EnergiepolitikDer Energiewende fehlt das Preisschild

Die Bundesregierung lobt die Energiewende. Öffentlich herrscht Harmonie zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium. Nur über die Kosten will niemand reden. von 

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), links, und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), links, und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)  |  © Wolfgang Kumm/dpa

Schließt man die Augen, könnte man meinen, da stehe nicht der Umwelt-, sondern der Wirtschaftsminister. Bundesumweltminister Peter Altmaier ( CDU ) hat sich an diesem Morgen in den Eichensaal des Bundeswirtschaftsministerium gewagt – in das Ministerium also, das in den vergangenen Monaten so oft genau das Gegenteil dessen gefordert hat, was das Bundesumweltministerium wollte. 

Altmaier soll heute Bilanz ziehen; Ein Jahr Energiewende heißt die Fachtagung, auf der er spricht. Vor genau einem Jahr hat die schwarz-gelbe Bundesregierung nach dem Atomunglück von Fukushima den Atomausstieg und den langfristigen Umbau der Energiewirtschaft beschlossen. Es ist Zeit für eine erste öffentliche Zwischenbilanz. Altmaier will über die Chancen sprechen, welche die Energiewende Deutschland biete.

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In seiner Rede ist wenig zu hören von Offshore-Windrädern und Solarkürzungen. Stattdessen spricht der Minister von Versorgungssicherheit, von bezahlbarer Energie, vom Wirtschaftsstandort Deutschland und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland baue die Erneuerbaren Energien zwar radikal aus, sagt er. Zugleich seien auch effiziente Gas- und Kohlekraftwerke nötig. Er glaube nicht, dass Deutschland sich auf Dauer eine parallele Versorgungsstruktur von erneuerbaren und fossilen Energiequellen leisten könne.

Der klassische Konflikt zwischen Wirtschaft und Umwelt sei doch überholt , betont Altmaier: Die Wirtschaft müsse ökologischer und nachhaltiger werden, um zu bestehen; die Umweltpolitik dagegen marktwirtschaftlicher. Altmaier klingt versöhnlich. Er betont, dass er mit allen Akteuren reden wolle. Im übrigen hätten er und sein Amtskollege, Wirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ), offiziell beschlossen, "dass wir uns mögen".

Altmaier betont Grünes Wachstum

Ihm ist es ein Anliegen, das Verhältnis zwischen den beiden Ministerien zu verbessern. Im Umweltministerium die naiven Gutmenschen, im Wirtschaftsministerium die harte Wirtschaftslobby – so lautet das Klischee. Das will Altmaier ändern. Lächelnd laufen er und Rösler nebeneinander den Mittelgang durchs Publikum, tuscheln vertraut. "Wir geben das Versprechen, dass wir an einem Strang ziehen werden", sagt der Umweltminister in seiner Rede.

Der liberale Wirtschaftsminister hat dagegen eine klare Agenda, die er an diesem Tag loswerden will. "Die Energiewende ist auf einem guten Weg", betont er mehrmals. Rösler will eine ehrlichere Debatte über die Kosten der Energiewende und warnt vor zu viel Planwirtschaft . Es werde nicht funktionieren, wenn der Staat anfange, Kraftwerke und Stromnetze zu bauen.

Auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das jedem Ökostromproduzenten eine bestimmte Vergütung via Umlage garantiert, müsse neu bewertet werden. "Da müssen wir uns tief in die Augen schauen und fragen: Wollen wir das wirklich bezahlen, oder wollen wir Mechanismen im System ändern?" Es sind die bekannten Positionen des FDP-Ministers: Er ist für weniger Staat und mehr Markt.

Röslers Rede zeigt, wie unterschiedlich Wirtschafts- und Umweltministerium ticken – trotz aller gegenteiligen Beteuerungen. Vor allem die Debatte über die Förderung der erneuerbaren Energien , auf die Rösler anspielt, zeigt: Nach einem Jahr Energiewende ist von der ursprünglichen Euphorie in der Bundesregierung wenig geblieben. 

Leserkommentare
  1. 41. klasse!

    @TDU das klingt für mich nach
    "Ich mach was ich will und meine Kindeskinder müssen das dann halt ausbügeln"
    Schön die Verantwortung auf die nächste Generation schieben, tolle Idee. Wirklich, wo wären wir wenn jeder so denken würde? =)

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    Das kann man aber auch genau anders herum sehen: Wir fahren im Moment ein wenig nachhaltiges Konzept, welches meine Kinder direkt zu spüren bekommen: Während in Süddeutschland reine Solarstadel gebaut werden, fehlt in Berlin das Geld um die Dächer der Schulen zu sanieren. Wir hauen 120 Milliarden für 3% nicht regelbarer PV raus, aber an den Universitäten fehlt das Geld für Ausbildung und Forschung.
    Was bringt es denn immer für die nächsten 100 Generationen zu planen, wenn wir die nächste Generation schon vor unlösbare Probleme stellen? Wie ist das denn mit den neuen Gaskraftwerken? Woher kommt das Gas? Ist es nicht etwas naiv zu glauben, dass die Russen unsere Abhängigkeit nicht zu ihrem Vorteil nutzen?
    Es tut mir leid: Je weiter wir in die Zukunft projizieren, desto geringer wird unsere Verantwortung. Ich muss die Probleme meiner Generation lösen und meine Kinder die Möglichkeit einer Lösung ihrer Probleme gewährleisten.

    @Necronomica! Sie werden es nicht glauben, aber Kinder bleiben nicht ewig Kinder, sondern werden zu Erwachsenen, die selbst verantwortlich handeln.Ihre Enkel werden Ihnen schon 2050 sagen wo es langgeht, wenn Sie im
    Altersheim hocken. Das ist der Lauf der Dinge, Sie werden ihre Probleme so lösen, wie sie es dann für richtig halten. Das brauchen Sie ihnen nicht heute schon abnehmen, vor allem nicht, wenn Sie Dankbarkeit als Gegenleistung erwarten.

  2. 1. Die Energiewende ist ein Teil einer umfassenden Reorganisation der Volkswirtschaft - hin zu einer effizienten Kreislaufwirtschaft mit einer hohen Recyclingrate.

    2. Die Energiewende kennt kein realistisches Wort Case Szenario - notfalls muss, wie in anderen Bereichen auch, ein Teil der Investitionen abgeschrieben werden.

    Der Gegenwert ist auf jeden Fall höher als zerfallene Holzhäuser in US Vorstädten, die durch das deutsche Versicherungs- und Bankensystem finanziert wurden.

    3. Energiepreise, sind wie alle Rahmenbedingungen, politische Kuppelprodukte - besonders deutlich kann dies in China gesehen werden - der Staat kann mit günstigen Krediten, Regelungen im Bankensektor oder einem staatl. Bankensystem, Steuern etc. massiv die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beeinflussen.

    Sollten die Energiepreise in D. zu hoch sein, kann die Energiewende auch aus allg. Steuereinnahmen finanziert werden. Insgesamt ist es einfach eine Illusion, dass Märkte die Preise frei von nat. / internationalen Rahmenbedingungen setzen. Frankreich z.B. subventioniert indirekt den Strom aus KKW durch Laufzeit, Versicherungs und Endlagerregelungen.

    4. Die Energiewende schließt keine neuen Technologien wie die kalte Fusion oder Thoriumkraftwerke aus. Es ist eine Absicherungsstrategie - die Auswirkungen sind schwer zu fassen - ev. haben viele Marktakteure, z.B. die OPEC ihre Strategien bereits angepasst - nur weil wir diese Strategie verfolgen. Eine Versicherung nutzt auch ohne konkreten Schaden

  3. Es ist für mich sehr schwierig nachzuvollziehen was sie da schreiben, da es sehr dicht ist und mir einfach der Zusammenhang fehlt. Auch wenn ich z.T. fundamentale Kritik am herrschenden Wirtschaftssystem nachvollziehen kann, so denke ich nicht das wir es durch die EE wesentlich ändern werden. Im Gegenteil: Der ganze PV-Boom war doch eine Geschichte, bei welcher sich die Banken die Hände gerieben haben: Sie konnten Kredite vergeben, welche weitestgehend durch das EEG abgesichert sind. Abgeschrieben sind die Anlagen aber lange noch nicht, weil wir die nächsten 20 Jahre dafür zahlen. Wo haben bitte die EE damit was an unserer Art des Wirtschaftens geändert.
    Übrigens sehe ich eine Sache genau wie sie: Solang eine vernünftige Netzintegration möglich ist, sollte man ruhig EE einsetzen, auch wenn sie relativ teuer sind. Wir müssen in Zukunft von fossilen Brennstoffen weg und dafür müssen die EE weiterentwickeln werden. Nur leider sind wir weit über das Ziel hinausgeschossen, so dass heute eine problemlose Integration nicht mehr möglich ist. Nachdem wir EE übersubventioniert haben, müssen zukünftig die Schattenkraftwerke subventioniert werden. Es wurde damit eine volkswirtschaftlich fatale Subventionsspirale in Gang gesetzt, welche wir uns einfach nicht leisten können.
    Abstatt das Geld für Forschung und gezielte Förderung auszugeben, wurde mit dem EEG das Geld mit der Gießkanne verteilt und es hat sich ein entsprechender Wildwuchs gebildet.

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    Danke für Ihren Kommentar!

    Am einfachsten kann man meine Übeerlegungen anhand einer linearen Maschine verdeutlichen:

    Sie haben Inputfaktoren - einen Verarbeitungsprozess - und einen Output.

    In der Volkswirtschaftsmaschine sind das Arbeitsstunden, "Kapital" in Form von Maschinen, Boden und Ressourcen --> diese werden verarbeitet --> ein Output wird prodziert

    Autos, Häuser, Medizin, Lebensmittel etc.

    Historisch gab es 3 Formen von Gesellschaften:
    1) Jäger und Sammler
    2) Nomaden mit Viehherden
    3) Sesshaffte Landnutzung

    In jeder dieser Gesellschaften wurde der Output genutzt um das System zu erhalten. Volkswirtschaftliches Sparen war kaum möglich - Nahrungsmittel können nicht gelagert werden und Pyramiden stellen keine Verbesserung des Produktionsprozesses dar.

    Die jährliche Produktion war daher rel. konstant und Abhängig von der Bodenfruchtbarkeit, dem Wetter und dem Einsatz an Arbeitsstunden. Die Ernte wurde hauptsächlich zur Ernährung der Familie verwendet, es wurden Speicher angelegt für den Winter und die Ernte war zum Teil wieder das Saatgut.

    Insgesamt besschäftigten sich 90+% der Bevölkerung mit der Produktion von Nahrungsmittel und bis auf 1% war der Rest mit der Wartung und Aufrechterhaltung der Strukturen beschäftigt. Wachstum und Fortschritt war in diesem System kaum vorhanden. Wobei es mehr Freizeit gab als heute angenommen - mehr investierte Arbeit produzierte nicht mehr Ertrag auf den Feldern.

  4. die Struktur der Helmholtz-Gemeinschaft betreffend. Wenn diese Gesellschaft in der Asse Milliardenschäden produziert hat, ist der Ruf eben ruiniert, ganz ohne Sippenhaft. Wäre Helmholtz ein Privatunternehmen, wäre es pleite. So viel zur Inkompetenz in der Endlagerfrage. Wobei sich nicht alle bei Helmholtz schämen müssen.
    Zu Ihrer Einschätzung der obsoleten Kernenergie: „In Deutschland ja, (aber nur) für die heutige Generation“ spricht einiges dagegen. Siemens steigt aus, RWE steigt in Großbritannien aus, Areva geht finanziell am Stock, Flamanville geht nicht voran, Olkiluoto 3 kommt nicht voran. In den Niederlanden stoppte der Betreiber des KKW Borssele den Weiterbau, wegen einer „Kombination aus Finanzkrise, hohen Investitionskosten und Überkapazitäten auf dem Strommarkt“. Betriebswirtschaft also stoppt die Renaissance der Kernkraft. Gut zu wissen.
    Eigentlich interessiert mich nur eines: Stimmt es für mich und meinen Betrieb, was „Vertreter der Wirtschaft“ aktuell in den Medien posaunen, dass die Energiewende nicht bezahlbar ist und Arbeitsplätze kostet? Die Antwort ist: Nein

    Antwort auf "Das Karlsruher KIT"
  5. Das kann man aber auch genau anders herum sehen: Wir fahren im Moment ein wenig nachhaltiges Konzept, welches meine Kinder direkt zu spüren bekommen: Während in Süddeutschland reine Solarstadel gebaut werden, fehlt in Berlin das Geld um die Dächer der Schulen zu sanieren. Wir hauen 120 Milliarden für 3% nicht regelbarer PV raus, aber an den Universitäten fehlt das Geld für Ausbildung und Forschung.
    Was bringt es denn immer für die nächsten 100 Generationen zu planen, wenn wir die nächste Generation schon vor unlösbare Probleme stellen? Wie ist das denn mit den neuen Gaskraftwerken? Woher kommt das Gas? Ist es nicht etwas naiv zu glauben, dass die Russen unsere Abhängigkeit nicht zu ihrem Vorteil nutzen?
    Es tut mir leid: Je weiter wir in die Zukunft projizieren, desto geringer wird unsere Verantwortung. Ich muss die Probleme meiner Generation lösen und meine Kinder die Möglichkeit einer Lösung ihrer Probleme gewährleisten.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "klasse!"
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    Ihre Betrachtung macht natürlich erst mal Sinn. Die Motivation, nicht die Probleme der nächsten 100 Generationen _jetzt_ zu lösen, macht sicher auch Sinn, denn wer weiß, was unsere Ur-Ur-Ur.... Enkel wirklich drücken wird.

    Umgekehrt ist es aber unverantwortlich zu sagen, wir verbrennen JETZT das letzte Erdöl, Erdgas, blasen Unmengen CO2 in die Atmosphäre, häufen abgebrannten Kernbrennstoff an, lassen einige Regionen (durch GAU) verstrahlen und konzentrieren uns darauf, die Erde zumibdest noch die nächsten 50 Jahre bewohnbar zu halten, alles spätere sehen wir uns sowieso von unterhalb der Grasnarbe an.

    Denn dann müssen unsere Enkel nicht _ihre_ Probleme lösen, sondern halsen ihnen _unsere_ Probleme auf. Und DAS ist nicht verantwortlich.

    mit Ihrer Analyse des Teilproblems.

    Die Energiewende würde in einer Subsistenzwirtschaft, "die Quasi von der Hand in den Mund", lebt, keinen Sinn ergeben.

    In einer Gesellschaft die zuviel produziert und endliche Ressourcen verbraucht ist es allerdings eine sinnvolle Absicherungsstrategie.

    Sie erschaffen eine Option B der Energieerzeugung.

    Wenn Sie die aktuellen Europa- und Schuldenprobleme betrachten, ist es doch nicht so, dass keine Ressourcen vorhanden wären. Schauen Sie in jedem x-beliebigen Supermarkt vorbei - die Lager quillen über.

    Die Volkswirtschaftsinterne Verteilung ist ein Teilproblem und die internationale Verteilung.

    Wenn die BRD verschuldet ist, dann ist dies nur eine Zahl in einem Computer. Wenn die BRD morgen keinen Cent zurück zahlt, muss keiner deswegen verhungern/sterben.

    Das zweite Problem ist die int. Wettbewerbsfähigkeit - wobei die "Kosten" hier nur ein kleines Problem darstellen. Wenn die Kosten für den Strompreis steigen, kann dies in den meisten Fällen durch eine geringere Entlohnung im Personalkostenblock oder anderen Blöcken kompensiert werden.

    Jeder Standort weist unterschiedlichste Kosten auf. Trotzdem gibtes Fabriken überall auf der Welt.

    Nur nicht mehr in eingen Ländern wie Griechenland. Die Bedingungen dort sind so Katastrophal, dass niemand mehr dort produzieren möchte. Auch weg. dem Bildungsstand, der Arbeitsmoral den Strukturen, dem €

    Alle Lä müssen Rohst. imp., daher ist d. Wettbe Fäh so wichtig, EE e. Lösung -> Import.Subs.

  6. Ihre Betrachtung macht natürlich erst mal Sinn. Die Motivation, nicht die Probleme der nächsten 100 Generationen _jetzt_ zu lösen, macht sicher auch Sinn, denn wer weiß, was unsere Ur-Ur-Ur.... Enkel wirklich drücken wird.

    Umgekehrt ist es aber unverantwortlich zu sagen, wir verbrennen JETZT das letzte Erdöl, Erdgas, blasen Unmengen CO2 in die Atmosphäre, häufen abgebrannten Kernbrennstoff an, lassen einige Regionen (durch GAU) verstrahlen und konzentrieren uns darauf, die Erde zumibdest noch die nächsten 50 Jahre bewohnbar zu halten, alles spätere sehen wir uns sowieso von unterhalb der Grasnarbe an.

    Denn dann müssen unsere Enkel nicht _ihre_ Probleme lösen, sondern halsen ihnen _unsere_ Probleme auf. Und DAS ist nicht verantwortlich.

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  7. Danke für Ihren Kommentar!

    Am einfachsten kann man meine Übeerlegungen anhand einer linearen Maschine verdeutlichen:

    Sie haben Inputfaktoren - einen Verarbeitungsprozess - und einen Output.

    In der Volkswirtschaftsmaschine sind das Arbeitsstunden, "Kapital" in Form von Maschinen, Boden und Ressourcen --> diese werden verarbeitet --> ein Output wird prodziert

    Autos, Häuser, Medizin, Lebensmittel etc.

    Historisch gab es 3 Formen von Gesellschaften:
    1) Jäger und Sammler
    2) Nomaden mit Viehherden
    3) Sesshaffte Landnutzung

    In jeder dieser Gesellschaften wurde der Output genutzt um das System zu erhalten. Volkswirtschaftliches Sparen war kaum möglich - Nahrungsmittel können nicht gelagert werden und Pyramiden stellen keine Verbesserung des Produktionsprozesses dar.

    Die jährliche Produktion war daher rel. konstant und Abhängig von der Bodenfruchtbarkeit, dem Wetter und dem Einsatz an Arbeitsstunden. Die Ernte wurde hauptsächlich zur Ernährung der Familie verwendet, es wurden Speicher angelegt für den Winter und die Ernte war zum Teil wieder das Saatgut.

    Insgesamt besschäftigten sich 90+% der Bevölkerung mit der Produktion von Nahrungsmittel und bis auf 1% war der Rest mit der Wartung und Aufrechterhaltung der Strukturen beschäftigt. Wachstum und Fortschritt war in diesem System kaum vorhanden. Wobei es mehr Freizeit gab als heute angenommen - mehr investierte Arbeit produzierte nicht mehr Ertrag auf den Feldern.

  8. Das mit dem Preisschild ist ja eine gute Idee; nur ist das verlässlich nicht darstellbar, denn man müsste ja für Investitionsentscheidungen zum jetzigen Zeitpunkt immer verschiedene Szenarien vergleichen und dazu wissen, wie sich die Preise der fossilen Brennstoffe (einschl. Kernbrennstoffe) entwickeln.

    Die mit Zustazkosten argumentierenden Gegner der EE nehmen ja implizit immer an, dass Öl, Gas & Co. gleich teuer bleiben oder billger werden. Das Gegenteil wird der Fall sein; wie stark sie stiegen, weiß zwar niemand; aber die "erneuerbaren" haben einfach den unschlagbaren Charme, das KEINE laufenden Rohstoffkosten anfallen. Stromgestehungskosten sind im Wesentlichen nur die Abschreibung der Investition.
    Sämtliche Milliarden, die nicht mehr an Russland, Saudi-Arabien & Co. gehen, können im Inland Arbeitsplätze bei EE-Herstellern, Handwerkern, Stadtwerken etc. schaffen.

    Man kann und muss sicher darüber streiten, welcher Mix aus Wind, Sonne, Bio etc. die stabilste und preisgünstigste Versorgung ergibt - in 10-20 Jahren. Das, was wir im Moment zum Anschub mehr bezahlen müssen, bekommen wir (als Volkswirtschaft) mittelfristig mit Zins und Zinseszins wieder zurück.
    Wenn man das dem 'freien Spiel des Marktes' überlässt, wird noch der letzte Euro Gewinn herausgequetscht bis zum Kollaps - siehe Finanzkrise. Nur dass dann keine Zentralbank frische Energie auf den Markt schwemmen kann -
    dann müssten wir wirklich von Null anfangen ...

    Fazit: Bayernwerk - ja bitte, Herr Seehofer!

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