BER : Berliner Flughafen soll eine Milliarde teurer werden

Die Verschiebung der Eröffnung des Berliner Flughafens fällt ins Geld – und nun wird auch der Schallschutz teurer als geplant. Zudem gibt es am neuen Zeitplan Zweifel.

Der künftige Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg dürfte nach der Verschiebung des Eröffnungstermins auf März 2013 rund eine Milliarde Euro teurer werden. Der Großflughafen würde damit mehr als vier Milliarden Euro kosten. Das zeichnete sich bei einer Aufsichtsratssitzung der Betreibergesellschaft ab. Das Gremium kam auf der Baustelle in Schönefeld zusammen. Die Mehrkosten entstehen unter anderem, weil derzeit noch die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld genutzt werden müssen. Wegen massiver Probleme mit der Brandschutztechnik war die für 3. Juni geplante Eröffnung des neuen Flughafens kurzfristig abgesagt worden.

Für die künftige Nummer drei der deutschen Flughäfen wurden zuletzt knapp drei Milliarden Euro Gesamtkosten angesetzt. Anfangs waren nur 2,5 Milliarden Euro geplant gewesen. Nun könnten allein die Baukosten auf 3,4 Milliarden Euro steigen, wie auch die Bild -Zeitung berichtete . Hinzu könnten etwa 150 Millionen Euro kommen, weil nun neun Monate lang übergangsweise die bestehenden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld genutzt werden müssen. Für Schadenersatzforderungen von Fluggesellschaften und anderen Firmen könnte mit bis zu 200 Millionen Euro gerechnet werden.

Unabhängig von den Bauproblemen entsteht ein größerer Kostenblock beim Lärmschutz, der nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg verbessert werden muss. Möglicherweise könnten dafür bis zu 600 Millionen Euro mehr nötig sein als bisher geplant. Der Gesamtfinanzrahmen für das Projekt liegt bisher bei 3,36 Milliarden Euro - davon 2,4 Milliarden Euro aus Krediten.

Eröffnungstermin wird erneut überprüft

Beim neuen Eröffnungstermin will der Bund als Gesellschafter keine Ungewissheiten mehr in Kauf nehmen. Wenn es im Aufsichtsrat "auch nur den geringsten Zweifel daran gibt, dass der 17. März gehalten werden kann, werde ich den Antrag stellen, über den Eröffnungstermin noch mal zu reden", sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU) in der Zeitung B.Z . . Bomba ist Mitglied des Kontrollgremiums.

Nach der Aufsichtsratssitzung hieß es, der Eröffnungstermin werde noch einmal genau überprüft. Vor der Sitzung hatte die Flughafengesellschaft betont, der neue Termin sei nicht gefährdet. Die Genehmigungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald, in dem der neue Airport liegt, hatte allerdings "vorsorglich" Bedenken mitgeteilt.

Wer zum neuen Technikchef bestellt wird, ist bisher nicht bekannt. Nach der geplatzten Eröffnung war der Berliner Technikchef Manfred Körtgen gefeuert worden.

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Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ja, als sich bei S21 zeigte, dass es wohl teurer wird als...

...gedacht war Mappus Geschichte. Die falsche Planung wurde vor Baubeginn bekannt, es gab einen Volksentscheid.
Wowereit, der natürlich garnichts dafür kann, macht das klüger. Immer wieder ne Salamischeibe weiter. Parallel hatte man ja jemanden in der CDU, dem man seine schlimme Salamitaktik vorwerfen konnte.
Immer wieder ein wenig teurer. Und jetzt wo das Ding eh steht, können die dicken Summen aufgeschlagen werden.
Klasse Wowi. Böser Körtgen. Wie hat Wowereit Berlin beschrieben: "Arm aber Sexy". Also, da muss er ja Tomaten auf den Augen gehabt haben. So arm können wir hier in Berlin ja nicht sein.

600 Millionen Euro MEHR für Schallschutz. Also X + 600 Mio. Euro. Wird der Schallschutz aus purem Gold gebaut oder wie? Ich meine hallo - 3.4 Mrd. kostet das gesamte Ding mit untergrund Bahnhof, Radar, etc. Und der Schallschutz kostet mal eben 600 Mio. + X Mio. Also, mit einer Fläche von 1470ha komme ich auf eine Kantenlänge der Flughafenfläche von 3.8 km. Das mal vier ergibt 15.3 km. Naja, dann kosten 10 Meter Schallschutz 400 000 Euro. Wer will da nicht Schallschützer werden :-)
Nicht das am Ende noch rauskommt, dass die Anzahl der Toiletten falsch ausgelegt wurde - könnte nämlich auch noch ein paar Billionen kosten.

geht es da nicht eher um die fenster

und türen und sonstigen verschläge bei all den anwohnern in der nähe des flughafens? ich dachte, der schallschutz bezieht sich darauf. wenn es man es so sieht, ist es ja für die heimisch ewirtschaft nicht schlecht: Fensterbauer usw.

Im Allgemeinen betrachtet ist die Frage, wie eine Gesellschaft mit Eliten umgeht, die im Vorstand einer Holding sitzen und über die wahren Ausmaße nur scheibchenweise Auskunft geben. Welches Prinzip kränkelt hier? das republikanische oder das demokratische?

Spielt hier Korruption eine Rolle? Sollten Großbrojekte zukünftig innerhalb eines eigenen Partizipations-, Entscheidungs- und Verfahrensrahmens vollzogen werden? Denn die Verantwrotlichkeiten sind alles andere als klar. Fragt man Wowereit, dann zuckt er mit den Schultern und bedauert nur.

Ja, das kann schon auch sein...

Gut, dann ist es das. Ich wollte nur mal auf diese Summe aufmerksam machen. Es wäre interessant, wieviel man vorher für den Schallschutz eingeplant hatte. Denn da kommen die 600 Mio. ja oben drauf. Ich finde einfach diese Summe so pervers. Wie kommt es dazu? Hat man vorher damit geplant, die Fenster bei fünf Häusern auszutauschen und jetzt sind es 500 000 Häuser? Wie geht das? Warum müssen solche Verteuerungen nur so schwammig begründet werden?