniger die Ingineure die falsch gebaut haben, sondern eher Planer, die meinten alles besser zu wissen als die Praktiker und nur nach Kosten entschieden haben und nicht nach realistischer Funktionalität, Stichwort Brandschutz.
    Fazit: "billig kann sehr teuer werden"

    Diese Ueberschrift ist etwas ironisch gemeint. Dass nun solche Pannen in dem Ingenieur-Land schlechthin passieren, muss uns was zu denken geben.
    Mit dem feuern den einen oder anderen Manager ist das Grossproblem bei weitem noch lange nicht geloest. Ich neige dazu den Foristen zu glauben, der meint, dass die etwas kleineren Firmen, die mit der Ausfuehrung der Arbeiten beauftragt wurden nicht genuegend ueber wirklich qualifiziertes Personal verfuegen.

    Diese Ueberschrift ist etwas ironisch gemeint. Dass nun solche Pannen in dem Ingenieur-Land schlechthin passieren, muss uns was zu denken geben.
    Mit dem feuern den einen oder anderen Manager ist das Grossproblem bei weitem noch lange nicht geloest. Ich neige dazu den Foristen zu glauben, der meint, dass die etwas kleineren Firmen, die mit der Ausfuehrung der Arbeiten beauftragt wurden, nicht genuegend ueber wirklich qualifiziertes Personal verfuegen.

    Das haben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Wahrscheinlich wurde mit den üblichen Bietverfahren zwar der billigste Planer ausgewählt, der aber am Ende alle Beteiligten "teuer zu stehen kommen wird"...nach meiner Kenntniss ist dieses Büro ja schon von allen Aufgaben entbunden.

    Hinzu kommt das von Ihnen beschriebene Verästelungssystem ohne zuverlässige Schnittstellen etc.. So läuft dann ein Zeitplan sehr schnell völlig aus dem Ruder und die Kosten explodieren.

    Es waren wohl weniger die Ingineure die falsch gebaut haben, sondern eher Planer, die meinten alles besser zu wissen als die Praktiker und nur nach Kosten entschieden haben und nicht nach realistischer Funktionalität, Stichwort Brandschutz.
    Fazit: "billig kann sehr teuer werden"

    Diese Ueberschrift ist etwas ironisch gemeint. Dass nun solche Pannen in dem Ingenieur-Land schlechthin passieren, muss uns was zu denken geben.
    Mit dem feuern den einen oder anderen Manager ist das Grossproblem bei weitem noch lange nicht geloest. Ich neige dazu den Foristen zu glauben, der meint, dass die etwas kleineren Firmen, die mit der Ausfuehrung der Arbeiten beauftragt wurden nicht genuegend ueber wirklich qualifiziertes Personal verfuegen.

    Diese Ueberschrift ist etwas ironisch gemeint. Dass nun solche Pannen in dem Ingenieur-Land schlechthin passieren, muss uns was zu denken geben.
    Mit dem feuern den einen oder anderen Manager ist das Grossproblem bei weitem noch lange nicht geloest. Ich neige dazu den Foristen zu glauben, der meint, dass die etwas kleineren Firmen, die mit der Ausfuehrung der Arbeiten beauftragt wurden, nicht genuegend ueber wirklich qualifiziertes Personal verfuegen.

  2. "Der Zeitplan bis zur Eröffnung am 17. März 2013 steht, er ist mit den Baufirmen abgestimmt", sagte Kunkel.

    "Mit den Baufirmen abgestimmt" war der vorige Termin (Juni 2012) auch. Das bedeutet letztlich gar nichts. Neu ist, dass man jetzt schon ein Dreivierteljahr im Voraus absehen kann, dass der Termin wackelig ist und nicht erst ein paar Wochen vor der geplanten Eröffnung...

    Eine Leserempfehlung
    • Chilly
    • 15.06.2012 um 13:02 Uhr

    "Berliner" eh nichts auf die Reihe bekommen, ist es für durchaus ernstzunehmende Unternehmen wie Siemens oder T-Systems (eine Tochter der Telekom) etc. relativ einfach, Verantwortung auf die Loser vom Flughafen Berlin-Brandenburg abzuwälzen. Es mag durchaus sein, dass im vergangenen Monat seit der Absage der Eröffnung nicht viel gelaufen ist. Immerhin wurde der Planungschef Körtgen geschasst und auch der Generalplaner in die Wüste geschickt. Das braucht ein wenig.

    Andererseits gibt es durchaus ernsthafte Hinweise, das der Termin im März 2013 bewusst gewählt wurde, da kurz danach eine Kulanzfrist von 18 Monaten abläuft, die wohl in den (meisten) Mietverträgen mit Nutzern des Flughafens vereinbart wurde (gerechnet ab der ursprünglich für Ende Oktober 2012 geplanten Eröffnung). Wenn diese Information zutreffend sein sollte, wären bislang Entschädigungen außerhalb einer Rechtspflicht und letztlich Großzügigkeit des Flughafens. Käme man mit der Eröffnung nun doch noch über diesen Zeitpunkt hinaus, könnte es richtig teuer werden. Da hier jeder Beteiligte massive Eigeninteressen hat, traue ich eigentlich keinem mehr. Wichtig wäre, dass die Aufsichtsräte sich endlich eine Unterstützungstruppe organisieren aus ihren Verwaltungen, die dem Flughafen wirklich ernsthaft auf die Finger schaut.

    CHILLY

    4 Leserempfehlungen
  3. Warum vertraut man solche Bauvorhaben immer wieder denselben Unternehmen an, die ja nun durchaus nicht nur einmal die Chance hatten? Es gibt durchaus Baukonzerne, die es schaffen, schneller und billiger als geplant fertigzustellen. Das sind dann natürlich Unternehmen aus Ländern, die im Index von Transparency International besser dastehen. Vielleicht sind wir doch ein zu südliches Land mit zuviel Sonnenschein, als dass man hier etwas wie die Oper in Oslo hinbekommt.

    3 Leserempfehlungen
  4. Fleiß und Disziplin ;-)

    Ich empfehle einen Blick in das Buch:

    http://www.amazon.de/dp/3...

  5. ICE3, Elbphilharmonie, Leipziger U-Bahn, Toll-Collect, Großflughafen Berlin-Brandenburg

    3 Leserempfehlungen
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    • bayert
    • 15.06.2012 um 13:34 Uhr

    und die Versprechungen der Führungsebene aus.

    U-Bahnbau in Köln, inklusive Einsturz des Stadtarchivs und, Jahre vorher, Beinaheumsturz eines Kirchturms.

    Das Problem sind doch wohl am ehesten die Ausschreibungen und die Angebote, die daraus resultieren - die Unternehmen werden in einen Wettbewerb gedrängt, den der gewinnt, der am billigsten und unrealistischsten plant. Dazu gehören natürlich immer zwei - der, der ausschreibt, und der, die unrealistischen Angebote macht. Aber da sollte man weniger bei den Ingenieuren, sondern im Management der Unternehmen nachfragen. Dort hat sich eben der "wir bekommen alles hin, wenn wir nur wollen"-Blick durchgesetzt, der einem ja gerne verkauft wird. Aber halt leider zu unrealistischen Annahmen führt.

    • bayert
    • 15.06.2012 um 13:34 Uhr

    und die Versprechungen der Führungsebene aus.

    U-Bahnbau in Köln, inklusive Einsturz des Stadtarchivs und, Jahre vorher, Beinaheumsturz eines Kirchturms.

    Das Problem sind doch wohl am ehesten die Ausschreibungen und die Angebote, die daraus resultieren - die Unternehmen werden in einen Wettbewerb gedrängt, den der gewinnt, der am billigsten und unrealistischsten plant. Dazu gehören natürlich immer zwei - der, der ausschreibt, und der, die unrealistischen Angebote macht. Aber da sollte man weniger bei den Ingenieuren, sondern im Management der Unternehmen nachfragen. Dort hat sich eben der "wir bekommen alles hin, wenn wir nur wollen"-Blick durchgesetzt, der einem ja gerne verkauft wird. Aber halt leider zu unrealistischen Annahmen führt.

    • bayert
    • 15.06.2012 um 13:34 Uhr

    und die Versprechungen der Führungsebene aus.

    2 Leserempfehlungen
  6. losgeht desto länger können wir praktisch und ohne lange Anfahrt aus dem Westen der Stadt immer noch gerne über Tegel fliegen.

    Die Frage, die ich mir stelle ist, kann Tegel denn aktuell auch Brandschutz so wie dann im neuen Flughafen vorgesehen?

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