SchuldenkriseGriechenlands oberster Steuerfahnder kritisiert Landsleute

IWF-Chefin Lagarde sorgte noch für Empörung, doch der Chef der Steuerfahnder gibt ihr Recht: Wenn die Griechen ihre Steuern zahlen würden, wäre das Problem gelöst.

Die Einkaufsstraße Ermou in Athen (Archivbild)

Die Einkaufsstraße Ermou in Athen (Archivbild)

Der Leiter der griechischen Steuerfahndungsbehörde, Nikos Lekkas, hat die Steuermoral seiner Landsleute scharf kritisiert. Die Steuerflucht in seinem Land belaufe sich auf zwölf bis 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, sagte er der Zeitung Die Welt. Das wären bis zu 45 Milliarden Euro im Jahr. "Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Problem gelöst."

Er stimme daher der IWF-Chefin Christine Lagarde zu, sagte Lekkas. Lagarde hatte die Griechen Ende Mai zur Steuerehrlichkeit aufgerufen, um das Land aus der Krise zu führen. Sie habe mehr Mitleid mit den Ärmsten in Afrika als mit den Menschen in dem verschuldeten Euro-Land. An die Griechen appellierte sie: "Zahlt endlich Steuern!" Das im Guardian erschienene Interview hatte in Griechenland eine Welle der Empörung ausgelöst.

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Steuerfahndungschef Lekkas sagte, viele Ermittlungen scheiterten an mangelnder Kooperationsbereitschaft griechischer Banken. Seine Behörde habe in mehr als 5.000 Fällen Antrag auf Konteneinsicht gestellt, doch nur in 214 Fällen sei diese bisher gewährt worden.

Besonders drastisch sei die Situation bei etwa 500 Fällen, die Politiker beträfen. Da warte die Steuerfahndung gar seit fünf Monaten auf Auskunft. Lekkas warnte zudem vor einer "sozialen Explosion" wenn es nicht gelinge, die Spaltung der Gesellschaft in "unberührbare Eliten und Bürger, die geschröpft werden" zu überwinden.

Griechenland befindet sich seit Jahren in der Rezession. Im Gegenzug für Milliardenkredite der Europäischen Union und des IWF hatte sich die Anfang Mai abgewählte Regierung aus Sozialisten und Konservativen zu einem drastischen Sparprogramm verpflichtet. Nach der Wahl, bei der sparkursfeindliche Parteien großen Zuspruch erfuhren, kam keine neue Regierung zustande. Am 17. Juni soll erneut gewählt werden.

 
Leserkommentare
  1. ...wenn die Situation nicht so ernst wäre...

    4 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 08.06.2012 um 12:36 Uhr

    ....recht. Es ist ernst. Die Vertreter des Volks haben Verträge unterschrieben mit Ländern, die die BRD binden sollten und durch die dadurch entstandenen Abhängigkeiten dies auch effektiv tun. Die Verluste, die den Bürgern nun aus dem Euro (und der EU Verfassung entstehen, sind so groß, dass Eurokraten und Europaphile Politiker sie öffentlich ungerne offen tragen wollen, weil sie nicht nur um ihre Jobs (11 Regierungen Eurolands sind in den letzten Monaten daher gestürzt) fürchten, sondern das Projekt delegitimiert haben und Angst haben es weggenommen zu bekommen.

    Aber die Probleme Griechenlands aber auch Portugals, Italiens und Spaniens waren bei der Unterschrift bekannt. Man hat über Jahre mit konkludentem Verhalten die Missstände gebilligt und legitimiert. Man kann nicht sagen, die Vertreter der Deutschen hätten keine Verantwortung.

    • J-M
    • 08.06.2012 um 15:21 Uhr

    ...wenn die Lösung der griechischen Misere am Ende tatsächlich so "einfach" zu lösen wäre, dass sich "nur" die Steuermoral ändern müsse. Mir ist klar, dass dies eine nicht zu unterschätzende Leistung wäre, sie erscheint mir aber um einiges simpler, als alle Fonds, Hebel und Rettungspakete...

    erwähne ich hier im Forum schon seit Monaten...

    Durch Korruption entgeht dem griechischen Staat jährlich nochmal 65 Milliarden Euro, was bereits 2009 in einem EU-Bericht erwähnt wurde.

    Außerdem gehört Griechenland immer noch zu einem der größten Waffenimporteure weltweit.
    Hier harren weitere 10 Milliarden Euro Einsparpotential.

    Griechenland könnte eigentlich mühelos bis zu 100 Milliarden Euro jährlich selbst aufbringen, ohne Sozialleistungen auch nur anzutasten.

    Auch die reichsten Griechen, die selbst bis zu 300 Milliarden Euro in die Schweiz in Sicherheit gebracht haben, bleiben bei der Rettung ihres Vaterlandes merkwürdigerweise vollkommen unbehelligt.

    • joG
    • 08.06.2012 um 12:36 Uhr

    ....recht. Es ist ernst. Die Vertreter des Volks haben Verträge unterschrieben mit Ländern, die die BRD binden sollten und durch die dadurch entstandenen Abhängigkeiten dies auch effektiv tun. Die Verluste, die den Bürgern nun aus dem Euro (und der EU Verfassung entstehen, sind so groß, dass Eurokraten und Europaphile Politiker sie öffentlich ungerne offen tragen wollen, weil sie nicht nur um ihre Jobs (11 Regierungen Eurolands sind in den letzten Monaten daher gestürzt) fürchten, sondern das Projekt delegitimiert haben und Angst haben es weggenommen zu bekommen.

    Aber die Probleme Griechenlands aber auch Portugals, Italiens und Spaniens waren bei der Unterschrift bekannt. Man hat über Jahre mit konkludentem Verhalten die Missstände gebilligt und legitimiert. Man kann nicht sagen, die Vertreter der Deutschen hätten keine Verantwortung.

    • J-M
    • 08.06.2012 um 15:21 Uhr

    ...wenn die Lösung der griechischen Misere am Ende tatsächlich so "einfach" zu lösen wäre, dass sich "nur" die Steuermoral ändern müsse. Mir ist klar, dass dies eine nicht zu unterschätzende Leistung wäre, sie erscheint mir aber um einiges simpler, als alle Fonds, Hebel und Rettungspakete...

    erwähne ich hier im Forum schon seit Monaten...

    Durch Korruption entgeht dem griechischen Staat jährlich nochmal 65 Milliarden Euro, was bereits 2009 in einem EU-Bericht erwähnt wurde.

    Außerdem gehört Griechenland immer noch zu einem der größten Waffenimporteure weltweit.
    Hier harren weitere 10 Milliarden Euro Einsparpotential.

    Griechenland könnte eigentlich mühelos bis zu 100 Milliarden Euro jährlich selbst aufbringen, ohne Sozialleistungen auch nur anzutasten.

    Auch die reichsten Griechen, die selbst bis zu 300 Milliarden Euro in die Schweiz in Sicherheit gebracht haben, bleiben bei der Rettung ihres Vaterlandes merkwürdigerweise vollkommen unbehelligt.

  2. Zumindest einen Teil der Probleme könnte Griechenland selbst lösen, wenn man den wollte und täte.
    Aber so wie es gerade läuft ist es viel einfacher.
    Soweit ich es individuell beeinflussen kann - kein Cent mehr.

    15 Leserempfehlungen
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    Der wesentliche Teil findet sich in diesem Abschnitt:

    "Lekkas warnte zudem vor einer "sozialen Explosion" wenn es nicht gelinge, die Spaltung der Gesellschaft in "unberührbare Eliten und Bürger, die geschröpft werden" zu überwinden."

    Die "unberührbaren Eliten" wurden jahrzehntelang von den westlichen Ländern gehätschelt und hofiert. Bei den Familien Karamanlis, Papandreou&Co. wusste man, woran man war, denn Griechenland war während der Zeit des Kalten Krieges ein sehr unsicherer Kantonist an der Südostflanke der NATO; es galt als ein Land, in dem die Bevölkerung unter dem Generalverdacht stand, den Kommunismus per Stimmzettel einführen zu wollen. Im Dezember 1944 und im Jahre 1967 konnte man einer solchen absehbaren Entwicklung seitens des Westens nur noch mit roher Gewaltanwendung entgegen wirken: 1944 wurden - unter Aufsicht britischer Besatzungstruppen - unbewaffnete Demonstranten zusammen geschossen, was den griechischen Bürgerkrieg auslöste, 1967 putschten NATO-Generäle. Als diese 1973 im Westen wegen der Zypern-Politik in Ungnade fielen, ließ man sie fallen und installierte wieder die Vorgänger. Diese machten nun keine Schwierigkeiten mehr - dafür "durften" sie quasi als "Gegenleistung" sich bedienen. Hauptsache, sie machten Pro-Westliche Politik.

    Die westlichen Länder tragen durch ihre opportunistische Politik während des Kalten Krieges eine erhebliche Mitschuld an der griechischen Krise. Und griechische "Eliten" sind als Käufer von Wohnungen äußerst beliebt.

    ...von mir aus auch, aber dann werden wohl auch die deutschen Kredite nicht mehr bedient werden und wir haben das nächste Banken-Bailout.

    Ich fände ein Ende der Euro-Zone ohnehin das beste, dann gäbe es wieder eine Perspektive. Die jetzige Situation schleppt sich doch nur noch von Notstand zu Notstand.

    Der wesentliche Teil findet sich in diesem Abschnitt:

    "Lekkas warnte zudem vor einer "sozialen Explosion" wenn es nicht gelinge, die Spaltung der Gesellschaft in "unberührbare Eliten und Bürger, die geschröpft werden" zu überwinden."

    Die "unberührbaren Eliten" wurden jahrzehntelang von den westlichen Ländern gehätschelt und hofiert. Bei den Familien Karamanlis, Papandreou&Co. wusste man, woran man war, denn Griechenland war während der Zeit des Kalten Krieges ein sehr unsicherer Kantonist an der Südostflanke der NATO; es galt als ein Land, in dem die Bevölkerung unter dem Generalverdacht stand, den Kommunismus per Stimmzettel einführen zu wollen. Im Dezember 1944 und im Jahre 1967 konnte man einer solchen absehbaren Entwicklung seitens des Westens nur noch mit roher Gewaltanwendung entgegen wirken: 1944 wurden - unter Aufsicht britischer Besatzungstruppen - unbewaffnete Demonstranten zusammen geschossen, was den griechischen Bürgerkrieg auslöste, 1967 putschten NATO-Generäle. Als diese 1973 im Westen wegen der Zypern-Politik in Ungnade fielen, ließ man sie fallen und installierte wieder die Vorgänger. Diese machten nun keine Schwierigkeiten mehr - dafür "durften" sie quasi als "Gegenleistung" sich bedienen. Hauptsache, sie machten Pro-Westliche Politik.

    Die westlichen Länder tragen durch ihre opportunistische Politik während des Kalten Krieges eine erhebliche Mitschuld an der griechischen Krise. Und griechische "Eliten" sind als Käufer von Wohnungen äußerst beliebt.

    ...von mir aus auch, aber dann werden wohl auch die deutschen Kredite nicht mehr bedient werden und wir haben das nächste Banken-Bailout.

    Ich fände ein Ende der Euro-Zone ohnehin das beste, dann gäbe es wieder eine Perspektive. Die jetzige Situation schleppt sich doch nur noch von Notstand zu Notstand.

  3. Die einfachen Leute zahlen keine Steuern, weil sie kein Geld mehr haben!

    Die Reichen sollten zahlen. DAHIN soll die Kritik gehen. Da gibt es zB Reeder in Griechenland und andere Oligarchen, die zahlen keine Steuern, weil sie es nicht brauchen!

    Mann, wenn ich diese Brüsselkraten höre, aber anscheinend sind auch Normale Bürokraten von dem Wahnsinn betroffen. Vielleicht wurde ihm ja Druck gemacht aus Brüssel

    6 Leserempfehlungen
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    Ihre schwarz-weis-Malerei führt zu nichts, sie ist einfach Realitätsfern.

    Sie stellen es so dar, als ob die griechische Bevölkerung nur aus ganz Armen und ganz Reichen bestünde. Dabei unterschlagen sie die ganz erhebliche Zahl von Griechen, die mehr als eine Immobilie besitzt - und die durch einen einfachen Trick (der ewigen Baustelle, leicht zu erkennen an den Armierungseisen die allenthalben aus den Gebäuden ragen) keine Steuern zahlen.

    Es sind diese millionen von Immobilienbesitzern, die jetzt für 2 Jahre(!) besteuert werden sollen, unabhängig ob das Gebäude als fertiggestellt betrachtet wird sondern in Abhängigkeit davon, ob es bereits genutzt wird.
    Und sofort gab es einen Sturm der Empörung über diese Dreistigkeit der Regierung (AFP, Sept-2011)

    Hier eine Übersicht der Eigenheimquote in ausgewählten Ländern:

    1. Spanien 85,3
    2. Griechenland 83,6
    3. Italien 75,5
    4. Belgien 72,9
    5. Luxemburg 70,8
    6. Vereinigtes Königreich 70,6
    7. Vereinigte Staaten 67,5
    8. Portugal 65,0
    9. Dänemark 65,0
    10. Frankreich 62,7
    11. Schweden 59,9
    12. Niederlande 54,4
    (* SOURCES: Eurostat and US Census Bureau)

    Die von ihnen angesprochenen "einfachen Leute" sollten sie also etwas genauer definieren, dann werden sie sehen, dass ihre schwarz-weis Sichtweise in sich zusammenfällt. Diese Besitzlosen machen nämlich noch nicht einmal 20% der Bevölkerung aus.

    • Jofe
    • 09.06.2012 um 13:20 Uhr

    darauf geantwortet. Aber einwenig Scharz-weiß ist hier gut, wenn man denn auch die Eigenheimquote der BRler dazu angeführt hätte. GR mit D zu vergleichen ist wie: Birnen mit Äpfel oder Pflaumen zu vergleichen. GR und D haben auch was die Steuerstruktur und Produktionsstruktur angeht eine ganz andere Geschichte.

    Ihre schwarz-weis-Malerei führt zu nichts, sie ist einfach Realitätsfern.

    Sie stellen es so dar, als ob die griechische Bevölkerung nur aus ganz Armen und ganz Reichen bestünde. Dabei unterschlagen sie die ganz erhebliche Zahl von Griechen, die mehr als eine Immobilie besitzt - und die durch einen einfachen Trick (der ewigen Baustelle, leicht zu erkennen an den Armierungseisen die allenthalben aus den Gebäuden ragen) keine Steuern zahlen.

    Es sind diese millionen von Immobilienbesitzern, die jetzt für 2 Jahre(!) besteuert werden sollen, unabhängig ob das Gebäude als fertiggestellt betrachtet wird sondern in Abhängigkeit davon, ob es bereits genutzt wird.
    Und sofort gab es einen Sturm der Empörung über diese Dreistigkeit der Regierung (AFP, Sept-2011)

    Hier eine Übersicht der Eigenheimquote in ausgewählten Ländern:

    1. Spanien 85,3
    2. Griechenland 83,6
    3. Italien 75,5
    4. Belgien 72,9
    5. Luxemburg 70,8
    6. Vereinigtes Königreich 70,6
    7. Vereinigte Staaten 67,5
    8. Portugal 65,0
    9. Dänemark 65,0
    10. Frankreich 62,7
    11. Schweden 59,9
    12. Niederlande 54,4
    (* SOURCES: Eurostat and US Census Bureau)

    Die von ihnen angesprochenen "einfachen Leute" sollten sie also etwas genauer definieren, dann werden sie sehen, dass ihre schwarz-weis Sichtweise in sich zusammenfällt. Diese Besitzlosen machen nämlich noch nicht einmal 20% der Bevölkerung aus.

    • Jofe
    • 09.06.2012 um 13:20 Uhr

    darauf geantwortet. Aber einwenig Scharz-weiß ist hier gut, wenn man denn auch die Eigenheimquote der BRler dazu angeführt hätte. GR mit D zu vergleichen ist wie: Birnen mit Äpfel oder Pflaumen zu vergleichen. GR und D haben auch was die Steuerstruktur und Produktionsstruktur angeht eine ganz andere Geschichte.

    • scoty
    • 08.06.2012 um 11:18 Uhr

    "Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Problem gelöst."

    und die andere Hälfte ist befreit ?

    Endlich traut sich ein Grieche seine Landsleute zu kritisieren.

    16 Leserempfehlungen
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    Das passt ins Bashing-Konzept des Mainstreams und spielt der deutschen Überheblichkeit entgegen.

    Der Mann sollte sich lieber an die eigene Nase fassen, immerhin ist ER der Steuerfahnder. Oder wie war das?

    Würden die Deutschen ihre Steuern freiwillig abführen, wenn sie wüssten die Fahnder erwischen sie nicht? Nein, die allermeisten ganz sicher nicht.

    Das passt ins Bashing-Konzept des Mainstreams und spielt der deutschen Überheblichkeit entgegen.

    Der Mann sollte sich lieber an die eigene Nase fassen, immerhin ist ER der Steuerfahnder. Oder wie war das?

    Würden die Deutschen ihre Steuern freiwillig abführen, wenn sie wüssten die Fahnder erwischen sie nicht? Nein, die allermeisten ganz sicher nicht.

  4. Die Steuermoral in Deutschland ist ja nur deswegen so gut, weil wir die entsprechenden Instrumente haben, die Steuerhinterziehung im großen Stil bei weiten Teilen der Bevölkerung praktisch ausschließen. Und das ist ja auch gut so. Ich bin mir aber sicher, gäbe es die Möglichkeiten, würden viele es mit den eigenen Steuern auch eher lasch sehen. Und genau darin liegt ja auch das Problem. Die, die Geld haben, also die Reichen in diesen und auch anderen Ländern, haben die Möglichkeiten, ihre Steuerschuld kleinzurechnen. Bezahlen am Ende tut es die Mittelschicht, die diese Möglichkeiten nicht haben. Und bei fehlender Mittelschicht sieht es irgendwann düster aus. Und das ist gegenwärtig in Griechenland der Fall.

    27 Leserempfehlungen
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    • RGFG
    • 08.06.2012 um 11:34 Uhr

    ...und wie die Bestseller noch so hießen.

    Und wenn ich mir anschaue, welchen irren Aufwand einige Kollegen und Bekannte bei der Steuererklärung treiben - das lässt sich eigentlich nur tiefenpsychologisch deuten. Ich gebe die Erklärung quasi 'leer' ab, spare mir den Steuerberater und kriege trotzdem jedes Mal erklecklich heraus. Fast kriegt man Schuldgefühle...

    • hairy
    • 08.06.2012 um 12:52 Uhr

    und insofern ist es weniger ein Problem der Zahlungsmoral, als ein Problem der Kontrollmoral - und unterstreicht die Schuld der nationalen wie auch internationalen Politik: auch die Eu-Politik hat zu wenig getan gegen Steuerflucht und -hinterziehung. Und diesbezgl. zur Erinnerung: grade Großfirmen (so Amazon Ebay, Google, Apple, Facebook etc pp.) zahlen auf Europaumsätze via Irland, Luxemburg etc. immernoch lächerliche Steuern.

    • Jofe
    • 09.06.2012 um 13:51 Uhr

    Steuer und Moral sind zwei Paar Stiefel. Als Lohnsteuerzahler, die im Kommentar sehr wohl vergessen wurden, brauche ich keine sog. Steuermoral. Keiner würde Lohn – oder Einkommenssteuern zahlen, also etwas abgeben, wenn er nicht „freiwillig gezwungen“ würde. Die hohen Umsatzsteuern zu zahlen kann ich mir moralisch oder unmoralisch an den Hut stecken! Wenn wir die Steuerstruktur der Schweizer bekämen, wären wir binnen eines Monates bankrott. Moralisieren ist nur die Abwehr eigener „sich nicht erlaubter, geheimer Wünsche" und mit Fingern auf die Anderen zeigen ist unfair. Und keine Bange, noch leidet die Bevölkerung und das Kapital der BRD nicht, als das sie eine andere Regierung fordern würde.

    • RGFG
    • 08.06.2012 um 11:34 Uhr

    ...und wie die Bestseller noch so hießen.

    Und wenn ich mir anschaue, welchen irren Aufwand einige Kollegen und Bekannte bei der Steuererklärung treiben - das lässt sich eigentlich nur tiefenpsychologisch deuten. Ich gebe die Erklärung quasi 'leer' ab, spare mir den Steuerberater und kriege trotzdem jedes Mal erklecklich heraus. Fast kriegt man Schuldgefühle...

    • hairy
    • 08.06.2012 um 12:52 Uhr

    und insofern ist es weniger ein Problem der Zahlungsmoral, als ein Problem der Kontrollmoral - und unterstreicht die Schuld der nationalen wie auch internationalen Politik: auch die Eu-Politik hat zu wenig getan gegen Steuerflucht und -hinterziehung. Und diesbezgl. zur Erinnerung: grade Großfirmen (so Amazon Ebay, Google, Apple, Facebook etc pp.) zahlen auf Europaumsätze via Irland, Luxemburg etc. immernoch lächerliche Steuern.

    • Jofe
    • 09.06.2012 um 13:51 Uhr

    Steuer und Moral sind zwei Paar Stiefel. Als Lohnsteuerzahler, die im Kommentar sehr wohl vergessen wurden, brauche ich keine sog. Steuermoral. Keiner würde Lohn – oder Einkommenssteuern zahlen, also etwas abgeben, wenn er nicht „freiwillig gezwungen“ würde. Die hohen Umsatzsteuern zu zahlen kann ich mir moralisch oder unmoralisch an den Hut stecken! Wenn wir die Steuerstruktur der Schweizer bekämen, wären wir binnen eines Monates bankrott. Moralisieren ist nur die Abwehr eigener „sich nicht erlaubter, geheimer Wünsche" und mit Fingern auf die Anderen zeigen ist unfair. Und keine Bange, noch leidet die Bevölkerung und das Kapital der BRD nicht, als das sie eine andere Regierung fordern würde.

  5. ist im herrschenden ökonomischen Weltbild nicht vorgesehen. Wenn wir Ethik und Moral doch vorfinden, so sind es Relikte und ökonomische Nebensächlichkeiten.

    Der moderne Marktteilnehmer ist somit qua Ideologie dazu angehalten, sich die Steuern zu sparen und wird dazu auch noch ermuntert (vgl. Sloterdijk).

    3 Leserempfehlungen
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    ...im weissgarnix-Blog (Gott habe ihn selig), war das mal gut zusammengefasst:

    "Klar wird jedenfalls an dieser Stelle, warum die Neoliberalen früher oder später alle zu Neokonservativen
    mutieren, wie das Kollege Robert Misik so schön in seinem Buch „Politik der Paranoia“ beschrieben hat: Weil
    das ganze schöne liberale Programm ohne „bürgerliche Werte“ halt schlicht nicht funktioniert! Wer keine
    Gesetze haben will, muss zwangsweise auf die Moral rekurrieren, wenn er dem Markt selbst nicht restlos
    über den Weg traut."

    ...im weissgarnix-Blog (Gott habe ihn selig), war das mal gut zusammengefasst:

    "Klar wird jedenfalls an dieser Stelle, warum die Neoliberalen früher oder später alle zu Neokonservativen
    mutieren, wie das Kollege Robert Misik so schön in seinem Buch „Politik der Paranoia“ beschrieben hat: Weil
    das ganze schöne liberale Programm ohne „bürgerliche Werte“ halt schlicht nicht funktioniert! Wer keine
    Gesetze haben will, muss zwangsweise auf die Moral rekurrieren, wenn er dem Markt selbst nicht restlos
    über den Weg traut."

  6. 1. Warum immer nur "die Griechen"? Eine ganze Nationalität mit der Gruppe der Steuersünder in dem betreffenden Land gleichzusetzen ist nach meiner Auffassung unredlich.

    2. Wie sieht es mit der Steuerzahlungsmoral bei uns "Deutschen" aus? - Angefangen von Niebels kleinem Teppich bis hin zu den "großen Fischen" mit ihren Konten in den Schweizer Banken?

    22 Leserempfehlungen
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    Um die Deutsche Steuermoral mag es stehen wie es will, Tatsache ist, dass kein anderes Land für unsere ökonomischen Verfehlungen dermaßen haften muss. Ebenfalls könnte die Situation erträglicher sein, wenn viele Griechen nicht die Schuld bei den anderen suchen würden. Statt die eigenen grundsätzlichen Probleme anzugehen wird nach Eurobonds und mitunter nach Reparationszahlungen für WWII verlangt.
    In meinen Augen ist es vor allem dieses Verhalten das die meisten Deutschen an der Situation mit Griechenland frustriert.

    ...Gruppe der Steuersünder in dem betreffenden Land gleichzusetzen ist nach meiner Auffassung unredlich."

    Aha! In Griechenland sind nun mal die Griechen steuerpflichtig, das hat zur Folge, daß fast ausschließlich Griechen unter den Steuersündern zu finden sind.

    Was ist da unredlich ?

    Natürlich alle, da sind Sie im Recht
    das hört aber nicht bei den großen Steuerzahlern auf
    neben den "kleinen Schummeleien" - von wegen "das macht doch jeder so..."
    eben, das macht doch jeder so -nur, bei dem kleinen Mann sind es € 100,- Differenz Beschiss, beim großen Mann dann enorm viel mehr - und er zahlt hoffentlich doch noch immer eine enorme Summe trotzdem an die Allgemeinheit an den Fiskus.

    Der größte Schmu ist das System an sich, die "steuertatbestände"; was nichts anderes heißt, das auf 100.000en Seiten von beschriebenen Ausnahmeregelungen die "Kreativität" siegt und das Ganze des großen Beschisses wieder legale Anmeldung macht.

    Jeder muss zahlen. Einen bestimmten Prozentsatz, meinetwegen den auch noch gestaffelt von 0% für Allgemeines Lebensminimum, bis meinetwegen 10% auch für die Kreativsten - und keinerlei Ausnahmetatbestände.
    Wer dann nicht alles anmeldet ist Betrüger und wandert ab hinter Gitter.

    Übrigens dann genauso wie der, der Sozialtransfers bezieht und dabei "schummelt"; "das macht doch jeder so".
    Jeder, der das "so" macht, geht sieben. Luft durch Gitter.

    Der Eine weniger, der andere mehr, und der Große dann genug zum Nachdenken - samt Rückzahlung und Strafe, selbstredend. Auch der Sozialtransferbetrüger.

    ... hat die Frage nach der deutschen Steuermoral in diesem Zusammenhang? Antwort: gar keine. Wer sitzt in der Scheiße? Griechenland oder wir?

    Wenn ein Krankenkassensprecher erklärt, die Deutschen sollten mehr Sport treiben, dann ist doch auch klar, dass sich diese Aufforderung nicht an die Leute richtet, die eh jeden Tag Sport treiben oder an jene, die krankheitsbedingt noch nicht einmal das Bett verlassen können, sondern an jene, die es tun könnten, es aber dennoch nicht tun.

    Die Probleme sind schwierig genug. Da sollte man jetzt nicht noch bei einzelnen Formulierungen solange heruminterpretieren, bis man etwas gefunden hat, um beleidigt schollend in der Ecke sitzen zu bleiben.

    Um die Deutsche Steuermoral mag es stehen wie es will, Tatsache ist, dass kein anderes Land für unsere ökonomischen Verfehlungen dermaßen haften muss. Ebenfalls könnte die Situation erträglicher sein, wenn viele Griechen nicht die Schuld bei den anderen suchen würden. Statt die eigenen grundsätzlichen Probleme anzugehen wird nach Eurobonds und mitunter nach Reparationszahlungen für WWII verlangt.
    In meinen Augen ist es vor allem dieses Verhalten das die meisten Deutschen an der Situation mit Griechenland frustriert.

    ...Gruppe der Steuersünder in dem betreffenden Land gleichzusetzen ist nach meiner Auffassung unredlich."

    Aha! In Griechenland sind nun mal die Griechen steuerpflichtig, das hat zur Folge, daß fast ausschließlich Griechen unter den Steuersündern zu finden sind.

    Was ist da unredlich ?

    Natürlich alle, da sind Sie im Recht
    das hört aber nicht bei den großen Steuerzahlern auf
    neben den "kleinen Schummeleien" - von wegen "das macht doch jeder so..."
    eben, das macht doch jeder so -nur, bei dem kleinen Mann sind es € 100,- Differenz Beschiss, beim großen Mann dann enorm viel mehr - und er zahlt hoffentlich doch noch immer eine enorme Summe trotzdem an die Allgemeinheit an den Fiskus.

    Der größte Schmu ist das System an sich, die "steuertatbestände"; was nichts anderes heißt, das auf 100.000en Seiten von beschriebenen Ausnahmeregelungen die "Kreativität" siegt und das Ganze des großen Beschisses wieder legale Anmeldung macht.

    Jeder muss zahlen. Einen bestimmten Prozentsatz, meinetwegen den auch noch gestaffelt von 0% für Allgemeines Lebensminimum, bis meinetwegen 10% auch für die Kreativsten - und keinerlei Ausnahmetatbestände.
    Wer dann nicht alles anmeldet ist Betrüger und wandert ab hinter Gitter.

    Übrigens dann genauso wie der, der Sozialtransfers bezieht und dabei "schummelt"; "das macht doch jeder so".
    Jeder, der das "so" macht, geht sieben. Luft durch Gitter.

    Der Eine weniger, der andere mehr, und der Große dann genug zum Nachdenken - samt Rückzahlung und Strafe, selbstredend. Auch der Sozialtransferbetrüger.

    ... hat die Frage nach der deutschen Steuermoral in diesem Zusammenhang? Antwort: gar keine. Wer sitzt in der Scheiße? Griechenland oder wir?

    Wenn ein Krankenkassensprecher erklärt, die Deutschen sollten mehr Sport treiben, dann ist doch auch klar, dass sich diese Aufforderung nicht an die Leute richtet, die eh jeden Tag Sport treiben oder an jene, die krankheitsbedingt noch nicht einmal das Bett verlassen können, sondern an jene, die es tun könnten, es aber dennoch nicht tun.

    Die Probleme sind schwierig genug. Da sollte man jetzt nicht noch bei einzelnen Formulierungen solange heruminterpretieren, bis man etwas gefunden hat, um beleidigt schollend in der Ecke sitzen zu bleiben.

  7. die in ihrem Land nicht die gesetzlichen Steuern zahlen gehört ihre Staatsangehörigkeit aberkannt, ausgewiesen und "auf hoher See" ausgesetzt. Zugegeben etwas radikal, würde aber sehr abschrecken!
    Dies sollte grundsätzlich für alle Länder und Steuerhinterzieher weltweit gelten...
    Steuerhinterzieher sind "Terroristen" gleichzusetzen.

    4 Leserempfehlungen
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    siehe @8, das würde ich unter einem Fiskalpakt verstehen wollen.

    ...es gibt keinen Grund die anders zu behandeln als andere Verbrecher. Zumal man aufgrund löchriger und unverständlicher Steuergesetze und unzureichender Kontrolle sowieso hin- und wieder das Auge wird zudrücken müssen.

    siehe @8, das würde ich unter einem Fiskalpakt verstehen wollen.

    ...es gibt keinen Grund die anders zu behandeln als andere Verbrecher. Zumal man aufgrund löchriger und unverständlicher Steuergesetze und unzureichender Kontrolle sowieso hin- und wieder das Auge wird zudrücken müssen.

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