BankenkriseEuro-Gruppe sagt Spanien Milliardenhilfe zu

Spanien hat nach langem Zögern Hilfen aus dem Rettungsfonds beantragt. Die Euro-Staaten wollen dem Land mit bis zu 100 Milliarden Euro beistehen. von afp, dpa und reuters

Passant vor der Zentrale der spanischen Bankia

Passant vor der Zentrale der spanischen Bankia  |  © Getty Images

Spanien hat sich dem Druck aus der Euro-Zone gebeugt, den heimischen Bankensektor mit Mitteln aus dem Krisenfonds EFSF zu sanieren . Das bestätigte Finanzminister Luis de Guindos am Samstagabend. Die Euro-Länder sind bereit, Spanien bei der Rekapitalisierung seines Bankensektors zu unterstützen.

"Die Eurogruppe ist informiert worden, dass die spanische Regierung bald einen offiziellen Antrag stellen wird und ist bereit, auf einen solchen Antrag positiv zu antworten", hieß es in einer Erklärung von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker . Der Betrag solle den Kapitalbedarf sowie einen Sicherheitspuffer beinhalten und werde auf "bis zu 100 Milliarden Euro" insgesamt geschätzt.

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Verantwortung bleibt bei spanischer Regierung

Die Eurogruppe unterstütze die Bemühungen der spanischen Regierung, entschlossen die Restrukturierung des spanischen Finanzsektors anzugehen und "begrüßt ihr Vorhaben, dazu finanzielle Unterstützung der Eurozonen-Mitgliedsländer anzufragen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Nach Eingang des offiziellen Antrags sollen der Mitteilung Junckers zufolge die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) , die Europäische Bankenaufsicht (EBA) und der Internationale Währungsfonds ( IWF ) die Lage in Spanien prüfen und Vorschläge machen, welche Auflagen für Reformen im spanischen Finanzsektor der Regierung in Madrid für die Unterstützung gemacht werden sollen. Demnach soll das Geld an den spanischen Bankenrettungsfonds fließen und dann an die betroffenen Geldhäuser weitergegeben werden. Verantwortlich sei jedoch die spanische Regierung, hieß es in der Erklärung.

Euro-Länder drängen auf Entscheidung

Die Finanzminister des Euroraums hatten zuvor in einer Telefonkonferenz über die Rettungsaktion beraten. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde war zugeschaltet. Die Euro-Länder hatten offenbar darauf gedrängt, eine Entscheidung vor dem 17. Juni herbeizuführen . An diesem Tag wählt Griechenland ein neues Parlament. Am Ende könnte der Austritt des Landes aus der Euro-Zone stehen – mit möglicherweise schwer wiegenden Folgen für den Bankensektor anderer Länder.

Bereits vor den Verhandlungen am Samstag hatte Juncker, eine "schnelle Lösung" der spanischen Bankenkrise angemahnt. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte Spanien Hilfen nahe gelegt : "Die Devise darf nicht sein, bloß nicht unter den Rettungsschirm zu gehen", sagte er der Welt am Sonntag . "Auf das Einspringen der Notenbank zu hoffen, damit keine Auflagen erfüllt werden müssen, ist der falsche Weg."

Spanien ist nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land, das Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds erhalten würde. In Madrid aber pocht man darauf, dass der spanische Fall anders liegt als der griechische. Vor allem versucht die Regierung, strenge Auflagen des IWF zu vermeiden, wenn sie Hilfen aus Europa in Anspruch nimmt. Das wäre nach den Regeln des EFSF möglich, solange das Geld nur in den Bankensektor fließt.

Leserkommentare
    • HH1960
    • 09. Juni 2012 22:11 Uhr

    A. >200MRD
    B. Italien
    C. Für Italien wird es im Spaetherbst / Winter Zeit den dt.. Steuerzahler anzuzapfen

    Antwort auf "Ach......"
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    D: Frankreich
    E: Deutschland
    F: Die USA hilft Europa aus der Patsche und kauft alles zusammen und liefert wertlose Dollars ohne jegliche reale Sicherheit, das wird den EU-Technokraten grosse Freude machen, dann ist eine wichtige Ettappe geschafft.

    Wenns schief läuft, hilft Krieg, wie früher schon so oft.

  1. Die Fiskalunion bedeutet, dass die einzelnen Staaten zu Kolonien Brüssels werden. Ein einzelnes Land hat zukünftig nichts zu sagen.
    Man kann nur dagegen sein, wenn man die Absichten durchschaut. Die USA übrigens, erhöht alle paar Monate und demnächst zum 24. mal ihr Schuldendach, jeweils bloss um 400 Milliarden, das sind die 100 Milliarden von Spanien ein Klaks.

    Andererseits werden laufend die Maastricher Verträge gebrochen. Ein Land haftet NICHT für andere Staaten und mischt sich nicht ein, aber schon ein früherer Deutscher Kanzler stellte fest: Verträge sind da, um gebrochen zu werden. Gut so, die Geschichte soll sich wiederholen.

    Im Schuldendomino tippe ich nach Spanien auf Italien, dann folgt Frankreich und letztendlich hoffentlich Deutschland. Es kommt alles so, wie es die Bürger verdienen.

    Jetzt vorwärts marsch in den Abgrund.

    Antwort auf "Sehr gut!"
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    • HH1960
    • 09. Juni 2012 22:36 Uhr

    Die Verträge sind schon lange nicht mehr gültig - Sie haben es nur nicht gemerkt. ;--)

    • HH1960
    • 09. Juni 2012 22:36 Uhr

    Die Verträge sind schon lange nicht mehr gültig - Sie haben es nur nicht gemerkt. ;--)

    Antwort auf "Ja, weiter so im Chaos"
  2. Europa ist ein Waisenknabe, was Schuldenmachen anbelangt. Richtig gute Erfahrung hat blos die USA, die alle ca. 4 Monate (demnächst zum 24. mal) das Schuldendach um vielleicht bloss 400 Milliarden Dollars erhöhen muss, um nicht innert weniger Stunden pleite zu gehen. Der Druck auf die Politiker ist aufrechtzuerhalten, auch in Europa.
    Bis wir hier merken, dass der Euro der Brandbeschleuniger für den Niedergang Europas ist, wird es zu spät sein. Deutschland könnte theoretisch die Mark einführen und den Maastricher Vertrag hinsichtlich der Vereinbarung einhalten, ein Land hafte unter KEINEN Umständen für ein anderes und zahle auch nie an ein anderes Land.
    Nun, ein alter Kanzler erklärte in Deutschland ebenfalls einst: Verträge sind da, gebrochen zu werden. Uns so ist das auch heute wieder. Es kommen GUTE Zeiten auf uns zu. Interessant wird es sein. Soziale Unruhen und so interessante Zeiten, wir werden noch viel erleben.

    Statt über Staatsverschuldung spricht man über Bankenkrise, eine totale Verdrehung. Wenn man es hundertmal wiederholt, dann glauben es alle.

    Ich öffne demnächst eine Warenhandlung für Felle, Steinbeile und Feuersteine. Das hat Zukunft.

    Antwort auf "Bankenrettung 3.0"
  3. Bankenrettungen ohne Ende oder ist es bald zu Ende?

    Da zahlt angeblich der ESM oder die EZB bis 100 Milliarden? Dafür muss man verstehen, dass die EZB bis zum Hals griechische Staatsanleihen gekauft hat und diese zum Nominalwert bilanziert, obwohl aktuell der Wert bei ca. 14 Prozent liegt. Es zahlt wohl niemand, man garantiert bloss.
    Die EZB ist deshalb innert 5 Jahren genau so pleite, wie es die Federal Reserve Bank schon heute ist.

    Da wurde doch jüngst ein Vertreter der Federal Reserve vor dem amerikanischen Senat befragt, wieviel Gold die Federal Reserve tatsächlich besässe. Nach Zögern wurde die Auskunft unter Eid erteilt, man besitze kein phyisches Gold, bloss ein Zertifikat, man habe das Gold dem amerikanischen Staat abgetreten.

    Nun ja, die USA hat einen Selbstfinanzierungsgrad von unter 60 Prozent, mit andern Worten, von den Ausgaben werden nicht mal 60 Prozent durch Steuern gedeckt, für den Rest macht man Schulden.

    Bevor in Europa Lösungen diskutiert werden, sollte man sich mit den USA eingehend beschäftigen und verstehen, wie man zum unbestrittenen Weltschuldenmacher Nummer eins avanciert, ohne dass die Medien darüber berichten. Das ist geschickt, gut, ideal, wunderbar. Wir Europäer, wir sind da noch Schuljungen ohne Praxis und Verständnis jeglicher Zusammenhänge.

    Darum wird es mit den Schulden weitergehen, von Krise zu Krise, bis es nicht mehr weitergeht und der Deutsche Michel genug vom Zahlen und sich einschränken hat.

    Antwort auf "Bankenrettung 3.0"
  4. D: Frankreich
    E: Deutschland
    F: Die USA hilft Europa aus der Patsche und kauft alles zusammen und liefert wertlose Dollars ohne jegliche reale Sicherheit, das wird den EU-Technokraten grosse Freude machen, dann ist eine wichtige Ettappe geschafft.

    Wenns schief läuft, hilft Krieg, wie früher schon so oft.

    Antwort auf "Wettbüro"
  5. ein weiterer sargnagel für deutschland, der deutsche michel strampelt weiter für andere völker und deren exzesse

  6. ...schreiben endlos an.

    „Im Mai erreichte der Target2-Saldo der Deutschen Bundesbank erneut einen neuen Rekord. Die Forderung der Bundesband lag Ende Mai bei über 698,567 Milliarden Euro, wie dem Internetauftritt der Bundesbank zu entnehmen ist. „
    http://www.deutsche-mitte...

    Antwort auf "keine sorge"

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