WarnstreiksVer.di bestreikt fünf Flughäfen

Die befürchteten erheblichen Verspätungen sind bisher ausgeblieben. Ver.di will mit den Warnstreiks Druck in den laufenden Tarifverhandlungen machen.

Private Sicherheitskräfte haben am Morgen an fünf deutschen Flughäfen für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. An den Kontrollstellen bildeten sich längere Schlangen, einige Maschinen starteten mit Verspätung, berichteten die Flughafenbetreiber. Die befürchteten Behinderungen blieben bisher aber aus. Die Gewerkschaft ver.di hatte nach eigenen Angaben rund 500 Luftsicherheitsassistenten an den Zugangskontrollen zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen von der zweistündigen Aktion waren Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Bremen und Hannover.

Hintergrund für die Streiks sind laufende Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDWS). Es gehe um die Arbeitsbedingungen von rund 12.000 Beschäftigten bundesweit, die teils von ihren Arbeitgebern in unsichere Beschäftigungsverhältnisse gezwungen würden, sagte ver.di-Verhandlungsführer Andreas Sander. Die Gewerkschaft verhandelt derzeit in der zehnten Runde über die Tarife. Der nächste Gesprächstermin ist für den 27. Juli angesetzt.

Anzeige

Ein weiteres Problem ist laut ver.di Teilzeitarbeit gegen den Willen der Beschäftigten. So seien in Düsseldorf bereits um die 70 Prozent der Fluggastkontrolleure nur zeitweise an den Gates aktiv, sagte Sander. In einem anderen Sicherheitsbereich seien Zwölf-Stunden-Schichten vorgesehen, die auf acht Stunden reduziert werden müssten. Kurzfristige Anforderungen durch die Bundespolizei verhinderten zudem eine vernünftige Schichtplanung und erschwerten es, Familie und Beruf zu vereinen.

Am Flughafen Düsseldorf, wo es laut ver.di einen besonders hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten gibt, sorgten die Streikenden für Verspätungen und Schlangen an der Abfertigung. Auch in Hamburg, Hannover und Bremen mussten sich die Reisenden an den Kontrollen länger gedulden als üblich. In Hamburg kam es zu leichten Verspätungen. Der Betreiber in Frankfurt meldete keine größeren Störungen. Am größten deutschen Drehkreuz fällt nur ein kleinerer Teil der Kontrolleure unter den umstrittenen Manteltarifvertrag.
 


 

 
Leserkommentare
  1. Hand. Am Beispiel München, wo die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst arbeiten geht es doch auch.

    Im Anbetracht der Bedeutung der Flugsicherheit, eine Polizei Aufgabe, währe durch die Tarifbindung im ÖD, die Billig Job Diskussion längst vom Tisch.

    • CM
    • 19.06.2012 um 8:52 Uhr

    Der dumme Spruch hat für Fluggastkontrolleure einen ernsten Hintergrund: früher waren das sozialversicherungspflichtige, gut bezahlte, feste Jobs, dann wurde "verschlankt", und die Gehälter fielen in's Bodenlose.

    Die oft als "Jobmaschinen" gelobten Flughäfen sind nicht nur keine, denn sie schaffen praktisch keine Jobs, sondern verlagern sie nur - und die existierenden Arbeitsplätze werden systematisch in Billigjobs umgewandelt.

    Dazu gibt es eine aufschlußreiche Sendung:

    http://www.swr.de/report/...

    Eine Leserempfehlung
    • keibe
    • 19.06.2012 um 21:09 Uhr

    Könnte Verdi nicht exklusiv den Großflughafen Berlin-Brandenburg bestreiken, um so

    a) ganz entschieden Entschlossenheit unter Beweis zu stellen,

    b) den Steuerzahler von Millionen und aber Millionen an Schadensersatzzahlungen freistellen, die möglw. fällig werden, da der Flughafen nicht rechtzeitig fertig gestellt wurde?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Kommentare 3
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Ver.di | Arbeitgeber | Bundespolizei | Familie | Flughafen | Streik
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service