Handelsbeziehungen: Alle wollen China
Der Euro in der Existenzkrise, die USA politisch blockiert: In der Not werden die alten Machthaber der Welt zu Bittstellern in Peking.
© How Hwee Young - Pool/Getty Images

Chinas Premierminister Wen Jiabao mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso (r.) and EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (Archivbild)
Die Worte des Ministers aus Deutschland waren den chinesischen Staatszeitungen nicht einmal eine Randspalte wert. "Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass diese Direktinvestitionen schädlich wären", sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Und: "Sie sind gewollt, sie sind gewünscht".
Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein deutscher Minister öffentlich für Investitionen aus China warb. Und noch vor wenigen Jahren hätten die Fürbitten des Ministers den Chinesen geschmeichelt. Mittlerweile aber sind Röslers Worte für die Kader in Peking fast belanglos. Die ganze Welt buhlt schließlich um China.
Staatschefs, Unternehmer, Ökonomen, Wissenschaftler, Vertreter von großen internationalen Organisationen – sie alle stehen Schlange, um in Peking von hochrangigen Vertretern der chinesischen Regierung empfangen zu werden. Die größte Handelsnation und zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit Wachstumsraten von acht Prozent und mehr hat sich zu einer der meist umworbenen Nationen entwickelt.
Russlands damaliger und wieder neu ins Amt gewählte Präsident Wladimir Putin verbrachte seinen ersten großen Antrittsbesuch nicht in den USA, sondern in China. Dafür schwänzte er Mitte Mai sogar den G8-Gipfel auf Camp David. Die Weltbank trägt ihren alljährlichen Bericht zur Lage der Weltwirtschaft immer öfter in der chinesischen Hauptstadt vor. Und auch immer mehr internationale Großkonzerne halten ihre Versammlungen und Konferenzen demonstrativ in der Volksrepublik ab. Warum China so gefragt ist: Das Land hat Geld. Geld, das auf vielen anderen Teilen der Welt fehlt.
Am augenscheinlichsten wird das im Fall von Europa. Die Volksrepublik verfügt mit geschätzten 3,2 Billionen US-Dollar über die höchsten Devisenreserven der Welt. Die klammen Euro-Staaten hoffen auf Unterstützung bei der Lösung ihrer Staatsschuldenkrisen und bitten China um Hilfe. Die Zinsen von italienischen Anleihen überschritten zuletzt die kritische Marke von sechs Prozent, Spanien musste sogar ganz unter den EU-Rettungsschirm. Wie viele Staatsanleihen der Krisenstaaten China letztlich bereits gekauft hat, wird in China nicht bekannt gegeben. Zumindest verbal beteuert die Führung, dass sie ihr Vertrauen in die Zukunft des Euro keineswegs verloren hat und weiter auf die Euro-Staaten als Bündnis setzt.

Felix Lee ist China-Korrespondent der taz. Für ZEIT ONLINE bloggt er aus Peking über Wirtschaftspolitik und die chinesische Netzökonomie.
Schwerer haben es die krisengeplagten Banken in Europa. Dort hat die Flucht der chinesischen Finanziers bereits eingesetzt. Eine Reihe von großen chinesischen Banken erwirbt von europäischen Banken keine Derivate und Kreditausfallversicherungen mehr oder stößt sie ab. Betroffen sind nach Angaben des Wall Street Journals vor allem französische Banken wie die BNP Paribas, Crédit Agricole und die Société Générale. Ganz offensichtlich wollen die chinesischen Banken nicht noch einmal so große Verluste erleiden wie auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise 2008, als sie es vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman nicht rechtzeitig schafften, ihr Vermögen abzuziehen. Das soll sich in Europa nicht wiederholen.
In sehr viel größerer Kauflaune sind die Chinesen derzeit hingegen, wenn es um Firmenübernahmen geht. Der prominenteste Fall war Anfang des Jahres der Kauf des schwäbischen Betonpumpenherstellers Putzmeister durch Chinas größtes Baumaschinenunternehmen Sany. Seither geht in Deutschland die Angst vor einem Ausverkauf an die Chinesen um.
Siemens-Chef Peter Löscher weist zu Recht daraufhin, dass damit noch lange nicht zu rechnen sei. Momentan gebe es "krasse Missverhältnisse" in umgekehrter Richtung, sagt Löscher. Die deutsche Wirtschaft hat nach Angaben des Siemens-Chefs zwischen 2005 und 2010 rund 22 Milliarden Euro in China investiert. Private und staatliche Financiers aus China investierten im selben Zeitraum gerade einmal 775 Millionen Euro. Löscher ruft deshalb genauso wie Wirtschaftsminister Rösler dazu auf, Vorurteile und emotionale Vorbehalte gegenüber Investitionen aus Fernost abzubauen.




Nö, ich nicht.....und letztes Mal, als ich nachgeguckt habe, war ich auf der Welt...mir kann ein faschistoider Staat wie China gestohlen bleiben und ich würde dafür plädieren, dass diejenigen, die ihm den Aufstieg ermöglich haben und gleichzeitig die Deindustrialisierung des Westens förderten eine Karriere als Wanderarbeiter im ansonsten ehrwürdigen Reich der Mitte anstreben.
Vielleicht vergeht ihnen dann der neoliberale Unsinn...
... wer baut die noch mal? Ach ja, diese kleine Fahrzeugmanufaktur von Martin, 17 Millionen, Winterkorn. Siehe auch http://www.doppelpod.com/...
hat nur kein Selbstvertrauen und lässt sich vom angloamerikanischen Raum (um den es WIRKLICH schlecht steht) reinquatschen, bevormunden. Und China hängt ja wohl am Tropf der USA.
Und will mir mal jemand erklären womit die USA ihre 14-TAUSEND-MILLIARDEN Dollar Schulden begleichen will?
Ein Witz.
... wer baut die noch mal? Ach ja, diese kleine Fahrzeugmanufaktur von Martin, 17 Millionen, Winterkorn. Siehe auch http://www.doppelpod.com/...
hat nur kein Selbstvertrauen und lässt sich vom angloamerikanischen Raum (um den es WIRKLICH schlecht steht) reinquatschen, bevormunden. Und China hängt ja wohl am Tropf der USA.
Und will mir mal jemand erklären womit die USA ihre 14-TAUSEND-MILLIARDEN Dollar Schulden begleichen will?
Ein Witz.
von Waren aus China so hoch mit Zoll zu belegen wie es die USA gemacht hat in den Fällen der paralelen Eigenproduktion im Land ist sicherlich keine weise Entscheidung die dazu nutzt die weltweiten Möglichkeiten des Handels fair zu fördern.
Das die Wettbewerbsfähigkeit bei verschiedenen Produkten bedingt durch gündstigere Fertigung oder mehr Nähe zu den Rohstoffen nicht vorhanden ist erkennen wir doch bereits seit mehr als 30 Jahren und kommen damit klar.
Nach den Prognosen von vor zwanzig Jahren würden in Deutschland heute nur noch asiatische Fahrzeuge auf unseren Straßen fahren, doch dazu kam es auch nicht weil die Bedingungen der Produktion zwischenzeitlich auch erheblich gestiegen sind.
Dann schauen sie sich mal die Liste der Zulieferer deutscher Automobile an :P Da ist inzwischen auch 50% aus China.
Dann schauen sie sich mal die Liste der Zulieferer deutscher Automobile an :P Da ist inzwischen auch 50% aus China.
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haben die Demokraten noch die Kommunisten bekämpft, jetzt stehen sie Schlange.
Ist der Kommunismus wirklich die Rettung für den Euro/für Europa.
Fragen über Fragen?
sollten Sie entweder Ihren Sozialkundelehrer ruegen oder Ihr, mittlerweile ueberholtes, Wissen auf den neuesten Stand bringen.
Vielleicht vermengen Sie auch nur Wirtschafts- mit Regierungsform.
China hat dem Westen einiges voraus: vor allem die Einsichten des Meisters Kong.
Der hat davor gewarnt, Ideologien dazu zu benutzen sich selbst im Wege zu stehen. Entsprechend flexibel reagierte das Reich der Mitte zumeist in seiner langen Geschichte. Gut, Mao war ein Spinner, aber dessen Kommunismus hat man sehr schnell gegen eine pragmatischere Form des Wirtschaftens ausgetauscht: den Turbokapitalismus ohne Rücksicht auf solchen Schnickschnack wie Menschenrechte oder dem Ziel einer gerechteren Gesellschaft.
Statt dessen, wurde die Devise ausgegeben: "Zuerst reich zu werden ist aller Ehren wert.".
Und dazu bediente man sich der Erfahrungen des "Klassenfeindes"....man überschwemmte den Westen mit billigem Plunder, der Westen meinte er sei extra schlau und zeigte den Chinesen, wie sie den Plunder richtig herstellen und nannte das dann Outsourcing der Produktion von Konsumgütern. Die Anlagen hierfür, lieferte man gleich mit.
Natürlich ist die Akkumulation von Kapital in einem autoritären Staat ungleich einfacher und schon bald saß man in China auf einem Berg (nein, der Fuji ist in Japan!) aus grünen Scheinchen.
Die braucht der Westen nun um weiter Konsumgüter aus China importieren zu können als Darlehen zurück.
sollten Sie entweder Ihren Sozialkundelehrer ruegen oder Ihr, mittlerweile ueberholtes, Wissen auf den neuesten Stand bringen.
Vielleicht vermengen Sie auch nur Wirtschafts- mit Regierungsform.
China hat dem Westen einiges voraus: vor allem die Einsichten des Meisters Kong.
Der hat davor gewarnt, Ideologien dazu zu benutzen sich selbst im Wege zu stehen. Entsprechend flexibel reagierte das Reich der Mitte zumeist in seiner langen Geschichte. Gut, Mao war ein Spinner, aber dessen Kommunismus hat man sehr schnell gegen eine pragmatischere Form des Wirtschaftens ausgetauscht: den Turbokapitalismus ohne Rücksicht auf solchen Schnickschnack wie Menschenrechte oder dem Ziel einer gerechteren Gesellschaft.
Statt dessen, wurde die Devise ausgegeben: "Zuerst reich zu werden ist aller Ehren wert.".
Und dazu bediente man sich der Erfahrungen des "Klassenfeindes"....man überschwemmte den Westen mit billigem Plunder, der Westen meinte er sei extra schlau und zeigte den Chinesen, wie sie den Plunder richtig herstellen und nannte das dann Outsourcing der Produktion von Konsumgütern. Die Anlagen hierfür, lieferte man gleich mit.
Natürlich ist die Akkumulation von Kapital in einem autoritären Staat ungleich einfacher und schon bald saß man in China auf einem Berg (nein, der Fuji ist in Japan!) aus grünen Scheinchen.
Die braucht der Westen nun um weiter Konsumgüter aus China importieren zu können als Darlehen zurück.
freiheitliche Demokratien im Westen biedern sich mit der größten Dikatatur an. Und wie!
Wo blieben denn unsere Vorteile der "sozialen Marktwirtschaft"? Sie hätte uns doch so viele Vorteile und den Wohlstand für "alle" bringen sollen?
Statt dessen mutieren auch westliche Demokratien langsam zu Armenhäusern. Und zur Unfreiheit und Dikatatur ist der Weg dann auch nicht mehr weit. Siehe Griechenland oder Ungarn.
... komplizierter sein, als berichtet. Es ist zwar richtig, dass die Europäer schon immer die Wege nutzten, die die Amis ebneten. Dennoch ist es erstaunlich, dass die USA für eine nichtamerikanische Firma ins Feld geht. Oder produziert Solar World in den USA, wird an der dortigen Börse gehandelt ....
Dennoch ist es erstaunlich, dass die USA für eine nichtamerikanische Firma ins Feld geht. Oder produziert Solar World in den USA, wird an der dortigen Börse gehandelt ....
SolarWorld ist nicht nichtamerikanisch. SolarWorld wurde Ende der 1970er in den USA gegründet und stellt dort selbstverständlich auch PV-Anlagen her. Die deutsche SolarWorld war anfangs nur ein Händler der Produkte, die aus den USA kamen, und stellte erst später selbst her.
Dennoch ist es erstaunlich, dass die USA für eine nichtamerikanische Firma ins Feld geht. Oder produziert Solar World in den USA, wird an der dortigen Börse gehandelt ....
SolarWorld ist nicht nichtamerikanisch. SolarWorld wurde Ende der 1970er in den USA gegründet und stellt dort selbstverständlich auch PV-Anlagen her. Die deutsche SolarWorld war anfangs nur ein Händler der Produkte, die aus den USA kamen, und stellte erst später selbst her.
sollten Sie entweder Ihren Sozialkundelehrer ruegen oder Ihr, mittlerweile ueberholtes, Wissen auf den neuesten Stand bringen.
Vielleicht vermengen Sie auch nur Wirtschafts- mit Regierungsform.
China hat die größte Bevölkerung, immense Industriekapazitäten, die größten Währungsreserven, bald auch den größten Binnenmarkt und im Moment die professionellste, wenn auch nicht demokratisch legitimierte, Regierung. Henry Kissinger hat zu Recht bemerkt, dass während der letzten 20 Jahrhundete, mit Ausnahme des 19. und 20. Jahrhunderts, China das wirtschaftlich und kulturell führnde Land war und dabei ist an seinen alten Platz zurückzukehren.
Dass Europa und die USA jetzt China um Hilfe anflehen, bezeugt diesen historischen Prozess der Wiederherstellung Chinesischer Hegemonie. Ob das für Europa jetzt wirklich gut ist, steht auf einem anderen Papier.
Dann besteht ja noch Hoffnung für Griechenland und Italien, die über Jahrtausende kulturell, politisch und wirtschaftlich Europa beherrschten.
Griechenland ab etwa 330 v. Chr bis 1204.....Rom ab, na sagen wir, 200 v. Chr. bis etwa 400 n. Chr.
Die anderen Fakten stimmten aber.....und ja, es wäre alles gut und richtig, wenn China mit den gleichen Maßstäben in den Wettbewerb träte....tut es aber nicht.
Dann besteht ja noch Hoffnung für Griechenland und Italien, die über Jahrtausende kulturell, politisch und wirtschaftlich Europa beherrschten.
Griechenland ab etwa 330 v. Chr bis 1204.....Rom ab, na sagen wir, 200 v. Chr. bis etwa 400 n. Chr.
Die anderen Fakten stimmten aber.....und ja, es wäre alles gut und richtig, wenn China mit den gleichen Maßstäben in den Wettbewerb träte....tut es aber nicht.
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