Euro-Krise: "Europa befindet sich in einer Sackgasse"
Die Angst der Deutschen vor immer mehr Haftung ist verständlich, sagt der italienische Ökonom Tito Boeri. Euro-Bonds seien nicht der einzige Weg zur Lösung der Krise.
Frage: Herr Boeri, Deutschland haftet mit riesigen Summen für die bestehenden Rettungsschirme. Ist Vorsicht angesichts weiterer Hilfsmaßnahmen nicht angebracht?
Tito Boeri: Die Ängste der Deutschen sind absolut verständlich. Der Fall Griechenland hat uns gezeigt, was passiert wenn ein Staat über Jahre verantwortungslos mit den eigenen Finanzen umgeht. Man darf aber nicht vergessen, dass es andere Länder wie Irland, Italien, Spanien und Portugal gibt, die von der Krise angesteckt wurden und daraufhin ihre Haushälter zu sanieren angefangen haben. Zwar muss jedes Land mit spezifischen Problemen ringen. In Irland und Spanien sind die Banken ein wunder Punkt. In Italien ist die Staatsverschuldung immer noch enorm. Aber etwas hat sich immerhin getan.
Frage: Also war die Krise hilfreich?
Boeri: Ja. In dem Sinne, dass sie einige Veränderungen beschleunigt hat. Irland steht inzwischen wieder auf eigenen Beinen. In Italien gab es eine politische Wende, die den Weg zu einem Reformplan ebnete. Die Reformen, die die Monti-Regierung verabschiedet hat, sind zwar nicht optimal. Aber es gab wichtige Fortschritte.
Frage: Wenn man die Debatten der letzten Tage betrachtet, hat man den Eindruck, dass es zu einer Kommunikationspanne zwischen Deutschland und dem Rest Europas gekommen ist.
Der 54-Jährige ist Professor für Arbeitswirtschaft an der Mailänder Universität Bocconi. Seine Schriften haben die Arbeitsmarktreform der Monti-Regierung inspiriert
Boeri: Es gibt zwei unterschiedliche Kommunikationsprobleme. In den Ländern, die von der Krise betroffen sind, müssen die Politiker deutlich sagen, dass man ohne strukturelle Reformen nicht aus der Krise kommen kann. In Deutschland muss die Regierung den Bürgern erklären, dass Europa sich in einer Sackgasse befindet. Eine strenge Fiskalpolitik alleine würde die Rezession in den Krisenländern verschlimmern, die Zinsen auf Staatsanleihen weiter in die Höhe treiben und letztendlich die antieuropäischen Tendenzen stärken. Die Deutschen sollten begreifen, dass der Zusammenbruch des Euro-Raums viel teurer wäre als die Bürgschaften für die Rettungsschirme.




Wenn die öffentlichen Haushalte permanent Defizite aufweisen, sollte man dort Steuern erheben, wo Leuten die Steuern wirtschaftlich nicht weh tun. Das schlägt der Signore Ökonom komischerweise aber nicht vor.
Statt einer Politik der ausgeglichenen Haushalte will der "Ökonom" also Staatsschuld monetarisieren. Geil, und man lässt ihm diese Denksackgasse auch noch so durchegehen...
Es ist einfach nur noch peinlich, wie die politischen Eliten vor den ökonomischen kriechen, damit die immanente Verteilungsfrage jaaa nicht aufgeworfen wird.
Auch in Portugal (Bsp. Mietmarkt) oder Irland (Bsp. Immobilienmarkt) hat auch die nationale Politik die Probleme verursacht. Das Argument der Unschuld gilt also nicht. Und warum fordert der Ökonom nicht eine viel stärkere Kontrolle der nationalen Haushalte durch die EU? Hat er Angst, es kommen mehr Leichen hoch. Ich zitiere am besten die NZZ
"Solange die Hauptbetroffenen der Krise nicht Verantwortung für das eigene Schicksal übernehmen, wird das Vertrauen in den Euro nicht zurückkehren."
Meinetwegen geht der Euro unter. Das ist mir lieber ewig betrogen zu werden.
http://www.nzz.ch/meinung...
Was ist eigentlich mit der schlechteren Steuerehrlichkeit im Süden? Sollen wir dafür auch zahlen?
... ist aber nicht "Haushälter", sondern "Haushalte".
"Haushälter" sind die Menschen, die sich mit der Planung, Aufstellung und Abrechnung eines Etats (=Haushalt) beschäftigen.
wenn andere das Lehrgeld zahlen müssen.
Für die ist es dann "dumm gelaufen".
Nun sollte man es Deutschland aber nicht krummnehmen, wenn es als die Hauptlasten Tragender besonders hartnäckig darauf beharrt, solche Zustände für die Zukunft so gut wie sicher auszuschließen.
Ich bin aber sicher, später wird "Europa" schon wieder dafür sorgen dass auch die zu ihrem "Recht" kommen, die sich heute so abgrundtief bevormundet fühlend dagegen wehren, alles Eigenmögliche mit zu tun ander Lösung der Probleme.
Einfacher ist doch die Vergemeinschaftung - danach kann man wieder ungehemmt weiter machen. Hintenan sollen ja die stehen, die für den Ausgleich sorgen - aber ohne Sonderrechte, versteht sich.
Und mit Hintenan ist dann wieder der Motor gemeint, der alles zieht und hebt und stemmt - Deutschland. Aber wie gesagt, bitte ohne Sonderrechte.
Montagasdemonstrationen gegen Agenda 2010 von Schröder.
Heute ein Grundstein unserer ökonomisch-sozialen Erholung.
Der Eindruck in Griechenland, Spanien, Italien, daß die
Reformen nicht von der jeweiligen nationalen Situation er-
zwungen werden, sondern Merkeldeutschland ist eine schwere
politische Belastung für die Zukunft.
Nur die Garantiehosen anzuziehen ändert die jeweilige
finazielle Lage nicht. Die Südländer müssen da durch, daß
ihre Parlamente, nicht unbedingt die Regierungen sich ver-
weigern, ist eine schwache pol. Leistung. Solange es jedoch
Deutschland als schwarzen Peter gibt ist das Leben einfacher.
Im Interesse der europäischen Entwicklung bleit Frau Merkel
die Rolle nicht erspart. In wenigen Jahren wird man sie dafür loben und Europa wird um das Durchstehen dieses
Kraftakts beneidet.
... wenn es jetzt noch Leute gibt, die dumm genug wären sie zu kaufen. Bloomberg beschreibt heute das traurige Ende amerikanischer Banken, die kurz vor der Inflation 1923 noch deutsche Bonds kauften. Damals waren WIR nämlich die Pleitegriechen.
http://www.bloomberg.com/...
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